Coronavirus: Söder stellt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in Aussicht

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 273.965 Infektionen bestätigt. 9390 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 241.192 weitere als genesen gelten (Stand 21. September, 6.05 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,79 Millionen Infizierte und 199.474 Tote wurden bereits erfasst (Stand 21. September, 6.05 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 30,92 Millionen bestätigte Infektionen und 959.528 Todesfälle (Stand 21. September, 6.05 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 21. September, 9.07 Uhr: Wahlbeteiligung in Italien bleibt trotz Corona stabil

Die Befürchtungen einer niedrigen Wahlbeteiligung wegen der Coronavirus-Pandemie haben sich in Italien zunächst nicht bestätigt. Beim Referendum über die Verkleinerung des Parlaments stimmten bis Sonntagabend nach Angaben des Innenministeriums 39,38 Prozent der Wahlberechtigten ab. Bei den Regionalwahlen waren es laut den vorliegenden Zahlen für vier der sieben Regionen 41,37 Prozent. Die Wahllokale in Italien, wo außerdem Kommunalwahlen in rund 1000 Gemeinden stattfinden, haben noch bis Montagnachmittag geöffnet.

Beim letzten Referendum 2016 lag die Beteiligung bei 68,5 Prozent, bei den Wahlen in sieben Regionen 2015 waren es 53,9 Prozent. Es war befürchtet worden, dass die Wahlbeteiligung wegen der Corona-Pandemie stark sinken könnte, da Wähler aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben könnten. Die Regionalwahlen gelten als wichtiger Test für die Regierung des parteilosen Giuseppe Conte, der seit einem Jahr ein Bündnis aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung führt.

Italien, Bologna: Lucia Borgonzoni, Kandidatin der Lega, gibt in einem Wahllokal ihre Stimme für die Regionalwahlen ab.
Italien, Bologna: Lucia Borgonzoni, Kandidatin der Lega, gibt in einem Wahllokal ihre Stimme für die Regionalwahlen ab.  © Stefano Cavicchi/LaPresse/AP/dpa

Update, 21. September, 8.36 Uhr: Söder: schärfere Quarantäneregeln wegen Supercup-Spiels denkbar

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher gilt: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Jeder solle sich genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell (Bayerischer Rundfunk). "Ich habe wirklich Bauchschmerzen, was den Supercup betrifft."

Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag (21.00 Uhr) in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München nach Angaben vom Sonntag nach Budapest begleiten.

Update, 21. September, 8.14 Uhr: Spahn: Bei regional steigenden Infektionszahlen keine Fans im Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung, die Bundesliga-Auftaktpartie in München ohne Zuschauer auszutragen, gelobt und ähnliche kurzfristige Schritte auch künftig nicht ausgeschlossen. "So bitter das für den einzelnen und die Stimmung beim Fußball sein mag: Wenn regional die Infektionszahlen steigen, sollten keine Fans ins Stadion. Die Stadt München hat das genau richtig gemacht", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (Montag).

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend entgegen der ursprünglichen Planung doch keine Fans zugelassen. Zunächst sollten 7500 Fans im Stadion erlaubt sein. Die Entscheidung, dass das Risiko zu groß ist, fiel erst am Donnerstag. "Entscheidend sind gute Konzepte, die dann auch konsequent angewandt werden", sagte Spahn.

Update, 21. September, 8.07 Uhr: Söder stellt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe.

Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. "Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern."

Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Söder sprach in diesem Zusammenhang von starkem Leichtsinn einiger. "München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen."

Sorgen bereiteten ihm nicht professionell organisierte Veranstaltungen. "Das Problem sind die privaten Feiern", sagte er. "Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden." Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt ein Statement in der Parteizentrale. (Archivbild)
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, gibt ein Statement in der Parteizentrale. (Archivbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 21. September, 7.09 Uhr: Masken mit Ventil zum Ausatmen sind fürs Fliegen nichts

In Flugzeugen und Zügen sollten Reisende zum Schutz vor Corona keine Masken mit einem Ventil zum Ausatmen tragen. "Der Sinn der Maske ist ja, sein Umfeld zu schützen. Über das Ventil wird aber die eigene Atemluft ungefiltert ausgestoßen", erklärt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Berlin.

Aus diesem Grund akzeptieren auch Fluggesellschaften in der Regel nicht die Nutzung solcher Masken. So heißt es zum Beispiel bei der Lufthansa: Visiere, FFP2-Masken mit Ventil sowie Schals und Tücher seien an Bord nicht zulässig, da sie die Atemluft zur Seite ausströmen ließen und keinen entsprechenden Schutz darstellten.

Update, 21. September, 7.05 Uhr: Appell vor UN-Generaldebatte: Sozialen Schutz in Pandemie verbessern

Vor der Generaldebatte der Vereinten Nationen haben mehr als 200 zivilgesellschaftliche Organisationen einen besseren sozialen Schutz der Menschen in der Corona-Pandemie gefordert. Die Koalition rief zu Beginn der Veranstaltungen zum 75. Gründungstag der UN am Montag in New York zur Schaffung eines globalen Fonds für soziale Sicherheit auf. Dieser soll Länder unterstützen, gefährdete Menschen schützen sowie den Zugang zu Gesundheitssystemen und grundlegenden Einkommen sichern.

Als Ergebnis der Covid-19-Pandemie sei die Zahl der schutzlosen Menschen stark gestiegen, heißt es in dem Aufruf der Global Coalition for Social Protection Floors. Allein die Zahl der Menschen ohne Nahrungsmittelsicherheit werde sich nach Vorhersagen in diesem Jahr auf 250 Millionen verdoppeln. Der Fonds solle helfen, "unnötiges Leid, Armut, extreme Ungleichheit, Gesundheitsprobleme und vermeidbare Todesfälle zu beenden", heißt es in dem Appell.

"Die Corona-Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Ausbreitung von Armut und Ungleichheit", sagte Tobias Hauschild von Oxfam der Deutschen Presse-Agentur. Die Pandemie könne weltweit rund 500 Millionen Menschen in Armut stürzen. Die Staatengemeinschaft müsse sich auf einen "Rettungspakt für alle Menschen" verständigen. Es brauche Schuldenerlasse, Sonderhilfen des Währungsfonds und eine Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit.

"Die Staatengemeinschaft muss sich auf der UN-Generaldebatte daher klar für weitere Unterstützungsmaßnahmen für den globalen Süden aussprechen", forderte Hauschild. Die Bundesregierung solle sich dafür einsetzen, dass armen Ländern Schulden erlassen werden. Auch müsse der zu entwickelnde Covid-19-Impfstoff für alle Menschen verfügbar sein, die ihn benötigten, fordert Oxfam, die sich auch an der Koalition für soziale Sicherheit beteiligen.

Experten des World Resources Instituts (WRI) riefen dazu auf, in den milliardenschweren Programmen zur Ankurbelung der Volkswirtschaften in der Corona-Krise stärker auf den Kampf gegen den Klimawandel zu setzen. Nach einer Erhebung könnten die Konjunkturprogramme in 14 von 18 untersuchten Ländern der Umwelt eher schaden als ihr nutzen. Während die Europäische Union "am grüneren Ende des Spektrum" liege, lägen die USA "am verschmutzenden Ende".

New York: Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht auf der 74. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Plenum. Vor dem Beginn der Generaldebatte am Dienstag werden die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung feiern.
New York: Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht auf der 74. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Plenum. Vor dem Beginn der Generaldebatte am Dienstag werden die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung feiern.  © Richard Drew/AP/dpa

Update, 21. September, 6.47 Uhr: CDU-Politiker Merz über Bayern-Chefetage: "Dummheit oder Arroganz"

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat die Chefetage des FC Bayern München für das enge Beieinandersitzen beim Bundesliga-Aufakt scharf kritisiert. "Mein Gedanke, bei dem, was ich da gesehen habe: Dummheit oder Arroganz", sagte der Kandidat für den Bundesvorsitz der Partei der "Bild"-Zeitung (Montag). 

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich am Sonntag bereits reumütig gezeigt und mit Blick auf die geltenden Einschränkungen in der Corona-Krise ein angemesseneres Verhalten versprochen. "Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht vorbildlich war. Wir werden das ändern", sagte er in der TV-Sendung "Sky90".

Auch Bayern-Präsident Herbert Hainer äußerte sich im "Kicker" entsprechend: "In Zukunft werden wir uns absolut regelkonform verhalten." Beim 8:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend in der Allianz Arena hatten die Vereinsvertreter der Bayern und auch der Gäste aus Gelsenkirchen ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz auf der Ehrentribüne eng zusammengesessen.

Rummenigge sprach auch von einem Missverständnis in der Auslegung der Corona-Vorgaben. Der 64-Jährige berief sich wie schon sein Vorstandskollege Oliver Kahn auf Bestimmungen in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die grundsätzlich einen Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen gestattet. Aber er ergänzte einsichtig: "Beim nächsten Spiel werden wir den notwendigen Abstand halten, wenn das gewünscht ist."

1. Spieltag in der Allianz Arena. Oliver Kahn, Vorstandsmitglied vom FC Bayern (l-r), Jörg Wacker Mitglied im Vorstand, und Andreas Jung, Mitglied im Vorstand, Christian Dreesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Edmund Stoiber, ehemaliger CSU-Vorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef vom FC Bayern, Walter Mennekes, zweiter Vizepräsident vom FC Bayern München und Dieter Mayer, Vizepräsident vom FC Bayern München verfolgen das Spiel.
1. Spieltag in der Allianz Arena. Oliver Kahn, Vorstandsmitglied vom FC Bayern (l-r), Jörg Wacker Mitglied im Vorstand, und Andreas Jung, Mitglied im Vorstand, Christian Dreesen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Edmund Stoiber, ehemaliger CSU-Vorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef vom FC Bayern, Walter Mennekes, zweiter Vizepräsident vom FC Bayern München und Dieter Mayer, Vizepräsident vom FC Bayern München verfolgen das Spiel.  © Matthias Balk/dpa

Update, 21. September, 6.38 Uhr: 922 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut am Montag eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Demnach hatten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 922 Fälle übermittelt, wie das RKI bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Sonntag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 272.337 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 21.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben wie am Vortag bei 9386. Rund 242.200 Menschen hatten die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Anmerkung der Redaktion: TAG24 bezieht sich bei seinen Zahlen auf die Angaben der Johns Hopkins University)

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Sonntag bei 1,22 (Vortag: 1,27). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,17 (Vortag: 1,24). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Pastor Matthias Vosseler leitet in der Stiftskirche eine Konfirmation. Viele Konfirmationen und Firmungen in Baden-Württemberg, die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind, werden jetzt nachgeholt.
Pastor Matthias Vosseler leitet in der Stiftskirche eine Konfirmation. Viele Konfirmationen und Firmungen in Baden-Württemberg, die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind, werden jetzt nachgeholt.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 21. September, 6.31 Uhr: Fan-Organisation für differenzierte Zuschauer-Zulassung in Stadien

Die Fan-Organisation"ProFans" hat sich nach dem ersten Spieltag in Fußball-Bundesliga für eine differenzierte Zulassung von Zuschauern im Stadion ausgesprochen. Er halte es für zweifelhaft, ob die einheitlich erlaubten 20 Prozent der Stadionkapazität sinnvoll seien, sagte Sprecher Sig Zelt dem Fachmagazin "Kicker". 

"Wenn ich berücksichtige, dass in Bayern das Zehnfache an Infektionen auf 100.000 Einwohner zu verzeichnen ist als etwa in Mecklenburg-Vorpommern, dann stellt sich die Frage: Warum gelten für Rostock gleich große Beschränkungen wie für Augsburg? Man sollte die Regelung an das Infektionsgeschehen anpassen", sagte Zelt.

In einer Testphase bis zu Ende Oktober dürfen unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie Zuschauer bis zu 20 Prozent der Stadion- und Hallenkapazität zu Sportveranstaltungen. Darauf hatten sind am vergangenen Dienstag Bund und Länder geeinigt. Anschließend sollen die Ergebnisse analysiert und eventuell neue Regelungen getroffen werden.

Am ersten Spieltag waren bei der Partie Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach 10.000 Zuschauer zugelassen, in Leipzig durften 8500 Besucher die Partie von RB gegen den FSV Mainz 05 im Stadion verfolgen. Dagegen wurden die Spiele FC Bayern München gegen FC Schalke 04 und 1. FC Köln gegen die TSG 1899 Hoffenheim vor leeren Rängen ausgetragen. Dort hatten die Behörden jeweils kurzfristig die Zulassung von Zuschauern wegen zuletzt stark gestiegener Corona-Infektionszahlen verboten.

Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach, 1. Spieltag im Signal Iduna Park. Dortmunds Erling Haaland (m) bejubelt sein Tor zum 2:0.
Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach, 1. Spieltag im Signal Iduna Park. Dortmunds Erling Haaland (m) bejubelt sein Tor zum 2:0.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 21. September, 6.29 Uhr: Deutsche und französische Abgeordnete beraten über Corona und Euro

Abgeordnete von Bundestag und französischer Nationalversammlung beraten an diesem Montag und Dienstag über gemeinsame Schritte in der Corona-Pandemie. Das Treffen der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung findet wegen der Lage diesmal als Videokonferenz statt.

"Angesichts der Erfahrungen vom Frühjahr und der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens in Europa ist die enge Zusammenarbeit beider Länder und ihrer Parlamente wichtiger denn je", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die jeweils 50 Abgeordneten beider Parlamente beraten in regelmäßigen Abständen über aktuelle Vorhaben und Probleme. Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung gibt es seit 2019. Sie soll einen Beitrag zur besseren Zusammenarbeit beider Länder leisten.

Auf der Tagesordnung steht neben einer Anhörung der Gesundheitsminister Frankreichs und Deutschlands auch ein Gespräch mit der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde. "Wir sollten im Gespräch mit Christine Lagarde auch die Debatte darüber intensivieren, wie wir die Währungsunion jetzt endlich zu einer Wirtschaftsunion ausbauen können. Nur so können wir den Euro auf Dauer stabil halten", sagte Schäuble.

Bei den deutsch-französischen Gesprächen soll es zudem um den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Paris gehen und um die Einsetzung zweier Arbeitsgruppen zu den Themen Integration, Asyl und Migration und zur Außen- und Verteidigungspolitik.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags und geestikuliert.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 21. September, 6.26 Uhr: Karliczek vor Schulgipfel: Gesellschaft hat es in der Hand

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor Gesprächen über die Schulen im Kanzleramt an diesem Montag (18.00 Uhr) an alle appelliert, mit ihrem Verhalten zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen.

"Die bekannten Hygieneregeln sollten von allen am Schulbetrieb Beteiligten auch in der Freizeit eingehalten werden", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem sei aber auch die Gesellschaft insgesamt gefragt. Schule sei keine isolierte Veranstaltung. "Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird."

Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen Karliczek, SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Länder über die Lage an den Schulen und das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Neben einem Austausch über die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen soll es um weitere Schritte bei der Schuldigitalisierung gehen und um die Weiterbildung von Lehrern im Umgang mit digitalen Medien.

Merkel, Esken und einige Länder hatten bei einem ersten Treffen im August vereinbart, dass Lehrkräfte mit Dienstlaptops ausgestattet werden sollen, Schüler günstige Flatrates bekommen und Schulen an schnelles Internet angeschlossen werden sollen. Im Kanzleramt wird am Abend auch über die weitere Umsetzung dieser Vorhaben beraten.

Erneute flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr wollen Bund und Länder vermeiden. Der Start ins neue Schuljahr sei insgesamt zufriedenstellend gewesen, sagte Karliczek. "Aber der Herbst und Winter werden für den Schulbetrieb neue Herausforderungen bringen."

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek trägt eine Gesichtsmaske mit den Worten "Science matters" (Wissenschaft zählt), als sie eine Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs verlässt.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek trägt eine Gesichtsmaske mit den Worten "Science matters" (Wissenschaft zählt), als sie eine Pressekonferenz über ein deutsches Programm zur Unterstützung der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs verlässt.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 21. September, 4.30 Uhr: DIHK fordert ambitionierte EU-Handelspolitik

Die EU muss in der Handelspolitik aus Sicht des DIHK "jetzt die richtigen Weichen stellen" und Europa zu einem Vorreiter machen. Vor Gesprächen der EU-Handelsminister am Montag in Berlin warnte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Corona-Pandemie drohe zunehmend zu einem Katalysator eines weltweiten Protektionismus zu werden.

"Einschränkungen im globalen Handel treffen insbesondere die stark exportorientierten deutschen Unternehmen ins Mark", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Gesprächen der EU-Minister geht es unter anderem um die Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik, globale Lieferketten und Herausforderungen für energieintensive Industrien.

Der DIHK rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang der deutschen Exporte von deutlich mehr als 10 Prozent. Nach einer DIHK-Umfrage unter international agierenden deutschen Unternehmen erwarten acht von zehn Betrieben infolge der Pandemie Umsatzverluste. Für die hoch internationalisierte deutsche Wirtschaft sei es wichtig, globale Geschäfte wieder zu erleichtern.

Nur mit der EU als großem integrierten Wirtschaftsraum haben die oft mittelständisch geprägten deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb Treier zufolge eine hörbare Stimme. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Deutschland müsse daher seine EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um die Handelspolitik der Europäischen Union ambitioniert zu gestalten. Die EU sollte auch eine ehrgeizige Modernisierung der Welthandelsorganisation (WTO) vorantreiben, so Treier.

Der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, spricht im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialogs.
Der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, spricht im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialogs.  © picture alliance / Rainer Jensen/dpa

Update, 21. September, 2.30 Uhr: Merz über Corona-Effekt: Leben ohne Arbeit darf nicht Routine werden

Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Friedrich Merz geht anscheinend davon aus, dass sich viele erwerbsfähige Menschen während der Corona-Krise an ein Leben ohne Arbeit gewöhnt haben. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagte der frühere Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock am Sonntagabend im "Bild"-Politiktalk "Die richtigen Fragen". "Wir müssen zurück an die Arbeit."

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt sind Experten zufolge stärker als in der Finanzkrise 2008 und 2009. Seit März 2020 wurden bundesweit mehr als 600.000 Menschen arbeitslos. Im April waren rund 6 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit - ein Rekord. Die Wirtschaftsleistung ist wegen des Lockdowns im Frühjahr eingebrochen, im Gesamtjahr rechnet die Bundesregierung mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,8 Prozent - das wäre der bisher schwerste Einbruch in der Nachkriegsgeschichte.

Merz ließ im "Bild"-Talk durchblicken, dass aus seiner Sicht vor allem Lehrkräfte ohne triftigen Grund nicht mehr zum Schulunterricht erscheinen. "Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause", sagte er. Wer nicht ernsthaft erkrankt sei, müsse auch in die Schule kommen. "Wir brauchen das System Schule - das muss funktionieren, auch in Corona-Zeiten."

Nach Wochen des Heimunterrichts und der Ferien war zuletzt der Start des vollen Präsenzunterrichts vor allem für Lehrer aus Risikogruppen problematisch. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, wie Merz CDU-Politikerin, hatte sich im August dafür ausgesprochen, Lehrkräfte keinen unzumutbaren Belastungen auszusetzen.

Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union in Hildesheim.
Friedrich Merz, Ex-Unionsfraktionschef, spricht während des Niedersachsentag der Jungen Union in Hildesheim.  © Peter Steffen/dpa

Update, 21. September, 1.30 Uhr: Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Montag).

Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein."

Um Gefahren für Risikogruppen zu minimieren, soll es Spahn zufolge spezielle Maßnahmen geben. "Wichtig ist, dass wir die besonders betroffenen Risikogruppen weiter besonders schützen und die Konzepte dafür im Alltag wieder schärfen", sagte der CDU-Politiker. "Deshalb werden präventive Reihentests in den sensiblen Bereichen wie zum Beispiel Pflegeheime ein fester Bestandteil der Teststrategie für Herbst und Winter. Dort müssen wir den Eintrag des Virus verhindern. Es gilt weiter höchste Wachsamkeit."

Spahn erwartet, dass in Abstimmung mit den Ländern bis Mitte Oktober feststehen dürfte, wie die allgemeine Teststrategie für den Herbst und Winter weiterentwickelt wird. Antigen-Schnelltests seien ebenso vorgesehen wie neue Vorgaben des Bundesinnenministeriums zur Quarantäne-Zeit für Rückkehrer aus Risikogebieten. Spahn erklärte weiter, dass die Testkapazitäten enorm hochgefahren worden seien. "Allein in den letzten vier Wochen wurde etwa ein Drittel aller Tests seit Beginn der Pandemie gemacht."

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, verlässt nach einem Pressestatement die 177. Sitzung des Bundestags mit einem Mund-Nasen-Schutz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 21. September, 1 Uhr: Argentinien verlängert Corona-Maßnahmen bis Mitte Oktober

Die vor sechs Monaten wegen der Corona-Pandemie in Argentinien verhängten Ausgangsbeschränkungen sind verlängert worden. Sie gelten nun bis zum 11. Oktober, wie aus einem Dekret der Regierung des südamerikanischen Landes vom Sonntag hervorgeht. Im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires sowie in anderen besonders betroffenen Gegenden dürfen die Menschen nur für bestimmte Zwecke ihr Zuhause verlassen.

Argentinien hatte am 20. März strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Dadurch gelang es zunächst, die Verbreitung des Virus zu bremsen - deutlich besser als etwa im Nachbarland Brasilien. Zuletzt ließ die Disziplin der Bevölkerung allerdings nach. Es gab auch Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen. Inzwischen ist Argentinien mit mehr als 630.000 bestätigten Infektionen nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität das Land mit den zehntmeisten Coronavirus-Fällen weltweit.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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