Heute vor 94 Jahren: Bürokratische Entscheidung mit fatalen Folgen

Heute vor 94 Jahren, am 25. Februar 1932, wurde Adolf Hitler deutscher Staatsbürger. Für Millionen Menschen sollte das fatale Folgen haben.

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Heute vor 94 Jahren erhielt Adolf Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0/Bundesarchiv

Hitler wurde im oberösterreichischen Braunau geboren und war daher Staatsbürger Österreich-Ungarns, beziehungsweise ab 1918 der Republik Österreich, obwohl er seit 1913 in München lebte.

Schon 1919 fiel er durch antidemokratische Agitation auf. Nach dem gescheiterten Hitlerputsch 1923 galt er dann als Hochverräter.

Als vorbestrafter Ausländer drohte ihm Ausweisung zurück nach Österreich. Um dem zu entgehen, beantragte er 1925 die Entlassung aus dem österreichischen Staatsverband, die ihn staatenlos machte. Eine offizielle deutsche Staatsangehörigkeit hielt er zunächst nicht für notwendig.

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Als er sich dann jedoch für die Wahl zum Reichspräsidenten aufstellen lassen wollte, wurde die fehlende Staatsbürgerschaft zum Problem.

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Hitlers Weg zur Staatsbürgerschaft

Er hatte nun zwei Möglichkeiten: einen regulären Antrag oder einen Beamtenposten, der ihn zum deutschen Bürger machen würde. Obwohl er selbst der Meinung war, sich den deutschen Pass durch seine politische Rolle längst verdient zu haben, scheiterten trotzdem mehrere Anläufe.

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Vorschläge, die unter anderem von NSDAP-Abgeordneten Rudolf Buttmann und Wilhelm Frick kamen, wurden von den Behörden abgelehnt - aus Sorge vor Protesten und aufgrund des Putsches von 1923.

Als nur noch die Verbeamtung blieb, bekam Hitler eine Stelle als Gendarmeriekommissar in Hildburghausen. Die Ernennungsurkunde vernichtete er jedoch wenige Tage später und verzichtete auf den Posten.

Letztendlich nahm er die Stelle eines Regierungsrates an der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin an und erhielt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft - pünktlich vor der Präsidentenwahl.

Übrigens: Er war sofort beurlaubt und trotz Gehaltszahlungen nie in der Tätigkeit aktiv. Nach seiner Wahl zum Reichskanzler beantragte er die Entlassung.

Folgen seiner Einbürgerung

Mit der deutschen Staatsbürgerschaft folgten - nach dem Scheitern bei der Reichspräsidentenwahl - das Kanzleramt und schließlich eine Entwicklung, die in Diktatur, Krieg und einen der schlimmsten Völkermorde der Geschichte mündete.

Hitlers Einbürgerung heute vor 94 Jahren war also eine bürokratische Entscheidung mit katastrophalen Folgen für Deutschland und die Welt.

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