Coronavirus: Impfpflicht für Lehrer und Pflegekräfte? "Werden nicht um Diskussion umhinkommen!"

Deutschland/Welt - In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen, dennoch ist das Coronavirus immer noch allgegenwärtig und nicht zu unterschätzen.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 106,3 (Vortag: 100).

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,5 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Coronavirus in Berlin: Corona-Inzidenz weiter gestiegen
Coronavirus Coronavirus in Berlin: Corona-Inzidenz weiter gestiegen

Insgesamt 95.100 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 4,2 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 243,3 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,94 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 24. Oktober, 6.30 Uhr).

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Update, 24. Oktober, 16.10 Uhr: Rolfes zu Corona-Impfung: Wichtig, "dass Spieler vorangehen"

In der Debatte um corona-geimpfte Fußballer und 2G-Regelungen in Stadien hat Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes die Vorbildfunktion von Profis betont.

"Bei uns sind alle geimpft oder genesen, 2G in der Mannschaft und im Staff. So behandeln wir das auch bei den Fans", sagte der 39 Jahre alte frühere deutsche Nationalspieler am Sonntag bei DAZN. "Es ist wichtig für die Solidarität in der Gesellschaft, dass Spieler vorangehen, deshalb haben wir viel mit den Spielern gesprochen und sie überzeugen können."

Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes (39).
Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes (39).  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 24. Oktober, 15.37 Uhr: Immunologe: "Missverständnis" beim Thema Langzeitfolgen von Impfungen

Der Immunologe Carsten Watzl hat in Bezug auf mögliche Langzeitfolgen von Impfungen von einem "Missverständnis, das sich bei vielen Menschen hartnäckig hält" gesprochen.

"Was man bei Impfungen unter Langzeitfolgen versteht, sind Nebenwirkungen, die zwar innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten, die aber so selten sind, dass es manchmal Jahre braucht, bis man sie mit der Impfung in Zusammenhang gebracht hat", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Bayern-Profi Joshua Kimmich hatte tags zuvor im TV-Sender Sky gesagt, bislang nicht gegen Covid-19 geimpft zu sein.

Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", sagte Kimmich. Watzl verwies nun darauf, dass Nebenwirkungen einer Impfung immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten. "Danach ist die Immunreaktion abgeschlossen und der Impfstoff ist aus dem Körper verschwunden. Was offensichtlich viele Menschen unter Langzeitfolgen verstehen, nämlich dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19 Impfung nicht auftreten", erläuterte der Experte.

Update, 24. Oktober, 13 Uhr: "Enorme Symbolwirkung": Das sagt Lauterbach zu Kimmich

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) hat sich kritisch über den Impfstatus von Bayern-Profi Joshua Kimmich (26) geäußert.

"Es ist nicht gut, dass er nicht geimpft ist. Wenn er sagt, er wartet ab, dann ist das schwierig", sagte Lauterbach am Sonntagmorgen bei Sport1.

Mehr erfahrt Ihr in unserem TAG24-Artikel "Enorme Symbolwirkung": Das sagt Lauterbach zu Kimmich"

Update, 24. Oktober, 12.15 Uhr: Immer mehr Corona-Fälle in Österreich - Lage in Kliniken stabil

In Österreich hat sich der Trend zu deutlich steigenden Corona-Zahlen fortgesetzt. Binnen 24 Stunden wurden 3624 Neuinfektionen gezählt, wie das Innen- und Gesundheitsministerium am Sonntag berichteten.

Das bedeutet ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 255. Zugleich blieb die Lage in den Krankenhäusern stabil. Auf den Intensivstationen liegen rund 220 Menschen, das entspricht dem Niveau vor einer Woche.

Ab einer Belegung von 600 Betten durch Covid-Patienten dürfen nach den Plänen der Regierung Ungeimpfte ihr Zuhause nur noch aus triftigem Grund verlassen.

Update, 24. Oktober, 11.40 Uhr: Nächste Corona-Spielabsage in der DEL: Auch Iserlohn in Isolation

Die Corona-Probleme in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) werden immer größer.

Nach den zahlreichen Fällen beim EHC Red Bull München und der Düsseldorfer EG können nun an diesem Sonntagabend auch die Iserlohn Roosters nicht antreten.

Als Konsequenz eines positiven Corona-Tests sei ein Spieler in Quarantäne und "alle weiteren Akteure" in Isolation, teilten die Roosters mit. Wann die für Sonntagabend angesetzte Partie bei den Augsburger Panthern nachgeholt wird, war zunächst offen.

Update, 24. Oktober, 9 Uhr: Studie: Gedächtnisprobleme nach Covid vermehrt bei Klinikpatienten

Kognitive Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung scheinen einer neuen Studie zufolge vermehrt nach schwereren Verläufen der Krankheit aufzutreten.

Eine im Fachblatt "Jama" veröffentlichte Untersuchung in den USA zeigt, dass ehemalige Patienten mit einem Corona-Klinikaufenthalt in einigen Bereichen um ein Vielfaches häufiger betroffen waren als Menschen, die ambulant behandelt wurden.

Besonders starke Unterschiede gab es bei Wortfindungsstörungen: Diese traten bei 13 Prozent der ambulanten Patienten, aber bei 35 Prozent der im Krankenhaus Behandelten auf. Bei Aufmerksamkeitsproblemen waren es 5 und 15 Prozent. Das Erinnerungsvermögen war bei 12 Prozent der ambulanten und 39 Prozent der Patienten mit Klinikaufenthalt beeinträchtigt.

Update, 24. Oktober, 7.30 Uhr: Landkreistag-Präsident fordert Ausstiegspfad aus Einschränkungen - aber mit Masken, Abstand und Lüften

Der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (62), forderte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) Bund und Länder sollten sich auf einen Ausstiegspfad aus den Corona-Einschränkungen verständigen "und den Menschen damit eine klare Perspektive geben".

Ein Auslaufen der epidemischen Lage des Bundes nannte er demnach "richtig". Masken, Abstand und Lüften sollten dennoch über die Wintermonate eingehalten werden. Dies funktioniere auch über Regelungen der Länder.

Update, 24. Oktober, 6.30 Uhr: Corona-Inzidenz deutlich über 100 - 13.732 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit exakt 106,3 an.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.732 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.26 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.466.157 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.206.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.100.

Update, 24. Oktober, 6 Uhr: Landkreistag-Präsident für Debatte über Impfpflicht für Lehrer

Nach der Zunahme der Corona-Infektionen mahnt der Landkreistag eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte und pädagogisches Personal an.

"Wir werden nicht umhinkommen, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppe wie Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu diskutieren", sagte der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (62), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

"Das gehört im Herbst definitiv auf die politische Tagesordnung". Man müsse sich bewusst machen, dass bislang auch diejenigen geschützt würden, "die sich aus freien Stücken gegen einen Impfschutz entschieden haben". Das habe zwar seine Berechtigung, jedoch müsse ab einem gewissen Punkt "die Frage erlaubt sein, wie lange die Gesellschaft das so mittragen kann".

Der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (62) fordert eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte und pädagogisches Personal.
Der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (62) fordert eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte und pädagogisches Personal.  © Carsten Rehder/dpa

Update, 24. Oktober, 4 Uhr: Ministerpräsident Hans für Ende der epidemischen Lage

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (43, CDU) hat sich hinter den Vorstoß für eine Beendigung der epidemischen Lage gestellt.

"Die Pandemie ist zwar nicht vorbei, aber sie hat durch die Impfungen ihren Schrecken verloren. Dem müssen wir Rechnung tragen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Er betonte zugleich: "Die Bundesländer müssen auch nach dem Ende der epidemischen Lage die Möglichkeit haben, Maßnahmen zu beschließen. Aber man darf nicht alle Länder über einen Kamm scheren. Bundesländer mit einer hohen Impfquote müssen sich ihre Freiheiten zurückerobern können."

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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