Coronavirus: Empörung nach Konzert in Frankreich, weil 5000 Menschen dicht gedrängt standen

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspannt. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.
Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.  © dpa/Sebastian Gollnow

Viele Politiker sprechen sich weiterhin für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus. Auch Abstandhalten ist nach wie vor eine wichtige und effektive Maßnahme, um eine Infektion mit dem neuartigen Virus zu vermeiden.

In Deutschland summiert sich die Fallzahl mittlerweile auf 199.828 bestätigte Infektionen. 9134 Corona-Patienten starben an der Infektion, 184.500 gelten mittlerweile als genesen (Stand 12. Juli, 15.30 Uhr).

Weiterhin haben die USA weltweit die meisten Fälle registriert - über 3,35 Millionen Infizierte wurden erfasst. 137.418 Personen sind dort bereits gestorben (Stand 12. Juli, 15.30 Uhr).

Weltweit gibt es nun insgesamt über 12,87 Millionen bestätigte Infektionen und 568.422 Todesfälle (Stand 12. Juli, 15.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 12. Juli, 18.27 Uhr: Zu wenig Abstand trotz Corona - Ärger über Konzert in Nizza

Empörung in Frankreich über ein Konzert inmitten der Corona-Krise: Knapp 5000 Menschen versammelten sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais in der Hafenstadt Nizza - dort legte etwa der bekannte französische DJ The Avener auf. 

Medienberichten zufolge wurden die Schutzmaßnahmen gegen Corona nicht eingehalten - die Menschen hielten keinen Abstand und trugen keine Masken. Auf Fotos und Videos war eine zum Teil dicht gedrängte Menge zu sehen.

Die Stadt versicherte, dass die Obergrenze von 5000 Menschen, die bei öffentlichen Veranstaltungen gilt, eingehalten worden sei. Eigentlich würde auf der Promenade Platz für 36.000 Menschen sein. 

Er wisse, dass es an einigen Stellen eng war, aber das Publikum sei in einer offenen Umgebung herumgelaufen, verteidigte Remi Recio von der zuständigen Präfektur im Sender BFMTV die Veranstaltung.

Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi bedauerte, dass die Anweisungen nicht ausreichend beachtet worden seien - es habe Schilder und Lautsprecherdurchsagen gegeben. 

In Nizza soll das Tragen von Schutzmasken nun bei allen Großveranstaltungen unter freiem Himmel verpflichtend sein. Estrosi rief die Regierung in Paris auf, eine solche Maßnahme landesweit durchzusetzen. Sicherheit und wirtschaftliche sowie kulturelle Erholung müssten in Einklang miteinander gebracht werden.

Knapp 5000 Menschen versammeln sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais während eines Konzertes in der Hafenstadt. Dort legte auch der bekannte französische DJ The Avener auf.
Knapp 5000 Menschen versammeln sich am Samstagabend auf der berühmten Promenade des Anglais während eines Konzertes in der Hafenstadt. Dort legte auch der bekannte französische DJ The Avener auf.  © Yann Coatsaliou/AFP/dpa

Update, 12. Juli, 18.23 Uhr: Lindner: Videokonferenz nicht dasselbe wie Gespräch unter Menschen

FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner (41, FDP) hat in der Corona-Krise den mitmenschlichen Kontakt noch mehr zu schätzen gelernt. 

Im Sommerinterview der ARD sagte er am Sonntag auf die Frage, ob es wegen der Corona-Pandemie Dinge gebe, die er in seinem Leben verändern wolle: "Ich glaube, wir haben einen anderen Blick auf Reisen. Und auf der anderen Seite auch erlebt, wie wichtig der mitmenschliche Kontakt ist."

Er habe "auch die vielen Videokonferenzen gemacht, aber das ist nicht dasselbe, wie ein Gespräch unter Menschen, wo man auch ganz andere Signale und Botschaften wahrnimmt als nur vor einem Bildschirm zu sitzen." 

In der FDP-Parlamentsfraktion setze man jetzt zwar einerseits mehr auf Onlineformate, aber es habe auch der persönliche Austausch eine neue Bedeutung bekommen.

Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender, und Moderatorin Tina von Hassel blicken vor Beginn des ARD-Sommerinterviews in die Kamera.
Christian Lindner (FDP), Parteivorsitzender, und Moderatorin Tina von Hassel blicken vor Beginn des ARD-Sommerinterviews in die Kamera.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 12. Juli, 17.50 Uhr: UN-Bericht zur Welternährung 2020 - Corona könnte Trend verschärfen

Die Vereinten Nationen legen am Montag (16.00 Uhr) ihren neuen Bericht zur Welternährung mit den Zahlen zu Hunger und Unterernährung vor. 

In der Studie dürften auch die Auswirkungen der Corona-Krise eine Rolle spielen. Verschiedene UN-Organisationen haben in den vergangenen Wochen bereits davor gewarnt, dass die Covid-19-Krankheit die Ernährungslage in vielen Regionen verschärft. 

Für den neuen Jahresbericht 2020 haben unter anderem die Welternährungsorganisation FAO in Rom, das Kinderhilfswerk Unicef und die UN-Gesundheitsorganisation WHO ihre Daten zusammengetragen.

In den vergangenen Jahren hatte die FAO eine wachsende Zahl der unterernährten Menschen beklagt. Das weltweite Ziel, den Hunger bis 2030 zu stoppen, war damit in weite Ferne geraten.

Update, 12. Juli, 17.47 Uhr: Vor EU-Sondergipfel: Merkel trifft Italiens Premier Conte

Wenige Tage vor dem EU-Sondergipfel sucht Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) am Montag mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte (55) nach einem Ausweg aus dem Streit über den EU-Wiederaufbaupakt in der Corona-Krise. 

Merkel empfängt Conte am Nachmittag (16.00 Uhr) in Meseberg nördlich von Berlin im Gästehaus der Bundesregierung. Danach (17.30 Uhr) wollen sie gemeinsam die Medien unterrichten. Am Dienstag empfängt Merkel den spanischen Premier Pedro Sánchez (48) im Kanzleramt in Berlin.

2019 dachte niemand an Corona: Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte (55) (Archivbild).
2019 dachte niemand an Corona: Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte (55) (Archivbild).  © Thierry Roge/BELGA/dpa

Update, 12. Juli, 17.43 Uhr: Spahn äußert sich zu Corona-Lage in der Urlaubszeit

In den Sommerferien reisen Millionen Bundesbürger ins In- und Ausland - was bedeutet das für die weitere Eindämmung des Coronavirus? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) will am Montag (10.00) in Berlin zur Situation in Urlaubszeiten Stellung nehmen. 

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, gibt dazu Einschätzungen ab. Die Bundesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass größere Reisebewegungen auch das Krisenmanagement vor neue Aufgaben stellen. Spahn will sich außerdem zu Corona-Aspekten der gerade gestarteten deutschen EU-Ratspräsidentschaft äußern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Update, 12. Juli, 17.35 Uhr: Corona-Test am Flughafen für Reisende aus Risikogebiet in Frankreich

Frankreich will Reisende aus Risikogebieten künftig am Flughafen auf Corona testen. Die Maßnahme werde in den kommenden Tagen umgesetzt, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal am Sonntag an. 

Diejenigen, die bereits einen Corona-Test gemacht haben, müssten einen Nachweis darüber erbringen können, so Attal. Dann sei kein erneuerter Test in Frankreich notwendig. Gesundheitsminister Olivier Véran hatte Ende vergangener Woche noch von einer freiwilligen Maßnahme gesprochen.

"In Ländern, in denen das Virus nicht mehr zirkuliert als in Frankreich, gibt es keinen Grund, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen", erklärte Attal weiter. Reisende aus Deutschland dürften von den Tests nicht betroffen sein.

Führende Wissenschaftler in Frankreich hatten am Wochenende eine Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen gefordert, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern. In Frankreich gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht. 

Viele Läden, Sehenswürdigkeiten oder andere Einrichtungen schreiben aber das Tragen einer Maske vor. Frankreich ist von der Corona-Pandemie hart getroffen und zählt mehr als 30.000 Tote.

Gesundheitsminister Olivier Véran.
Gesundheitsminister Olivier Véran.  © Christophe Archambault/AFP/dpa

Update, 12. Juli, 16.43 Uhr: US-Fußball: Spiel wegen positiver Corona-Tests verschoben

Wegen weiterer Corona-Fälle ist beim Turnier der Major League Soccer das Fußballspiel zwischend dem FC Toronto und DC United kurz vor dem geplanten Beginn Sonntagfrüh verschoben worden. 

Wie die MLS mitteilte, gab es bei den vorgeschriebenen Tests am Samstag einen unbestätigten positiven Corona-Fall und einen nicht schlüssigen Test für einen anderen Spieler. Betroffen sein sollen nach Medienberichten beide Teams. 

Update, 12. Juli, 15.42 Uhr: Erneuter Corona-Ausbruch in Israel: Mehr aktive Fälle als Genesene

Israel bekommt einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus bislang nicht in den Griff. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Sonntag 18.940 aktive Corona-Fälle. Damit gab es in Israel seit längerer Zeit wieder mehr aktiv Infizierte als Genesene. 

Am Vortag waren 1148 neue Fälle gemeldet worden. Am Freitag hatte das Ministerium mit 1464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich.

Nach Medienberichten ist Gesundheitsminister Juli Edelstein für einen erneuten Lockdown, sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf rund 2000 steigen.

Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Beginn der Pandemie für sein entschiedenes Handeln gelobt worden war, steht er inzwischen für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

Benjamin Netanjahu (70), Premierminister von Israel.
Benjamin Netanjahu (70), Premierminister von Israel.  © Abir Sultan/POOL EPA/AP/dpa

Update, 12. Juli, 15.28 Uhr: Umfrage - Bereitschaft zu Corona-Impfung sinkt

Die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung ist einer Studie zufolge in Deutschland zuletzt gesunken. So sei der Anteil der Befürworter in den vergangenen drei Monaten von 70 auf 61 Prozent zurückgegangen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage.

Die Universität Hamburg hatte in Kooperation mit Hochschulen anderer EU-Staaten Tausende Menschen in mehreren Ländern gefragt, wie sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus stehen. Bislang gibt es eine solche Impfung nicht.

Besonders gering ist die Impfbereitschaft in Deutschland den Angaben zufolge mit 52 Prozent in Bayern, in Norddeutschland sei sie hingegen mit 67 Prozent deutlich höher. Ein Ost-West-Gefälle gebe es nicht.

Jonas Schreyögg, Leiter des Hamburg Center for Health Economics an der Uni Hamburg, sagte laut «Süddeutscher Zeitung», dass es jedoch nur wenige Menschen gebe, die einen Impfstoff generell ablehnen. "Positiv gesprochen heißt das, wenn es uns gelingt, durch Transparenz bei der Prüfung und Zulassung der Impfstoffe sowie mit öffentlichen Aufklärungskampagnen diesen Personen mehr Sicherheit zu geben und sie zu überzeugen, könnte die Impfbereitschaft deutlich erhöht werden", sagt er.

Ein großer Anteil derjenigen, die sich derzeit nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, würden dies mit Angst vor Nebenwirkungen oder Unklarheit zur Sicherheit des Impfstoffes begründen.

Schreyögg sprach davon, dass bereits jetzt Aufklärungskampagnen sinnvoll seien. Besonders wichtig erscheint es ihm, Frauen zu überzeugen. Sie seien "über alle Altersgruppen hinweg unsicherer bezüglich der Impfentscheidung".

Update, 12. Juli, 14.42 Uhr: Trotz Corona - Hohe Beteiligung bei Präsidenten-Stichwahl in Polen

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Polen zeichnet sich trotz der Corona-Epidemie eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis zum Mittag gaben 24,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Wahlkommission am Sonntag in Warschau mitteilte. Das waren gut sieben Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der zweiten Runde der Präsidentenwahl 2015.

Die Abstimmung war ursprünglich für Mai geplant, wurde aber wegen der Corona-Epidemie verschoben. In den Wahllokalen galten am Sonntag besondere Schutzvorschriften. Im Zentrum von Warschau standen die Menschen mit Gesichtsmasken vor den Wahllokalen Schlange, da in den Räumen nur eine begrenzte Personenzahl zugelassen war. Desinfektionsmittel standen am Eingang bereit, die Wahlhelfer trugen Handschuhe und durchsichtige Gesichtsvisiere.

Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen dem von der nationalkonservativen Regierungspartei PiS gestellten Amtsinhaber Andrzej Duda und seinem oppositionellen Herausforderer Rafal Trzaskowski hin.

Titelfoto: Yann Coatsaliou/AFP/dpa

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