Heißer Herbst: Bündnis ruft zu Sozialprotesten in sechs deutschen Großstädten auf

Frankfurt am Main - Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft für den kommenden Samstag zu Sozialprotesten in sechs deutschen Großstädten auf: Unter dem Label "Solidarischer Herbst" sollen in Berlin, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt am Main, Hannover und Stuttgart Demonstrationen stattfinden.

Schon in den zurückliegenden Wochen kam es in Deutschland immer wieder zu Protesten gegen die sozialen Verwerfungen infolge der Gaskrise und die damit einhergehenden Teuerungen bei Lebensmitteln und Heizkosten. (Symbolbild)
Schon in den zurückliegenden Wochen kam es in Deutschland immer wieder zu Protesten gegen die sozialen Verwerfungen infolge der Gaskrise und die damit einhergehenden Teuerungen bei Lebensmitteln und Heizkosten. (Symbolbild)  © 123RF/inkdrop

Dabei fordern die Organisatoren nicht nur eine solidarische und sozial ausgewogene Absicherung der Bevölkerung angesichts der massiven Teuerungen infolge der Gaskrise. Das Protest-Bündnis "Solidarischer Herbst" tritt auch für einen sozial-ökologischen und klimagerechten Umbau der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft ein.

"In dieser Krise stehen wir solidarisch an der Seite der Ukraine. Doch wir brauchen jetzt eine solidarische Politik auch bei uns, die gleichzeitig die Weichen stellt, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden", heißt es in dem Online-Aufruf zu den Demonstrationen am Samstag.

Zu dem Bündnis gehören unter anderem die Gewerkschaft Verdi, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die Umweltschutz-Organisation Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Nichtregierungsorganisation Attac.

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Zudem werden zahlreiche Organisationen als Unterstützer des Protestaufrufs angegeben, darunter "Fridays for Future", die Arbeiterwohlfahrt und der Deutsche Mieterbund (DMB).

Inoffiziell werden die Demonstrationen am Samstag auch von der linken Protest-Bewegung "Genug ist Genug!" unterstützt, welche auf ihrer Website ebenfalls auf die Kundgebungen hinweist.

Bündnis "Solidarischer Herbst" demonstriert in Berlin, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt, Hannover und Stuttgart

Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen stehen hinter dem Protest-Bündnis "Solidarischer Herbst", das am Samstag zu Sozialprotesten aufruft. (Symbolbild)
Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen stehen hinter dem Protest-Bündnis "Solidarischer Herbst", das am Samstag zu Sozialprotesten aufruft. (Symbolbild)  © 123RF-rawpixel
Die Demonstrationen am Samstag (22. Oktober) sind an folgenden Orten geplant:
  • Berlin: 12 Uhr, Start am Invalidenpark, Abschlusskundgebung um 14.30 Uhr am Platz des 18. März/Brandenburger Tor
  • Düsseldorf: 12 Uhr, Start am DGB Haus (Friedrich-Ebert-Straße 34), Kundgebung um 13.15 Uhr am Landtag Nordrhein-Westfalen
  • Dresden: 12 Uhr, Start am Goldenen Reiter, Abschluss am Theaterplatz
  • Frankfurt am Main: 12 Uhr, Roßmarkt (vorab gibt es mehrere Auftakt-Treffpunkte, die dann zur Hauptkundgebung führen)
  • Hannover: 12 Uhr, Goseriedeplatz
  • Stuttgart: 12 Uhr, Schlossplatz, von hier aus Demonstrationszug durch die City

Konkret fordert das Protest-Bündnis "Solidarischer Herbst" einen "Mietenstopp, ein höheres Bürgergeld, eine 500-Euro-Brutto-Soforthilfe, eine bezahlbare Nachfolge für das 9-Euro-Ticket und einen Schutzschirm für die Daseinsvorsorge - von Stadtwerken und Schulen bis zu Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen".

Außerdem werden massive staatliche Investitionen für den "naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien" und den groß angelegten "Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur wie dem öffentlichen Nahverkehr" sowie für die Förderung der ökologischen Landwirtschaft gefordert.

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Dazu sei eine "grundlegende Wende in der Finanz- und Haushaltspolitik" notwendig. Das Bündnis "Solidarischer Herbst" tritt für eine Übergewinnsteuer für Konzerne, die Wiedererhebung der zwar von der Verfassung vorgeschriebenen, doch aus rein politischen Gründen ausgesetzten Vermögenssteuer sowie für ein erneutes Aussetzen der Schuldenbremse ein.

Titelfoto: 123RF/inkdrop

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