Sollte man eine Katze bestrafen? Tipps für die richtige Erziehung von Katzen

Wer eine Katze bestrafen möchte, weil sie "böse" war, der sollte sich bewusst machen, dass diese Strafen bleibende seelische Schäden bei dem Tier verursachen. Der Versuch, eine Katze durch Gewalt zu erziehen, wird nicht aufgehen. Zudem gilt Gewalt gegenüber Tieren in Deutschland als Tierquälerei und ist strafbar.

Wer glaubt seine Katze bestrafen zu müssen, um sie zu erziehen, der liegt falsch.
Wer glaubt seine Katze bestrafen zu müssen, um sie zu erziehen, der liegt falsch.  © 123RF/gadzik

Die meisten Menschen, die sich eine Katze anschaffen, tun dies, weil sie ein Herz für Tiere haben. Manchmal geraten Katzen aber auch an Menschen, die nicht gerade tierlieb sind oder sich über den richtigen Umgang mit Tieren schlichtweg nicht im Klaren sind.

Doch wer sich eine Katze zulegt, der ist dafür verantwortlich, sich über die Verhaltensweisen seines Haustiers zu informieren und sollte in dem Zusammenhang auch wissen, wie man in bestimmten Situationen richtig agiert.

Eine Katze zu bestrafen gehört auf jeden Fall zu den Dingen, die man niemals tun sollte.

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Natürlich ist es ärgerlich, wenn eine Katze schon wieder die Plastikmülltüte zerkratzt hat oder sie ständig auf den Teppich pinkelt, doch es gibt dem Besitzer nicht das Recht, eine Katze anzuschreien oder gar zu schlagen.

Wie man sich in solchen Situationen besser verhält, ohne eine Katze bestrafen zu müssen, erklärt TAG24.

Mehr spannende Beiträge über das Leben mit Samtpfoten findest Du im Katzenratgeber.

Darum sollte man eine Katze niemals bestrafen

Katzen sind wie Hunde und andere Tiere auch sehr empfindsame Wesen. Durch Liebe, Zuneigung und Fürsorge bauen sie eine vertrauensvolle Bindung zu ihren Besitzern auf.

Eine Katze zu bestrafen, weil sie ein "schlechtes Verhalten" zeigt, ist für dieses Vertrauen nicht etwa förderlich. Ganz im Gegenteil, indem man eine Katze bestraft, kann man ihr Vertrauen komplett zerstören.

Natürlich sind das Ausmaß der Bestrafung (dazu später mehr) und die Sensibilität der Katze entscheidend dafür, wie schnell und wie sehr ihr Vertrauen leidet. Eine Sache ist aber gewiss: Gewalt gegenüber Tieren ist durch nichts zu rechtfertigen! Sollte man eine Katze schlagen, ist es verständlich, dass man keine besonders innige Beziehung zu ihr haben wird.

Doch auch schon vermeintlich kleinere Bestrafungen, wie z. B. Anschreien erzeugen bei einer Katze Stress und Angst, wodurch das Verhältnis zwischen Besitzer und Samtpfote negativ beeinflusst wird.

Deine Katze zu bestrafen, weil sie wiederholt auf den Teppich gepinkelt hat, ist keine Lösung für das Problem.
Deine Katze zu bestrafen, weil sie wiederholt auf den Teppich gepinkelt hat, ist keine Lösung für das Problem.  © 123rf/serezniy

Außerdem: Man kann eine Katze nicht zu einem "besseren Wesen" erziehen, indem man versucht, sie durch Bestrafung zurechtzuweisen. Das funktioniert bei Katzen genauso wenig wie bei Kindern.

Denn Studien belegen, dass Strafen bei Kindern in der Regel nicht bewirken, dass sie ihr falsches Verhalten einsehen. Während Kinder immerhin durch Gespräche in der Lage sind, falsches Verhalten von richtigem zu unterscheiden, kann man einer Katze den Zusammenhang zwischen Verhalten und Strafe nicht mit Worten erklären.

Doch auch durch Gewalt können sie die Kausalität nicht begreifen. Deshalb bringt es gar nichts, eine Katze zu bestrafen - zumindest nichts Positives.

Katze bestrafen: Aktive und passive Gewalt

Strafen für Katzen können ganz verschieden aussehen. Wer seine Katze tritt, schlägt, schubst oder ihr auf irgendeine Weise absichtlich Schmerzen zufügt, macht sich aufgrund von Tierquälerei strafbar.

Tierquälerei kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Dabei wird Tierquälerei in zwei verschiedene Arten unterschieden:

  • vorsätzliche Grausamkeit (aktive Gewalt)
  • Vernachlässigung (passive Gewalt)

Aktive Gewalt

Bei vorsätzlicher Grausamkeit werden einem Tier absichtlich Schaden oder Verletzungen zugefügt, wie z. B. durch Treten oder Schlagen.

Passive Gewalt

Vernachlässigung meint die verantwortungslose Tierhaltung, welche oftmals mit Unkenntnis über die Bedürfnisse von Tieren verbunden ist. Zu Vernachlässigung kommt es z. B. durch unzureichende Wasser- und Futterversorgung, schlechte Lebensbedingungen, wie unzureichender Platz oder mangelnde menschliche Interaktion.

Auch wenn man gar nicht beabsichtigt eine Katze zu bestrafen, kann passive Gewalt stattfinden, indem man einer Katze z. B. nicht regelmäßig frisches Wasser und Futter bereitstellt oder indem man ihr zu wenig Aufmerksamkeit schenkt.

Gut zu wissen: Auch wenn man einer Katze früher öfter mal ein Leckerli gegeben hat und dies nach einer Weile nicht mehr tut, kann dies von einer Mieze als Strafe empfunden werden.

5 Tipps für die Erziehung einer Katze ohne Strafen

Natürlich muss man sich nicht alle Verhaltensweisen einer Katze gefallen lassen. Man kann einer Katze durch taktisch kluges Vorgehen durchaus ein bestimmtes Verhalten abgewöhnen. Das funktioniert ganz ohne Gewalt.

1. Tipp: Schenke Deiner Katze viel Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit.

Eine Katze, die ausreichend Liebe und Aufmerksamkeit von ihrem Besitzer erhält, ist weniger nervös und gereizt. Sorgst Du dafür, dass Dein Kätzchen zufrieden und glücklich ist, kratzt sie weniger an Möbeln und es kommt weniger zu Unsauberkeit und anderen alltäglichen Ärgernissen.

2. Tipp: Versetze Dich in Deine Katze hinein, um ihr Verhalten besser nachzuvollziehen.

Wenn Deine Katze etwas tut, dass Dich stört, dann hat dies immer einen bestimmten Grund. Versuche herauszufinden, weshalb sie dieses eine bestimmte Verhalten zeigt, indem Du Dich in sie und ihre Bedürfnisse einfühlst.

3. Tipp: Verstärke gutes Verhalten durch Belohnungen.

Wenn Deine Katze ein Verhalten zeigt, dass Du Dir wünschst, z. B. setzt sie sich in ihr Körbchen anstatt auf die frisch gewaschene Wäsche auf dem Wäscheständer, dann belohne sie mit einem Leckerli. Umso öfter Du sie dort belohnst, umso öfter wird sie das gewünschte Verhalten zeigen. Diese Methode nennt man "positive Verstärkung". Die Katze speichert ihr Verhalten als etwas Positives ab und wird es öfter tun.

Anstatt Deine Katze zu bestrafen, solltest Du gutes Verhalten belohnen und somit positiv verstärken.
Anstatt Deine Katze zu bestrafen, solltest Du gutes Verhalten belohnen und somit positiv verstärken.  © 123RF/pablovivaracho

4. Tipp: Minimiere schlechtes Verhalten mit Clickertraining.

Um unerwünschtes Verhalten zu minimieren, kann man auch einen Clicker verwenden. Wie du beim Clickertraining genau vorgehen solltest, erfährst Du unter:

>>> Clickertraining mit Katze - mit nur einem Klick zum Erfolg.

5. Tipp: Schaffe Bedingungen, die schlechtes Verhalten nicht zulassen.

Deine Katze hat sich angewöhnt in Schuhe zu pinkeln? Dann stelle die Schuhe in einen Schrank. Deine Katze kratzt ständig an der Couch oder Tapete? Dann bringe an diesen Stellen einen Kratzschutz an. Versuche kreative Lösungen zu finden, damit die Katze das schlechte Verhalten nicht mehr zeigen kann.

Was kann man tun, um das Vertrauen einer Katze wiederzugewinnen?

Wenn das Vertrauen einer Katze weg ist, dann ist es nicht immer leicht dieses zurückzugewinnen. Es kommt ganz auf das Tier und den Besitzer an, ob man es schafft, wieder eine positive Bindung zueinander aufzubauen. Man braucht dafür auf jeden Fall viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Sensibilität.

Außerdem sollte man folgende Punkte beachten, um das Vertrauen Schritt für Schritt wiederzugewinnen:

  • Gib Deiner Katze ihren Freiraum. Katzen haben einen großen Freiheitsdrang. Du solltest Dich Deiner Katze also nicht in Momenten aufdrängen, in denen sie lieber ihre Ruhe haben möchte. Lasse sie viel mehr auf Dich zukommen und zeige ihr dann, dass Du für sie da bist.
  • Schaffe der Katze einen Rückzugsort. Das kann ein gemütliches Katzenbett sein, ein hoher Aussichtsplatz an der Wand oder eine dunkle Katzenhöhle - Hauptsache die Katze fühlt sich dort wohl. Sorge generell für Ruhe und Harmonie bei Dir zu Hause, sodass sich Deine Katze gut erholen kann.
  • Spiele mit Deiner Katze. Gerade für Wohnungskatzen ist es wichtig, dass keine Langeweile aufkommt und ihnen immer wieder neue Impulse gesetzt werden. Aber auch Freigänger schätzen neues Spielzeug und möchten genügend Beschäftigungsmöglichkeiten haben.
  • Schenke Deiner Katze viel Liebe und Fürsorge. Kümmere Dich gut um Dein Kätzchen. Versorge sie gut und pflege ihr Fell. Sprich immer mit einer liebevollen Stimme zu ihr und sorge für ausreichend Streicheleinheiten.

Fazit: Anstatt eine Katze zu bestrafen, sollte man sich liebevoll kümmern

Wer eine Katze aufrichtig liebt und sich gut um sie kümmert, der wird viel seltener Ärger mit ihr haben. Bei der Methode der positiven Verstärkung handelt es sich um eine bewährte Erziehungsstrategie.

Wenn man sich mit der Erziehung einer Katze schwertut, kann man sich auch an eine Katzenpsychologin oder einen Katzenpsychologen wenden, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.

Titelfoto: 123RF/gadzik

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