Coronavirus: Bald 60 Prozent der Erwachsenen in Europa einmal gespritzt

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.620 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 7 (Vortag: 7,2).

Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz weiter unter 5
Coronavirus Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz weiter unter 5

Weltweit gibt es rund 179.5 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,89 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 24. Juni, 6 Uhr).

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Update, 24. Juni, 18.37 Uhr: Kretschmann: Staat sollte im Pandemiefall härter durchgreifen dürfen

Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73) drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen.

Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten (Freitag): "Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen."

Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft.

"Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen."

Winfried Kretschmann (73, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (73, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 24. Juni, 18.36 Uhr: Mobile Teams impfen Genesene in saarländischen Pflegeheimen

In 20 Senioreneinrichtungen im Saarland sollen in der nächsten Zeit 252 genesene Bewohner nach überstandener Covid-Erkrankung eine Impfung erhalten.

Mobile Teams werden diese sogenannten Booster-Impfungen vornehmen, teilte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (71, CDU) am Donnerstag in Saarbrücken mit.

Update, 24. Juni, 17.35 Uhr: Bald 60 Prozent der Erwachsenen in Europa einmal gespritzt

Bis Sonntag sollen 220 Millionen Europäer mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft sein - rund 60 Prozent der Erwachsenen in der EU.

Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) am Donnerstag beim EU-Gipfel.

Für Juli erwartet die Kommission dann noch einmal die Lieferung von mindestens 90 Millionen Impfdosen von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. Hinzu kommen könnten mehr als 30 Millionen Dosen von Astrazeneca, was aber nicht bestätigt sei.

Update, 24. Juni, 17.34 Uhr: Verdacht auf Betrug mit Corona-Tests

Wegen mutmaßlichen Betrugs mit Corona-Selbsttests sind gegen zwei Verdächtige in Berlin Haftbefehle vollstreckt worden.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, wurden am Morgen zudem mehrere Objekte zumeist in Charlottenburg durchsucht.

Ermittelt werde gegen drei Verdächtige im Alter von 26, 28 und 53 Jahren. Ihnen werde zur Last gelegt, gewerbsmäßig einen Gesamtschaden von einer halben Million Euro verursacht zu haben.

Sie sollen über Scheinfirmen bereits bezahlte Tests nicht geliefert und andererseits schon gelieferte Tests nicht bezahlt haben. Die beiden jüngeren Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Update, 24. Juni, 17.32 Uhr: US-Experten: Seltene Fälle von Herzentzündungen nach Corona-Impfung

Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC sehen einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen und selten auftretenden Herzmuskelentzündungen bei jüngeren Männern.

Seit April habe es in den Vereinigten Staaten mehr als 1000 gemeldete Fälle von Myokarditis oder Perimyokarditis gegeben, teilte die CDC am Mittwoch mit.

Die Behörde betonte dabei jedoch, dass das Auftreten der Erkrankungen mit knapp 13 Fällen auf einer Million gering sei und empfiehlt das Impfen nachdrücklich.

Auch seien die meisten Patienten schnell wieder vollständig genesen, Todesfälle habe es nicht gegeben.

Eine Ärztin impft einen Mann mit einem Corona Impfstoff. Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC sehen einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen und selten auftretenden Herzmuskelentzündungen bei jüngeren Männern.
Eine Ärztin impft einen Mann mit einem Corona Impfstoff. Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC sehen einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen und selten auftretenden Herzmuskelentzündungen bei jüngeren Männern.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 24. Juni, 16.19 Uhr: Deutliche Lockerung der Maskenpflicht in Spanien ab Samstag

Die Maskenpflicht wird in Spanien erheblich gelockert.

Ab Samstag müsse der Mund-Nasen-Schutz im Freien nicht mehr immer und überall getragen werden, teilte die spanische Regierung am Donnerstag in Madrid mit.

Einem Dekret zufolge müssen die Menschen unterwegs weiterhin eine Maske bei sich tragen und aufsetzen, wenn ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu haushaltsfremden Personen nicht eingehalten werden kann.

In geschlossenen öffentlichen Räumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt es weiterhin bei der Maskenpflicht.

Ein Mann nimmt an der Puerta del Sol seine Maske ab. Die Maskenpflicht wird in Spanien ab Samstag erheblich gelockert.
Ein Mann nimmt an der Puerta del Sol seine Maske ab. Die Maskenpflicht wird in Spanien ab Samstag erheblich gelockert.  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 24. Juni, 16.05 Uhr: Curevac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen

Die Tübinger Firma Curevac sieht sich mittlerweile mehr als kommerzielles Pharma-Unternehmen - und weniger als vorrangig durch Forschung geprägte Biotech-Firma.

Gründe dafür seien vor allem die zahlreichen Kooperationen mit großen Pharma-Unternehmen etwa bei der Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoffen, wie Vorstandschef Franz-Werner Haas bei der Online-Hauptversammlung mit Investoren am Donnerstag in Tübingen sagte.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Start-up gegründet und hat sich auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisiert. Neben Corona-Impfstoffen entwickelt Curevac etwa auch Impfstoffe gegen Tollwut oder Gelbfieber sowie Mittel zur Krebsbekämpfung.

Ein Schild mit dem Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac steht vor der Zentrale in Tübingen.
Ein Schild mit dem Logo des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac steht vor der Zentrale in Tübingen.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 24. Juni, 15.02 Uhr: Diamond-League-Meetings in China wegen Corona abgesagt

Die beiden Diamond-League-Meetings der Leichtathleten im August in China fallen aus.

Das teilten die Veranstalter am Donnerstag mit und begründeten dies mit den Reise- und Quarantänebestimmungen aufgrund der Corona-Pandemie.

Das erste Meeting in Shanghai war für den 14. August vorgesehen, wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Spiele in Tokio. Das zweite sollte am 22. August folgen.

Der Kalender der Wettkampfserie umfasst nun noch zwölf statt 14 Veranstaltungen. Das Finale ist für den 8. und 9. September in Zürich geplant.

Update, 24. Juni, 14.20 Uhr: Bund verlängert Antragsfrist für Corona-Nothilfen in Profi-Ligen

Vereine aus den deutschen Profiligen mehrerer Sportarten können noch bis zum Ende des Jahres Corona-Soforthilfen beantragen. Der Bund verlängerte die Frist nach Angaben des CDU-Sportpolitikers Frank Steffel vom Donnerstag.

Insgesamt 325 Millionen Euro stehen den Klubs für 2021 noch zur Verfügung. Da die allgemeinen Wirtschaftshilfen Ende September ausliefen, wertete Steffel die Fristverlängerung als "Beweis für die Bedeutung des Sports in unserer Gesellschaft".

Abrufen können die Gelder Vereine aus den jeweils ersten drei Ligen im Volleyball, Handball, Basketball und Eishockey, der drei höchsten Fußball-Ligen der Frauen sowie der 3. Fußball-Liga der Männer. Ausgenommen sind die 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Männer.

Auch höherklassige Klubs aus anderen Sportarten dürfen Anträge stellen. Die Nothilfe sieht vor, vor allem ausbleibende Zuschauereinnahmen der Vereine durch die Folgen der Corona-Pandemie zu kompensieren.

Update, 24. Juni, 13.30 Uhr: Merkel setzt sich für EU-Strategie gegen Virusvarianten ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will sich beim EU-Gipfel in Brüssel für ein koordiniertes Vorgehen gegen die Verbreitung gefährlicher Corona-Varianten einsetzen.

"Die Delta-Variante macht uns natürlich Sorgen", sagte sie am Donnerstag zum Auftakt des Gipfels in Brüssel. "Ich werde dafür werben, dass wir noch koordinierter vorgehen, auch gerade bei der Einreise aus Virusvariantengebieten."

Trotz aller Bemühungen um einheitliche Corona-Reisebeschränkungen in der EU gehen die Mitgliedstaaten unterschiedlich vor. Deutschland hat 14 Länder als Gebiete mit besonders gefährlichen Corona-Varianten eingestuft. Einziges europäisches Land ist Großbritannien, die anderen liegen in Asien, Afrika und Lateinamerika. Für diese Gebiete gelten sehr strikte Einreisebeschränkungen.

Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland dürfen von dort gar nicht nach Deutschland befördert werden. Alle anderen müssen für 14 Tage in Quarantäne und haben keine Möglichkeit, sie zu verkürzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Johanna Geron/Pool Reuters/AP/dpa

Update, 24. Juni, 12.50 Uhr: Bundespräsident Steinmeier dankt Bundeswehr für Hilfe in der Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65) hat der Bundeswehr für ihre Unterstützung bei der Eindämmung der Corona-Pandemie gedankt.

Deren Hilfe war vielfältiger als einer breiten Öffentlichkeit bewusst sei, sagte Steinmeier am Donnerstag beim Besuch Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Das Staatsoberhaupt hat sich dort über die Arbeit des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr informiert. Es wird aktiv, wenn zivile Behörden bei der Bundeswehr wie jetzt während der Pandemie Unterstützung anfordern.

Dass die Pandemie inzwischen erheblich an Dramatik verloren habe, wäre ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen, sagte Steinmeier nach einem Rundgang durch die Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben. Es ist für die Führung der Hilfseinsätze in ganz Deutschland verantwortlich.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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