Hitze-Blog für Berlin: Wetterumschwung nach Rekordhitze, Drei Tote bei Badeunfällen

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Von Johannes Kohlstedt, Denis Zielke, Laura Voigt

Berlin - Berlin und Brandenburg schwitzen weiter – doch Regen, Gewitter und kühlere Luft sind bereits im Anmarsch.

Ganz wichtig: viel trinken!
Ganz wichtig: viel trinken!  © Carsten Koall/dpa

Die befürchteten 41 Grad wurden in der Hauptstadt zwar nicht erreicht, dennoch wurde der bisherige Temperaturrekord übertroffen: Laut DWD war es mit 39,9 Grad in Tempelhof am heißesten.

Der bisherige absolute Rekord für Berlin wurde am 7. August 2015 mit 38,9 Grad in Berlin-Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick gemessen.

Auch das Gewitter-Risiko steigt, vor allem in Westbrandenburg. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge sind dabei punktuell Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

Von Frost bis Sonne: So wird das Osterwetter in Berlin und Brandenburg
Berlin Wetter Von Frost bis Sonne: So wird das Osterwetter in Berlin und Brandenburg

Die Wetterexperten empfehlen daher am Montagnachmittag den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und auf herabfallende Gegenstände zu achten.

In den nächsten Tagen wird es dann mit Temperaturen im 20-Grad-Bereich deutlich angenehmer, allerdings ist auch immer wieder mit Regen und einzelnen Schauern zu rechnen.

In unserem TAG24-Blog informieren wir Euch über alle aktuellen Entwicklungen.

29. Juni, 7.02 Uhr: Wetterumschwung nach Rekordhitze

Nach dem Hitzerekord in Berlin und Brandenburg kippt das Wetter nun deutlich: Vor allem im Südwesten Berlins ziehen teils schwere Gewitter auf.

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wird im Laufe des Tages Starkregen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter erwartet.

Zudem können Blitzeinschläge, umstürzende Bäume sowie herabfallende Äste, Dachziegel oder andere größere Gegenstände eine Gefahr werden. Auch zu Schäden an Gebäuden, überfluteten Straßen, Aquaplaning und Hagelschlag kann es kommen.

In der Nacht zu Dienstag sinken die Temperaturen dann auf angenehme 14 bis 19 Grad. Auch in den kommenden Tagen liegen die Werte zwischen 23 und 28 Grad.

29. Juni, 6.40 Uhr: Drei Tote am Hitze-Wochenende

In Berlin sind am Wochenende drei Menschen bei Badeunfällen gestorben.

Wie die Polizei mitteilte, entdeckte eine Gruppe in einem Schlauchboot am Samstag gegen 13 Uhr eine leblose Person im Jungfernheideteich in Charlottenburg. Sie holten den 42-jährigen Mann aus dem Wasser und begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Der alarmierte Rettungsdienst führte diese fort, musste aber noch vor Ort den Tod feststellen. 

Der zweite Vorfall ereignete sich am Tempelhofer Hafen. Dort wurde ein 51-Jähriger leblos im Wasser treibend entdeckt. Feuerwehrleute holten den Mann aus dem Wasser, konnten dann aber nur noch den Tod feststellen. 

Beim dritten Fall am Sonntagabend am Kaisersteg in Oberschöneweide war ein junger Mann in Wasser gesprungen. Er wurde später leblos aus dem Wasser gezogen, eine Reanimation blieb erfolglos. 

Zudem wurde am Sonntagabend in Schmöckwitz im Wasser nach einem Vermissten gesucht.

Am Kaisersteg in Oberschöneweide wurde am Sonntag ein junger Mann tot geborgen.
Am Kaisersteg in Oberschöneweide wurde am Sonntag ein junger Mann tot geborgen.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

28. Juni: 16.53 Uhr: Erneut Temperaturrekord in Deutschland - gemessen in Brandenburg

Den dritten Tag in Folge hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben einen Temperaturrekord in Deutschland registriert: Der vorläufige Höchstwert von 41,7 Grad wurde nachmittags in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.

28. Juni, 12.27 Uhr: Sommerbäder erreichen Kapazitätsgrenzen

Die extreme Sommerhitze sorgt in Berlin für einen großen Andrang in den Freibädern. Bereits am Sonntagmorgen waren die Tickets für die meisten Berliner Sommerbäder ausverkauft.

Laut Angaben der Berliner Bäder werden derzeit nur noch Besucher eingelassen, die bereits ein Zeitfenster-Ticket gebucht haben oder über ein Abo verfügen.

Lediglich im Kinderbad Monbijou waren am späten Vormittag noch wenige Tickets verfügbar.

28. Juni, 12.15 Uhr: Leere Regale im Laden

Die Hitzeglocke in Berlin macht sich auch im Lebensmittelladen bemerkbar. Wer sich noch mit Wasser oder Eis eindecken wollte, schaute am späten Samstagabend mitunter in die Röhre.

Ausgerechnet während der extremen Hitzewelle waren Kühlanlagen ohne Bestände, bei den Paletten herrschten gähnende Leere.

Noch schnell etwas Stieleis kaufen? In diesem Discounter hieß es da nur: Fehlanzeige.
Noch schnell etwas Stieleis kaufen? In diesem Discounter hieß es da nur: Fehlanzeige.  © Denis Zielke/TAG24

28. Juni, 11.42 Uhr: Mehr als 600 Bahnreisende stranden ohne Klimaanlage

Die Zahl stieg: Mehr als 600 Passagiere eines Zuges der tschechischen Bahn České dráhy auf dem Weg von Hamburg nach Prag saßen stundenlang bei großer Hitze fest.

Auslöser war ein umgestürzter Baum, der eine Oberleitung beschädigte. Der Zug verlor dadurch den Fahrstrom – und damit fiel auch die Klimaanlage aus. Gleichzeitig ließen sich die Türen nicht öffnen. Im Inneren des Zuges stiegen die Temperaturen nach Angaben der Einsatzkräfte auf rund 40 Grad.

Feuerwehr und Rettungskräfte mussten zunächst Bäume beseitigen, um Zugang zum Zug zu bekommen. Rund 630 Reisende wurden versorgt, besonders gefährdete Personen wie Kinder, Schwangere und ältere Menschen wurden aus dem Zug gebracht. Drei Menschen mussten wegen Kreislaufproblemen in Krankenhäuser gebracht werden.

Erst kurz vor 23 Uhr konnte eine Diesellok den Zug nach Karstädt ziehen. Dort war jedoch klar: Eine Weiterfahrt war nicht mehr möglich. Die Einsatzkräfte richteten kurzfristig eine Notunterkunft in einer Sporthalle ein, wo viele der gestrandeten Reisenden die Nacht verbrachten.

Am nächsten Morgen wurden rund 500 Passagiere mit Bussen zum Bahnhof Karstädt gebracht. Von dort aus konnten sie ihre Reise mit zwei ICE-Zügen fortsetzen. Für viele Beteiligte blieb die Fahrt nach Prag jedoch vor allem wegen der stundenlangen Hitze und der schwierigen Rettungsaktion in Erinnerung.

Endlich draußen: Die Türen ließen sich im Zug nicht öffnen.
Endlich draußen: Die Türen ließen sich im Zug nicht öffnen.  © -/Landkreis Prignitz Feuerwehr/dpa

27. Juni, 21.13 Uhr: 400 Fahrgäste aus Regionalbahn evakuiert

Technik-Panne zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt: Rund 400 Fahrgäste mussten am Samstag im RE5 bei brütender Hitze rund zwei Stunden lang ausharren, nachdem der Regionalzug in Gransee (Landkreis Oberhavel) wegen eines technischen Defekts auf freier Strecke liegen geblieben war - und das bei Temperaturen von knapp 40 Grad.

Schließlich rückten Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot an. Die Einsatzkräfte evakuierten die rund 400 Fahrgäste aus dem Zug und brachten sie in Sicherheit.

Wie es zu dem technischen Defekt kommen konnte, ist bislang unklar. Verletzt wurde nach TAG24-Informationen niemand.

Frische Luft und etwas Schatten: 400 Fahrgäste mussten evakuiert werden.
Frische Luft und etwas Schatten: 400 Fahrgäste mussten evakuiert werden.  © Thomas Peise

27. Juni, 20.42 Uhr: Temperaturrekord auch in Brandenburg

Brandenburg zieht nach: Wie in der Hauptstadt ist auch in Brandenburg der Temperaturrekord eingestellt worden. In Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) sind am Samstag nach vorläufigen Angaben 40,8 Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD mitteilte. 

Bisher lag der Brandenburger Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen wurden.

27. Juni, 18.49 Uhr: Berlin knackt historischen Temperaturrekord!

Der 27. Juni schreibt Geschichte: Die Hauptstadt hat einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. In Tempelhof wurden laut Deutschen Wetterdienst 39,9 Grad gemessen. Damit ist der bisherige Berliner Höchstwert offiziell Geschichte. Dieser lag bei 38,9 Grad und wurde im August 2015 in Berlin-Kaniswall (Köpenick) registriert.

Auch in Potsdam war man im Schatten am besten aufgehoben: Die Landeshauptstadt Brandenburgs schrammte mit 39,9 Grad ebenfalls nur haarscharf an der 40-Grad-Marke vorbei.

Berlin hat einen neuen Temperatur-Rekord.
Berlin hat einen neuen Temperatur-Rekord.  © Carsten Koall/dpa

27. Juni, 18.30 Uhr: Gewitter in Brandenburg im Anmarsch

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Gewittern im Nordwesten Brandenburgs. Betroffen sei vor allem der Landkreis Prignitz, teilten die Meteorologen mit. Voraussichtlich ab 18.30 Uhr ist mit Unwetter zu rechnen, das bis etwa 20 Uhr anhalten soll. 

Am Morgen hatte der DWD für den Nordwesten Brandenburgs auf örtlich aufziehende Hitzegewitter mit Unwetterpotential hingewiesen. Es sei mit heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel zu rechnen.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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