Hitze im Liveticker: Strom weg, Türen zu! Mehr als 600 Passagiere sitzen ohne Klimaanlage im Zug fest

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Deutschland - Die Republik ächzt weiter unter der Hitzeglocke - sogar nachts! Im sächsischen Kubschütz (Landkreis Bautzen) fiel das Quecksilber in der Nacht zu Sonntag nie unter 29,4 Grad. So heiß war es in deutschen Schlafzimmern seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie! Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch heftige Gewitter.

Bei der Hitze kommt jede Abkühlung gelegen! Im Laufe des Sonntags - und vor allem in der Nacht - könnte dann auch Petrus die Himmelsschleusen öffnen.
Bei der Hitze kommt jede Abkühlung gelegen! Im Laufe des Sonntags - und vor allem in der Nacht - könnte dann auch Petrus die Himmelsschleusen öffnen.  © Moritz Frankenberg/dpa

Starkregen, schwere Sturmböen und große Hagelkörner werden erwartet. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen. In der Nacht zu Montag kann es bei kräftigen Gewittern richtig scheppern.

Tagsüber sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden.

Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden. 

Wetterdienst warnt doppelt: Nach Mega-Hitze kommen schwere Unwetter nach Hessen
Wetter Deutschland Wetterdienst warnt doppelt: Nach Mega-Hitze kommen schwere Unwetter nach Hessen

TAG24 berichtet für Euch in einem Liveticker über die aktuellen Entwicklungen.

28. Juni, 13.03 Uhr: Vermisster Teenager tot aus Badesee geborgen

Ein vermisster 14-Jähriger ist nach dreitägiger Suche im Badesee Echtz bei Düren in Nordrhein-Westfalen leblos geborgen worden.

Einsatzkräfte hatten seit Freitag nach dem Jugendlichen gesucht. Er war nach bisherigen Erkenntnissen mit Freunden in einem Schlauchboot auf dem See unterwegs und aus bislang ungeklärter Ursache ins Wasser gefallen. Seine Begleiter hatten noch vergeblich versuchten, ihn über Wasser zu halten.

Am Sonntagvormittag sei der Jugendliche dann geortet und aus dem See geborgen werden, berichtete die Polizei. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Mit Booten, Tauchern und einem Sonarroboter wurde nach dem Vermissten gesucht, auch zwei Hubschrauber waren zwischenzeitlich im Einsatz.
Mit Booten, Tauchern und einem Sonarroboter wurde nach dem Vermissten gesucht, auch zwei Hubschrauber waren zwischenzeitlich im Einsatz.  © Henning Kaiser/dpa

28. Juni, 12.58 Uhr: Gewitterfront sorgt für Feuerwehreinsätze im Norden

Gepaart mit Starkregen und heftigen Windböen mussten die Kameraden in Bremerhaven in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrmals ausrücken.

Neben den Unwettereinsätzen, wie umgestürzte Bäume und mit Wasser vollgelaufenen Kellern, rückte die Berufsfeuerwehr noch zu drei ausgelösten Brandmeldeanlagen aus. Bis Sonntagmittag habe es insgesamt 25 derartige Einsätze gegeben.

28. Juni, 12.47 Uhr: "Blow up" auf der A7 - Hitze lässt Fahrbahn aufplatzen

Auf der A7 ist wegen der extremen Hitze die Fahrbahn aufgeplatzt. Der Fall ereignete sich am Samstag zwischen den Anschlussstellen Bad Fallingbostel und Dorfmark.

Die Hitze habe den Beton einzelner Fahrbahnplatten laut Polizei so sehr aufgeheizt, dass sie sich ausdehnten, auswölbten und schließlich aufplatzten.

Zwei Autos wurden dabei beschädigt, verletzt wurde niemand. Der Fahrstreifen wurde gesperrt. Wie lange die Reparatur andauern sollte, war zunächst nicht bekannt. 

28. Juni, 11.48 Uhr: Mehr als 600 Passagiere sitzen ohne Klimaanlage im Zug fest

Ein Baum war bei einem Sturm am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.

Die Klimaanlage fiel aus, Türen blieben verschlossen. So saßen mehr als 600 Passagiere in der Prignitz (Brandenburg) fest. Einsatzkräfte öffneten schließlich die Türen, mussten dafür Bäume aus dem Weg sägen.

Kinder, Schwangere und ältere Menschen brachte die Feuerwehr demnach aus dem heißen Zug, der Rest musste dort ausharren. Zwei Menschen mussten laut "Märkische Allgemeine" mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden.

Gegen 23 Uhr zog eine Diesellok den Zug nach Karstädt. Weiter ging es von dort nicht, in einer Sporthalle wurde ein Notlager aufgebaut, Passagiere konnten dort schlafen. Am Morgen brachten Linienbusse die etwa 500 Menschen zum Bahnhof nach Karstädt, wo sie mit zwei ICE weiterreisen konnten.

In einem Zug der tschechischen Bahn ging nichts mehr, mehr als 600 Passagiere saßen fest. (Archivfoto)
In einem Zug der tschechischen Bahn ging nichts mehr, mehr als 600 Passagiere saßen fest. (Archivfoto)  © Ceske drahy

28. Juni, 11.26 Uhr: 36 Grad und es wurde noch heißer! Erotik-Schiff schippert über Bodensee

Am Wochenende hat das ausverkaufte "Torture Ship" wieder in Friedrichshafen abgelegt. Die Gäste - in der Vielzahl in in Lack und Leder gehüllt - gerieten ins Schwitzen.

"Es ist extrem heiß", sagte ein 60-jähriger Schweizer. Es sei trotzdem wunderbar. Veranstalter Thomas Siegmund hatte zur Abkühlung extra mobile Duschen installiert. Durch den Fahrtwind sei die "Torture" aber "überraschend angenehm" gewesen.

Jedes Jahr trifft sich die internationale Fetisch-Szene am Bodensee und sorgt für Aufsehen. Den Latex- und Leder-Dampfer gibt es schon seit 1997. Rund 450 Menschen waren laut Veranstalter an Bord.

In diesen Outfits läuft der Schweiß sicher aus allen Poren. Trotzdem wollten 450 Fetisch-Liebhaber einen Platz auf dem Erotik-Schiff.
In diesen Outfits läuft der Schweiß sicher aus allen Poren. Trotzdem wollten 450 Fetisch-Liebhaber einen Platz auf dem Erotik-Schiff.  © Felix Kästle/dpa

28. Juni, 11.17 Uhr: Waldbrand mit Explosionen in Rheinland-Pfalz

In der Nacht wurden deswegen Teile des Ortes Traisen südwestlich von Bad Kreuznach geräumt.

Weil es sich bei der Fläche um ein Kampfmittelgebiet handelt, mussten die Löscharbeiten am Samstag unterbrochen werden. Am späten Abend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe geräumt, in der Folge entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu evakuieren.

Menschen mussten bis 2 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Am Sonntag lief der Einsatz noch.

Es brennt auf einer Fläche von zwei Hektar.
Es brennt auf einer Fläche von zwei Hektar.  © Sebastian Schmitt/dpa

28. Juni, 11.08 Uhr: Straßenbahnen bis Montagmorgen in Leipzig außer Betrieb

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte.

Zunächst hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt, der Zeitraum wurde jetzt verlängert.

Die hohen Temperaturen sorgten demnach an vielen Stellen im Netz dafür, dass Fugenmasse für Asphalt und Beton in Weichen und Schienen lief und dort verklumpte. Ein sicherer Straßenbahnbetrieb sei derzeit nicht möglich, hieß es.

Von der Einstellung sind sämtliche Straßenbahnlinien in der sächsischen Stadt betroffen. Busse sollen so weit wie möglich planmäßig fahren.
Von der Einstellung sind sämtliche Straßenbahnlinien in der sächsischen Stadt betroffen. Busse sollen so weit wie möglich planmäßig fahren.  © Heiko Rebsch/dpa

28. Juni, 10.58 Uhr: Drama in Bayern - Baby schließt sich selbst im Auto ein, Feuerwehr muss helfen

Der Vater (24) gab seinem acht Monate alten Sohn am Samstagvormittag in Rödental nahe der Grenze von Bayern zu Thüringen den Wagenschlüssel, während er einige Gegenstände in den Kofferraum einlud.

Der kleine Junge betätigte den Knopf für die Zentralverriegelung, wie die Polizei mitteilte. Zu diesem Zeitpunkt stand das Auto in der Sonne und die Außentemperatur betrug bereits 28 Grad. Weil der junge Mann keinen Zweitschlüssel für den Wagen in der Nähe hatte, rief er die Feuerwehr.

Einsatzkräfte schlugen die Scheibe ein und retteten das Kind nach einer Viertelstunde aus dem Auto.

28. Juni, 10.52 Uhr: Wegen Hitzeschäden fahren in Nürnberg vorübergehend keine Straßenbahnen

Der Straßenbelag sei wegen der Hitze an einigen Stellen weich geworden, sodass Straßenbahnen nicht mehr sicher fahren können, teilten die Nürnberger Verkehrsbetriebe VAG mit.

Der Betrieb bleibt demnach den ganzen Sonntag eingestellt. Stattdessen fahren Ersatzbusse.

Im Nürnberger ÖPNV stehen Busse am Wochenende hoch im Kurs. Straßenbahnen mussten den Betrieb einstellen, weil der Straßenbelag weich geworden ist.
Im Nürnberger ÖPNV stehen Busse am Wochenende hoch im Kurs. Straßenbahnen mussten den Betrieb einstellen, weil der Straßenbelag weich geworden ist.  © Irena Güttel/dpa

28. Juni, 10.22 Uhr: Rekordnacht im Osten mit 29,4 Grad gemessen

Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland.

Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz (Landkreis Bautzen) aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad.

Das Thermometer zeigte vergangene Nacht heftige 29,4 Grad in Ostsachsen an. (Symbolfoto)
Das Thermometer zeigte vergangene Nacht heftige 29,4 Grad in Ostsachsen an. (Symbolfoto)  © 123RF/corriseizinger

28. Juni, 9.22 Uhr: Hitze lässt Notruf-Leitungen glühen: Einsatz-Rekord für Rettungskräfte

Insgesamt 318 Rettungseinsätze in nur 24 Stunden haben die Kameraden der Dresdner Feuerwehr am Samstag an ihre Belastungsgrenze gebracht. Zugleich war es ein neuer Rekordwert für das laufende Jahr.

Die Feuerwehr betonte: "Diese Einordnung basiert auf den Angaben der Anrufenden im Rahmen der Notrufabfrage. Eine abschließende medizinische Bewertung, ob die Wetterlage tatsächlich ursächlich für den jeweiligen Notfall war, ist auf dieser Grundlage nicht möglich."

Im gesamten Gebiet der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) wurden 39 hitzebedingte Notfälle registriert. (Symbolbild)
Im gesamten Gebiet der Integrierten Regionalleitstelle Dresden (IRLS) wurden 39 hitzebedingte Notfälle registriert. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

28. Juni, 9.03 Uhr: Eidgenossen feiern Brauchtum und Traditionen - Brunnenbaden erlaubt!

Beim Eidgenössischen Jodlerfest in Basel jodelten rund 12.000 Aktive in Trachten um die Wette, bliesen Alphorn und schwangen Fahnen.

Trotz Hitze herrschte Hochbetrieb in der Grenzstadt. Sie hatte sich auf rund 200.000 Besucherinnen und Besucher eingestellt. Vor mobilen Sprühnebel-Anlagen sammelten sich Menschentrauben, und die Organisatoren empfahlen eine weitere Abkühlung: "Das Brunnenbaden hat in Basel Tradition und ist offiziell erlaubt".

Bei 39 Grad hatten diese drei Frauen beim Brunnenbaden sichtlich ihren Spaß.
Bei 39 Grad hatten diese drei Frauen beim Brunnenbaden sichtlich ihren Spaß.  © Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

28. Juni, 7.53 Uhr: Feuerwehr kämpft weiter gegen Waldbrand in der Gohrischheide

Die Feuerwehr hat in der Nacht versucht, den erneuten Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg unter Kontrolle zu bringen.

Die Einsatzkräfte wollten verhindern, dass für Sonntag angesagter böiger Wind zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. 

Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert.
Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert.  © Sebastian Willnow/dpa

28. Juni, 7.43 Uhr: Band Kraftklub spielt vor 32.000 Fans im Glutofen Rudolf-Harbig-Stadion

Die Arena in Dresden war am Samstagabend trotz Mega-Hitze voll!

Bilder zeigen, wie Fans mit Wasserduschen abgekühlt wurden. Einige schützten sich sogar mit Rettungsdecken vor der Hitze. Die Band selbst geriet natürlich auch mächtig ins Schwitzen. Eine Instagram-Story zeigt, wie Kraftklub nach dem Stadion-Konzert im angrenzenden Georg-Arnhold-Bad abtauchte.

Kraftklub-Fans schützten sich am Samstag mit Rettungsdecken vor der Sonne.
Kraftklub-Fans schützten sich am Samstag mit Rettungsdecken vor der Sonne.  © Robert Michael/dpa

27. Juni, 22.08 Uhr: Heißes Juniwochenende knackt hunderte Rekordwerte in Deutschland

Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen.

An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten ebenfalls Rekordgradzahlen. 

Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen

Titelfoto: Ceske drahy

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