Hitze-Blog für Berlin: Hauptstadt knackt Rekord, 400 Fahrgäste in Schwitze-ICE gefangen

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Von Johannes Kohlstedt, Denis Zielke

Berlin - Glutofen Deutschland: Auch Berlin und Brandenburg schwitzen und schwitzen. Es wird von Tag zu Tag heißer.

Ganz wichtig: Viel trinken!
Ganz wichtig: Viel trinken!  © Carsten Koall/dpa

Die befürchteten 41 Grad wurden in der Hauptstadt zwar nicht erreicht und doch wurde der bisherige Temperaturrekord übertroffen: Laut DWD war es mit 39,9 Grad in Tempelhof am heißesten.

Der bisherige absolute Rekord für Berlin wurde am 7. August 2015 mit 38,9 Grad in Berlin-Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick gemessen.

Auch das Gewitter-Risiko steigt, vor allem in Westbrandenburg. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge sind dabei punktuell Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

Sturm und Hagel: Gewitter-Alarm in Berlin und Brandenburg
Berlin Wetter Sturm und Hagel: Gewitter-Alarm in Berlin und Brandenburg

Zahlreiche Veranstaltungen wurden hitzebedingt vorsorglich abgesagt. Andere können wiederum stattfinden.

In unserem TAG24-Blog informieren wir Euch über alle aktuellen Entwicklungen.

27. Juni, 21.13 Uhr: 400 Fahrgäste aus Regionalbahn evakuiert

Technik-Panne zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt: Rund 400 Fahrgäste mussten am Samstag im RE5 bei brütender Hitze rund zwei Stunden lang ausharren, nachdem der Regionalzug in Gransee (Landkreis Oberhavel) wegen eines technischen Defekts auf freier Strecke liegen geblieben war - und das bei Temperaturen von knapp 40 Grad.

Schließlich rückten Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot an. Die Einsatzkräfte evakuierten die rund 400 Fahrgäste aus dem Zug und brachten sie in Sicherheit.

Wie es zu dem technischen Defekt kommen konnte, ist bislang unklar. Verletzt wurde nach TAG24-Informationen niemand.

Frische Luft und etwas Schatten: 400 Fahrgäste mussten evakuiert werden.
Frische Luft und etwas Schatten: 400 Fahrgäste mussten evakuiert werden.  © Thomas Peise

27. Juni, 20.42 Uhr: Temperaturrekord auch in Brandenburg

Brandenburg zieht nach: Wie in der Hauptstadt ist auch in Brandenburg der Temperaturrekord eingestellt worden. In Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) sind am Samstag nach vorläufigen Angaben 40,8 Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD mitteilte. 

Bisher lag der Brandenburger Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen wurden.

27. Juni, 18.49 Uhr: Berlin knackt historischen Temperaturrekord!

Der 27. Juni schreibt Geschichte: Die Hauptstadt hat einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. In Tempelhof wurden laut Deutschen Wetterdienst 39,9 Grad gemessen. Damit ist der bisherige Berliner Höchstwert offiziell Geschichte. Dieser lag bei 38,9 Grad und wurde im August 2015 in Berlin-Kaniswall (Köpenick) registriert.

Auch in Potsdam war man im Schatten am besten aufgehoben: Die Landeshauptstadt Brandenburgs schrammte mit 39,9 Grad ebenfalls nur haarscharf an der 40-Grad-Marke vorbei.

Berlin hat einen neuen Temperatur-Rekord.
Berlin hat einen neuen Temperatur-Rekord.  © Carsten Koall/dpa

27. Juni, 18.30 Uhr: Gewitter in Brandenburg im Anmarsch

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Gewittern im Nordwesten Brandenburgs. Betroffen sei vor allem der Landkreis Prignitz, teilten die Meteorologen mit. Voraussichtlich ab 18.30 Uhr ist mit Unwetter zu rechnen, das bis etwa 20 Uhr anhalten soll. 

Am Morgen hatte der DWD für den Nordwesten Brandenburgs auf örtlich aufziehende Hitzegewitter mit Unwetterpotential hingewiesen. Es sei mit heftigem Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel zu rechnen.

27. Juni, 15.44 Uhr: Berliner Polizei setzt Wasserwerfer ein - zur Abkühlung

Die Berliner Polizei setzt am Nachmittag zwei Wasserwerfer ein, um bei der extremen Hitze mit Sprühnebel für Erfrischung zu sorgen. Wie die Polizei online mitteilte, beginnt die Aktion gegen 15 Uhr am Brandenburger Tor.

Anschließend sollen die Wasserwerfer am Reichstagsgebäude, dem Potsdamer Platz, dem Roten Rathaus und dem Mauerpark vorbeifahren. Wie lang genau die Wasserwerfer an den Stationen sein werden, teilte die Polizei nicht mit.

Die Berliner Polizei setzt in Mitte für etwas Abkühlung auf einen Wasserwerfer.
Die Berliner Polizei setzt in Mitte für etwas Abkühlung auf einen Wasserwerfer.  © Christophe Gateau/dpa

27. Juni, 14 Uhr: Fridays For Future kündigt wegen Hitze kurzfristig Demo an

Angesichts der aktuellen Hitzewelle will Fridays For Future am Sonntag spontan für mehr Einsatz gegen die Klimakrise demonstrieren. "Diese extremen Temperaturen sind das Ergebnis einer fossilen Politik, die lieber fossile Konzerne schützt als das Leben von Menschen", heißt es im heute versendeten Demonstrations-Aufruf. Stattfinden soll der Protest am Sonntag im Invalidenpark in Berlin-Mitte - aufgrund der zu erwartenden Temperaturen erst um 21 Uhr. 

"Statt Menschen akut zu helfen und weitere krassere Hitzewellen vorzubeugen, befeuert die Bundesregierung weiter die Klimakrise; das ist verantwortungslos, brandgefährlich und nicht zu rechtfertigen", kritisierte Nele Evers von Fridays for Future Berlin im Aufruf zur Demo. Der effektivste Schutz vor Hitze sei Klimaschutz.

27. Juni, 13.15 Uhr: Fast alle Berliner Freibäder dicht, Strandbad Wannsee als Option

Wer sich jetzt noch spontan im Freibad abkühlen will, steht in Berlin vor verschlossenen Türen. Wegen des extremen Andrangs gilt mittags für fast alle Sommerbäder ein Ticket-Verkaufsstopp. Aktuell sind stolze 14 Bäder komplett ausgelastet.

Wer kommt noch rein? Nur wenn du bereits ein Online-Ticket für ein bestimmtes Zeitfenster oder ein Abo in der Tasche hast. Betroffen sind unter anderem die Bäder in Pankow, Kreuzberg, Neukölln, das Olympiastadion und das Kinderbad Monbijou.

Deine Last-Minute-Chancen wären zum einen das Strandbad Wannsee: Das ist aktuell die einzige sichere Bank mit freien Kapazitäten. Ansonsten: Für die Strandbäder Tegeler See, Plötzensee, Weißensee oder Grünau gibt es keine Live-Auslastungsanzeige. Hier musst du auf gut Glück vorbeischauen.

27. Juni, 12.45 Uhr: Freibäder stoßen an ihre Grenzen

Die angekündigte Rekordhitze treibt die Berlinerinnen und Berliner in die Freibäder. Schon am Samstag bildeten sich lange Schlangen. So warteten am Sommerbad am Insulaner in Schöneberg Hunderte Menschen vor dem Eingang.

In den Sommerbädern Humboldthain und Pankow wurde der Ticketverkauf wegen voller Auslastung vorübergehend gestoppt. Zutritt erhalten dort aktuell nur Gäste mit vorab gebuchten Zeitfenster-Tickets oder Abos.

Die ersten Freibäder sind bereits voll.
Die ersten Freibäder sind bereits voll.  © Andreas Heimann/dpa

26. Juni, 16.28 Uhr: Diese Berliner Wasserstationen sind jetzt Gold wert

Heiße Tage verlangen dem Körper viel ab. Bei dem aktuellen Schwitzewetter ist ausreichend Trinken besonders wichtig.

Gut, dass Berlin über ein großes Netz an Trinkbrunnen, Refill-Stationen und Wasserspendern verfügt. Wo man unterwegs kostenlos frisches Berliner Trinkwasser bekommt und worauf bei Brunnen zu achten ist, lest Ihr hier.

26. Juni, 15 Uhr: Berliner Freibäder erwarten bis zu 100.000 Besucher

Lange Schlange vor dem Eingang oder gar vorübergehend zu? Wer am heißesten Wochenende ins Berliner Freibad will, sollte sein Ticket online sichern.

Die Berliner Bäder-Betriebe rechnen an diesem bislang heißesten Wochenende des Sommers mit bis zu 100.000 Besuchern. 14 Freibäder und das Strandbad Wannsee sind zur Abkühlung und zur Erholung bis zum Abend geöffnet. Eintrittskarten solltet ihr über die Internetseite zu kaufen, um auf Nummer sicher zu gehen und den Express-Eingang nehmen zukönnen.

Im Sommer 2025 besuchten rund 1,4 Millionen Badegäste die Schwimmbäder, 2024 waren es wegen des sehr guten Wetters 1,9 Millionen. (Archivbild)
Im Sommer 2025 besuchten rund 1,4 Millionen Badegäste die Schwimmbäder, 2024 waren es wegen des sehr guten Wetters 1,9 Millionen. (Archivbild)  © Fabian Sommer/dpa

26. Juni, 13.57 Uhr: Kultureinrichtungen bleiben am 27. und 28. Juni geschlossen

Aufgrund der extremen Temperaturen hat der Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamts Mitte entschieden, mehrere bezirkseigene Kultureinrichtungen am Wochenende vorübergehend zu schließen.

Betroffen sind unter anderem der Bärenzwinger Berlin, die Galerie Wedding, die Klosterruine Berlin, der Kunst Raum Mitte, das Studio I Galerie Nord sowie das Mitte Museum. Auch geplante Veranstaltungen wie der Workshop "Kollektives Drucken & Zine-Launch" im Studio I Galerie Nord und die geführte Tour im Rahmen des "Monats der Kunst am Bau" am 27. Juni müssen aufgrund der Wetterlage entfallen.

Ab Montag öffnen die Einrichtungen wieder wie gewohnt ihre Türen und freuen sich auf Besucherinnen und Besucher.

Titelfoto: Andreas Heimann/dpa

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