Eta-Pleite im historischen Debüt für Union Berlin: "Geht nicht um mich"
Berlin - Ein Traumtor und der Tiefschlaf zu Beginn der zweiten Halbzeit haben Marie-Louise Eta (34) das Bundesliga-Debüt für Union Berlin verhagelt.
Beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg stand Eta als erste Cheftrainerin einer Herrenmannschaft in einer der fünf europäischen Top-Ligen an der Seitenlinie in der ausverkauften Alten Försterei.
Dementsprechend groß war der Medienrummel rund um die 34-Jährige. Nahezu jedes Objektiv der anwesenden Fotografen war auf sie gerichtet - man hatte teilweise das Gefühl, dass sie als Person wichtiger war, als das Spiel selbst.
Das empfand offenbar auch die Trainerin so: "Ich war total im Fokus. Es geht nicht um mich, es geht um Fußball", betonte die 34-Jährige nach Spielschluss und versuchte die Aufmerksamkeit damit aufs Wesentliche zu lenken.
Fußballerisch hat ihre Mannschaft gar keinen schlechten Eindruck hinterlassen. So oft wie gegen Wolfsburg haben die Eisernen in dieser Saison selten in Richtung gegnerisches Gehäuse geballert.
Allerdings mangelte es den FCU-Kickern wieder einmal an Durchschlagskraft und Effizienz - ein Problem, das schon unter Etas Vorgänger Steffen Baumgart (54) oftmals bessere Ergebnisse zunichtemachte.
Union Berlin hat nach wie vor "alles in der eigenen Hand"
Demgegenüber standen eiskalte Wölfe, die bei nur fünf Torschüssen zweimal ins Schwarze trafen. Patrick Wimmer (24) brachte die Gäste nach elf Minuten mit einem traumhaften Außenrist-Hammer in Führung.
Dzenan Pejcinovic (21) nutzte den Tiefschlaf der Hausherren nach der Pause aus und erhöhte nach nur 29 Sekunden auf 2:0. Oliver Burkes (29) Anschlusstreffer kam letztendlich zu spät.
"Wir sind natürlich enttäuscht", stellte die Fußballlehrerin bei der Pressekonferenz fest, zeigte sich mit dem Auftreten ihrer Mannschaft aber durchaus zufrieden. Besonders die Reaktion nach den Nackenschlägen habe ihr sehr gut gefallen.
Ein Nackenschlag ist nach dem 1:3 in Heidenheim sicherlich auch die zweite Pleite in Serie gegen einen Abstiegskandidaten, dazu das vorangehende Remis gegen St. Pauli.
Dennoch beträgt der Vorsprung der Berliner auf den Relegationsplatz noch immer sechs Punkte, was bei vier ausstehenden Begegnungen eigentlich zum Klassenerhalt reichen sollte.
"Die Lage ist in Ordnung. Wir sind immer noch in einer sehr guten Ausgangsposition, wir haben alles in der eigenen Hand", merkte Marie-Louise Eta selbstbewusst an. Als Nächstes muss der Hauptstadtklub am kommenden Freitag (20.30 Uhr/Sky) bei RB Leipzig ran.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa, ODD ANDERSEN / AFP (Bildmontage)

