Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD kassiert fast nur Absagen - nur BSW offen für Gespräche

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Magdeburg - Wenige Tage nach der Landtagswahl stehen die Parteien in Sachsen-Anhalt vor der nächsten Hürde: Die Regierungsbildung wird knifflig.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Nach der Wahl war die vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextreme AfD stärkste Kraft, verpasste aber die absolute Mehrheit. Deswegen müssen die Blauen nun nach Koalitionspartnern suchen.

Das derzeitig regierende Bündnis aus CDU, SPD und FDP kommt nicht mehr zustande, da die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel.

Nicht erschrecken! In Sachsen-Anhalt schellen heute alle Sirenen
Sachsen-Anhalt Nicht erschrecken! In Sachsen-Anhalt schellen heute alle Sirenen

Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

10. September, 6.47 Uhr: BSW geht in Sachsen-Anhalt in Gespräche mit AfD

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will das BSW Gespräche mit der AfD über eine mögliche Zusammenarbeit führen.

"Der Landesvorstand des BSW Sachsen-Anhalt hat einstimmig beschlossen, seiner Linie treu zu bleiben und mit allen Parteien im neuen Landtag das Gespräch zu suchen", sagte ein Sprecher der Partei der Deutschen Presse-Agentur. "Beim Treffen mit der AfD werden wir uns über die Themen Energieversorgung, Bildung und Friedenspolitik austauschen."

Zuvor hatten Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Linken das Gesprächsangebot der AfD ausgeschlagen. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze kritisierte diese Entscheidungen. "Dass andere Parteien bereits das Gespräch an sich ablehnen, halten wir für einen schlechten politischen Umgang und für kein gutes Zeichen für die demokratische Kultur in unserem Land."

10. September, 6.27 Uhr: Kirche bleibt trotz Wahlsieg auf Anti-AfD-Kurs

Auch angesichts des jüngsten Erfolgs der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt die katholische Kirche bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Partei.

"Die AfD stellt die Grundwerte unseres Zusammenlebens infrage", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die AfD möchte ein anderes Deutschland im Blick auf unsere Grundwerte und auf unsere Demokratie. Das ist mit uns nicht nur nicht zu machen, sondern da positionieren wir uns klar dagegen und stellen dem Menschenwürde, Nächstenliebe und Demokratie entgegen."

Wilmer hält es zudm sogar für denkbar, dass die AfD im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt konkrete Maßnahmen gegen die Kirchen ergreift. "Ich bin da nicht naiv", sagte er.

Die AfD will unter anderem den Kirchensteuereinzug beenden und auch das Kirchenasyl nicht mehr dulden. Darunter versteht man, dass ein Mensch, der zum Beispiel von Abschiebung bedroht ist, vorübergehend Schutz in einer Kirche erhält. 

9. September, 16.31 Uhr: Zahlreiche Übergriffe auf Journalisten

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) meldete seit Mai 46 dokumentierte Fälle von Übergriffen auf Journalisten während des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt.

Das sind körperliche Übergriffe, Einschüchterungen und massiven Behinderungen der unabhängigen Berichterstattung.

Zum Vergleich: In 2025 gab es im gesamten Jahr nur fünf Übergriffe.

9. September, 15.14 Uhr: Auch CDU und Linke sagen AfD ab

Auch die Linke und die CDU haben Sondierungsgespräche mit der AfD abgesagt. Damit gehen den Blauen langsam die Kooperationspartner aus.

Die Landesvorsitzenden der Linken, Janina Böttger (44) und Hendrik Lange (49), erklärten in ihrer Antwort an die AfD: "Mit einer Partei, die Menschen nach Herkunft, vermeintlicher Zugehörigkeit und Überzeugung aussortiert, hat die Linke keine Gesprächsbasis."

Auch CDU-Chef Sven Schulze (47) lehnte bislang eine Zusammenarbeit ab. "Wir sind in der Opposition", so der noch amtierende Ministerpräsident. Eine CDU-Sprecherin bestätigte zusätzlich am Freitag den Eingang des AfD-Schreibens. "Wir werden dieses Gesprächsangebot nicht annehmen", sagte sie. "Unsere Haltung ist klar: Eine Zusammenarbeit mit der vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD Sachsen-Anhalt lehnen wir ab."

Jetzt kann die AfD nur noch auf Unterstützung vom BSW hoffen. Das Bündnis wolle sich noch beraten.

Der AfD gehen langsam die Gesprächspartner aus.
Der AfD gehen langsam die Gesprächspartner aus.  © Kay Nietfeld/dpa

9. September, 12.44 Uhr: AfD erhält Absage von Grünen und SPD

Die Grünen haben Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung mit der AfD abgesagt.

"Es ist absurd anzunehmen, dass wir mit der rechtsextremen AfD Gespräche über die Zukunft unseres Landes führen werden", sagte Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die SPD habe per Mail eine Einladung zu den Gesprächen erhalten. "Wir nehmen das Gesprächsangebot nicht an", teilte ein Sprecher mit.

Die AfD ist in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft, verpasste aber eine absolute Mehrheit und braucht, um den Ministerpräsidenten stellen zu können, die Unterstützung anderer Abgeordneter. Die Blauen kündigten an, alle Parteien zu Gesprächen einladen zu wollen.

Die Grünen um Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) lehnten Gespräche mit der AfD ab.
Die Grünen um Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (48) lehnten Gespräche mit der AfD ab.  © Christoph Soeder/dpa

9. September, 10.58 Uhr: US-Präsident Trump gratuliert AfD

US-Präsident Donald Trump (80) gratulierte der AfD nach ihrem Haushoch-Wahlsieg. "Sie befinden sich im Aufwind", schrieb er auf seiner Plattform "Truth Social".

Was der Präsident sonst sagte, lest Ihr im TAG24-Artikel: "Make Germany great again": US-Präsident Trump gratuliert AfD zum Wahlsieg"

9. September, 9.55 Uhr: Stimmzettel müssen erneut ausgezählt werden

Technischer Patzer im Burgenlandkreis: In 28 Wahlbezirken müssen am Dienstag und Mittwoch die Stimmen erneut gezählt werden, da scheinbar Ergebnistabellen falsch ausgefüllt wurden.

Alle Hintergründe lest Ihr im TAG24-Artikel: "Landtagswahl: 28 Wahlbezirke müssen nochmal ausgezählt werden"

8. September, 22.04 Uhr: AfD hat Gesprächseinladungen an CDU geschickt

Die AfD hat nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt die CDU zu Gesprächen über die Zukunft des Bundeslandes eingeladen.

In dem Schreiben, das dem MDR exklusiv vorliegt, versucht die AfD die Wogen nach einem hart geführten Wahlkampf zu glätten: "Aber das darf und sollte nicht das Verhältnis der Parteien zueinander und vor allem nicht die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft unseres Landes bestimmen", zitierte der MDR.

Ebenfalls inbegriffen ist demnach eine "zeitnahe" Einladung zu Sondierungsgesprächen. Neben AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) hat auch der AfD-Landesvorsitzende Martin Reichardt (57) das Schreiben unterzeichnet.

Ob die AfD bereits ähnliche Einladungen an andere Parteien verschickt hat, ist nicht bekannt.

Nach ihrem Wahl-Triumph sucht die AfD einen Regierungspartner - oder zumindest eine Mehrheit für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten.
Nach ihrem Wahl-Triumph sucht die AfD einen Regierungspartner - oder zumindest eine Mehrheit für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten.  © Michael Kappeler/dpa

8. September, 20.45 Uhr: SPD ebenfalls offen für überparteilichen Ministerpräsidenten

Neben den Grünen hat nun auch die SPD-Fraktion in Sachsen-Anhalt Zustimmung zur BSW-Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten signalisiert.

"Die Idee eines parteilosen Ministerpräsidenten ist ein außergewöhnlicher Vorschlag für eine außergewöhnliche politische Situation", erklärte ein Fraktionssprecher gegenüber dem RND.

8. September, 19.18 Uhr: CDU-Abgeordneter nimmt Aussage zurück und will gegen Ulrich Siegmund stimmen

Verwirrung um den CDU-Abgeordneten Tobias Krull (49)!

Kurz nachdem Krull angekündigt hatte, sich bei der Abstimmung zur möglichen Wahl von AfD-Mann Ulrich Siegmund (35) zum neuen Ministerpräsidenten zu enthalten, zog er seine Aussage kurz darauf wieder zurück: "Ich werde mich natürlich nicht enthalten und dagegen stimmen", teilte er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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