Deutlich mehr Tram-Unfälle in Leipzig: LVB-Werkstatt voll ausgelastet
Leipzig - Nachdem es allein in der vergangenen Woche zu acht Unfällen mit Leipziger Straßenbahnen und Bussen gekommen war, berichten die Verkehrsbetriebe von einer voll ausgelasteten LVB-Werkstatt.
Ganze achtmal hatte es innerhalb von sieben Tagen zwischen den öffentlichen Verkehrsmitteln der LVB und anderen Verkehrsteilnehmern gekracht.
Dabei war es immer wieder zu enormen Schäden, unter anderem in Höhe von 110.000 Euro, umfangreichen Verkehrseinschränkungen sowie mehreren Verletzten gekommen.
"Im Vergleich der letzten Monate stiegen Unfälle, verursacht durch andere Verkehrsteilnehmer, deutlich an", bestätigte Katja Gläß, Pressesprecherin der L-Gruppe, auf Nachfrage von TAG24.
Auch wenn zum aktuellen Monat keine Schadenbilanz vorliege, sei schon im ersten Quartal des Jahres ein enormer Anstieg zu verzeichnen. Mit 103 Unfällen habe man bereits ein Drittel der Gesamtvorfälle des Vorjahres erreicht (334).
Die Zunahme mache sich derzeit besonders durch eine voll ausgelastete LVB-Werkstatt bemerkbar.
Unfälle und Ausfälle: Schuld daran seien meistens die anderen Verkehrsteilnehmer
Wie die Leipziger Gruppe mitteilte, sei ein Großteil der Unfälle (240 von etwa 330 Vorfällen jährlich) auf andere Verkehrsteilnehmer zurückzuführen.
Zudem seien derartige Zusammenstöße einer der häufigsten Gründe für Fahrtausfälle. "Die häufigsten Unfallursachen sind mit Kraftfahrzeugen (76 Prozent), mit Fußgängern (9 Prozent), mit Fahrradfahrern (5 Prozent)", so die LVB.
Auch die Unfälle der vergangenen Woche wurden in den meisten Fällen durch die Autofahrer ausgelöst. So wurden die Straßenbahnen unter anderem beim Abbiegen, beim Überqueren der Straße oder auch beim Fahren vom Grundstück übersehen. Für einen der Unfälle sei auch ein Radfahrer verantwortlich gewesen.
Nichtsdestotrotz seien die mehr als 400 Fahrzeuge, die Leipziger täglich mit über 5000 Betriebsstunden von A nach B bringen, eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt.
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Was die Verkehrsbetriebe gegen die Unfälle tun
Um den Unfällen vorzubeugen, würden in einer Unfallkommission, bestehend aus Vertretern der Polizei, der Stadt Leipzig sowie der Leipziger Verkehrsbetriebe, mögliche Ursachen analysiert und anschließend Maßnahmen zur Entschärfung getroffen werden.
"Unser Fokus insgesamt liegt auf der Unfallvermeidung an Stellen, an denen Pkw wiederholt verbotswidrig über die Gleisanlagen links abbiegen oder wenden", erklärte Gläß.
In Zusammenarbeit mit der Stadt sowie der Polizei verfolge man mehrere Präventionsansätze. So prüfe man die baulich-technischen Maßnahmen, wie etwa eine mögliche Trennung des Auto- und ÖPNV-Verkehrs, und verfolge eine gemeinsame Sicherheitskampagne, die alle Verkehrsteilnehmer sensibilisieren soll.
Zudem werde auch das Fahrpersonal geschult und durch zusätzlich Assistenzsysteme unterstützt.
Des Weiteren würden die Fahrzeuge einem "engen Kontroll- und Instandhaltungsregime" unterliegen. "Neben der täglichen Kontrolle durch die Fahrerinnen und Fahrer, einmal in der Woche durch einen Sicherheitscheck in den Werkstätten, regelmäßige Wartung alle drei Monate und die gesetzlich verpflichtenden Hauptuntersuchungen."
Titelfoto: Bildmontage: 7aktuell.de | Eric Pannier, Lutz Brose

