Spaltet die Menschen: Dagegen will Baerbock jetzt vorgehen

Tallinn - Außenministerin Annalena Baerbock (41, Grüne) tourt aktuell durch Osteuropa - genauer durch die baltischen Staaten. Dort sprach sie auch über eine Angelegenheit, gegen die sie ankämpfen wolle, weil diese Menschen auseinandertreiben und eine Spaltung herbeiführen würde.

Annalena Baerbock (41, Grüne) ist aktuell auf Baltikum-Reise.
Annalena Baerbock (41, Grüne) ist aktuell auf Baltikum-Reise.  © Michael Kappeler/dpa

Gemeint sind gezielte Desinformationskampagnen aus Russland. Moskau versuche mit Falschnachrichten, Trollfabriken und Propaganda "seine aggressive Politik auch hier im Baltikum dafür zu nutzen, Menschen auseinanderzutreiben, Spaltung herbeizuführen", so Baerbock bei einem Treffen mit der estnischen Außenministerin Eva-Maria Liimets (47).

"Wir sind uns einig, dass wir das nicht nur nicht zulassen wollen, sondern dass wir uns gemeinsam dagegen stellen" - besonders im Bereich Social Media.

Falsche Erzählungen müsse man mit Fakten und eigenen Argumenten aus dem Weg räumen. Dabei dürfe man auf Propaganda aber nicht mit Gegenpropaganda antworten, sondern sie "mit Fakten und eigenen Argumenten aus dem Weg" räumen.

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"Wir brauchen dafür einen langen Atem. Aber dieser lange Atem macht unsere Gesellschaft widerstandsfähiger und ist der beste Schutz gegen totalitäre Ideologien."

Baerbock weiter: "Dass junge russischsprachige Menschen gegen Putins Kriegs und die schrecklichen Gräueltaten protestieren, zeigt, dass sich diese Arbeit jeden Tag aufs Neue lohnt und zeigt, wie wichtig es ist, dass Putins Lügen auch als solche erkannt und vor allem benannt werden."

Barbock stellt sich an die Seite der baltischen Völker

Die Außenministerin am Mittwoch mit ihrem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics (48).
Die Außenministerin am Mittwoch mit ihrem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics (48).  © Michael Kappeler/dpa

Schon am Mittwoch hatte Annalena Baerbock den Balten Beistand gegen eine mögliche russische Bedrohung zugesichert. Die NATO werde ihr Gebiet verteidigen und "jeden Winkel gemeinsam schützen".

Im Beisein ihres lettischen Amtskollegen Edgars Rinkevics (48) versprach sie, dass man sich im Baltikum "zu 100 Prozent auf Deutschland verlassen" könne.

"Europas Sicherheit, unser aller Sicherheit ist untrennbar verbunden mit der Sicherheit des Baltikums. [...] Europas Sicherheit, unser aller Sicherheit ist untrennbar verbunden mit der Sicherheit des Baltikums."

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Auch kam Baerbock nochmal auf Nord Stream 2 zu sprechen. Hier kritisierte sie die Energiepolitik der Regierung Merkel und nannte das Festhalten an der Ostsee-Pipeline als fatal. "Statt Nord Stream hätte es einen Baltic Stream auf Grundlage von sauberer Energie geben können und eigentlich geben müssen. [...] Das waren klar und deutlich Fehler."

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Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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