Knall nach WM-Debakel perfekt: Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück!
Frankfurt am Main - Nach einer Nacht Bedenkzeit ist Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) offenbar als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten.
Wie Bild und Sky berichten, fällte der Coach die Entscheidung einige Stunden nach dem Krisengespräch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag in Frankfurt am Main.
Dort hatten Nagelsmann und die Bosse um Sportdirektor Rudi Völler (66), Präsident Bernd Neuendorf (64), Vizepräsident Hans-Joachim Watzke (67) und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig (63) rund drei Stunden gesprochen.
Der Trainer sollte dabei seine Gründe für das zeitige Aus mit dem Scheitern im Sechzehntelfinale der WM erklären. Dabei ging es nicht nur um sportliche Dinge, sondern auch atmosphärische Störungen zwischen ihm und dem Team.
Kurz danach war durchgesickert, dass die DFB-Spitze Nagelsmann einen Rücktritt nahegelegt hat, damit er erhobenen Hauptes gehen kann.
Er kam seiner feststehenden Entlassung zuvor.
Noch kurz nach der Niederlage gegen Paraguay hatte der 38-Jährige öffentlich betont, dass er keiner sei, der weglaufen würde, sondern gern weiterhin Bundestrainer bleiben wolle. Daraus wird nun allerdings nichts.
Julian Nagelsmann schoss sich mit fragwürdigen Entscheidungen und unglücklicher Kommunikation ins Aus
Mit dem Aus endet die knapp dreijährige Amtszeit Nagelsmanns beim DFB bereits wieder. Der Bayer übernahm die deutsche Nationalmannschaft am 22. September 2023, nachdem sich der Verband zuvor von Hansi Flick (61) getrennt hatte.
Eigentlich besaß Nagelsmann noch einen Vertrag bis Ende Juli 2028, also bis nach der nächsten EM.
Im Januar 2025 hatte der DFB das Arbeitspapier verlängert. Unter seiner Leitung erreichte das Team bei der Heim-EM im Jahr 2024 das Viertelfinale, schied dort dramatisch gegen Spanien aus.
Doch mit zunehmender Zeit wurde die Kritik an ihm immer lauter. Zum einen soll der Trainer in der Vorbereitung auf die WM zu wenig Spiele gesehen und kaum Gegner beobachtet haben, zum anderen agierte er in der öffentlichen Kommunikation seiner Entscheidungen immer unglücklicher.
Das Hickhack auf der Torhüter-Position, auf der er Oliver Baumann (36) erst zur Nummer eins erklärt hatte, diesem aber kurz vor der WM das Vertrauen entzog und Manuel Neuer (40) zurückholte, ramponierte sein Standing in Deutschland noch mehr.
Das enttäuschende Abschneiden bei der WM, seine personellen Entscheidungen und auch der Entschluss, aus dem Nationalteam während des Turniers eine Familie zu machen und immer wieder die Angehörigen an freien Tagen zum Team zu lassen, sorgte für immer mehr Diskussionen.
Die Experten stürzten sich auf Nagelsmann und das Team, nun haben die Bosse im Verband Konsequenzen gezogen.
Heißester Kandidat auf die Nachfolge ist Jürgen Klopp (59).
Titelfoto: Tom Weller/dpa

