Coronavirus: Augsburg schon ab Freitag im Teil-Lockdown

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch die geringere Hürde bleiben. Denn schließlich steht am Montag, den 2. November, der nächste Lockdown an. 

Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!
Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!  © Christoph Soeder/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 486.972 Infektionen bestätigt. 10.281 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während knapp 335.931 als genesen gelten (Stand 29. Oktober, 11.30 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 8,8 Millionen Infizierte und 227.700 Tote wurden bereits erfasst (Stand 29. Oktober, 11.30 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 44,5 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1,17 Millionen Todesfälle (Stand 29. Oktober, 11.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 29. Oktober, 17.26 Uhr: Polens Regierungschef: Protest gegen Abtreibungsverbot absagen

Angesichts der Corona-Pandemie hat Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki die Frauenbewegung dazu aufgerufen, den für Freitag geplanten Protest gegen ein verschärftes Abtreibungsrecht abzusagen. "Ich bitte ganz inständig darum, mit Blick auf die Epidemie und Covid-19, da es eine Bedrohung für das Leben unserer Senioren ist, aber auch Jüngere können daran sterben", sagte Morawiecki am Donnerstag. 

Er appellierte an die Demonstranten, ihre Wut lieber auf ihn zu konzentrieren, aber jene Mitbürger zu verschonen, die als Folge der Proteste möglicherweise in zwei Wochen von dem Virus betroffen wären. "Als Demonstranten seid ihr im Kontakt mit älteren Menschen, und das könnte dramatische Folgen haben."

Seit Tagen protestieren in ganz Polen Menschen gegen eine Entscheidung des Verfassungsgerichts. Die Richter hatten befunden, dass Frauen auch dann nicht abtreiben dürfen, wenn ihr Kind schwere Fehlbildungen hat. Dies kommt de facto einem Abtreibungsverbot gleich. Erst am Mittwoch hat sich laut Polizei landesweit mehr als 430.000 Menschen an insgesamt 410 Protestaktionen beteiligt. Für Freitag hat die Organisation Allpolnischer Frauenstreik zu einem zentralen Protestmarsch in Warschau aufgerufen.

Demonstranten stehen während eines Protestes gegen eine deutliche Verschärfung des Abtreibungsverbots in Warschau Polizisten gegenüber.
Demonstranten stehen während eines Protestes gegen eine deutliche Verschärfung des Abtreibungsverbots in Warschau Polizisten gegenüber.  © Pawel Supernak/PAP/dpa

Update, 29. Oktober, 17.24 Uhr: Airbus-Finanzchef: Weniger Stellenabbau dank längerer Kurzarbeit

Beim Flugzeugbauer Airbus sollen auch dank der verlängerten Kurzarbeitsregeln deutlich weniger als die zunächst geplanten 15.000 Jobs wegfallen. "Wir sprechen schon von ein paar Tausend Stellen", sagte Airbus-Finanzchef Dominik Asam am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Außerdem werde der Konzern Mitarbeiter bei der Forschung an Wasserstoffantrieben und anderen Technologien einsetzen, die von den Regierungen gefördert werden.

Von den weltweit 15.000 Stellen auf der ursprünglichen Streichliste sollten rund 6000 in der Verkehrsflugzeugsparte in Deutschland wegfallen, davon 900 bei der Konzerntochter Premium Aerotec.

Mithilfe der Kurzarbeit will Asam vor allem Mitarbeiter für die Fertigung der Mittelstreckenjets der A320-Familie an Bord halten, um die Produktion möglicherweise im nächsten Jahr wieder hochzufahren. Bei den Langstreckenjets wie der A350 und der A330neo werde dieses Instrument aber nicht reichen. Denn wie auch Asam erwartet, dass sich die Nachfrage nach Langstreckenflügen und damit auch der Bedarf an Großraumjets erst in einigen Jahren wieder erholt.

Update, 29. Oktober, 17.15 Uhr: Augsburg schon ab Freitag im Teil-Lockdown

Augsburg wird den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Bayerns drittgrößter Stadt werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend gelten. Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag.

Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass die 300.000-Einwohner-Stadt in Schwaben die Verschärfung der Corona-Vorschriften vorziehen werde. Auch die ähnlich stark betroffene oberbayerische Stadt Rosenheim geht wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen ab Freitag, 21 Uhr, in den Teil-Lockdown.

Die beiden Städte sowie die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sind derzeit die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Kommunen im Freistaat. 

Der Teil-Lockdown beginnt in Augsburg bereits am 30. November.
Der Teil-Lockdown beginnt in Augsburg bereits am 30. November.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 29. Oktober, 17.12 Uhr: Helge Schneider bittet Scholz um Korrektur der Corona-Novemberhilfe

Der Musiker Helge Schneider (65) hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, bei der Berechnung der Corona-Finanzhilfe nicht den Monat November des Vorjahres, sondern einen Durchschnittswert heranzuziehen. 

Schneider veröffentlichte am Donnerstag auf Facebook ein Foto eines mit Schreibmaschine geschriebenen Briefes an Scholz: "Bei der Untertützung für Künstler ist Dir ein Fehler unterlaufen: Ich habe im November 2019 gar kein Geld verdient, also kann man dafür ja auch keine 75 % ausrechnen. Bitte mache das anders. Zum Beispiel nehme den JAHRES-MONATSDURCHSCHNITT. Danke!" Über den Post von Schneider hatte zuvor der "Berliner Kurier" berichtet.

Scholz hatte am Mittwoch angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Solo-Selbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen. Auf der Homepage von Helge Schneider waren am Donnerstag drei ausverkaufte Konzerte für November angekündigt: In Leverkusen, Viersen und Köln. Laut einer Liste plant Schneider im Dezember 14 Konzerte.

Update, 29. Oktober, 17.11 Uhr: FDP will trotz Corona-Pandemie noch am Dreikönigstreffen festhalten

Trotz der steigenden Infektionszahlen und drastischen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hält die FDP an ihren Plänen für ihr traditionelles Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart fest. "Wir sind da unbeirrt", sagte der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer am Donnerstag. "Wir wollen, dass das Treffen stattfindet." Zuvor hatte bereits das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Natürlich gehe die Partei davon aus, mit deutlich weniger Teilnehmern im Stuttgarter Staatstheater zu planen als bislang. "Im Notfall müssen wir die Veranstaltung als Stream nach draußen übertragen", sagte Theurer. Doch das Treffen finde seit 1866 in jedem Jahr statt und sei nur durch die Weltkriege und die Nazizeit unterbrochen worden. "Eine so wichtige Institution der deutschen Demokratiegeschichte darf nicht der Pandemie zum Opfer fallen", sagte Theurer dem "Spiegel".

Update, 29. Oktober, 17.06 Uhr: Mousse T.: Teil-Lockdown ist verständlich - aber schade

Der DJ und Produzent Mousse T. (54, "Sex Bomb") findet es schade, dass es in der Corona-Pandemie bis zum Teil-Lockdown gekommen ist. "Aber vollkommen verständlich, dass man jetzt Maßnahmen ergreifen muss, die ein bisschen rigoroser sind, um des Ganzen Herr zu werden", sagte er am Donnerstag in Hannover. 

"Was ich begrüßen würde, ist, dass man hier und jetzt auch die Kulturschaffenden unterstützt. Wir können nicht arbeiten in dieser Zeit - genauso wenig wie zum Beispiel die Gastro-Betriebe." Angebracht wäre aus seiner Sicht eine Unterstützung seitens der Allgemeinheit und des Staates. "Ansonsten trage ich alle Maßnahmen selbstverständlich mit und erachte diese auch als notwendig."

Der Musikproduzent Mousse T. (54) in seinem Tonstudio in den Peppermint Park Records Music Studios in Hannover.
Der Musikproduzent Mousse T. (54) in seinem Tonstudio in den Peppermint Park Records Music Studios in Hannover.  © Peter Steffen/dpa

Update, 29. Oktober, 16.59 Uhr: Dänemark beschränkt auch die Einreise aus Schleswig-Holstein

Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. 

Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Samstag auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird. Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt.
Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt.  © Gregor Fischer/dpa

Update, 29. Oktober, 16.48 Uhr: Polizei empfiehlt Verzicht auf "Süßigkeitenjagd" zu Halloween

Die Drohung "Süßes, sonst gibt’s Saures" sollte man besser bleiben lassen: Die Polizei empfiehlt Kindern und Halloween-Fans, die diesjährige "Süßigkeitenjagd" ausfallen zu lassen. Wer dennoch um die Häuser ziehe, um Schokolade zu ergattern, solle sich dabei an einige Regeln halten, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern am Donnerstag mit.

"Wenn am Samstag gruselige Gestalten an der Haustüre klingeln, könnten pandemiebedingt viele Türen geschlossen bleiben", teilte die Polizei weiter mit. Zwar seien Streiche üblich, wenn Kinder keine Süßigkeiten erhalten, vor allem aber in diesem Jahr solle man Verständnis für geschlossene Türen haben, hieß es weiter in der Mitteilung. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Polizei und Gesundheitsämter warnen davor, in diesem Jahr an Halloween von Tür zu Tür zu gehen und nach Süßigkeiten zu fragen.
Polizei und Gesundheitsämter warnen davor, in diesem Jahr an Halloween von Tür zu Tür zu gehen und nach Süßigkeiten zu fragen.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 29. Oktober, 16.41 Uhr: TV-Koch Tim Mälzer sieht Hilfspaket als positives Signal

TV-Koch Tim Mälzer (49) hat das angekündigte Hilfspaket im Zuge der Corona-Maßnahmen begrüßt. "Es wurden uns finanzielle Kompensationen in Aussicht gestellt, die uns zumindest die nächsten vier Wochen überleben lassen", sagte Mälzer am Donnerstag.

Das Signal halte er für relativ intelligent, um weiter die Unterstützung aus der Bürgerschaft zu erhalten. Sein Eindruck sei, dass dieses Mal die Last auf mehrere Schultern verteilt werde und nicht ausschließlich auf den Schultern von Unternehmern, denen wieder "ein künstliches Berufsverbot" auferlegt werde. "Deshalb werte ich das Ganze derzeit trotz des negativen Signals eines Lockdowns als positiv."

Er betonte, dass er grundsätzlich ein solches Handeln als absolut nachvollziehbar empfinde. "Auch wir Gastronomen wollen unseren Teil dazu beitragen, die Pandemie in den Griff zu bekommen." In Hamburg betreibt Mälzer unter anderem das Restaurant "Bullerei" im Schanzenviertel. Es war monatelang geschlossen und erst Anfang Oktober nach einem Umbau wieder geöffnet worden.

Update, 29. Oktober, 16.25 Uhr: Gericht kippt Sperrstunde in Niedersachsen

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die coronabedingte Sperrstunde sowie das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen gekippt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde damit die entsprechende Bestimmung in der Verordnung außer Vollzug gesetzt. Das OVG gab damit einer Antragstellerin aus Delmenhorst in einem Eilverfahren Recht.

Der 13. Senat des OVG betonte, angesichts der stark steigenden Infiziertenzahlen in weiten Teilen des Bundesgebiets und Niedersachsens seien die gesetzlichen Voraussetzungen für ein staatliches Handeln durch infektionsschützende Maßnahmen zwar erfüllt. Er fand die Verknüpfung der Verbote allein an den Inzidenzwert aber nicht ausreichend. Es sei nicht sichergestellt, dass das Infektionsgeschehen damit vollständig widergespiegelt sei.

Stühle und Tische, die zum Teil mit Flatterband abgesperrt sind, stehen vor einer Bar in der Altstadt von Hannover.
Stühle und Tische, die zum Teil mit Flatterband abgesperrt sind, stehen vor einer Bar in der Altstadt von Hannover.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 29. Oktober, 16.22 Uhr: Zoo-Verband: Pauschale Schließungen sind nicht notwendig

Der Verband der Zoologischen Gärten fordert angesichts des bevorstehenden Teil-Lockdowns von den Regierungschefs der Bundesländer mehr Augenmaß. "Eine pauschale Schließung aller Zoos und Tierparks ist aus unserer Sicht nicht notwendig", sagte der Präsident des Verbandes, Jörg Junhold, am Donnerstag. 

Die Verbandsmitglieder hätten nach dem Lockdown im Frühjahr Hygiene-Konzepte umgesetzt, die sich in der Praxis bewährt hätten und von den Behörden abgenommen worden seien. So seien unter anderem Obergrenzen für Besucher und eingeschränkte Zeitslots für den Besuch eingeführt worden.

Die Besuche in zoologischen Gärten seien im Kern eine Aktivität im Freien, argumentierte Junhold. Der geforderte Abstand ließe sich organisieren. Zoos könnten in dieser angespannten gesellschaftlichen Situation "einen sicheren Erholungsort im urbanen Raum bieten".

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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