Brandanschlag auf städtische E-Autos: "Da wird quasi die Stadt in Verantwortung genommen"
Leipzig - Am frühen Morgen des 28. April brennen im Leipziger Stadtteil Connewitz mehrere E-Autos der Stadtwerke. Bereits kurz darauf taucht im Netz ein Bekennerschreiben auf mit Verbindungen zu einer vorherigen Tat. Aber handelt es sich tatsächlich um dieselben Täter?
Das versuchen seitdem Kay Anders und seine Kollegen vom Landeskriminalamt Sachsen aufzuklären, wie "Kripo live" nun schilderte. Nach Erscheinen des Bekennerschreibens übernahm das beim LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum die Ermittlungen in dem Fall. Der Grund: eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden.
Die Bekenner werfen der Stadt Leipzig in ihrem Schreiben vor, zusammen mit dem Fraunhofer Institut ein Rüstungsnetzwerk aufzubauen und so der Kriegsertüchtigung zu dienen.
Doch damit nicht genug: Sie erklären auch genau, wie sie die Autos in Brand gesetzt hätten - und dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass sie zuschlugen.
"Bereits am 16. Juli vergangenen Jahres haben zwei elektrisch betriebene Fahrzeuge des Versorgungsunternehmens gebrannt. Auch da liegt ein Bekennerschreiben vor", so Kay Anders.
Im Gegensatz zum aktuellen Anschlag ging es im ersten Schreiben jedoch noch um Kritik an der Auslieferung von Maja T. an Ungarn. "Ob die beiden Taten miteinander in Verbindung stehen und es auch die gleichen Täter waren, das werden die Ermittlungen dann zeigen."
Kripo live (MDR): Ermittler hoffen auf Hinweise
Dies sei jedoch nicht die einzige Hürde, derer sich die Ermittler stellen müssen. "Die Herausforderung liegt hier darin, dass wir mit dem vorhandenen Bekennerschreiben prüfen müssen: Handelt es sich um die wahren Täter, die die Tat begangen haben oder möglicherweise um Trittbrettfahrer", erklärte Anders.
Brandursachenermittler seien bereits vor Ort gewesen und hätten ausreichend Spuren gesichert. Diese würden derzeit ausgewertet.
Gleichzeitig gäbe es laut "Kripo live" kaum Zeugen der Tat.
Die Ermittler hoffen dennoch auf Hinweise. Wer hat am frühen Morgen des 28. April verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Parkplatzes an der Eichendorffstraße in Connewitz wahrgenommen - oder dies auch schon in den Tagen davor? Wer hat Posts über die Tat in den sozialen Netzwerken gesehen? Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter Tel. 0351/8552055 entgegen.
Die aktuelle "Kripo live"-Sendung gibt's auf Abruf in der ARD-Mediathek zum Nachschauen.
Titelfoto: EHL Media/Erik-Holm Langhof

