Buckelwal liegt weiterhin in Bucht vor Wismar: Rettungsversuch am Nachmittag

Niendorf - Seit einer Woche versuchen Rettungskräfte einen gestrandeten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen. Nachdem sich das Tier vor dem Wochenende befreien konnte, sitzt es seit Samstag erneut fest. TAG24 berichtet im Liveticker.

Auch am Samstag wird weiter daran gearbeitet, den Wal ins offene Meer zu begleiten.  © Sea Shepherd

Nach dem Fund des Buckelwales auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) waren mehrere Rettungsversuche gescheitert, am Freitag konnte sich der Ozeanriese selbst befreien. Doch nur einen Tag später tauchte das Tier vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) auf und geriet erneut auf eine Sandbank.

Zunächst konnte sich der Wal aus einer Kraft befreien, steuerte aber direkt auf die nächste Sandbank in der Wismarer Bucht zu, wo er nun seit Sonntagmorgen nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt liegt.

Laut Experten könnte er sich bei ausreichender Kraft selbst freischwimmen. Am Montagnachmittag soll der Wal daher noch mal zum Schwimmen animiert werden.

Ostsee Experte nach Strandung eines Buckelwals sicher: "Dieses Tier wird sterben"

Um dem Tier genug Ruhe zu geben, wurde ein Schutzbereich von 500 Metern eingerichtet, in den kein Schiff oder Boot einfahren darf.

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30. März, 11.08 Uhr: Neuer Rettungsversuch geplant

Die Atmung des Buckelwals hat sich laut einer Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums verlangsamt. "Das ist ein schlechtes Zeichen", so die Sprecherin gegenüber TAG24.

Am Nachmittag soll es einen weiteren Rettungsversuch geben. Experten werden bei gestiegenem Wasserstand zwischen 14 Uhr und 18 Uhr mit einem Schlauchboot zum Wal fahren und versuchen, das Tier zum Schwimmen zu animieren.

Berühren dürfe man den Wal dabei auf keinen Fall. Das Tier habe eindeutig Sekundärentzündungen. Außerdem können Krankheiten von Menschen auf Wale übertragen werden, beispielsweise die Grippe. Robert Marc Lehmann hatte sich am Donnerstag immer wieder dem Tier genähert und die Hand aufgelegt.

Die Forderung aus Teilen der Bevölkerung, den Meeressäuger mit Walrufen aus der Bucht zu locken, sei indes keine Option. "Das hat noch nie nachweislich geklappt und man weiß nicht, woher das Tier stammt. Buckelwale aus Hawaii klingen anders und haben andere Walrufe als Buckelwale von den Azoren", erläuterte die Sprecherin.

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30. März, 10 Uhr: Till Backhaus im Austausch mit Robert Marc Lehmann

Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns auf TAG24-Nachfrage mitteilte, habe es einen Austausch zwischen Umweltminister Till Backhaus (67,SPD) und YouTuber Robert Marc Lehmann (43) gegeben.

Das Ergebnis des Gesprächs soll bei einer Pressekonferenz gegen 13 Uhr kommuniziert werden.

Lehmann gab an, von der Rettung ausgeschlossen worden zu sein. Backhaus, das Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung und Greenpeace widersprachen dieser Darstellung.

Till Backhaus (67,SPD) will um 13 Uhr ein Update geben.  © Philip Dulian/dpa

30. März, 9 Uhr: Wasserschutzpolizei und Greenpeace mit Boot am Wal

Am frühen Morgen ist ein Schlauchboot der Wasserschutzpolizei zum Wal gefahren, um sich einen Eindruck vom Tier zu verschaffen. Mit an Bord waren Experten von Greenpeace.

Laut Wasserschutzpolizei sei die Lage weiterhin unverändert. Immerhin ist der Wasserstand in der Bucht wieder gestiegen. In der Nacht sank dieser auf knapp -40 Zentimeter unter Normalnull.

Inzwischen nähert sich der Pegel wieder dem Stand von Sonntagvormittag. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Wal bei einer Wassertiefe von etwa zwei Metern in der Lage gewesen, sich selbstständig fortzubewegen.

Die Wasserschutzpolizei war mit dem ersten Tageslicht am Wal.  © NEWS5 / N5 DESK

30. März, 6.55 Uhr: Lage unverändert

Die Lage ist am Montagmorgen unverändert. Laut einem Sprecher der Wasserschutzpolizei liegt der gestrandete Buckelwal weiterhin in der Bucht vor Wismar. "Ja, der ist noch da. Die Situation ist noch so wie gestern."

Allerdings sei der Wasserpegel weiter gesunken, sodass die Situation etwas schwieriger sei. Wie es am Montag weitergeht, ist noch unklar. Eine Entscheidung werde erst getroffen, wenn sich Experten ein Bild von der Lage gemacht haben, so der Sprecher.

29. März, 22.50 Uhr: Buckelwal gibt weiter Lebenszeichen von sich

Wie die Wasserschutzpolizei auf TAG24-Nachfrage mitteilte, ist der Buckelwal auch am späten Abend noch an der gleichen Stelle. Immerhin gebe er durch das regelmäßige Abblasen noch Lebenszeichen von sich, so der Sprecher.

Von Greenpeace gab es noch einen eindringlichen Appell. "Bitte nicht hierher kommen und mit Schlauchbooten da rausfahren. Von Land aus kann man das Tier sehen. Aber der braucht jetzt Ruhe, damit er sich tatsächlich wieder freischwimmen kann", sagte Meeresbiologe Thilo Maack auf dem Instagram-Kanal.

29. März, 19.10 Uhr: Kanufahrer paddelt bis an den Wal heran

Die Wasserschutzpolizei hat mit Schaulustigen zu kämpfen, die die eingerichtete Sperrzone im Umkreis von 500 Metern um den Wal herum durchbrechen.

"Wir sind dabei, wir sind ständig am Wal dran und verhindern, dass Leute in dieses Sperrgebiet reinfahren", so ein Polizeisprecher gegenüber TAG24.

Am späten Nachmittag konnte ein Kanufahrer diese Sperre allerdings überwinden und paddelte dicht an den Wal heran.

"Ich bin da vorbeigekommen, das war meine Tour. Ich bin um Poel gefahren und bin auf dem Rückweg auf den Wal gestoßen", gab der Mann gegenüber NEWS5 an. Er habe von dem Sperrgebiet nichts gewusst. "Ich glaube nicht, dass das Tier dadurch gestresst wurde", meinte er.

Am Sonntag musste die Polizei bereits zwei Platzverbote aussprechen. Den Abend und die Nacht über sollen zwei Boote der Wasserschutzpolizei den Wal schützen.

Der Kanufahrer paddelte dicht an den Wal heran und zeigte sich hinterher uneinsichtig.  © NEWS5 / Sebastian Peters

29. März, 18 Uhr: Atemfrequenz des Buckelwals ist reduziert

Wie das Deutsche Meeresmuseum mitteilt, ist der Zustand des Wals gegenüber gestern deutlich schlechter. "Sowohl die Atemfrequenz als auch die Aktivität des Tieres sind reduziert", heißt es auf der Website.

"Dem geht es nicht besonders gut", bestätigte Thilo Maack gegenüber TAG24. Der Wal sei aber nicht kurz davor zu sterben, so der Meeresbiologe.

29. März, 17.15 Uhr: Wasserstand sinkt, doch Experte kann beruhigen

In der Nacht zu Montag soll der Wasserstand in dem betroffenen Teil der Ostsee laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf minus 40 Zentimeter unter Normalnull fallen.

"Das wird dem Wal keine Probleme machen. Das war zumindest unser aller Einschätzung", so Meeresbiologe Thilo Maack gegenüber TAG24.

Der Wal liege in etwa zwei Meter tiefem Wasser. "Das reicht, dass er da schwimmen kann", so der Experte von Greenpeace.

Am Montag soll der Pegel laut BSH wieder steigen.

29. März, 15.35 Uhr: Schaulustige statt Ruhe

Statt der erhofften Ruhe für den Wal sorgt die Situation vor Ort für jede Menge Arbeit bei der Wasserschutzpolizei. Die Einsatzkräfte müssen Boote und Wassersportler vom Wal fernhalten, der nur rund 600 Meter von der Küste auf einer Sandbank aufliegt.

Auch an Land ist es lebhaft: Viele Schaulustige strömen auf die nahe gelegene Seebrücke in Bad Wendorf/Wismar, um einen Blick auf das Tier zu erhaschen.

Zwischenzeitlich soll zudem ein Expertenboot zum Wal gefahren sein, offenbar um zu überprüfen, ob das Tier noch reagiert.

Hunderte Schaulustige versuchen am Sonntag ein Blick auf den Wal zu werfen, der nicht weit entfernt von der Seebrücke auf einer Sandbank liegt.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

29. März, 13.57 Uhr: Kann der Wal überhaupt wieder zu Kräften kommen?

Wie gewünscht ist es ruhig um den Wal geworden. Eine Frage in der Pressekonferenz blieb aber noch offen: Kann der Wal überhaupt wieder zu Kräften kommen, um zur Nordsee zu finden?

Abgesehen von seinen Hautproblemen und den Netzresten im Maul sei der Wal in einem guten Ernährungszustand, so Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung: "Wale auf ihren Wanderrouten fressen zum Teil nicht, sie können also Wochen ohne Nahrung auskommen. Dank seines guten Ernährungszustands verfügt der Wal über ausreichende Reserven, um die Zeit ohne Nahrung zu überstehen", so die Expertin.

Wie genau die Tiere aus der Ostsee wieder herausfinden, sei jedoch nicht bekannt - es ist unklar, ob sie dem Salzgehalt oder der Strömung folgen.

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