Daten bringen Klarheit: So lange hat Buckelwal "Timmy" wirklich noch gelebt

Schwerin/Anholt - Endlich herrscht Klarheit: Die Ortungsdaten des Satellitensenders, der an Buckelwal "Timmy" angebracht worden war, sind ausgewertet. Bei einer Pressekonferenz am Freitag gab Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) bekannt, wie lange das Tier noch am Leben war und wie viele Kilometer es zurückgelegt hat.

Rund 215 Kilometer habe "Timmy", im Netz auch "Hope" genannt, bis zu seinem Tod zurückgelegt.  © Philip Dulian/dpa

Die wahrscheinlich interessanteste Frage: Wie lange hat der Buckelwal gelebt?

"Wir können heute hier und heute feststellen: Das Datum, an dem er verstorben ist, ist zwischen dem 6. und 7. Mai festzuhalten", sagte Backhaus.

Danach sei das Signal abgerissen. Das bedeute, die Antenne sei unter Wasser gegangen. Heißt das also, "Timmy" ist ertrunken? Die genaue Todesursache läge bislang noch nicht vor.

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Generell habe man bei der Auswertung festgestellt, dass der Tracker zwischen dem 2. bis zum 7. Mai Daten geliefert habe, ergänzte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Diese Daten würden zeigen, dass der Wal nicht direkt nach Freilassung verendet sei. Rund 215 Kilometer habe "Timmy", im Netz auch "Hope" genannt, zurückgelegt.

Da die Strömung in der Ostsee normalerweise ziemlich schwach sei, seien die Daten auf aktives Schwimmen des Buckelwal-Weibchens zurückzuführen, sagte Tamara Narganes Homfeldt von der Walschutz-Organisation WDC gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Auch betonte die Expertin, dass der Wal früher oder später wieder gestrandet wäre. Ursache sei nach wie vor der schlechte Gesundheitszustand des Tieres.

Das Tier habe - wie bereits von verschiedenen Experten angenommen - die niedrigen Gewässer aktiv angesteuert.

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Eine Landkarte zeigt die Bewegungslinien des Tiers, sodass sich nachzeichnen lässt, welche Route der Wal durchs Meer genommen hat.  © Jens Büttner/dpa

"Timmy"-Daten sollen Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden

Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) gab am Freitag ein Statement ab, das Rückschlüsse auf den Todestag des Wals zulässt.  © Jens Büttner/dpa

Trotzdem verteidigte Backhaus auch am Freitag die zurückliegende Rettungsaktion und betonte, dass man generell nichts Ungewöhnliches an und im Wal festgestellt habe.

"Es gab keine schwerwiegenden Verletzungen - äußere so wie innere - und es gab keine Gewaltanwendung", so der Umweltminister.

"Es gab auch keine Materialien in und um den Körper", erklärte Backhaus und bezog sich dabei auf den Vorwurf des Geisternetzes von Robert Marc Lehmann (43).

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Dazu gebe es auch keine Hinweise, dass im Zusammenhang mit der Freisetzung und des Transportes irgendwelche Maßnahmen zum Tod geführt haben.

Die Untersuchung der inneren Organe gelte es allerdings noch abzuwarten. Dazu habe man derzeit noch keine detaillierteren Informationen vorliegen. Auch habe der Tracker noch Daten aufgezeichnet, die weitere Rückschlüsse auf Faktoren wie Wassertiefe, Temperatur, Bewegungsabläufe und Geschwindigkeit liefern sollen. Alle Daten sollen nach der gesamten Auswertung für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden, bestätigte der Minister.

Rettungsinitiative stand zweimal kurz vor Abbruch der Aktion

Am 14. Mai, wurde "Timmy" tot an der dänischen Insel Anholt angespült. Danach wurde er für die Obduktion an den Strand geschleppt.  © NEWS5 / Tobias Grabow

"Timmy" war mehrfach in der Ostsee gestrandet - zunächst am Timmendorfer Strand, später hing er vor der Insel Poel fest.

Nach wochenlangem Hin und Her und entgegen verschiedenster Expertenmeinungen entschied eine private Rettungsinitiative, das Tier befreien und in die Nordsee transportieren zu wollen.

Das Ministerium von Mecklenburg-Vorpommern duldete die Aktion. Zweimal sei man während der Zeit so verzweifelt gewesen, dass man kurz vor Abbruch gestanden habe, gab Backhaus am Freitag zu.

Sowohl das Ministerium als auch die Initiative seien an ihre Grenzen gekommen.

Trotzdem machte man weiter. Nur wenige Tage nach der Freilassung des Tieres wurde der Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt gesichtet - kein Happy End für Mensch und Tier.

Erstmeldung um 10.26 Uhr, Artikel aktualisiert um 12.57 Uhr.

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