"Nicht im gleichen Universum des Schmerzes": Comeback-Kehrtwende bei Lindsey Vonn?
New York (USA) - Nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen 2026, der sie fast das Bein gekostet hätte, kämpft sich Lindsey Vonn (41) allmählich ins Leben zurück - und verblüffte ihre Fans mit bereits mehrfach geäußerten Comeback-Plänen. Nun ordnete die US-amerikanische Skirennläuferin das ambitionierte Vorhaben jedoch deutlich zurückhaltender ein.
"Vielleicht höre ich auf. Vielleicht werde ich nie wieder Rennen fahren, und das wäre völlig in Ordnung, aber emotional bin ich derzeit noch nicht in der Lage, diese Entscheidung zu treffen", erklärte die 41-Jährige im Interview mit der "Associated Press".
Satte acht Operationen musste die vierfache Gesamtweltcupsiegerin schon über sich ergehen lassen. Eine steht noch aus, um ihr lädiertes Kreuzband zu reparieren.
Sie sei sich sehr wohl bewusst, dass die aktuelle Blessur jede vorherige konkurrenzlos in den Schatten stelle: "Es ist eine ganz andere Verletzung – vor allem, was den Schweregrad angeht und die Erkenntnis, dass ich mein Bein hätte verlieren können und wie schlimm die Lage tatsächlich war", so Vonn.
"Ich kann mit Schmerzen umgehen, aber das war so extrem", erinnerte sich die Ski-Queen. "Es war nicht mal im gleichen Universum des Schmerzes wie das, was ich früher erlebt habe."
Auch wegen der ohnehin langen Genesungszeit wolle sie keine "voreiligen Schlüsse" ziehen oder über die Zukunft spekulieren. "Bis zur Saison 2027/28 würde wahrscheinlich eh nichts passieren", erklärte Vonn.
Lindsey Vonn hat noch "mindestens anderthalb Jahre" vor sich
Aufgrund der noch anstehenden Kreuzband-OP, die Vonn weitere sechs Monate kosten dürfte, liegen "mindestens anderthalb Jahre vor mir, bevor ich wieder bei 100 Prozent bin, selbst wenn es nur um das Training im Gym geht", prognostizierte die Olympiasiegerin von Vancouver.
Dennoch haben Vonn und ihre Fans die Hoffnung noch längst nicht komplett aufgegeben. Mit Fotos aus dem Fitnessstudio - wenn auch weit weg von 100 Prozent - versetzte sie ihre Followerschaft schon wenige Wochen nach dem heftigen Unfall in Erstaunen.
Zudem würde sie der Unglaube der Menschen anstacheln. Ihr eigener Vater hatte ihr unmittelbar nach dem Olympia-Unglück praktisch ein Comeback-Verbot erteilt, die Rechnung jedoch ohne seine Tochter gemacht.
"Er meint es gut. Er hat nur vergessen, dass bei mir die oberste Regel lautet: Wenn du nicht willst, dass ich etwas tue, solltest du mir nicht sagen, dass ich es nicht darf", gab sich Vonn trotzig.
Titelfoto: Bildmontage: Michael Kappeler/dpa, Screenshot/Instagram/lindseyvonn

