Heute vor 23 Jahren, am 15. Februar 2003, ging eine gewaltige Demonstrations- und Protestwelle um die Welt. In Hunderten Städten demonstrierten rund neun Millionen Menschen gegen die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush und den geplanten Krieg gegen den Irak.
Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Wogegen wurde eigentlich demonstriert?
Die weltweiten Proteste waren gegen die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush gerichtet.
Unterstützt von der "Koalition der Willigen" - einer Allianz von Staaten, die diesen später als völkerrechtswidrig erklärten Angriff unterstützten - planten die USA, den Irak anzugreifen und zu besetzen.
Zu dieser Koalition gehörten nach Angaben der USA zeitweise 54 Staaten, darunter 13 der damals 19 NATO-Mitglieder.
Rund neun Millionen Menschen demonstrierten in etwa 60 Ländern und über 600 Städten gegen den geplanten Angriff. Es war der größte international koordinierten Protest der Geschichte.
Protest in Deutschland
In Berlin versammelten sich mit mehr als einer halben Million Teilnehmenden weitaus mehr Menschen zur Kundgebung an der Siegessäule als zuvor erwartete 100.000.
Auch in anderen deutschen Städten versammelte man sich mit Plakaten bei kleineren Demonstrationen. Darauf standen Dinge wie "Kein Bush-Feuer, sonst Flächenbrand", "Nein zum Irak-Krieg" oder "Arbeit und Bildung statt Krieg und Rüstung".
Aufgerufen hatten Friedens- und Menschenrechtsgruppen, Gewerkschaften, Kirchen und andere Organisationen.
Weltweiter Protest in Rom, London und Co.
Die größten Proteste fanden in Rom und London statt: In Rom demonstrierten laut Guinness World Records bis zu drei Millionen Menschen - die größte Friedensdemo aller Zeiten. In London gingen 500.000 bis eine Million Menschen gegen den Krieg und die Beteiligung von Premierminister Tony Blair auf die Straße.
Auch weltweit war der Widerstand groß: 100.000 in San Francisco, über 100.000 in Melbourne, 200.000 in Athen, Hunderttausende in Spanien sowie Zehntausende in Paris, Oslo, Kopenhagen und Stockholm.
In Helsinki war es mit 12.000 Teilnehmenden die größte Demonstration der finnischen Geschichte.
Ergebnis der Proteste vom 15. Februar 2003
Während sie das gewünschte Ziel nicht erreichen konnten, wurde mit den Protesten klar, dass der Großteil der Weltbevölkerung den Irak-Krieg ablehnte.
Obwohl dieser nicht verhindert werden konnte, gab es eine spürbare politische Wirkung: Mehrere Staaten - darunter Kanada - sandten keine Soldaten nach Irak. Andere Länder wie die Türkei verweigerten den Zugriff auf ihre Militärbasen.
Einige noch unentschlossene Mitglieder des UN-Sicherheitsrats wurden in ihrer ablehnenden Haltung bestärkt.
Zudem hatten die Proteste eine gesellschaftliche und symbolische Bedeutung: Teilnehmende wehrten sich so gegen das Narrativ eines "Kampfs der Kulturen oder Religionen".
Unabhängig von Herkunft und Religion standen schließlich Millionen Menschen weltweit gemeinsam als globale Zivilgesellschaft gegen den Krieg zusammen.