Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD lenkt im Streit um Landtagsausschüsse ein

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Magdeburg - Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehen die Parteien vor der nächsten Herausforderung: Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stärkste Kraft, verpasste aber die absolute Mehrheit. Nun steht die Bildung einer neuen Landesregierung an.

Das derzeitig regierende Bündnis aus CDU, SPD und FDP kommt nicht mehr zustande, da die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel.

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Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

30. September, 13.41 Uhr: CDU nominiert Borchert als Kandidaten für Landtagsvizepräsidenten

Die CDU-Landtagsfraktion hat den Bildungspolitiker Carsten Borchert (64) als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten nominiert. Er setzte sich mit sieben zu fünf Stimmen gegen seinen Fraktionskollegen Daniel Sturm (49) durch.

Allerdings gibt es innerhalb der CDU-Fraktion Kritik an der Abstimmung. Der Abgeordnete Lars-Jörn Zimmer (55), der bei der Sitzung fehlte, fordert eine erneute Abstimmung. Die Fraktion prüft den Vorgang derzeit intern.

Am 6. Oktober soll das neue Landtagspräsidium gewählt werden.

30. September, 13.19 Uhr: AfD lenkt im Streit um Landtagsausschüsse ein

Die AfD hat ihren Widerstand gegen die von der Landtagsverwaltung empfohlene Größe der Landtagsausschüsse aufgegeben. Künftig sollen die Ausschüsse aus elf Abgeordneten bestehen.

Zuvor hatte die AfD für eine Besetzung mit zwölf Abgeordneten geworben. Damit hätte sie sechs Sitze in den Ausschüssen bekommen und gemeinsam mit den übrigen sechs Mitgliedern ein Patt erreichen können. Mehrere Fraktionen hatten deshalb im Fall der 12er-Ausschüsse mit einer Klage vor dem Landesverfassungsgericht gedroht.

Auch bei der umstrittenen Verteilung der Räume konnten sich die Fraktionen inzwischen einigen.

29. September, 16.56 Uhr: Sziborra-Seidlitz einstimmig zur Grünen-Fraktionsvorsitzenden gewählt

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (49) ist jetzt auch Fraktionsvorsitzende.

Nach ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstag teilte die Partei mit, dass die 49-Jährige einstimmig zur Vorsitzenden gewählt wurde und somit Cornelia Lüddemann (58) ablöst. Als Parlamentarischer Geschäftsführer wurde Olaf Meister (55) bestätigt. 

Unter Sziborra-Seidlitz schafften die Grünen den Wiedereinzug ins sachsen-anhaltische Parlament und steigerten sich auf 8,9 Prozent der Stimmen. Die Grünen ziehen mit acht Abgeordneten in den Landtag, zuvor waren es sechs.

29. September, 15.29 Uhr: Siegmund will im Dezember als Ministerpräsident kandidieren

AfD-Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund (35) will im Dezember im Landtag als Ministerpräsidenten-Kandidat antreten. Vor der Wahl hatte er mehrfach ausgeschlossen, ohne eigene absolute Mehrheit zu regieren.

Wie die künftige Regierung aussehen soll, ließ Siegmund offen. Er sprach von einem "Format der Stabilität", das über eine klassische Minderheitsregierung hinausgehe.

Wie Siegmund die nötigen 42 Stimmen bekommen will, ist offen. Das BSW hat angekündigt, sich bei der Ministerpräsidentenwahl enthalten zu wollen.

Zuvor hatte er das Vorhaben ausgeschlossen. (Archivbild)
Zuvor hatte er das Vorhaben ausgeschlossen. (Archivbild)  © Peter Gercke/dpa

29. September, 14.42 Uhr: SPD, Grüne, Linke und BSW setzen Gespräche fort

SPD, Grüne, Linke und BSW wollen ihre Gespräche über die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt fortsetzen. Dabei soll auch über die Möglichkeit eines überparteilichen Ministerpräsidenten gesprochen werden.

Die nächste Gesprächsrunde soll nach der konstituierenden Sitzung des Landtags am 6. Oktober stattfinden.

29. September, 6.17 Uhr: Schulze weist AfD-Werben um CDU zurück

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) hat eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD erneut ausgeschlossen. "Die Lösung ist nicht eine Koalition mit der AfD", sagte er in der ARD-Sendung "Maischberger".

Zuvor hatte AfD-Politiker Bernd Baumann (68) die Union aufgefordert, sich von "Links-Grün" abzuwenden. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie "Teil der Lösung oder Teil des Problems" sein wolle.

Schulze blieb bei seinem Kurs: Nach der deutlichen Wahlniederlage werde sich die CDU nicht an einer Regierungsbildung beteiligen und deshalb in die Opposition gehen.

Sven Schulze (47, CDU) lehnt es weiterhin ab, mit der AfD eine gemeinsame Regierung in Sachsen-Anhalt zu bilden. (Archivbild)
Sven Schulze (47, CDU) lehnt es weiterhin ab, mit der AfD eine gemeinsame Regierung in Sachsen-Anhalt zu bilden. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

25. September, 12.19 Uhr: Keine Einigung zu Landtagsausschüssen in Sachsen-Anhalt

Im Streit um die künftige Besetzung der Landtagsausschüsse gibt es weiterhin keine Lösung. Die Fraktionen wollen am 30. September im sogenannten Vor-Ältestenrat erneut darüber beraten.

Sollten die von der AfD vorgeschlagenen 12er-Ausschüsse beschlossen werden, wollen mehrere Fraktionen dagegen vor dem Landesverfassungsgericht klagen.

25. September, 6.42 Uhr: Streit um Größe der Landtagsausschüsse

Noch vor der ersten Sitzung des neuen Landtags gibt es Streit über die künftigen Ausschüsse. Die AfD schlägt vor, die Ausschüsse mit zwölf statt bislang 13 Abgeordneten zu besetzen. Die Landtagsverwaltung empfiehlt dagegen eine Größe von elf Mitgliedern.

Hintergrund sind die Mehrheitsverhältnisse: In einem 12er-Ausschuss könnte die AfD sechs Sitze bekommen und damit gemeinsam mit sechs weiteren Abgeordneten Beschlüsse blockieren. Bei elf Mitgliedern hätte die AfD fünf Sitze und müsste sich für Mehrheiten mit anderen Fraktionen abstimmen.

Die Frage soll am Freitag im Vor-Ältestenrat beraten werden. Die Grünen und die SPD ziehen im Fall einer Entscheidung für 12er-Ausschüsse eine Klage vor dem Landesverfassungsgericht in Betracht.

Am Freitag kommen die Vertreter der Parteien in Magdeburg zum sogenannten Vor-Ältestenrat zusammen. (Archivbild)
Am Freitag kommen die Vertreter der Parteien in Magdeburg zum sogenannten Vor-Ältestenrat zusammen. (Archivbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

24. September, 11.56 Uhr: CDU lehnt Gespräch über Regierungsbildung ab

Die CDU in Sachsen-Anhalt bleibt bei ihrem Gang in die Opposition. Eine Einladung der SPD zu gemeinsamen Gesprächen über die Regierungsbildung hat die Partei abgelehnt.

"Die CDU Sachsen-Anhalt wird an diesem Gespräch nicht teilnehmen", teilte eine Sprecherin mit. An der Entscheidung des Landesvorstands, nach der Wahlniederlage in die Opposition zu gehen, halte man fest.

Die SPD hatte CDU, Grüne, Linke und BSW für kommenden Dienstag nach Magdeburg eingeladen. Dabei sollte unter anderem über einen überparteilichen Ministerpräsidenten gesprochen werden.

23. September, 9.42 Uhr: BSW schließt Koalition mit AfD aus

Das BSW schließt eine Koalition mit der AfD weiterhin aus. Stattdessen setzt die Partei auf einen überparteilichen Ministerpräsidenten und wechselnde Mehrheiten im Landtag.

Für eine Mehrheit sind 42 Stimmen nötig. AfD sowie CDU, SPD, Grüne und Linke kommen jeweils auf 39 Sitze. Das BSW verfügt über fünf Abgeordnete. Alle Hintergründe lest Ihr im TAG24-Artikel: "Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: BSW wird zum entscheidenden Faktor".

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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