Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Mann nimmt plötzlich AfD-Aussage zurück!

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Magdeburg - Sachsen-Anhalt hat gewählt! Mit deutlichem Vorsprung konnte die AfD die Wahl für sich entscheiden, verpasste jedoch die absolute Mehrheit. Die CDU hat ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung eingefahren. Die Regierungsbildung dürfte spannend werden.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Das vorläufige Wahlergebnis von Montagmorgen zeigt die AfD mit 43,8 Prozent. Damit sind sie stärkste Kraft, verpassen aber eine absolute Mehrheit. Die CDU holte nur 17,2 Prozent - massive Einbuße bei der Union!

Dahinter folgen die SPD mit 9,3 Prozent (+0,9), die Grünen mit 8,9 Prozent (+3,0), die Linke mit 8,6 Prozent (-2,4) und das BSW mit 5,3 Prozent (+5,3). Die FDP fliegt mit 2,6 Prozent (-3,8) aus dem Landtag.

Damit bleibt die Frage nach der künftigen Regierungsbildung spannend. Das derzeitige Bündnis aus CDU, SPD und FDP ist nicht mehr möglich.

Demo vorm Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt: Banner und Bengalos gegen die AfD
Sachsen-Anhalt Demo vorm Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt: Banner und Bengalos gegen die AfD

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel. Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

8. September, 19.18 Uhr: CDU-Abgeordneter nimmt Aussage zurück und will gegen Ulrich Siegmund stimmen

Verwirrung um den CDU-Abgeordneten Tobias Krull (49)!

Kurz nachdem Krull angekündigt hatte, sich bei der Abstimmung zur möglichen Wahl von AfD-Mann Ulrich Siegmund (35) zum neuen Ministerpräsidenten zu enthalten, zog er seine Aussage kurz darauf wieder zurück: "Ich werde mich natürlich nicht enthalten und dagegen stimmen", teilte er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.

8. September, 19 Uhr: CDU-Abgeordneter will sich nicht gegen Siegmund stellen

Der neu gewählte CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Krull (49) hat angekündigt, sich bei der Ministerpräsidentenwahl nicht gegen den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (35) zu stellen.

"Ich werde mich enthalten", so Krull gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) am Dienstag. Eine Koalition mit der AfD würde er jedoch ausschließen, so der CDU-Mann.

Tobias Krull (49, CDU) hat angekündigt, sich bei der Wahl des neuen MPs zu enthalten. (Archivfoto)
Tobias Krull (49, CDU) hat angekündigt, sich bei der Wahl des neuen MPs zu enthalten. (Archivfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

8. September, 18.24 Uhr: Linken-Spitzenkandidatin wird erste Landtagssitzung eröffnen

Wie die Parlamentsverwaltung gegenüber der Deutsche Presse-Agentur mitteilte, wird Eva von Angern (49), die Spitzenkandidatin der Linken, als Alterspräsidenten die erste Sitzung des neu gewählten Landtags eröffnen.

Sie wird die Sitzung leiten, bis ein neuer Landtagspräsident gewählt ist. Alterspräsident wird der Abgeordnete, der am längsten im Landtag vertreten ist.

Eröffnet als Alterspräsidentin die erste Landtagssitzung: Linken-Politikerin Eva von Angern (49).
Eröffnet als Alterspräsidentin die erste Landtagssitzung: Linken-Politikerin Eva von Angern (49).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

8. September, 18.08 Uhr: Sven Schulze denkt, dass AfD und BSW schon einig sind

Nach seiner Wahl zum neuen Chef der CDU-Fraktion hat Sven Schulze (47) erklärt, dass Sachsen-Anhalt spätestens nach den kommenden Landtagswahlen eine neue Regierung haben wird.

"Ich bin ziemlich sicher, dass spätestens nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die AfD und BSW die Wahrheit sagen werden, dass sie sich längst geeinigt haben", sagte Schulze zu Medienvertretern vor Ort.

CDU-Fraktionschef Sven Schulze (47).
CDU-Fraktionschef Sven Schulze (47).  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

8. September, 17.30 Uhr: Ostbeauftragte fürchtet nach AfD-Wahlsieg um Investoren

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (39, SPD), befürchtet nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt negative Folgen für die ostdeutsche Wirtschaft.

Wenn eine Partei stärkste Kraft wird, die unsere Demokratie und den europäischen Binnenmarkt so radikal infrage stellt, dann schreckt das Investoren ab. Erst recht sind die unverhohlen fremdenfeindlichen Parolen dieser Partei keine Einladung an Arbeitskräfte aus dem Ausland", sagte Kaiser laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Rahmen des heutigen Ostdeutschen Unternehmertags in Potsdam.

Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (39, SPD).
Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (39, SPD).  © Lilli Förter/dpa

8. September, 17.22 Uhr: Grüne zeigen sich offen für überparteilichen Ministerpräsidenten

Susan Sziborra-Seidlitz (48), Spitzenkandidatin der Grünen, hat sich offen für die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt gezeigt.

"Es wurde von dem ein oder anderen die Idee eines unabhängigen Ministerpräsidenten ins Feld geführt, der keiner Partei angehört und ohne Koalition das Land regiert. Das ist eine sehr ungewöhnliche Idee. Aber an uns würde das nicht scheitern. Wir sind gesprächsbereit", sagte sie am Dienstag gegenüber "taz".

Der Vorschlag stammt dabei aus den Reihen des BSW und sieht vor, einen überparteilichen und parteiunabhängigen Kandidaten zum neuen Regierungschef zu wählen.

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48).
Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48).  © Christoph Soeder/dpa

8. September, 17.02 Uhr: Sven Schulze hat vorübergehend drei Ämter

Im Zuge der konstituierenden Sitzung stimmten von den verbliebenden 15 CDU-Abgeordneten im neuen Landtag acht für Sven Schulze (47) und nur sieben für Guido Heuer (59).

Damit hat Schulze zum aktuellen Zeitpunkt gleich drei Ämter inne: Ministerpräsident, CDU-Landesvorsitz und Fraktionschef. Wahrscheinlich ist, dass er am Ende nur das Amt des Fraktionsvorsitzenden behalten wird. Er hatte bereits angekündigt, sich auf einem Landesparteitag nicht wieder in den CDU-Landesvorstand wählen lassen zu wollen. Ebenso erklärte er bereits am Montag, dass die Rolle der CDU nach der Wahlniederlage klar in der Opposition liege - demnach wäre Schulze also Oppositionsführer.

8. September, 16.51 Uhr: Noch-MP Sven Schulze wird neuer CDU-Fraktionschef

Der amtierende Ministerpräsident und Landesvorstand Sven Schulze (47) ist trotz seiner deftigen Wahlniederlage zum CDU-Fraktionsvorsitzenden im neuen Landtag gewählt worden.

Wie unter anderem der "Spiegel" berichtete, setzte sich Schulze in einer Kampfabstimmung im Zuge der konstituierenden Fraktionssitzung gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer (59) durch.

Der bisherige Fraktionschef Guido Heuer (59) wurde von Sven Schulze (47, r.) abgelöst.
Der bisherige Fraktionschef Guido Heuer (59) wurde von Sven Schulze (47, r.) abgelöst.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

8. September, 16.44 Uhr: BSW will AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten wählen

Laut Parteigründerin Sahra Wagenknecht (57) wird die BSW-Fraktion im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt für einen Parlamentspräsidenten aus den Reihen der AfD stimmen.

"Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab. Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht", erklärte Wagenknecht gegenüber dem "Stern". Mit den Stimmen aus der fünfköpfigen BSW-Fraktion stünde der Wahl des bundesweit ersten AfD-Landtagspräsidenten überhaupt nichts mehr im Wege.

Zuvor hatte die AfD nach der Landtagswahl in Thüringen bereits die Chance auf den Posten des Parlamentspräsidenten. Doch obwohl die AfD auch dort die größte Fraktion stellt, wurde im Zuge einer Skandal-Sitzung nach mehreren Wahlgängen ein CDU-Abgeordneter zum Vorsitzenden des Landesparlaments gewählt.

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (57).
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (57).  © Jan Woitas/dpa

8. September, 14.51 Uhr - Altkanzlerin Merkel über AfD-Sieg: "Mir blutet das Herz"

Altkanzlerin Angela Merkel (72, CDU) hat sich erstmals nach dem Haushoch-Sieg der vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet.

Die Situation sei "einfach schockierend", sagte die frühere CDU-Parteichefin bei der Digitalmesse Digital X der Deutschen Telekom in Köln. Merkels komplettes Statement lest Ihr im TAG24-Artikel "Angela Merkel über AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: "Mir blutet das Herz"

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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