Konto-Schock für Hartz-IV-Familie: Jobcenter überweist nur 1,18 Euro!

Siegen - Eine Hartz-IV-Familie am Rande der Verzweiflung! Thomas (50), Sabine (44) und ihre Kinder Lisa (21) und Jannik (13) müssen um ihre Wohnung bangen. Und dann bekommen sie statt einer dreistelligen Summe nur knapp einen Euro vom Jobcenter überwiesen.

Sohn Jannik (13) mit seinen Eltern Sabine (44) und Thomas (50) sowie seiner Schwester Lisa (21, 2.v.r.).
Sohn Jannik (13) mit seinen Eltern Sabine (44) und Thomas (50) sowie seiner Schwester Lisa (21, 2.v.r.).  © RTLZWEI

Die vierköpfige Familie lebt in einem stark renovierungsbedürftigen Fachwerkhaus im Siegerland (NRW).

"Seit ich denken kann, leben wir von Hartz IV", sagt Sohn Jannik, der auch mit den wohnlichen Zuständen zu kämpfen hat: "Ich schäme mich, weil wir keine Heizung haben, keine richtigen Fenster und keine Türen."

Seine Eltern beziehen seit 15 Jahren Hartz IV. Neben dem normalen Satz für vier Personen, Kindergeld und Pflegegeld für Tochter Lisa, bessern sich die Siegerländer das Portemonnaie durch das Austragen von Zeitungen auf, wie sie in der RTLZWEI-Sendung "Armes Deutschland - Deine Kinder" erzählen.

Je nach Zuverdienst werden ihnen etwa 700 bis 800 Euro monatlich überwiesen. Dieses Mal gibt es aber eine böse Überraschung, die per Post im Briefkasten landet.

Nur 1,18 Euro hat das Jobcenter überwiesen. Auf dem Konto der Familie sind nun insgesamt 4,50 Euro - für einen ganzen Monat!

Papa Thomas vermutet eine falsche Berechnung. Die Nerven liegen blank, Sabine und Tochter Lisa brechen in Tränen aus. Schließlich sind durch Janniks kürzliche Konfirmation sämtliche Rücklagen aufgebraucht.

Armes Deutschland - Deine Kinder: Mietvertrag der Hartz-IV-Familie seit fünfeinhalb Jahren ausgelaufen

Beim Blick in den Mietvertrag trauen die Eltern ihren Augen nicht.
Beim Blick in den Mietvertrag trauen die Eltern ihren Augen nicht.  © RTLZWEI

Zudem haben alle Angst, dass der Vermieter sie jetzt rauswirft, weil sie die Miete nicht pünktlich bezahlen können. "Das ist ja auch nicht vorsätzlich, das konnten wir ja nicht wissen, dass die uns nur 'nen Euro überweisen", versucht sich Thomas zu rechtfertigen.

Er will dem angeblich telefonisch schwer erreichbaren Vermieter eine WhatsApp-Nachricht schreiben, dass das Geld später überwiesen wird.

Doch es folgt noch ein weiterer Schock. Beim Blick in ihre Unterlagen wird der Familie bewusst, dass sie seit fünfeinhalb Jahren ohne gültigen Mietvertrag wohnen. Der im Mai 2013 abgeschlossene galt nur für zwei Jahre bis April 2015. "Das hab ich damals gar nicht so gelesen", gibt der 50-Jährige zu.

Die unter starken Stimmungsschwankungen leidende Lisa nimmt die Situation sehr mit: "Ich werd dem eine in die Fresse schlagen, das glaubst du gar nicht."

Schnell konnte die Angelegenheit aber geklärt werden, nachdem der Familienvater Bürgermeister und Landrat geschrieben hatte. Das fehlende Geld wurde zeitnah nachgezahlt. Und auch die Mietsituation ist geklärt: Die Siegerländer leben nun unbefristet in ihrer Wohnung.

Allerdings wurde den in einer Reinigungsfirma ansässigen Eltern in der Probezeit gekündigt. "Da habe ich keine Erklärung für. Ist halt so", sagt Mama Sabine, die mit ihrer Familie ab sofort mit 400 Euro weniger pro Monat auskommen muss.

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Titelfoto: RTLZWEI

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