Coronavirus: Kliniken weisen Schummelvorwurf um Betten für Covid-Patienten zurück

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.395 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 8,6 (Vortag: 8,8).

Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Inzidenz fällt unter 10
Coronavirus Coronavirus in Frankfurt und Hessen: Inzidenz fällt unter 10

Weltweit gibt es rund 178 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,86 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 21. Juni, 6.50 Uhr).

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Update, 21. Juni, 16 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Indonesien

Der Inselstaat Indonesien hat die Marke von zwei Millionen Corona-Infektionsfällen überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Montag mehr als 14.500 Neuinfektionen verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Die Zahl der Neuansteckungen stieg damit auf 2.004.445. Außerdem wurden 294 neue Todesfälle registriert. Damit sind in dem südostasiatischen Land mehr als 54.900 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Der weltgrößte Inselstaat mit seinen 270 Millionen Einwohnern hatte bereits in den vergangenen Wochen steigende Infektionszahlen verzeichnet.

Ein islamischer Geistlicher betet mit Angehörigen bei der Beerdigung eines Mannes in dem Abschnitt eines indonesischen Friedhofs, der für Corona-Verstorbene bestimmt ist.
Ein islamischer Geistlicher betet mit Angehörigen bei der Beerdigung eines Mannes in dem Abschnitt eines indonesischen Friedhofs, der für Corona-Verstorbene bestimmt ist.  © Tatan Syuflana/AP/dpa

Update, 21. Juni, 14.01 Uhr: Kliniken weisen Schummelvorwurf um Betten für Covid-Patienten zurück

Deutschlands Krankenhäuser haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten aus finanziellen Gründen bei Angaben zu Betten für Covid-19-Behandlungen geschummelt.

Der Bundesrechnungshof habe keine Belege für entsprechende Vorwürfe vorgelegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag bei einer Veranstaltung seiner Organisation. Seit Tagen wird darüber spekuliert, die Kliniken hätten mit Manipulationen Pauschalzahlungen für frei gehaltene Betten bekommen wollen.

Gaß sagte, die Kliniken hätten die Infrastruktur zur Behandlung zahlreicher möglicher Covid-19-Patientinnen und -Patienten geschaffen. Diese möglichen Intensivbetten seien nicht komplett gebraucht worden. Aber wenn es nötig gewesen wäre, hätten die Behandlungskapazitäten hochgefahren werden können.

Intensivpflegerinnen sind auf eienr Covid-19-Intensivstation in Pulsnitz mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.
Intensivpflegerinnen sind auf eienr Covid-19-Intensivstation in Pulsnitz mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.  © Robert Michael/dpa

Update, 21. Juni, 13.51 Uhr: Drei Modell-Diskotheken dürfen im Norden ohne Maskenpflicht öffnen

Nach über einjähriger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen in Schleswig-Holstein die ersten drei Diskotheken als befristete Modellprojekte unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Die Besucher müssen keine Maske tragen, keine Abstände wahren und negativ auf Corona getestet, geimpft oder genesen sein. Wie Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag in Kiel mitteilte, können sich Betriebe bis zum 2. Juli beim Land bewerben und bei Erfüllung aller Voraussetzungen frühestens am 20. Juli starten.

Landesweit soll jeweils eine Diskothek mit maximal 200, 500 und 2000 möglichen Besuchern für jeweils drei Veranstaltungen zugelassen werden. Die Corona-Tests der Gäste dürfen höchstens sechs Stunden alt sein, die Besucher müssen vier Nachtests zustimmen. So sollen Infektionen schnell zugeordnet werden. Die Modellprojekte sind zunächst auf vier Wochen angelegt.

Update, 21. Juni, 13.47 Uhr: Juristen fordern differenziertes Vorgehen bei Maskenpflicht

Bei der Umsetzung der Maskenpflicht haben Juristen ein differenziertes Vorgehen gefordert. Vor allem in Schulen stelle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einen "deutlich gravierenderen Eingriff" dar und belaste die Schüler "unverhältnismäßig", sagte der Leipziger Staatsrechtler Christoph Degenhart dem "Handelsblatt".

In Schulen müssten "andere Mittel gesucht werden, was bei einem überschaubaren Personenkreis wie einem Klassenverband auch möglich sein dürfte." Dennoch hält Degenhart den Mund-Nasen-Schutz weiter für ein legitimes Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Im Gegensatz zu Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantänepflichten stelle die Maskenpflicht eine "nicht sehr eingriffsintensive Maßnahme dar", sagte der Jurist.

Zu einer ähnlichen Ansicht kommt auch der Berliner Verfassungsjurist Christian Pestalozza von der Freien Universität. Die Maske sei an heißen Tagen oder bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten zwar lästig, aber dennoch "neben Impfung, Abstand und Hygiene ein unverzichtbares Mittel der Pandemiebekämpfung".

Vor allem in Schulen stelle die Pflicht, eines Mund-Nasen-Schutz zu tragen, einen "deutlich gravierenderen Eingriff" dar.
Vor allem in Schulen stelle die Pflicht, eines Mund-Nasen-Schutz zu tragen, einen "deutlich gravierenderen Eingriff" dar.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 21. Juni, 13.44 Uhr: Merkel dankt Beschäftigten in Kliniken für Corona-Kriseneinsatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat den Beschäftigten in den Kliniken für ihren großen Einsatz in der Corona-Krise gedankt.

Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter seien seit Monaten an die physischen und psychischen Grenzen gegangen. "Das ist alles andere als selbstverständlich", sagte Merkel am Montag in einer eingespielten Videobotschaft bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Merkel betonte, dass inzwischen die dritte Corona-Welle gebrochen sei. Die Zahl intensiv-pflichtiger Covid-19-Patienten gehe zurück. Das Virus sei aber nicht aus der Welt.

Update, 21. Juni, 13.07 Uhr: Erste Corona-Geimpfte in England: Habt keine Angst vor einer Nadel

Vor gut einem halben Jahr ist die Britin Margaret Keenan als weltweit erster Mensch mit dem zugelassenen Vakzin von BioNTech und Pfizer gegen das Coronavirus geimpft worden - nun hat die 91-Jährige andere Menschen ermutigt, ihrem Beispiel zu folgen.

"Egal, was ihr bisher darüber gedacht habt, lasst Euch impfen", sagte die Britin am Montag der BBC. "Es ist nichts dabei. Habt keine Angst vor einer Nadel", sagte sie. "Es schützt Euer Leben und das Leben Anderer."

Bilder von Keenans Erstimpfung am 8. Dezember 2020 in Coventry waren um die Welt gegangen, am 29. Dezember hatte sie die für den vollständigen Schutz notwendige zweite Dosis erhalten.

Margaret Keenan (91) ist die erste Corona-Geimpfte in England.
Margaret Keenan (91) ist die erste Corona-Geimpfte in England.  © Jacob King/PA Wire/dpa

Update, 21. Juni, 12.59 Uhr: Tschechien öffnet Grenzen für Urlauber aus allen EU-Staaten

Tschechien hat seine Grenzen für Urlauber aus allen EU-Staaten geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Montag auch für Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen. Das teilte das Innenministerium in Prag mit.

Für Touristen aus Deutschland, Österreich und fünf weiteren EU-Staaten gab es bereits seit zwei Wochen eine Sonderregelung. Tschechien hatte wegen der Corona-Pandemie monatelang alle Einreisen von Ausländern ohne triftigen Grund untersagt. Die Tourismusbranche klagte über enorme Verluste.

Voraussetzung ist in der Regel, dass die Reisenden negativ getestet, geimpft oder genesen sind und im Vorfeld eine Online-Anmeldung ausgefüllt haben. Die Einzelheiten sind auf den Internetseiten des Innenministeriums zu finden.

Tschechien hat am Montag seine Grenzen für Urlauber aus EU-Staaten geöffnet.
Tschechien hat am Montag seine Grenzen für Urlauber aus EU-Staaten geöffnet.  © Nicolas Armer/dpa

Update, 21. Juni, 12.54 Uhr: Nach den Corona-Lockerungen: Einkaufsstraßen füllen sich wieder

Die Lockerungen der coronabedingten Verkaufsbeschränkungen sorgen für mehr Leben in den Innenstädten. Das geht aus Zahlen des auf die Messung von Besucherfrequenzen in Einkaufsstraßen spezialisierten Unternehmens Hystreet hervor. In den zehn größten deutschen Städten liegt die Zahl der Einkaufsbummler demnach inzwischen wieder bei durchschnittlich 72 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Hystreet vergleicht dabei Zahlen der vergangenen vier Samstage mit denen von Mai/Juni 2019. Im Februar 2021, als ein weitreichender Lockdown galt, habe die Zahl der Passanten nur bei 17 Prozent des Februars 2019 gelegen, teilte Hystreet am Montag mit.

Die Rückkehr der Passanten fiel dabei nicht überall gleich hoch aus. In Düsseldorf (Schadowstraße) wurden den Angaben zufolge 92 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht, in Hamburg (Spitalerstraße) waren es im Schnitt der vergangenen vier Samstage 80 Prozent. Geringer seien die Zahlen in München (Neuhauser Straße) mit 57 Prozent und Berlin (Kurfürstendamm) mit 55 Prozent ausgefallen.

In Deutschland wächst die Shoppinglust.
In Deutschland wächst die Shoppinglust.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 21. Juni, 12.51 Uhr: Betriebsärzte haben schon Zehntausende Post-Beschäftigte geimpft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt die Deutsche Post DHL mit ihren Impfungen über Betriebsärzte nach eigenen Angaben gut voran.

Bis zu diesem Freitag werden voraussichtlich rund 40.000 der 230.000 Beschäftigten im Inland eine Dose verabreicht bekommen haben, wie der Bonner Konzern am Montag mitteilte. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sortierzentren und in der Zustellung kamen bei den vor zwei Wochen gestarteten Impfungen schon dran - also auch Paketboten, die an der Haustür klingeln und Kundenkontakt haben.

Die Firma rechnet damit, die betriebliche Impfkampagne bis Anfang September abgeschlossen zu haben, dann wird es also die letzten Zweitimpfungen geben. Das freiwillige Impfangebot stoße auf großes Interesse bei den Beschäftigten.

Update, 21. Juni, 12.45 Uhr: Niedrige Inzidenz - Hamburg lockert Corona-Beschränkungen weiter

Angesichts einer stabilen Infektionslage lockert der Hamburger Senat die Corona-Kontaktbeschränkungen weiter.

Unter anderem können sich ab Dienstag können sich wieder zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten auch in Innenräumen treffen, wie der Senat am Montag mitteilte. Bislang waren nur fünf Personen erlaubt. Genesene und Geimpfte sowie Kinder werden dabei nicht mitgezählt. Mehr zur Corona-Lage in der Hansestadt lest Ihr bei TAG24 im "Coronavirus in Hamburg"-Liveticker.

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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