(Zu) viele Verletzte: Schlägt Hertha BSC doch noch auf Transfermarkt zu?
Berlin - Eigentlich wollte Hertha BSC in der Rückrunde eine große Aufholjagd starten, um noch im Aufstiegsrennen mitzumischen, aber erneute Verletzungssorgen könnten der Alten Dame einen Strich durch die Rechnung machen.
Neben den Ausschreitungen zwischen Hertha-Anhängern und der Polizei mit mehr als 50 Verletzten war das wohl die ernüchterndste Nachricht nach dem torlosen Remis gegen Schalke 04: Mega-Talent Kennet Eichhorn (16) hat sich verletzt!
Der Youngster wurde in der 89. Minute ausgewechselt und was zunächst nach einer eher harmlosen Blessur aussah, hat sich im Nachhinein als ernste Verletzung am Sprunggelenk entpuppt. Der 16-Jährige wird nach Aussage von Stefan Leitl (48) "mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen".
Damit wird es langsam dünn im Maschinenraum der Berliner, denn auch Routinier Diego Demme (34) fällt wegen anhaltendem Schwindelgefühl auf unbestimmte Zeit aus und Leon Jensen (28) ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder fit.
Müssen die Blau-Weißen also ungewollt doch noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden? Nach dem aktuellen Stand der Dinge soll das nicht der Fall sein.
"Fakt ist, dass wir Stand jetzt keinen Transfer tätigen!", stellte der Hertha-Coach bei der Pressekonferenz vor der Partie gegen den Karlsruher SC unmissverständlich klar.
Konkurrenz mit prominenter Verstärkung - Hertha BSC muss interne Lösungen finden
"Es kann sein, dass noch etwas passiert, aber dann nur, wenn wir intern Dinge lösen, um eventuell Budget freizubekommen, um jemanden zu verpflichten", ergänzte der 48-Jährige. Heißt im Klartext: Erst verkaufen, dann kaufen - wenn überhaupt.
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Kader", betonte der Coach, auch wenn er beklagte, dass ihm über die Saison hinweg immer wieder wichtige Spieler ausgefallen sind.
Aber ist das wirklich die richtige Strategie im Kampf um die Bundesliga? Sämtliche Mitstreiter haben sich im Winter nämlich noch einmal prominent verstärkt.
Hier wären Noah Weißhaupt (24) und Elias Saad (26) bei Hannover 96 zu nennen oder der ehemalige Werder-Kicker Niklas Schmidt (27) bei Darmstadt 98 und natürlich der Transfer-Coup schlechthin: Edin Dzeko (39) geht ab sofort für die Knappen auf Torjagd.
Bei der Hertha müssen hingegen interne Lösungen gefunden werden. Wer der Eichhorn-Ersatz am Samstag (13.30 Uhr/Sky) werden wird, wollte Stefan Leitl noch nicht verraten. Es gebe eine defensivere Variante mit Boris Lum (18) oder Pascal Klemens (20) und eine offensivere mit Kevin Sessa (25) oder Jeremy Dudziak (30).
Titelfoto: Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

