Viele Stiche und höllischer Juckreiz: Diese Quälgeister sind schuld!

Plötzlich heftiger Juckreiz und viele kleine Insektenstiche nebeneinander, die sogar noch unangenehmer sind als Mückenstiche? Hat man zuvor Zeit im Garten verbracht, muss man möglicherweise Grasmilben bekämpfen.

Wie man andere Tierchen anlockt oder loswird, steht unter: Gartengestaltung.

Was sind Grasmilben überhaupt?

Viele kleine Insektenstiche nebeneinander können auf Grasmilben hindeuten.
Viele kleine Insektenstiche nebeneinander können auf Grasmilben hindeuten.  © 123rf/annanahabed

Grasmilben (Neotrombicula autumnalis), eigentlich Herbstmilben, Erntemilben oder Heumilben genannt, sind Spinnentiere, deren Larven Menschen, Hunde, Katzen und kleine Säugetiere befallen können. Dann ernähren sie sich parasitär von Gewebeflüssigkeit.

Sie mögen die Wärme und leben inzwischen in ganz Mitteleuropa. Obwohl sie deutschlandweit verteilt sind, treten sie vermehrt im Rheinland, in Hessen und in Bayern auf.

Sie verbreiten sich über Haus- und Wildtiere sowie über den Transport von Mutterboden.

Wer sie im Garten hat, sollte Grasmilben bekämpfen. Wie man sie beziehungsweise ihre Symptome erkennt, Grasmilbenbisse behandelt und ihnen vorbeugt, erfährst Du im Folgenden.

Aussehen: Wie erkennt man Grasmilben?

Die achtbeinigen ausgewachsenen Milben sind rötlich-bräunlich und zeckenähnlich, jedoch deutlich kleiner und nur bis zu zwei Millimeter groß. Sie sind ab April aktiv und in der Regel harmlos, weil sie sich von Pflanzen ernähren.

Tückisch sind ihre Larven. Die sind es nämlich, die für fiese Bisse sorgen. Sie sehen wie folgt aus.

  • blassorange

  • oval

  • sechsbeinig

  • 0,2 bis 0,3 Millimeter groß

Da die Larven im Gras quasi nicht zu erkennen sind, kann man ein Blatt Papier aufs Gras legen, um den Garten auf einen Befall zu untersuchen. Grasmilben werden davon angezogen, sodass rötliche Tiere auf dem Papier sichtbar werden.

Lebensweise

Die Larven schlüpfen im warmen Juni und Juli und wandern dann zur Grashalmspitze. Sie sind vor allem an warmen, trockenen Tagen aktiv. Dann lauern sie darauf, dass Menschen oder Tiere an ihnen entlangstreifen, damit sie einen Wirt befallen können.

Sie wandern über Beine zu idealen Stellen mit dünner feuchter Haut - z. B. Kniekehlen, Achselhöhlen, Knöchel oder den Leistenbereich. Bei Tieren findet man sie häufig an Pfoten, Ohren oder Hals. Sie saugen sich voll und lassen sich dann fallen.

Über drei Nymphenstadien entwickeln sie sich zum ausgewachsenen Adultstadium zu einer Länge von zwei Millimetern.

Grasmilben und ihre Larven sind bis Oktober aktiv, seltener auch noch bis Anfang November.

Grasmilben sitzen an den Spitzen von Gräsern und werden beim Vorbeigehen abgestreift.
Grasmilben sitzen an den Spitzen von Gräsern und werden beim Vorbeigehen abgestreift.  © 123rf/mariiaboiko

Sind Grasmilben gefährlich?

Grasmilben selbst sind nicht gefährlich, da sie - anders als Zecken - keine Krankheiten übertragen. Sie beißen zwar in die oberste Hautschicht, trinken aber kein Blut, sondern nur Lymphflüssigkeit und Zellsäfte.

Ein Biss selbst ist meist schmerzlos und bleibt unbemerkt.

Dabei wird allerdings ein Speichelsekret abgesondert, das verspätet für Juckreiz sorgt. Nach etwa 24 Stunden treten juckende rote Pusteln auf. Der lästige Juckreiz hält in der Regel mehr als eine Woche an.

Durch Kratzen können kleine Wunden entstehen, Bakterien eindringen und allergische Reaktionen oder Sekundärinfektionen (z. B. durch Streptokokken) ausgelöst werden.

Kommen viele kleine Insektenstiche von Grasmilben? Symptome

Wurde man von Grasmilben gebissen, erkennt man das an einem heftigen Juckreiz, der länger als eine Woche anhält - meist in der Beuge vom Ellenbogen oder in der Kniekehle. Dabei befinden sich oft viele kleine Bisse dicht nebeneinander. Bei ihnen kann es sich um kleine rote Punkte, Pusteln oder Quaddeln handeln. Sie jucken oft intensiver als Mückenstiche.

Teilweise kann es durch die Bisse auch zu Ekzemen kommen.

Besonders für Kinder unangenehm: Mehrere Grasmilbenbisse liegen häufig dicht beieinander.
Besonders für Kinder unangenehm: Mehrere Grasmilbenbisse liegen häufig dicht beieinander.  © 123rf/yavdat1

Was tun gegen Grasmilben und ihre Bisse?

Niemand will von quälendem Juckreiz geplagt werden. Erfahre daher Maßnahmen zur Soforthilfe, zur Prävention von Bissen und wie man Grasmilben loswerden kann.

Was hilft sofort bei Grasmilbenbissen?

Wurde man schon von den lästigen Biestern gebissen, kann man die betroffene Hautstelle mit 70-prozentigem Alkohol desinfizieren und den Juckreiz kurzfristig stillen. Alternativ sind verschiedene Gele gegen Juckreiz erhältlich.

Bei starken Beschwerden helfen auch verschreibungspflichtige, kortisonhaltige Salben und Antihistaminika.

Lindernde Hausmittel gegen Grasmilbenbisse sind Zwiebel- oder Zitronensaft, Eisbeutel und kühlende Umschläge aus grünem oder schwarzem Tee.

Glaubt man ein Hund oder eine Katze wurden gebissen, sollte eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Grasmilben im Garten verschonen auch Hunde nicht.
Grasmilben im Garten verschonen auch Hunde nicht.  © 123rf/kobkik

Grasmilben(-bissen) vorbeugen

Um fiesen Bissen von Grasmilben vorzubeugen, sollte man entsprechende Hotspots vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Wiesen oder Weiden mit Nutztieren. Aber auch Haustiere tragen die Lästlinge weiter.

Mit folgenden Tipps kann man dem Juckreiz entgegenwirken:

  • nicht barfuß laufen

  • lange Kleidung tragen (Hosen, Socken)

  • mit Insektenschutzmitteln einsprühen

  • duschen und Kleidung wechseln und waschen

  • Haustiere schützen und regelmäßig kontrollieren oder im Auge haben

  • etwa zwei bis drei Meter Abstand zwischen Wohnbereich und Garten

Bisse von Grasmilben lassen sich z. B. mit Insektenschutz eindämmen.
Bisse von Grasmilben lassen sich z. B. mit Insektenschutz eindämmen.  © 123RF/liudmilachernetska

Grasmilben im Garten bekämpfen

Um Grasmilben im Garten zu bekämpfen, sollte man Rasen kurz halten und ihn daher regelmäßig mähen. Rasenschnitt sollte man etwas entfernt lagern oder ihn zeitig auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgen.

Um die Lästlinge fernzuhalten, sollte man (vor allem mooshaltigen) Rasen vertikutieren und lüften. Gegebenenfalls kann man ihn auch mit einem Kalk-Stickstoff-Dünger behandeln.

Da sich Grasmilben bei Feuchtigkeit in den Boden zurückziehen, kann man ihnen bei Trockenheit mit einem Rasensprenger entgegenwirken.

Alternativ kann man einen befallenen Rasen mit einer Lösung aus 100 Millilitern Neemöl und fünf Litern Wasser besprühen.

Eine richtige Graspflege hilft gegen Grasmilben.
Eine richtige Graspflege hilft gegen Grasmilben.  © 123RF/troggt

FAQ zu Grasmilben im Garten

Springen Grasmilben vom Gras direkt auf die Haut?

Nein, die Larven springen nicht auf ihre Opfer über, sondern werden beim Vorbeigehen auf ihre Haut oder Klamotten abgestrichen.

Sind Grasmilben gefährlich für Kinder?

Grasmilben sind auch für Kinder nicht direkt gefährlich, sondern eher unangenehm. Durch das Kratzen der empfindlichen Kinderhaut sind sie jedoch anfälliger für Infektionen über die Wunden.

Fazit

Zum Schutz vor unangenehmen Bissen - vor allem bei Haushalten mit Kindern - sollte man Grasmilben bekämpfen. Neben einigen Tipps, um Bissen vorzubeugen, ist es ratsam, die Lästlinge im Garten komplett loszuwerden.

Titelfoto: 123rf/annanahabed

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