Forderungen nach Gaspreisdeckel immer lauter: Land nicht in wenigen Wochen "deindustrialisieren"

Landshut/München - Vor dem Hintergrund drastisch gestiegener Energiepreise fordern weitere Politiker einen Gaspreisdeckel. "Der Strompreisdeckel wird kommen", fordert beispielsweise Grünen-Chef Omid Nouripour (47). "Aber wir brauchen natürlich auch einen Gaspreisdeckel." Das sei kompliziert, aber man müsse es nun angehen. Neben ihm fordert auch seine Co-Chefin Ricarda Lang (28) einen Gaspreisdeckel für den Grundbedarf. "Die Preise müssen runter", sagte sie dem "Tagesspiegel".

Auch Bayern-MP Markus Söder (55, CSU) möchte die hohen Energiepreise bekämpfen.
Auch Bayern-MP Markus Söder (55, CSU) möchte die hohen Energiepreise bekämpfen.  © Montage: Jens Büttner/dpa & Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Doch nicht nur bei den Grünen, auch bei anderen Parteien werden die Forderungen lauter. So sieht Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (51) die deutsche Wirtschaft vom Kollaps bedroht, wenn der Gaspreis nicht schnell gedeckelt wird.

"Selbst wenn dafür die Schuldenbremse aufgegeben werden muss, ist es volkswirtschaftlich sinnvoller, als Deutschland jetzt innerhalb weniger Wochen zu deindustrialisieren."

Der Gaspreisdeckel solle für Wirtschaft, öffentlichen Bereich und private Haushalte gelten. "Die deutsche Wirtschaft steht in den nächsten Wochen vor einem flächendeckenden Kollaps, wenn nicht innerhalb weniger Wochen die Energiepreise bezahlbar werden."

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Auch Aiwangers Bayern-Chef Markus Söder (55, CSU) erneuerte am Wochenende seine Forderung nach einem Gas- und Spritpreisdeckel. Es brauche zusätzliche Hilfe für die Bürger. "Warum können es die anderen Länder, und warum kann es Deutschland nicht?"

Es brauche einen "richtigen, vernünftigen Rettungsschirm". "Schnell, direkt, praktisch."

Grünen-Chefin Lang: "Aus so einer Krise kann man sich nicht raussparen"

Grünen-Chefin Ricarda Lang (28).
Grünen-Chefin Ricarda Lang (28).  © Moritz Frankenberg/dpa

Neben einem Gaspreisdeckel fordert Grünen-Chefin Lang im Kampf gegen die Energie- und Inflationskrise und für den Klimaschutz weitere massive Investitionen der Ampel-Regierung. "Aus so einer Krise kann man sich nicht raussparen", sagte sie am Sonntag auf dem Parteitag der Südwest-Grünen in Donaueschingen. "Die Antwort auf die Inflation darf keine Rezession sein."

Der wirtschaftliche Kern des Landes dürfe nicht gefährdet, bedrohten Unternehmen müsse geholfen werden. An Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) gewandt, sagte sie weiter: "Dann lassen Sie uns jetzt diese Unternehmen retten. Dann lassen Sie uns jetzt dieses Geld in die Hand nehmen."

Allerdings, so Lang, dürfe auch der Klimaschutz in der aktuellen Krise nicht unter die Räder kommen. "Im Verkehrsbereich sind wir am weitesten entfernt von unseren Klimazielen."

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Auch hier müsse sich die FDP bewegen und forderte von ihr ein "Ja zu einem befristeten Tempolimit".

Doch sind massive Investitionen wirklich die Lösung? Hier erfahrt Ihr, was führende Wirtschaftsexperten zur aktuellen Krise sagen.

Titelfoto: Montage: Jens Büttner/dpa & Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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