Coronavirus: Bald Schluss mit FFP2-Masken für Kinder? Spahn kündigt Änderung im Bundesgesetz an!

Deutschland/Welt - In Deutschland gilt noch immer die Corona-Notbremse. Erste Lockerungen gibt es aber mittlerweile. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Shoppen trotz Corona: In vielen Geschäften ist "Click and Meet" möglich.
Shoppen trotz Corona: In vielen Geschäften ist "Click and Meet" möglich.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,6 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Etwa 3,3 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. 86.386 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 18. Mai, 8.20 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 79,5 (Stand 18. Mai, 8.11 Uhr).

Weltweit gibt es rund 163,6 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,39 Millionen Todesfälle (Stand 18. Mai, 12 Uhr).

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Update, 18. Mai, 17 Uhr: Forscher: Händewaschen schützt auch bei Coronavirus-Varianten

Seife, Hitze, Desinfektion: Diese eingespielten Hygienemaßnahmen sind Wissenschaftlern zufolge auch gegen die britische und südafrikanische Mutante des Coronavirus wirksam.

Wie die Ruhr-Universität am Dienstag mitteilte, haben Forscher aus Bochum gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Jena, Nürnberg und von der Uni Duisburg-Essen untersucht, wie die Varianten B.1.1.7 und B.1.351 auf Desinfektion und Reinigung reagieren und wie lange sie auf bestimmten Oberflächen infektiös bleiben.

Es habe sich gezeigt, dass die Varianten ebenso durch die Behandlung mit mindestens 30-prozentigem Alkohol für mindestens 30 Sekunden beseitigt werden konnten. Gründliches Händewaschen mit Seife konnte ebenfalls die Ansteckungsgefahr bannen. Auch Hitze wirke gegen das Virus: Nach 30 Minuten bei 56 Grad waren auch die Varianten unschädlich gemacht.

Untersucht worden war zudem, ob sich die Stabilität der Virusvarianten auf Oberflächen aus Stahl, Silber, Kupfer oder Gesichtsmasken je nach Mutante unterscheidet. Es seien keine Unterschiede feststellbar gewesen, so die Wissenschaftler.

Update, 18. Mai, 16.50 Uhr: Hotels in Berlin öffnen wohl erst Mitte Juni

Berliner Hotels und Pensionen müssen sich wohl noch gedulden, ehe sie wieder Touristen aufnehmen können.

Bei weiter sinkenden Corona-Infektionszahlen sei damit zu rechnen, dass Beherbergungsbetriebe Teil eines für den 18. Juni geplanten Öffnungsschrittes seien, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung.

Nach seinen Angaben verständigte sich der Senat auf einen Stufenplan: Er sieht nach den ersten Öffnungen in dieser Woche, die etwa die Außengastronomie oder Museen umfassen, weitere Schritte im Abstand von je zwei Wochen vor.

Berlin: Die Außengastro darf öffnen, Hotels bleiben vorerst weiterhin geschlossen.
Berlin: Die Außengastro darf öffnen, Hotels bleiben vorerst weiterhin geschlossen.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 18. Mai, 15.35 Uhr: Strengere Regeln gegen Missbrauch von Impfnachweisen geplant

Angesichts von immer mehr Corona-Impfungen plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn strengere Regeln gegen den Missbrauch von Impfnachweisen.

Vorgesehen sind gesetzliche Klarstellungen, die ebenfalls für Test- und Genesenen-Nachweise gelten sollen. Das Nutzen solcher unrichtiger Dokumente soll demnach mit Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet werden - das Ausstellen mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe.

"Fälschungen sind kein Kavaliersdelikt", betonte Spahn. Geahndet werden sollten auch Falschangaben aus Gefälligkeit. Das sorge für mehr Gerechtigkeit und besseren Schutz.

Update, 18. Mai, 15.30 Uhr: Lufthansa will Öffnungen für Flugverkehr mit den USA

Angesichts einer steigenden Ticket-Nachfrage hat die Lufthansa Lockerungen im Flugverkehr mit den USA gefordert.

Man benötige jetzt eine Perspektive, wie Reisen zwischen den USA und Europa wieder in größerem Umfang möglich werden könnten, erklärte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister laut einer Mitteilung vom Dienstag.

Bei sinkenden Corona-Infektionszahlen und steigender Impfquote sei eine vorsichtige Öffnung möglich.

Derzeit gelten beim generellen Einreiseverbot aus dem Schengenraum in die USA nur wenige Ausnahmen für US-Bürger und deren Verwandte, Greencard-Inhaber sowie Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Organisationen.

Update, 18. Mai, 15 Uhr: Chef von Moskaus Auslandsspionage wirft EU Impfstoff-Blockade vor

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, hat der EU eine Blockade gegen die in Moskau entwickelten Impfstoffe gegen das Coronavirus vorgeworfen.

"Dahinter steckt eine unfreundliche Konkurrenz, banale Korruption und eine unmenschliche Politik, bei der Krankheiten, das Leiden und der Tod von Menschen zweitrangig sind", sagte Naryschkin einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Auslandsspionage SWR zufolge.

An erster Stelle stünden für die EU politische Motive, die Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V in Europa zu verhindern.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft seit einigen Wochen eine mögliche Zulassung von Sputnik V, eine Entscheidung wird im Sommer erwartet.

Sergej Naryschkin (66), Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes.
Sergej Naryschkin (66), Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes.  © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Update, 18. Mai, 14 Uhr: Laut Verband Deutlich weniger Corona-Labortests als in Vorwochen

Die Zahl der Labortests auf das Coronavirus in Deutschland ist laut einem Verband im Vergleich zu den Vorwochen deutlich zurückgegangen.

Vom 10. bis 16. Mai seien etwa 933.000 PCR-Tests erfasst worden, rund 160.000 weniger als in der Woche zuvor, sagte Michael Müller, Vorstandschef der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte.

Er berief sich auf Daten von 178 Laboren bundesweit. Seit Anfang April hatten die wöchentlichen ALM-Testzahlen zwischen rund 1,0 und 1,2 Millionen gelegen. Es ist denkbar, dass die stark gesunkene Zahl an Tests auch zum Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz beigetragen hat.

Als Gründe für die Entwicklung vermutet der Verband eine gestiegene Inanspruchnahme von Schnelltests sowie Effekte durch den Feiertag (Christi Himmelfahrt) am 13. Mai und den Brückentag, an denen viele Arztpraxen geschlossen hatten. Die Zahl der durchgeführten Schnelltests wird nicht erfasst. Positive Schnelltests sollen zwar im Labor überprüft werden, aber genaue Daten fehlen laut ALM.

Update, 18.Mai, 12.45 Uhr: Österreich bietet kostenlose Corona-Tests für Urlauber an

Österreich bietet ab nächster Woche kostenlose Corona-Tests auch für ausländische Gäste an, um so den Tourismus anzukurbeln. Diese Möglichkeit werde in öffentlichen Test-Straßen, Apotheken oder auch direkt im Hotel oder im Gasthaus bestehen, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (42, ÖVP) am Dienstag in Wien.

Jeder Wirt, jedes Hotel, jeder Betrieb könne Selbsttests für Gäste anbieten. Das solle auch spontane Restaurantbesuche ermöglichen. Der Vor-Ort-Test gelte in diesem Fall aber auch nur für die Dauer des Aufenthalts im Lokal. "Es liegt in der Entscheidung des Lokalbetreibers, ob er diese Tests anbietet", sagte Köstinger.

Das System der Eintrittstests und weiterer Sicherheitsauflagen habe sich sehr bewährt. In der Modellregion Vorarlberg, in der bereits seit März die Gastronomie mit Zutrittstests geöffnet ist, habe es laut wissenschaftlichen Studien keinen einzigen Infektionsfall gegeben, so die Ministerin. Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie erhielten wie bereits im vergangenen Jahr Zugang zu kostenlosen PCR-Tests, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.

Update, 18. Mai, 12.30 Uhr: Änderung bei bundesweiter FFP2-Maskenpflicht für Kinder geplant

Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können - statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken. Das sieht eine von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) vorgesehene Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, über die zuerst die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtete.

"Masken müssen sitzen, damit sie schützen", sagte der CDU-Politiker. "Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht." Die künftig verpflichtenden OP-Masken gebe es in passender Größe, und auch sie verhinderten Infektionen.

Konkret geht es um bundeseinheitliche Vorgaben zur Maskenpflicht, die mit dem Gesetz zur "Bundesnotbremse" eingeführt worden sind - etwa in Bussen und Bahnen, bei Friseurbesuchen oder medizinischen Terminen.

Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll voraussichtlich an diesem Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden und Ende Mai abschließend in den Bundesrat kommen. Darin ist unter anderem auch vorgesehen, dass neben Ärzten auch Apotheken Corona-Impfungen in die geplanten zusätzlichen digitalen Impfnachweise eintragen können.

Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können - statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken.
Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können - statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 18. Mai, 12 Uhr: Vorläufige Labordaten: Impfstoffe dürften auch vor B.1.617 schützen

Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen.

Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler um Nathaniel Landau von der New York University überprüften im Labor, inwieweit Antikörper von Genesenen und Geimpften an mutierte Virusproteine binden. Dabei stellten sie fest, dass die Wirksamkeit der Antikörper bei B.1.617 und B.1.618 zwar etwas geringer ausfiel als beim ursprünglichen Erregertyp, gegen den die Impfstoffe entwickelt wurden. Die Forscher gehen aber von einem weitgehenden Schutzeffekt aus. Zu beachten ist, dass es sich um Laborexperimente handelt.

Inwieweit die Impfung tatsächlich vor den indischen Varianten schützt, lässt sich daraus nicht mit Sicherheit ableiten.

Update, 18. Mai, 11.25 Uhr: Drei von vier Kreisen unter Inzidenz-Marke von 100

In drei von vier Landkreisen in Deutschland ist die vom Robert Koch-Institut gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter der politisch gesetzten Marke von 100.

Angaben von Dienstag zufolge liegen 309 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten unter dem Schwellenwert, ab dem die Bundesnotbremse mit schärferen Regeln wie nächtlichen Ausgangssperren ziehen soll. Zum Vergleich: Vor zwei Wochen lagen nur 103 Kreise unter dem Wert.

Besonders niedrig ist die Inzidenz den RKI-Angaben zufolge in Schleswig-Holstein (33) und Hamburg (42). Nur in Thüringen (118) und Sachsen (105) liegt der Wert noch bei über 100.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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