Schneechaos in Nordbayern: Glättewarnung und Zugstrecken um Nürnberg gesperrt

Nürnberg - Stundenlange Schneefälle haben Teile Frankens zum Wochenstart ins Chaos gestürzt. Nun könnte Glatteis die Lage verschärfen.

Umstürzende Bäume gefährden Spaziergänger.
Umstürzende Bäume gefährden Spaziergänger.  © NEWS5 / David Oßwald

Vor allem auf den Straßen war teils kein Durchkommen mehr. Da der Busbetrieb nicht gewährleistet werden kann, muss auch am Dienstag in einigen Landkreisen der Präsenzunterricht ausfallen.

Pendler ärgerten sich derweil über den ausgefallenen Nahverkehr. Auch die Müllabfuhr musste sich angesichts der Schneemassen geschlagen geben.

Zoos und Friedhöfe blieben geschlossen. Wegen umstürzender Bäume, herabfallender Äste und Dachlawinen warnten mehrere fränkische Städte vor Spaziergängen.

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Auf den Straßen kam es zu Hunderten Unfällen mit langen Staus. Oft blieb es bei Blechschäden und Leichtverletzten.

Update, 27. Januar, 13.06 Uhr: Bäume blockieren die Gleise: Zugstrecken um Nürnberg gesperrt

Umgestürzte Bäume sorgen im Raum Nürnberg für massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

Wegen umgestürzter Bäume sind mehrere Bahnstrecken im Raum Nürnberg gesperrt. Die Deutsche Bahn spricht von erheblichen Einschränkungen. Auf der S-Bahn-Strecke zwischen Nürnberg Hauptbahnhof und Neumarkt über Feucht verkehren seit Mittag keine Züge mehr. Bereits in der Nacht wurden zudem die Verbindungen nach Hersbruck, Lauf an der Pegnitz, Hartmannshof sowie zwischen Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf-Hüttenbach gesperrt.

Ursache sind Bäume, die unter der Schneelast auf die Gleise gefallen sind. Die Sperrung Richtung Neumarkt soll bis zum Abend andauern, ein Ersatzverkehr ist dort nicht eingerichtet.

Auf den übrigen Strecken bleiben die Sperren voraussichtlich bis in die Nacht bestehen, hier fahren ersatzweise Busse oder Großraumtaxis.

Bahnstrecken sind gesperrt.
Bahnstrecken sind gesperrt.  © NEWS5 / Lars Haubner

Update, 27. Januar, 12.20 Uhr: Wetterdienst warnt vor Glätte

Nach Schnee droht nun Glätte in weiten Teilen Bayerns.
Nach Schnee droht nun Glätte in weiten Teilen Bayerns.  © Stefan Puchner/dpa

Am Dienstagabend gibt es zunächst in Unterfranken, in der Nacht dann in Franken und im Westen Bayerns Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) ankündigte.

"Lokal unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen", hieß es. In den übrigen Landesteilen erwarten die Meteorologen zum Teil Glätte durch überfrierende Nässe. Und auch Neuschnee dürfte vielerorts fallen.

So könnten bis zum Mittwochvormittag im nördlichen Franken gebietsweise bis zu fünf Zentimeter Neuschnee hinzukommen, kündigte der DWD an. In Schwaben soll der Schneefall am Mittwochmittag einsetzen, im Allgäu könnte es bis zum Abend dann ebenfalls fünf Zentimeter schneien.

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Bereits zuvor dürfte es in den Alpenhochlagen stürmische Böen geben, in Föhntälern wurden Böen um 50 Stundenkilometer erwartet.

Update, 27. Januar, 10.15 Uhr: Stromausfälle im Nürnberger Umland

In Mittelfranken haben umgestürzten Bäume die Stromversorgung beeinträchtigt. So hat der Nürnberger Energieversorger N-Ergie in der Nacht fünf Stromausfälle registriert. Betroffen sei vor allem das stark bewaldete Nürnberger Land gewesen, teilte ein Sprecher mit.

In Forth (Landkreis Erlangen-Höchstadt) und in umliegenden Dörfern sei am Montagabend der Strom ausgefallen, nachdem ein Baum in eine Freileitung gefallen sei. Die meisten Orte wurden nach etwa 45 Minuten durch Umschaltungen wieder mit Strom versorgt, ein kleiner Gemeindeteil erhielt zunächst Strom über ein Notstromaggregat. Weitere Stromausfälle gab es im Bereich Oberferrieden (Landkreis Nürnberger Land), im Nürnberger Stadtteil Brunn, in Leinburg und in Kirchensittenbach (Landkreis Nürnberger Land).

Teils schnitten Techniker und die Feuerwehr die Leitungen frei, um die Menschen wieder mit Strom zu versorgen.

Update, 27. Januar, 10 Uhr: Nürnberg und Würzburg schließen Friedhöfe

Wegen der Schneelast auf den Bäumen hat die Stadt Nürnberg den Süd- und Westfriedhof aktuell geschlossen. Aus Sicherheitsgründen wurden die beiden Friedhöfe heute (Dienstag) gesperrt, teilte die Stadt mit.

Die Wege seien zwar frei, auf den Ästen des dichten Baumbestands hätte sich jedoch eine große Schneelast gebildet. Trauerfeiern und Beisetzungen könnten stattfinden - die Gäste sollten aber am Haupteingang warten, damit sie abgeholt werden können.

In Würzburg hat die Kommune ihre städtischen Friedhöfe wegen der Schneebruchgefahr ebenfalls geschlossen. Wie eine Sprecherin weiter mitteilte, können auch hier die terminierten Bestattungen trotzdem durchgeführt werden.

Wegen der Gefahr durch die Schneelast auf Dächern und Bäumen wurden Straßen in Mittelfranken gesperrt.
Wegen der Gefahr durch die Schneelast auf Dächern und Bäumen wurden Straßen in Mittelfranken gesperrt.  © NEWS5 / David Oßwald

Update, 27. Januar, 9.30 Uhr: Bäume drohen auf Jugendhotel zu stürzen

Mehrere Bäume haben in Nürnberg gedroht, wegen der Schneelast auf ein Jugendhotel zu stürzen. Die Bäume neigten sich bedrohlich in Richtung des Dachs der Unterkunft, wie die Feuerwehr mitteilte.

Unter dem Dach waren zu diesem Zeitpunkt mehrere Schulklassen in Zimmern untergebracht. Zusammen mit einem Förster entschlossen sich die Einsatzkräfte am Montag dazu, die Bäume abzutragen. Dadurch wurde die Gefahr für das Gebäude beseitigt, die Kinder konnten weiter in der Unterkunft bleiben.

Auf der Straße besteht dennoch weiterhin Gefahr für die Menschen. Deshalb wurde die Straße komplett gesperrt. Bis mindestens Dienstagmittag soll die Sperrung andauern.

Update, 27. Januar, 8 Uhr: Unfallwelle abgeebbt

Die Unfallwelle auf den Straßen hat sich in der Nacht beruhigt, teilten die Polizeipräsidien am Dienstagmorgen mit.

Dennoch kam es zu diversen Blechschäden, bei mehreren Zusammenstößen waren Leichtverletzte zu beklagen. In Kulmbach rutschte ein 28-Jähriger zudem mit seinem Auto gegen eine Mauer. Er wurde in dem Wagen eingeklemmt und schwer verletzt.

Update, 27. Januar, 7.30 Uhr: Ast gibt unter Schneelast nach: Radfahrer lebensbedrohlich verletzt

Dramatischer Unfall in Bamberg:

Ein Radfahrer schwebt in Lebensgefahr, nachdem er von einem herabfallenden Ast getroffen worden ist. Nach Angaben der Polizei brach der dieser wegen der Schneelast ab.

Der 41-Jährige aus Gundelsheim war am Montag gegen 18.15 Uhr mit seinem Fahrrad auf dem Radweg entlang der Kemmererstraße in Bamberg unterwegs, als sich der Unfall ereignete. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Beamte der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt nahmen den Vorfall direkt vor Ort auf. Die örtliche Feuerwehr sperrte die Kemmererstraße für den Rest der Nacht, da weiterhin eine erhebliche Schneebruchgefahr bestand.

Update, 27. Januar, 6.48 Uhr: Bäume halten Schneelast nicht mehr Stand

Auf den Straßen blockieren umgefallene Bäume die Weiterfahrt.

In der Heilstättenstraße in Fürth kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall: Eine Kiefer stürzte plötzlich um und krachte auf zwei geparkte Autos. Dabei riss der Baum auch das Halteseil einer Straßenlaterne mit sich.

In der Folge brach der Betonmast der Beleuchtung ab und schlug auf ein weiteres Fahrzeug auf. Wegen der weiterhin unter Strom stehenden Kabel musste der Bereich großräumig abgesperrt werden.

Bäume halten die Schneelasten nicht mehr aus.
Bäume halten die Schneelasten nicht mehr aus.  © NEWS5 / David Oßwald

Update, 26. Januar, 21.30 Uhr: Warnung vor Glatteis in Bayern

Die Schneefälle sollen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht abklingen.

Ein Tief hängt über der Nordosthälfte Deutschlands fest und lenkt dabei weiterhin feuchtkalte Luft nach Bayern. Verbreitet droht Glatteis durch gefrierende Nässe. Während am Dienstag dann an den Alpen die Sonne scheint, drohen im westlichen Franken neue Niederschläge. In den Hochlagen des Bayerwaldes könnte es stürmische Böen mit Schneeverwehungen geben.

Ein Mann streut die Treppe vor der alten Pinakothek in München.
Ein Mann streut die Treppe vor der alten Pinakothek in München.  © Malin Wunderlich/dpa

Update, 26. Januar, 20.30 Uhr: Unterricht in diesen Landkreisen abgesagt

Wegen des Winterwetters mit heftigen Schneefällen haben für Dienstag mehrere fränkische Landkreise den Präsenzunterricht abgesagt.

Nach einer Liste des Kultusministeriums soll es in den Landkreisen Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim, Bamberg und Erlangen-Höchstadt sowie in der Stadt Erlangen und Stadt Bamberg keinen Unterricht an den Schulen geben.

Titelfoto: NEWS5 / David Oßwald

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