Sachsen-Anhalt-Wahl: BSW kritisiert Göring-Vergleich um AfD-Kandidaten Rausch

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Magdeburg - Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehen die Parteien vor der nächsten Herausforderung: Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stärkste Kraft, verpasste aber die absolute Mehrheit. Nun steht die Bildung einer neuen Landesregierung an.

Das derzeitig regierende Bündnis aus CDU, SPD und FDP kommt nicht mehr zustande, da die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel.

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Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

2. Oktober, 13.07 Uhr: SPD schickt Willingmann als Vizepräsidenten-Kandidaten ins Rennen

Die SPD hat Wissenschaftsminister Armin Willingmann (63) für das Amt des Vizepräsidenten im neuen Landtag vorgeschlagen. Das bestätigte ein SPD-Sprecher auf Anfrage.

Willingmann war bei der Landtagswahl am 6. September Spitzenkandidat der SPD. Am Dienstag soll bei der konstituierenden Sitzung des Landtags in Magdeburg das neue Präsidium gewählt werden.

2. Oktober, 11.12 Uhr: BSW kritisiert Göring-Vergleich um AfD-Kandidaten Rausch

BSW-Fraktionsvize Claudia Wittig (43) hat den Vergleich des AfD-Politikers Tobias Rausch (35) mit dem früheren Reichstagspräsidenten Hermann Göring (†53) durch Linken-Fraktionschefin Eva von Angern (49) kritisiert. Eine solche historische Gleichsetzung überschreite eine Grenze und könne die Dimension der NS-Verbrechen verwischen, sagte Wittig der dpa.

Von Angern hatte mit Blick auf die bevorstehende Wahl des Landtagspräsidenten gesagt: "Nach Hermann Göring darf nicht der erste Präsident eines Parlaments aus einer rechtsextremen Partei hier in Sachsen-Anhalt" kommen.

Rausch ist von der AfD als Kandidat für das Amt des Landtagspräsidenten nominiert. Das BSW hat angekündigt, ihn bei der Wahl am Dienstag mitwählen zu wollen.

2. Oktober, 9.11 Uhr: Robra warnt vor AfD-geführter Landesregierung

Sachsen-Anhalts scheidender Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) erwartet, dass eine AfD-geführte Landesregierung "mittel- und langfristig" scheitern würde. Das sagte er der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung".

Robra befürchtet, dass Sachsen-Anhalt dadurch von wichtigen politischen Prozessen abgeschnitten werden könnte. Zwar könne die AfD zunächst "spektakuläre Anfangsakzente" setzen, später werde dies aber "in sich zusammenbrechen", sagte der langjährige Minister.

Mit Blick auf die Folgen für das Land verwies Robra unter anderem auf den Bildungsbereich. Er sagte, erste Lehrer kämen wegen der AfD bereits nicht mehr nach Sachsen-Anhalt. Auch aus der Kulturszene höre er von Menschen, die einen Wegzug erwägen würden.

Der Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) zieht sich am 5. Oktober aus der Politik zurück. (Archivbild)
Der Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) zieht sich am 5. Oktober aus der Politik zurück. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

2. Oktober, 8.30 Uhr: Schulze verteidigt Doppelrolle und kündigt Opposition an

Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) hat seine Bewerbung um den CDU-Fraktionsvorsitz nach der Wahlniederlage verteidigt. Viele hätten ihn gebeten, auch in einer möglichen Opposition Verantwortung zu übernehmen, sagte er der dpa.

Die Doppelrolle als Ministerpräsident und Fraktionschef halte er für eine "überschaubare Zeit" für vertretbar. Zugleich bekräftigte Schulze, dass die CDU in der kommenden Wahlperiode in der Opposition bleiben wolle. Gespräche mit anderen Parteien schließt er damit weiterhin aus.

30. September, 13.41 Uhr: CDU nominiert Borchert als Kandidaten für Landtagsvizepräsidenten

Die CDU-Landtagsfraktion hat den Bildungspolitiker Carsten Borchert (64) als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten nominiert. Er setzte sich mit sieben zu fünf Stimmen gegen seinen Fraktionskollegen Daniel Sturm (49) durch.

Allerdings gibt es innerhalb der CDU-Fraktion Kritik an der Abstimmung. Der Abgeordnete Lars-Jörn Zimmer (55), der bei der Sitzung fehlte, fordert eine erneute Abstimmung. Die Fraktion prüft den Vorgang derzeit intern.

Am 6. Oktober soll das neue Landtagspräsidium gewählt werden.

30. September, 13.19 Uhr: AfD lenkt im Streit um Landtagsausschüsse ein

Die AfD hat ihren Widerstand gegen die von der Landtagsverwaltung empfohlene Größe der Landtagsausschüsse aufgegeben. Künftig sollen die Ausschüsse aus elf Abgeordneten bestehen.

Zuvor hatte die AfD für eine Besetzung mit zwölf Abgeordneten geworben. Damit hätte sie sechs Sitze in den Ausschüssen bekommen und gemeinsam mit den übrigen sechs Mitgliedern ein Patt erreichen können. Mehrere Fraktionen hatten deshalb im Fall der 12er-Ausschüsse mit einer Klage vor dem Landesverfassungsgericht gedroht.

Auch bei der umstrittenen Verteilung der Räume konnten sich die Fraktionen inzwischen einigen.

Die AfD hatte zuvor für eine Besetzung mit zwölf Abgeordneten geworben. (Symbolbild)
Die AfD hatte zuvor für eine Besetzung mit zwölf Abgeordneten geworben. (Symbolbild)  © Christoph Reichwein/dpa

29. September, 16.56 Uhr: Sziborra-Seidlitz einstimmig zur Grünen-Fraktionsvorsitzenden gewählt

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (49) ist jetzt auch Fraktionsvorsitzende.

Nach ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstag teilte die Partei mit, dass die 49-Jährige einstimmig zur Vorsitzenden gewählt wurde und somit Cornelia Lüddemann (58) ablöst. Als Parlamentarischer Geschäftsführer wurde Olaf Meister (55) bestätigt. 

Unter Sziborra-Seidlitz schafften die Grünen den Wiedereinzug ins sachsen-anhaltische Parlament und steigerten sich auf 8,9 Prozent der Stimmen. Die Grünen ziehen mit acht Abgeordneten in den Landtag, zuvor waren es sechs.

29. September, 15.29 Uhr: Siegmund will im Dezember als Ministerpräsident kandidieren

AfD-Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund (35) will im Dezember im Landtag als Ministerpräsidenten-Kandidat antreten. Vor der Wahl hatte er mehrfach ausgeschlossen, ohne eigene absolute Mehrheit zu regieren.

Wie die künftige Regierung aussehen soll, ließ Siegmund offen. Er sprach von einem "Format der Stabilität", das über eine klassische Minderheitsregierung hinausgehe.

Wie Siegmund die nötigen 42 Stimmen bekommen will, ist offen. Das BSW hat angekündigt, sich bei der Ministerpräsidentenwahl enthalten zu wollen.

Zuvor hatte er das Vorhaben ausgeschlossen. (Archivbild)
Zuvor hatte er das Vorhaben ausgeschlossen. (Archivbild)  © Peter Gercke/dpa

29. September, 14.42 Uhr: SPD, Grüne, Linke und BSW setzen Gespräche fort

SPD, Grüne, Linke und BSW wollen ihre Gespräche über die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt fortsetzen. Dabei soll auch über die Möglichkeit eines überparteilichen Ministerpräsidenten gesprochen werden.

Die nächste Gesprächsrunde soll nach der konstituierenden Sitzung des Landtags am 6. Oktober stattfinden.

29. September, 6.17 Uhr: Schulze weist AfD-Werben um CDU zurück

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) hat eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD erneut ausgeschlossen. "Die Lösung ist nicht eine Koalition mit der AfD", sagte er in der ARD-Sendung "Maischberger".

Zuvor hatte AfD-Politiker Bernd Baumann (68) die Union aufgefordert, sich von "Links-Grün" abzuwenden. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie "Teil der Lösung oder Teil des Problems" sein wolle.

Schulze blieb bei seinem Kurs: Nach der deutlichen Wahlniederlage werde sich die CDU nicht an einer Regierungsbildung beteiligen und deshalb in die Opposition gehen.

Sven Schulze (47, CDU) lehnt es weiterhin ab, mit der AfD eine gemeinsame Regierung in Sachsen-Anhalt zu bilden. (Archivbild)
Sven Schulze (47, CDU) lehnt es weiterhin ab, mit der AfD eine gemeinsame Regierung in Sachsen-Anhalt zu bilden. (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

25. September, 12.19 Uhr: Keine Einigung zu Landtagsausschüssen in Sachsen-Anhalt

Im Streit um die künftige Besetzung der Landtagsausschüsse gibt es weiterhin keine Lösung. Die Fraktionen wollen am 30. September im sogenannten Vor-Ältestenrat erneut darüber beraten.

Sollten die von der AfD vorgeschlagenen 12er-Ausschüsse beschlossen werden, wollen mehrere Fraktionen dagegen vor dem Landesverfassungsgericht klagen.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

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