Union Berlin tanzt weiter auf allen Hochzeiten: "Ein hochverdienter Sieg" im DFB-Pokal

Berlin - Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss, heißt es so schön. Wenn man allein das Ergebnis betrachtet, könnte man denken, dass der 1. FC Union Berlin am Mittwochabend im DFB-Pokal genau nach dieser Devise verfahren ist.

Union-Coach Urs Fischer (56, M.) und Heidenheims Trainer Frank Schmidt (48, 2.v.r.) umarmen sich nach Spielschluss.
Union-Coach Urs Fischer (56, M.) und Heidenheims Trainer Frank Schmidt (48, 2.v.r.) umarmen sich nach Spielschluss.  © Andreas Gora/dpa

Der 2:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim hätte aber gut und gern auch höher ausfallen können, weshalb sich Union-Coach Urs Fischer (56) im Nachhinein auch ein wenig über die mangelnde Chancenverwertung seiner Kicker ärgerte, denn einige Großchancen seien "ein bisschen zu fahrlässig" liegen gelassen worden.

Dennoch sei es über die gesamte Spieldauer ein "sehr souveräner Auftritt" und "ein hochverdienter Sieg" gewesen. Das bestätigte auch Heidenheims Coach Frank Schmidt (48) und gratulierte seinem Trainerkollegen zu einem "verdienten Sieg". "Das war heute ein, zwei Regale zu hoch für uns", konstatierte der Gästetrainer nach Spielschluss.

In der Tat dominierte die Fischer-Truppe den Gegner vor 21.029 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei von Beginn an, obwohl der Schweizer Übungsleiter gleich fünf Wechsel an seiner Startelf vorgenommen hatte. Aus diesem Grund freute er sich nach der Partie auch über die Kaderbreite und eine Mannschaft, die im Training komplett mitziehe.

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"Ich glaube, wie waren wirklich von Beginn weg bereit für diese Aufgabe, und die war nicht einfach", so der 56-Jährige. Man habe eine gute bis sehr gute Leistung benötigt, um die Partie für sich zu entscheiden, schließlich mischen die Heidenheimer in der 2. Bundesliga aktuell wieder einmal im Aufstiegsrennen mit.

Die Eisernen feiern ausgelassen ihren Sieg gegen Heidenheim, der den erneuten Einzug ins Pokal-Achtelfinale bedeutet.
Die Eisernen feiern ausgelassen ihren Sieg gegen Heidenheim, der den erneuten Einzug ins Pokal-Achtelfinale bedeutet.  © Andreas Gora/dpa

Union Berlins Sven Michel wurde zum "Man of the Match" gekürt

Die Fans von Union Berlin haben zurzeit viele Gründe, um zu feiern

Union Berlin überwintert dank Tymoteusz Puchacz und Sven Michel im DFB-Pokal

Ausgerechnet Ergänzungsspieler Tymoteusz Puchacz (23, l.) hat Union mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für die Berliner mit 1:0 in Führung gebracht.
Ausgerechnet Ergänzungsspieler Tymoteusz Puchacz (23, l.) hat Union mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für die Berliner mit 1:0 in Führung gebracht.  © ODD ANDERSEN / AFP

Und ausgerechnet Tymoteusz Puchacz (23), der noch immer auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz wartet, brachte die Hausherren mit seinem ersten Pflichtspieltor im Trikot der Unioner bereits nach sieben Zeigerumdrehungen auf die Siegerstraße. Schließlich hat in der laufenden Spielzeit keiner gegen die Köpenicker gewonnen, der zuvor in Rückstand geraten ist, nicht einmal der FC Bayern München!

"Er hat das wirklich gut gemacht, war aktiv unterwegs. Freut mich natürlich für ihn, dass er sein erstes Tor erzielen konnte", lobte Fischer den 23-Jährigen, der Werbung in eigener Sache betrieben habe.

Auch in Halbzeit zwei dauerte es wiederum nur sieben Minuten, bis Sven Michel (32) mit einem sehenswerten Kopfball für den 2:0-Endstand sorgte. Bei seinem Torjubel hielt der Stürmer das Trikot von Ersatzkeeper Jakob Busk (29) aus einem familiären Hintergrund in die Höhe.

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Und so tanzt Union auch 2023 auf drei Hochzeiten weiter. Nachdem die Berliner sich vor Wochenfrist das Überwintern in Europa gesichert hatten, schafften sie das nun also auch im heimischen Pokalwettbewerb.

Was den Gegner für das Achtelfinale angeht, hatte Fischer keinen besonderen Wunsch, abgesehen von einem weiteren Heimspiel. Sein Stürmer Michel machte hingegen keinen Hehl daraus, dass er sich gern mit seinem Ex-Klub SC Paderborn messen würde. Die Ostwestfalen hatten am Mittwoch den SV Werder Bremen nach hartem Kampf mit 7:6 im Elfmeterschießen eliminiert.

Zunächst muss sich Union aber wieder mit dem Bundesliga-Alltag befassen, schließlich gilt es am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim VfL Bochum, die Tabellenspitze zu verteidigen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

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