FC St. Pauli: Diese Baustellen muss Sportchef Andreas Bornemann noch schließen

Hamburg - Ist es die Ruhe vor dem Sturm? Am Montag (16 Uhr) startet der FC St. Pauli mit der Vorbereitung auf die kommende Zweitliga-Saison.

St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann (51) hat gute Vorarbeit geleistet. Das Gerüst der Mannschaft steht bereits.
St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann (51) hat gute Vorarbeit geleistet. Das Gerüst der Mannschaft steht bereits.  © Marcus Brandt/dpa

Während die Mannschaft erstmals nach der kurzen Sommerpause den Rasen betreten wird, basteln die Verantwortlichen um Sportchef Andreas Bornemann (51) im Hintergrund fleißig am Kader.

Wobei, so viel hat der 51-Jährige eigentlich gar nicht zu tun. Denn der Blick auf den Kader zeigt: Der FC St. Pauli hat vor Saisonbeginn eigentlich nur zwei echte Baustellen - hinten links und vorne im Zentrum.

Im Tor verfügt Trainer Fabian Hürzeler (30) mit Nikola Vasilj (27) über eine klare Nummer eins. Dahinter folgt Sascha Burchert (33) vor Sören Ahlers (25). Durch den Abgang von Dennis Smarsch (24, unbekannt) könnte ein weiterer Keeper kommen, Priorität hat diese Position allerdings nicht.

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Ganz im Gegenteil zu den defensiven Außenbahnen. Denn dort stehen derzeit mit Lars Ritzka (25) links und Manolis Saliakas (26) rechts sowie Neuzugang Philipp Treu (22) nur drei Spieler zur Verfügung.

Die Lücke nach den Abschieden von Luca Zander (27, SV Sandhausen), Jannes Wieckhoff (22, unbekannt) und natürlich Leart Paqarada (28, 1. FC Köln) ist riesig. Mindestens ein weiterer Akteur soll und muss hier kommen.

Genannt wurden hier bislang Chima Okoroji (26) vom SV Sandhausen, Niko Gießelmann (31) von Union Berlin und Brooklyn Ezeh (21) von Zweitliga-Aufsteiger Wehen-Wiesbaden, der sich aller Voraussicht nach allerdings Hannover 96 anschließen wird.

FC St. Pauli im Abwehrzentrum und im Mittelfeld fast schon überbesetzt

Jakov Medic (24, r.) könnte die Kiezkicker bei einem entsprechenden Angebot verlassen.
Jakov Medic (24, r.) könnte die Kiezkicker bei einem entsprechenden Angebot verlassen.  © Thomas Frey/dpa

Während auf den Außenbahnen also Bedarf herrscht, herrscht in der Zentrale derzeit ein Überangebot. Zu den etablierten Kräften um Eric Smith (26), Karol Mets (30), Adam Dzwigala (27) und Jakov Medic (24) sowie dem wieder genesenen David Nemeth (22) gesellt sich jetzt auch noch Hauke Wahl (29).

Bislang hat nur Marcel Beifus (20, Karlsruher SC) den Verein verlassen, Betim Fazliji (24) soll noch folgen. Er wird mit dem FC St. Gallen in Verbindung gebracht. Gesprächsbereit sollen sich die FCSP-Verantwortlichen bei einem entsprechenden Angebot bei Medic zeigen, der bereits in der vergangenen Saison mit einem Wechsel in die Bundesliga geliebäugelt hatte.

Eine Reihe davor sind Jackson Irvine (30) und Marcel Hartel (27) gesetzt. Dahinter gibt es an der Rolle von Afeez Aremu (23) ebenfalls nichts zu rütteln.

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Anders sieht es hingegen bei Carlo Boukhalfa (24) aus, der nach einer enttäuschenden Saison schon wieder das Weite suchen könnte. Gehen er und Fazliji, dürfte auch auf dieser Position noch etwas passieren.

Auf den offensiven Außenbahnen müssen sich die Bosse keine Sorgen machen. Mit Oladapo Afolayan (25), Elias Saad (23), Connor Metcalfe (23), Johannes Eggestein (25) und dem bald wieder fitten Etienne Amenyido (25) sind die Kiezkicker hier sehr gut bestückt. Dennoch wurde ein Auge auf Christian Kinsombi (23) von Absteiger Sandhausen geworfen.

FC St. Pauli verzweifelte bereits im vergangenen Sommer auf der Suche nach einem echten Stürmer

Die wohl größte Baustelle - neben der hinten links - liegt bereits seit einem Jahr im Sturmzentrum. Allen voran nach dem Abgang von Lukas Daschner (24, VfL Bochum) fehlt dem Team nun ein echter Goalgetter, der der 24-Jährige eigentlich auch nicht war.

David Otto (24) und Maurides (29) kamen bislang nicht über ordentliche Ansätze hinaus und machen wenig Hoffnung darauf, dass sie in der kommenden Saison zehn oder mehr Tore schießen werden.

Wie schwierig die Suche für Sportchef Bornemann für diese Position ist, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, als er auf der Suche nach einem treffsicheren Angreifer erfolglos blieb. Vielleicht hat er in diesem Sommer ja mehr Glück.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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