Coronavirus: Gesundheitsminister Spahn fordert das Ende der "epidemischen Lage"

Deutschland/Welt - In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen, dennoch ist das Coronavirus immer noch allgegenwärtig und nicht zu unterschätzen.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 74,4 (Vortag: 72,7).

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,38 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Insgesamt 94.628 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 4,2 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 240,7 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,9 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 18. Oktober, 6.15 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 18. Oktober, 18.09 Uhr: Lauterbach rechnet mit Festhalten an Corona-Auflagen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) geht davon aus, dass zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch dann weiter gelten, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" nicht verlängert wird.

"Kein Bundesland wäre so verrückt, bei den derzeitigen Fallzahlen auf Zugangsbeschränkungen für geschlossene Räume zu verzichten oder die Maskenpflicht in Bus und Bahn zu begraben", sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dinge, die notwendig sind, werden weitergeführt, das ist für mich ganz klar."

Lauterbach reagierte damit auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU), der sich für ein Auslaufen der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen hat. Der Zeitpunkt dieser Erklärung habe ihn überrascht, sagte der SPD-Politiker. "Wir sind in einer Situation, in der die Fallzahlen zunehmen, der Impffortschritt stagniert und an Schulen in den kalten Monaten deutlich mehr Fälle zu erwarten sind. Niemand weiß aktuell so genau, was wir in den nächsten vier Wochen zu erwarten haben, wie hoch diese Welle noch wird."

Karl Lauterbach (58) glaubt nicht an ein jähes Ende der Corona-Maßnahmen.
Karl Lauterbach (58) glaubt nicht an ein jähes Ende der Corona-Maßnahmen.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 18. Oktober, 16.35 Uhr: Spahn fordert Ende der "epidemischen Lage"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41) hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder.

Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel "Pandemie vorbei? Spahn für Ende des Corona-Notstands".

Jens Spahn (41) spricht sich für ein Ende der "epidemischen Lage" aus.
Jens Spahn (41) spricht sich für ein Ende der "epidemischen Lage" aus.  © Marcel Kusch/dpa

Update, 18. Oktober, 15.28 Uhr: Laut Zwischenbilanz bislang 591 Millionen EU-Covid-Zertifikate ausgestellt

Seit dem offiziellen Start des EU-Impfnachweises Anfang Juli sind der EU-Kommission zufolge 591 Millionen Zertifikate ausgestellt worden.

"Das digitale Covid-Zertifikat der EU ist ein Symbol für ein offenes und sicheres Europa", teilte die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides (65) am Montag in Brüssel mit. Die Einführung der international anerkannten Zertifikate sei ein Beispiel für gute Zusammenarbeit in der EU.

Mit dem digitalen Zertifikat können EU-Bürger europaweit Impfungen, Tests und Genesungen nachweisen. Vom Sommerurlaub bis zu kleineren Ausflügen in benachbarte Länder können so viele Freizeitaktivitäten vereinfacht werden. Laut der Brüssler Behörde hat vor allem die Luftfahrt- und Reisebranche von dem Nachweis profitiert.

43 Länder von vier Kontinenten seien mittlerweile an die nötige Technik angeschlossen - weitere sollen in den kommenden Monaten folgen. Der Kommission zufolge haben insgesamt 60 Drittstaaten ihr Interesse bekundet, ebenfalls die EU-Zertifikate nutzen zu wollen.

Bislang wurden 591 Millionen EU-Covid-Zertifikate ausgestellt.
Bislang wurden 591 Millionen EU-Covid-Zertifikate ausgestellt.  © Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Update, 18. Oktober, 15.11 Uhr: Corona-Ausbruch bei EHC Red Bull München - 14 Spieler betroffen

Mit 18 positiven Tests beim EHC Red Bull München gibt es in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ein massives Corona-Problem. 14 Spieler und vier Mitglieder des Betreuer- und Trainerstabs seien betroffen, teilte der dreimalige deutsche Meister am Montag mit.

Davon seien 16 Personen vollständig und zwei einfach geimpft, hieß es auf Nachfrage. Als Konsequenz fällt nach der Absage des Münchner Heimspiels vom vergangenen Sonntag gegen Nürnberg auch das Spitzenspiel am Mittwoch gegen den Titelrivalen Adler Mannheim aus. Darüber, wie es zu dem Corona-Ausbruch kommen konnte, machte der DEL-Club keine Angaben.

Das Topspiel gegen die Adler soll nun am 2. Dezember nachgeholt werden. Dass die Mannheimer der Verlegung zustimmten, bezeichnete Münchens Manager Christian Winkler als "großartige Fairness". Fünf verletzte Spieler sorgen für zusätzliche Personalprobleme.

Update, 18. Oktober, 14.30 Uhr: Untersuchung sieht Welle an Antisemitismus und Islamhass seit Corona

Die Corona-Pandemie hat einer Untersuchung zufolge zu einer neuen Welle an Antisemitismus und Islamhass geführt.

Diese habe sich insbesondere auf Social-Media-Plattformen ausgebreitet, existierende antijüdische und antimuslimische Narrative neu verpackt und Minderheiten für die Pandemie verantwortlich gemacht, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Denkfabrik IFFSE (Institute for the Freedom of Faith & Security in Europe Foundation).

Update, 18. Oktober, 12.22 Uhr: Von der Leyen: EU hat eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen exportiert

Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert.

"Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen (63) am Montag in Brüssel.

Der Impfstoff sei seit Dezember 2020 in mehr als 150 Länder geliefert worden - unter ihnen Japan, die Türkei, Großbritannien und Brasilien. Etwa 87 Millionen Dosen seien über die UN-Initiative Covax an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gegangen.

Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert.
Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert.  © Paul Hennessy/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Update, 18. Oktober, 11.31 Uhr: Wolfsburg-Torjäger Weghorst mit Coronavirus infiziert

Torjäger Wout Weghorst (29) vom VfL Wolfsburg hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Das gab der Fußball-Bundesligist am Montag bekannt.

Der 29 Jahre alte Niederländer wird dem VfL deshalb auf jeden Fall am Mittwoch im wichtigen Champions-League-Spiel beim österreichischen Meister Red Bull Salzburg (18.45 Uhr/DAZN) fehlen.

Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst (29).
Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst (29).  © Swen Pförtner/dpa

Update, 18. Oktober, 10.25 Uhr: Corona-Pass in Italien: Polizei räumt Blockade im Hafen von Triest

Nach tagelangen Protesten von Aktivisten und Arbeitern im Hafen der norditalienischen Stadt Triest gegen das Corona-Zertifikat hat die Polizei mit der Räumung von Blockaden begonnen.

Polizeibeamte mit Helmen und Schildern sowie Wasserwerfer stellten sich am Montagmorgen vor dem Durchgang Nummer vier des Hafens auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete und auf Fernsehbildern zu sehen war.

Es kam zu Rangeleien mit den Ordnungskräften, die die Protestierenden zurückdrängte. Auch Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Update, 18. Oktober, 9.21 Uhr: Gastgewerbe weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

Das Gastgewerbe in Deutschland ist trotz besserer Geschäfte im Ferienmonat August weiterhin deutlich vom Vorkrisenniveau entfernt.

Gastronomen und Hoteliers verbuchten sowohl preisbereinigt (plus 5,9 Prozent) als auch nominal (plus 6,4 Prozent) einen Umsatzzuwachs gegenüber Juli, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 stiegen die Erlöse preisbereinigt (real) um 5,9 Prozent.

Damit lag der Umsatz real aber noch 16,2 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

Das Gastgewerbe in Deutschland ist trotz besserer Geschäfte im Ferienmonat August weiterhin deutlich vom Vorkrisenniveau entfernt.
Das Gastgewerbe in Deutschland ist trotz besserer Geschäfte im Ferienmonat August weiterhin deutlich vom Vorkrisenniveau entfernt.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 18. Oktober, 7.52 Uhr: Keine Maskenpflicht mehr bei innerskandinavischen Flügen

Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden.

Die Fluggesellschaften SAS, Norwegian, Widerøe und Flyr einigten sich darauf, von Reisenden zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden den Infektionsschutz nicht mehr zu verlangen.

"Der norwegische Leitfaden zur Infektionskontrolle verlangt von Passagieren im Inland nicht mehr, Gesichtsmasken zu tragen, daher entfällt diese Anforderung an Bord von Widerøes Flügen", sagte die Sprecherin Silje Brandvoll jüngst dem norwegischen Rundfunk.

Bei Flügen in andere Länder im Ausland müsse jedoch weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden.
Bei Flügen innerhalb Skandinaviens muss seit Montagmorgen kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 18. Oktober, 7.04 Uhr: Marteria sieht Entfremdung während der Corona-Pandemie

Der Musiker Marteria (38) hat während der Corona-Pandemie eine zunehmende Entfremdung innerhalb der Gesellschaft festgestellt.

Mehr Informationen zum Thema erhaltet Ihr hier: Rapper Materia über Corona-Pandemie: "Menschen entfernen sich".

Der aus Rostock stammende Rapper Marteria (38, bürgerlich Marten Laciny).
Der aus Rostock stammende Rapper Marteria (38, bürgerlich Marten Laciny).  © Stefan Sauer/dpa

Update, 18. Oktober, 6.17 Uhr: Umfrage: Corona senkt Optimismus und mehrt Stress

Die Corona-Pandemie ist vielen Menschen in Deutschland offensichtlich auf das Gemüt geschlagen. Nach einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage sank die Zahl der Optimisten in Deutschland bis zum Sommer stark, während das Stressempfinden ebenso deutlich zunahm.

Die Ergebnisse liegen allerdings schon etwas zurück: Das Umfrageinstitut Bilendi befragte im Juli im Auftrag der Versicherung Swiss Life gut 1000 Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren.

Demnach sagten 24 Prozent der Befragten, dass sie vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft blickten. In der Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr 2020 war deren Zahl mit 44 Prozent sogar außerordentlich hoch gewesen, im Vorkrisenjahr 2019 waren es 37 Prozent.

Das Stressempfinden jedoch stieg im Laufe der Pandemie: 26 Prozent sagten, dass sie sich oft unter Druck fühlten. Das waren erheblich mehr als in beiden Vorjahren: 2019 hatten 15 Prozent geantwortet, dass sie sich gestresst fühlten, im Frühjahr 2020 13 Prozent.

Die Corona-Pandemie ist vielen Bürgern in Deutschland offensichtlich auf das Gemüt geschlagen.
Die Corona-Pandemie ist vielen Bürgern in Deutschland offensichtlich auf das Gemüt geschlagen.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 18. Oktober, 4.13 Uhr: RKI registriert 4056 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 74,4

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gestiegen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 74,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,7 gelegen, vor einer Woche bei 66,5 (Vormonat: 72,0).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4056 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 3111 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es sieben Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.377.845 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,02 (Donnerstag 1,93) an.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.155.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.628.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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