Coronavirus: Private Geburtstagsparty zwingt Hunderte in Quarantäne

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 273.965 Infektionen bestätigt. 9390 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 241.192 weitere als genesen gelten (Stand 20. September, 22.30 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,78 Millionen Infizierte und 199.421 Tote wurden bereits erfasst (Stand 20. September, 22.30 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 30,8 Millionen bestätigte Infektionen und 958.383 Todesfälle (Stand 20. September, 12.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 20. September, 22.15 Uhr: Vor Qualifikationsstart: Erste positive Corona-Fälle bei French Open

Kurz vor Beginn der Qualifikation haben die Veranstalter der French Open die ersten Corona-Fälle des Turniers öffentlich gemacht. Zwei Tennisspieler, die an der am Montag beginnenden Qualifikation teilnehmen wollten, seien positiv auf Covid-19 getestet worden, hieß es am Sonntagabend in einer Pressemitteilung. 

Die beiden nicht namentlich genannten Profis werden daher ebenso wenig an der Qualifikation teilnehmen wie drei weitere Spieler, die in engem Kontakt mit einem positiv getesteten Trainer waren. Auch hier nannten die Veranstalter keine Namen. Das Spieler-Quintett und der Trainer werden sich nun für sieben Tage in Quarantäne begeben.

Die Hauptfeldspiele bei den French Open beginnen am kommenden Sonntag. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Veranstaltung aus dem Mai in den Herbst verlegt worden. Trotz der weiter stark ansteigenden Corona-Zahlen in Frankreich wollen die Veranstalter nach wie vor, Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros zu lassen. Aktuell planen die Organisatoren mit 5000 Tennis-Fans pro Tag.

Tennis in Corona-Zeiten. Was kommt da noch alles?
Tennis in Corona-Zeiten. Was kommt da noch alles?  © Francois Mori/AP/dpa

Update, 20. September, 20.25 Uhr: 14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. 

Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. 

Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Party mit bösen Folgen (Symbolbild).
Party mit bösen Folgen (Symbolbild).  © Markus Scholz/dpa

Update, 20. September, 19.30 Uhr: Münchner Krisenstab berät über steigende Corona-Zahlen

Der Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag (9.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. 

Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen.

Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. 

Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte "WirtshausWiesn" unter den üblichen Hygieneauflagen statt. Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. Das Oktoberfest fällt ja coronabedingt aus.
München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden. Das Oktoberfest fällt ja coronabedingt aus.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 20. September, 17.45 Uhr: Proteste gegen Corona-Absperrungen in Madrid

Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.

Die Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie "Unsere Stadtteile sind keine Ghettos", "Mehr Ärzte, mehr Kontaktnachverfolger - keine Ausgrenzung" oder "Ihr habt uns im Stich gelassen und nun sperrt ihr uns ein". Sie forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: "Ayuso, Du bist das Virus".

Die harten Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen lang gelten. Betroffen sind nach amtlichen Angaben 850.000 der rund 6,6 Millionen Einwohner der Region um die Hauptstadt. Abgeriegelt werden insgesamt 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland Madrids. Die jeweiligen Gebiete dürfen dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt.

Ähnliche Absperrungen gibt es auch in anderen Teilen Spaniens, etwa in Mallorcas Hauptstadt Palma. Betroffen sind bei den sogenannten "Teilabsperrungen" nicht nur in Madrid fast immer ärmere Wohnquartiere mit sozialen Problemen. 

Madrid: Demonstranten sitzen auf einer Strasse im Stadtbezirk Villa de Vallecas.
Madrid: Demonstranten sitzen auf einer Strasse im Stadtbezirk Villa de Vallecas.  © David Obach/EUROPA PRESS/dpa

In den betroffenen Gebieten Madrids liegt die Zahl der Neuinfektionen oft bei weit mehr als 1000 pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, derzeit etwa bei 12.

Am Montag will sich Regionalpräsidentin Ayuso mit dem linken Ministerpräsidenten Pedro Sánchez treffen und besprechen, wie die Zentralregierung der Region Madrid bei der Bekämpfung der Pandemie helfen kann.

Mit mehr als 640.000 Infektionen und fast 30.500 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Auf die Region um Madrid entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen.

Update, 20. September, 17 Uhr: Tausende demonstrieren in Düsseldorf gegen Corona-Maßnahmen

Begleitet von Gegendemonstrationen und starken Polizeikräften haben einige Tausend Menschen in Düsseldorf gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Der Demonstrationszug durch die Innenstadt war von einer regionalen Gruppe der Initiative Querdenken angemeldet worden. Der Veranstalter sprach von 5000 bis 6000 Teilnehmern.

Während die Demo durch die Innenstadt zog, kam es zu einzelnen kleinen Rangeleien am Straßenrand. Die Polizei sprach allerdings von einem insgesamt friedlichen Verlauf. Auch den Mindestabstand von 1,5 Metern hätten die Teilnehmer eingehalten. Eine Maske mussten sie gemäß der nordrhein-westfälischen Corona-Schutzverordnung bei der Demo nicht tragen.

An einer Gegendemonstration der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" beteiligten sich einige Hundert Menschen. Unter ihnen waren der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und sein Herausforderer bei der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus am kommenden Sonntag, Stephan Keller (CDU).

Düsseldorf: Teilnehmer einer Demonstration protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Düsseldorf: Teilnehmer einer Demonstration protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 20. September, 15.30 Uhr: Arbeitnehmervertreter wollen bei Corona-Prämien nicht mitwirken

Mehrere Arbeitnehmervertreter großer Kliniken wollen bei der Umsetzung der geplanten Corona-Prämien in der Pflege nicht mitmachen. "Das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Gesetzlichen Krankenkassen vorgelegte Konzept stellt uns als Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen vor Probleme", heißt es in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der am Sonntag von der Gewerkschaft Verdi veröffentlicht wurde. Konkret wird kritisiert, dass der Bonus nur an Beschäftigte mit Covid-19-Patienten ausgezahlt werden soll.

"Das schafft Unfrieden in der Belegschaft. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung", heißt es in dem von rund 40 Vertreterinnen und Vertretern auch diverser Unikliniken unterschriebenen Schreiben. Den Angaben zufolge sollen bei der derzeitigen Ausgestaltung rund 100.000 von 440.000 Pflegekräften von dem Corona-Bonus profitieren. Alle Beschäftigten seien für die Krankenversorgung wichtig. "Die Anerkennung ausschließlich Beschäftigten zu zollen, die Covid-19-Patientinnen und -Patienten gepflegt haben, wird der besonderen Situation nicht gerecht", so die Arbeitnehmervertreter.

Das derzeit vorgesehene Prämien-System sieht vor, dass Kliniken mit vielen Corona-Patienten 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen bekommen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können.

Auch die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisierte die Ausgestaltung der Prämien für einen Teil der Pflegerinnen und Pfleger. Diese sei nur widerwillig und auf Kosten der Krankenkassen erfolgt, sagte die Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

Zwei Pflegerinnen schieben Patienten mit Rollstühlen auf einem Flur in einem Krankenhaus in Schleswig-Holstein.
Zwei Pflegerinnen schieben Patienten mit Rollstühlen auf einem Flur in einem Krankenhaus in Schleswig-Holstein.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Updater, 20. September, 15.23 Uhr: Trotz Wiesn-Absage: Münchner Corona-Zahlen steigen immer weiter an

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden.
München: Auf dem Königsplatz stehen unter dem Motto "Sommer in der Stadt" ein Kettenkarussell, ein Fahrgeschäft für Kinder sowie diverse Essensbuden.  © Felix Hörhager/dpa

Update, 20. September, 15.13 Uhr: Wenige Tausend bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Düsseldorf

Begleitet von starker Polizeipräsenz haben sich wenige Tausend Menschen in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen beteiligt. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" zu einer Gegenveranstaltung.

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen war von einer regionalen Gruppen der Initiative Querdenken angemeldet worden. Einige Teilnehmer hatten Regenbogenfahnen dabei, hielten Schilder gegen Digitalisierung in die Höhe oder forderten auf Plakaten Umarmungen statt Distanz. Die Stimmung sei friedlich, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch eine Polizeisprecherin betonte, man gehe von einem friedlichen Verlauf aus.

Der Protestzug, der gegen 14.00 Uhr starten und durch die Straßen der Innenstadt führen sollte, verzögerte sich zunächst. Die Anmelder hatten im Vorfeld knapp 50.000 Teilnehmer angemeldet, die Polizei hatte sich auf bis zu 10.000 Menschen eingestellt. Die Teilnehmer müssen keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung vor.

Ein Teilnehmer einer Demonstration protestiert auf den Rheinwiesen mit einer zerschnittenen Maske und herausgestreckter Zunge gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Ein Teilnehmer einer Demonstration protestiert auf den Rheinwiesen mit einer zerschnittenen Maske und herausgestreckter Zunge gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 20. September, 14.45 Uhr: Gesundheitsminister: Großbritannien steht bei Corona an "Wendepunkt"

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem "Wendepunkt". Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock am Sonntag dem Sender BBC: "Ich schließe es nicht aus, ich will es nicht." Wenn sich alle an die Regeln hielten, ließe sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem verschärfte Corona-Maßnahmen an. Ab Ende September müssen demnach Menschen, die wiederholt gegen Auflagen zur Selbstisolierung verstoßen, eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 10 900 Euro zahlen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten", sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs.

Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa. Seit März infizierten sich rund 390.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Seit Anfang September steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rapide an. Die Behörden meldeten am Samstag mehr als 4400 neue Corona-Fälle, 27 Menschen starben im Zusammenhang mit den Virus.

Update, 20. September, 14.38 Uhr: Reeperbahn-Festival-Chef: "Es ist nicht gefährlicher als Bahnfahren"

Der Chef des Hamburger Reeperbahn-Festivals zieht nach vier Tagen Live-Musik in Clubs unter Corona-Bedingungen ein positives Fazit. "Ich bin schon zufrieden. Das Meiste hat ganz gut geklappt", sagte Alexander Schulz am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Das pandemiegerechte Festival habe zudem weitgehend mit dem Vorurteil aufräumen können, dass solche Veranstaltungen per se Super-Spreader-Events sind. "Live-Musik-Veranstaltungen sind nicht gefährlicher als Bahnfahren", so Schulz weiter. Ex-Spice-Girl Melanie C hatte am Samstagabend über die pandemiegerechte Version des Festivals gesagt: "Es ist unglaublich, dass es möglich war, trotzdem weiterzumachen. (...) Ich fühlte mich sehr sicher die ganze Zeit."

Auf dem pandemiegerechten Reeperbahn-Festival sollte zudem an den vier Tagen getestet werden, wie die Atmosphäre bei den Konzerten unter Corona-Bedingungen ist. "Da muss man sagen, das war sehr unterschiedlich. Das hängt stark vom Genre, der Zielgruppe und dem Veranstaltungsort ab. Aber natürlich fühlt es sich dünner an, wenn man in einem Raum mit nur 20 Prozent Auslastung spielt", so Schulz. Dennoch sei bei vielen Orten atmosphärisch "genug drin" gewesen, damit es sich weiterhin lohne. Er hoffe nun darauf, dass die Politik das auch so sehe und dann die coronabedingt geringeren Einnahmen der Veranstalter gegenfinanziere.

Das Festival hatten wie zuvor erwartet fast 8000 Menschen besucht. Die kompakte Corona-Edition des Reeperbahn-Festivals hatte an 20 Spielorten rund 300 Veranstaltungen für Konzertbesucher und Fachpublikum geboten. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 50.000 Besucher und etwa 1000 Veranstaltungen.

Alexander Schulz (l), Gründer und Geschäftsführer des Reeperbahn-Festivals, und die Gewinner des Anchor-Award, Demian (r) und Inez von der Band Ätna, stehen mit der Trophäe auf der Bühne im St.-Pauli-Theater.
Alexander Schulz (l), Gründer und Geschäftsführer des Reeperbahn-Festivals, und die Gewinner des Anchor-Award, Demian (r) und Inez von der Band Ätna, stehen mit der Trophäe auf der Bühne im St.-Pauli-Theater.  © Georg Wendt/dpa

Update, 20. September, 13.54 Uhr: UEFA-Supercup im Risikogebiet: 2100 Bayern-Fans wollen nach Budapest

Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München trotz der Einstufung von Budapest als Corona-Risikogebiet zum Supercup-Spiel gegen den FC Sevilla begleiten. Diese aktuelle Zahl nannte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag im TV-Sender Sky. "Vorgabe ist, dass diese Fans einen negativen Corona-Test haben", sagte der Vorstandsvorsitzende des Champions-League-Siegers. Die mitreisenden Anhänger können sich auf Initiative des Vereins an diesem Montag und Dienstag in der Münchner Arena testen lassen.

Bayern-Trainer Hansi Flick hat kein Verständnis für die Austragung der Partie gegen den Europa-League-Gewinner am Donnerstag (21.00 Uhr) in Ungarns Hauptstadt, nachdem diese vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet eingeordnet worden ist. "Es ist schon eine Sache, die man nicht ganz so versteht. Wir sind nicht diejenigen, die Entscheidungen treffen, die haben andere getroffen", sagte Flick mit Blick auf die Europäische Fußball-Union.

Die UEFA hält bislang auch an ihren Plänen fest, in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung.

Portugal, Lagos: Fußball, Champions League, FC Bayern im Trainingslager an der Algarve vor dem Finalturnier in Lissabon: David Alaba vom FC Bayern München läuft während einer Trainingseinheit um einen Fußballplatz vom Teamhotel.
Portugal, Lagos: Fußball, Champions League, FC Bayern im Trainingslager an der Algarve vor dem Finalturnier in Lissabon: David Alaba vom FC Bayern München läuft während einer Trainingseinheit um einen Fußballplatz vom Teamhotel.  © Matthias Balk/dpa

Update, 20. September, 12.53 Uhr: Hubig für langfristige Bund-Länder-Kooperation bei digitaler Bildung

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich für eine langfristige Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der digitalen Bildung ausgesprochen. Einen Tag vor einem Treffen der Kultusministerkonferenz (KMK) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte die KMK-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur, es müsse jetzt überlegt werden, "wie Bund und Länder bei zentralen Fragen der Bildung über Programmlaufzeiten hinaus langfristig gute Kooperationen im Sinne der Schulen aufbauen können".

Mit Blick auf den Föderalismus in der Bildungspolitik sagte Hubig am Sonntag: "Wir haben zwar unterschiedliche Verantwortungsbereiche, aber wir stehen zusammen." Bei einem ersten Treffen in kleinerer Runde seien Mitte August bereits sehr gute Ergebnisse erzielt worden. "Vor allem sollte es darum gehen, wie wir bei digitaler Bildung mittel- und langfristig weiter gut vorankommen."

Dazu gehörten neben einem konkreten Zeitplan für Lehrer-Laptops auch Fragen nach intelligenter Lernsoftware. Die finanzielle Unterstützung des Bundes sei neben den finanziellen Anstrengungen von Ländern und Kommunen ein zusätzlicher Treibstoff für die Digitalisierung der Schulen.

"Die Corona-Pandemie hat uns allen sehr deutlich vor Augen geführt, wie wichtig Schule als Lern- und als Lebensort ist – und dass wir als Gesellschaft zusammenstehen müssen, um das Recht auf Bildung sicherzustellen", sagte Hubig. An dem Treffen sollen auch wieder Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die SPD-Vorsitzende Saskia Esken teilnehmen.

Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, lächelt bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.
Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, lächelt bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 20. September, 12.49 Uhr: Corona: Erstmals über 1000 Neuansteckungen am Tag in Ungarn

In Ungarn sind erstmals mehr als 1000 Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert am Sonntag mit 1070 an. 

Sechs Menschen starben in den letzten 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Seit Beginn der Pandemie im März starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 683 Menschen mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück, als für das Land ein schwaches Infektionsgeschehen kennzeichnend war. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5681 Neuansteckungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadt Budapest am vergangenen Mittwoch zum Risikogebiet erklärt.

Am burgenländischen Grenzübergang Klingenbach hat die Grenzschließung durch Ungarn aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Infektionen für keine Probleme gesorgt.
Am burgenländischen Grenzübergang Klingenbach hat die Grenzschließung durch Ungarn aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Infektionen für keine Probleme gesorgt.  © Robert Jaeger/APA/dpa

Update, 20. September, 12.47 Uhr: Open Air-Gottesdienst eröffnet Interkulturelle Wochen in Stralsund

Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel sind am Sonntag die Interkulturellen Wochen der Hansestadt Stralsund eröffnet worden. Etwa 200 Menschen unterschiedlicher Herkunft feierten auf der Hansawiese am Strelasund den Gottesdienst der Stralsunder Kirchen und Freikirchen.

Erster Höhepunkt sollte am Nachmittag ein Fußballspiel sein, zu dem die Mannschaft syrischer Migranten des FC Al Karama aus Greifswald erwartet wurde. Die Mannschaft hatte sich im Sommer aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, weil die Spieler immer wieder rassistisch bepöbelt wurden.

Sie treffen jetzt auf den Kreisoberligisten ESV Lok Stralsund. Das Spiel findet unter dem Motto "Zusammen gewinnen" statt, in Anlehnung an das deutschlandweite Motto der Interkulturellen Woche in diesem Jahr "Zusammen leben – zusammen wachsen". Den Anstoß soll die Landesintegrationsbeauftragte Reem Alabali-Radovan geben.

Die Interkulturellen Wochen in Stralsund mit mehr als 20 Veranstaltungen bis zum 6. Oktober werden auch organisatorisch von Flüchtlingen begleitet, etwa als Ordner. In Stralsund engagieren sich etliche syrische Flüchtlinge im Nachbarschaftszentrum im Plattenbaugebiet Grünhufe. Sie hatten der Stadt unentgeltliche Hilfe in der Corona-Krise angeboten und halfen unter anderem bei Instandsetzungsarbeiten im Zoo.  

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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