Drei Tage CSD in Dresden: "Erleben leider wieder mehr Hass und Anfeindungen"

Dresden - Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Der CSD Dresden 2026 muss als Versammlung behandelt werden - dem queeren Straßenfest steht also nichts mehr im Wege! Sehr zur Freude von Vorstandssprecher Ronald Zenker, der im TAG24-Interview die gesellschaftliche Relevanz betont und sein persönliches Highlight in diesem Jahr verrät.

CSD-Dresden-Vorstandssprecher Ronald Zenker im vergangenen Jahr auf dem Christopher Street Day.  © Eric Münch

Die Entscheidung des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts von Dienstag sei ein wichtiger Erfolg für den CSD Dresden, erklärt Zenker.

Zuvor hatten die Landesdirektion Dresden und das Verwaltungsgericht dem Christopher Street Day abgesprochen, eine genehmigungsfreie Versammlung zu sein – es drohte eine Absage.

Nun ist klar: "Der CSD Dresden kann am Donnerstag starten – politisch, kulturell und, ja, auch mit Bratwurst. Denn ein CSD war noch nie nur das eine oder das andere", so der Vorstandssprecher. Bis Samstag (4. bis 6. Juni) soll also in Dresden demonstriert und die LGBTQ+-Community gefeiert werden.

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Nach Wochen der Unsicherheit könne man sich ab sofort auf das Wichtige konzentrieren -"Sichtbarkeit, Vielfalt, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft". Gerade in Sachsen wolle man ein klares Signal senden: "Queere Menschen gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft. Sichtbarkeit schafft Akzeptanz – und dafür gehen wir auf die Straße", sagt Zenker zu TAG24.

Denn der Stand in der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Lage ist kein einfacher. "Wir erleben leider wieder mehr Hass und Anfeindungen." Doch man wolle und dürfe sich davon nicht einschüchtern lassen, sondern mit Sichtbarkeit, Zusammenhalt und einer friedlichen Demonstration antworten.

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Vor allem der Samstag verspricht wieder ein riesiges Straßenfest zu werden. (Archivbild)  © Eric Münch

Dresden: CSD-Vorstandssprecher Ronald Zenker freut sich besonders auf Felix Jaehn

Felix Jaehn (31) soll den krönenden CSD-Abschluss bilden.  © IMAGO / Panama Pictures

Nach dem juristischen Hin und Her blickt Zenker nun einem "starken CSD-Wochenende" entgegen, an dem der Demonstrationszug am Samstag das Herzstück sei.

"Aber ich freue mich auch sehr auf Felix Jaehn und unsere internationalen Gäste, die im Rahmen der EuroPride-2029-Bewerbung nach Dresden kommen. Das zeigt: Dresden steht europaweit im Fokus." Ab ca. 22 Uhr soll der weltberühmte deutsche DJ am Samstag den Altmarkt endgültig in eine Party-Zone verwandeln, wie CSD-Sprecher Marc Dietzschkau TAG24 verriet.

Sogar der Blick auf die Wetterprognosen sorgt bei Zenker indes für Vorfreude. "Die aktuellen Prognosen sehen gut aus. Und ganz ehrlich: Ein paar Wolken oder Tropfen halten die Menschen in Dresden nicht davon ab, für Vielfalt und Menschenrechte auf die Straße zu gehen."

Auf dem Altmarkt sind an allen drei Tagen Kundgebungen geplant. (Archivbild)  © Eric Münch

Die Stadt Dresden zeigt sich indes solidarisch mit der Veranstaltung für queere Menschen sowie deren Unterstützer: Nach der Schlappe am Verwaltungsgericht hatten OB Dirk Hilbert (54, FDP) und Co. Hilfe versprochen. Vor dem Kulturpalast sowie am Goldenen Reiter weht anlässlich des Christopher Street Days außerdem bis Sonntag die Regenbogenflagge. Diese wird Donnerstag und Freitag darüber hinaus an der Goldenen Pforte am Neuen Rathaus gehisst.

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