Coronavirus: Knapp 16.000 Neuinfektionen und mehr als 1000 neue Todesfälle

Deutschland/Welt - Das Coronavirus dürfte Deutschland auch noch in den nächsten Monaten in Atem halten. Auf ausreichend Abstand zueinander achten und Maske tragen sind da noch die geringeren Hürden.

Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.
Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.068.678 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. 1.736.911 davon sollen inzwischen wieder genesen sein.

Hierzulande starben bereits insgesamt 48.433 Menschen mit oder an dem Virus.

Die USA haben nach wie vor weltweit die meisten Fälle registriert: Über 24,16 Millionen Infizierte und 400.022 Tote wurden bereits erfasst.

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 95,91 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.049.813 Todesfälle (alle Angaben Stand 19. Januar, 21.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 20. Januar, 10.39 Uhr: Linke-Chefin Kipping: Homeoffice-Beschluss ist "halbherzig"

Der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping geht der Bund-Länder-Beschluss zum Homeoffice nicht weit genug. Er sei am Ende "leider nur sehr halbherzig" gefasst worden, sagte die Politikerin am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin.

Dass die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder in diesem Punkt weitere Schritte gehen, sei längst überfällig, sagte Kipping. Die Politik könne "nicht die komplette Last des Infektionsschutzes nur auf den Privathaushalten ablegen". Das Coronavirus interessiere sich nicht dafür, "ob der Kontakt auf der Arbeitswelt oder im Privaten stattfindet".

Die politisch Verantwortlichen haben sich nach Auffassung der Linken-Politikerin über Monate geweigert, das Infektionsschutzgesetz auch verbindlich in der Arbeitswelt durchzusetzen. Das habe den Lockdown unnötig verlängert, sagte Kipping.

Sie bedauere, dass am Ende keine Homeoffice-Pflicht, wie sie in der "ersten Formulierung" geplant gewesen sei, angeordnet werde. "Die organisierte Arbeitgeberlobby hat vehement dagegen zum Sturm geblasen", sagte Kipping. Den Infektionsschutz nicht auch konsequent in der Arbeitswelt durchzusetzen, bedeute, dass private Haushalte und "geschlossene Branchen wie die Veranstaltungsbranche und Kultur das ausbaden" müssten, sagte die Linken-Politikerin.

Katja Kipping spricht bei einer Pressekonferenz.
Katja Kipping spricht bei einer Pressekonferenz.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 20. Januar, 9.54 Uhr: Altmaier - Unterstützung für alle Soloselbstständigen und Betriebe

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verspricht mehr Unterstützung für Soloselbstständige und Betriebe aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. 7500 Euro Fixkostenpauschale könnten Soloselbstständige bis Juni abrechnen.

"Jetzt gilt es für alle, die Soloselbstständige sind", sagte er im ARD-Morgenmagazin am Mittwoch. "Das wird ihnen helfen über diese schwierigen Monate zu kommen." Auch bei den beschlossenen Maßnahmen zum Homeoffice sollten kleinere Betriebe berücksichtigt werden. "Überall dort Homeoffice, wo es geht, aber eben auch nur dort, wo es geht." Es müsse mit "Augenmaß" umgesetzt werden.

Kontrollen oder Sanktionen bei der Einhaltung der Homeoffice-Regelungen würden seiner Meinung nach "nur ganz selten" gebraucht werden. "Wir wollen kein bürokratisches Gebilde, sondern wir wollen erreichen, dass es flexibel im Interesse der Betriebe und Arbeitnehmer funktioniert."

Peter Altmaier folgt einer Debatte im Bundestag zum Thema Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.
Peter Altmaier folgt einer Debatte im Bundestag zum Thema Ausstieg aus der Braunkohleverstromung.  © David Hutzler/dpa

Update, 20. Januar, 9.20 Uhr: GEW beklagt Schlupflöcher bei Corona-Beschlüssen zu Schulen und Kitas

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf, da dieser zu viele Schlupflöcher habe. Die Länder könnten auch nach dem Beschluss von Dienstagabend, den Lockdown für Schulen und Kitas bis zum 15. Februar zu verlängern, entscheiden, "wie sie die Vereinbarung umsetzen", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Damit bleibt es beim föderalen Flickenteppich in der Bildung."

Bund und Länder hatten den Lockdown aus Sorge über die Virusmutation bis Mitte Februar verlängert. Auch Schulen und Kitas sollen nach dem Beschluss bis dahin weiter geschlossen bleiben. Doch deutete sich an, dass die Länder diese umstrittene Entscheidung unterschiedlich umsetzen werden.

Grundsätzlich begrüße die GEW, dass die Präsenzpflicht für Schulen und Kitas zur Eindämmung der Pandemie weiterhin ausgesetzt sei. Tepe wies aber darauf hin, dass aus Gewerkschaftssicht alle Seiten - Lehrer, Kinder und Eltern - "endlich ein bundesweit einheitliches, verbindliches Vorgehen" wollten. Schulen und Kitas bräuchten eine klare Strategie und einen verlässlichen Stufenplan, der vorgebe, bei welchen Ansteckungszahlen welche Maßnahmen greifen. "Die Akzeptanz der Beschlüsse sinkt bei allen an Schule und Kita Beteiligten, wenn die Länder wie bisher auch bei vergleichbaren Inzidenzzahlen unterschiedliche Maßnahmen ergreifen", sagte Tepe.

Update, 20. Januar, 8.11 Uhr: Israel feiert Impfrekorde und verlängert den Lockdown um zehn Tage

In Israel sind erstmals mehr als 200.000 Corona-Impfungen am Tag verabreicht worden. Gleichzeitig verlängert das kleine Land am Mittelmeer seinen Lockdown angesichts eines Allzeithochs von Neuinfektionen um weitere zehn Tage. Die Beschränkungen sollen nun bis Ende des Monats gelten, wie die Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Dienstagabend beschloss.

Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien insgesamt 201.000 Menschen geimpft worden. Von ihnen erhielten 129.000 bereits die zweite Impfdosis und 72.000 die erste. Insgesamt haben bereits mehr als 2,2 Millionen Menschen in Israel die erste und 550.000 Menschen die zweite Impfdosis bekommen. "In diesem Tempo besiegen wir die Mutation", schrieb Edelstein bei Twitter.

Am Dienstag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land erstmals 10.000 überstiegen. Seit knapp zwei Wochen gilt in Israel ein Lockdown mit strikten Einschränkungen. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen.

Netanja: Eine israelische Frau erhält in einem privaten Pflegeheim von einem Freiwilligen der nationalen Hilfsorganisation "Magen David Adom" ihre zweite Dosis des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech.
Netanja: Eine israelische Frau erhält in einem privaten Pflegeheim von einem Freiwilligen der nationalen Hilfsorganisation "Magen David Adom" ihre zweite Dosis des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech.  © Oded Balilty/AP/dpa

Update, 20. Januar, 6.36 Uhr: Dreijähriges Corona-Hilfsprojekt für Kinder in Afrika gestartet

Im Rahmen der Corona-Hilfe für Afrika startet ein Zusammenschluss der sechs weltweit größten Kinderhilfsorganisationen ein dreijähriges Projekt für den Schutz von Mädchen und Jungen vor Gewalt. Es erhält nach Angaben der Organisationen zehn Millionen Euro von der Europäischen Union, um Kinder in fünf afrikanischen Ländern vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen.

In Äthiopien, Kenia, Mali, Senegal und Uganda sollen in den kommenden drei Jahren rund 718.000 Kinder in Flüchtlingslagern, städtischen Elendsvierteln, Konfliktregionen und Grenzgebieten davon profitieren. Das Projekt "Joining Forces for Africa - Schutz von Kindern vor Gewalt während der COVID-19-Krise und darüber hinaus" (JOFA) steht unter der Leitung von Plan International Deutschland.

"Unter den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden die Kinder am stärksten, sie sind die verborgenen Opfer dieser Krise" sagte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. Durch die Ausgangsbeschränkungen seien Mädchen und Jungen einem hohen Risiko von häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt.

Neben Plan International und World Vision sind auch ChildFund International, Save the Children, Terre des Hommes und SOS-Children’s Villages International an dem Projekt beteiligt.

Äthiopien, Addis Abeba: Ein Kind spielt während eines Gottesdienstes zur äthiopischen Weihnacht in der Bale-Wold-Kirche mit einer Trommel, die vom Chor benutzt wird.
Äthiopien, Addis Abeba: Ein Kind spielt während eines Gottesdienstes zur äthiopischen Weihnacht in der Bale-Wold-Kirche mit einer Trommel, die vom Chor benutzt wird.  © Mulugeta Ayene/AP/dpa

Update, 20. Januar, 6 Uhr: 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend.

Intensivpflegerinnen sind in Schutzkleidungen auf der Covid-19-Intensivstation in der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz (Sachsen) mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.
Intensivpflegerinnen sind in Schutzkleidungen auf der Covid-19-Intensivstation in der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz (Sachsen) mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Januar, 5.15 Uhr: Virologin - Nachlässigkeit gefährlicher als neues Virus

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer sieht in der Nachlässigkeit der Menschen während der Corona-Pandemie eine größere Gefahr als in der neuen Virus-Variante. Dies erkläre auch die trotz Lockdowns nur langsam sinkenden Infektionszahlen, erläuterte die Direktorin des Instituts für Virologie am Helmholtz Zentrum München und an der Technischen Universität München der Deutschen Presse-Agentur.

"Die neue Variante birgt ein erhöhtes Risiko, sich im Eins-zu-eins-Kontakt anzustecken. Aber: Der Eins-zu-eins-Kontakt muss überhaupt erst mal passieren. Und er muss so passieren, dass der Abstand nicht ausreichend gewahrt wird oder dass Masken nicht getragen werden. Nur dann kann es da auch wirklich zu einer Übertragung kommen." Dann allerdings scheine das Ansteckungsrisiko mit der neuen Variante größer zu sein.

Wichtig sei es etwa, die Maske in entsprechenden Situationen aufzubehalten und nicht zwischendurch abzusetzen. Dass ein wirksamer Schutz möglich sei, zeigten Erfahrungen im Klinikum. Dort hätten sich Mitarbeiter am seltensten in dem Bereich angesteckt, in dem Corona-Patienten behandelt wurden.

Ulrike Protzer bei einer Pressekonferenz der bayerischen Universitätskliniken.
Ulrike Protzer bei einer Pressekonferenz der bayerischen Universitätskliniken.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 20. Januar, 1.49 Uhr: WHO warnt vor Kollaps der Kliniken in Amerika wegen Corona-Pandemie

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem Kollaps der Krankenhäuser in Nord- und Südamerika. "In der ganzen Region arbeiten viele Klinken an der Grenze oder nahe der Grenze ihrer Kapazitäten", sagte die Direktorin der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), Clarissa Etienne, am Dienstag.

Sorgen bereiteten ihr vor allem die hohen Belegungszahlen der Betten auf Intensivstationen und der Mangel an medizinischem Sauerstoff in bestimmten Regionen.

"In der vergangenen Woche haben wir über 2,5 Millionen neue Covid-19-Fälle in der Region registriert - mehr als die Hälfte aller Fälle weltweit. Im gleichen Zeitraum haben wegen der Pandemie 42.000 Menschen in Nord- und Südamerika ihr Leben verloren", sagte Etienne. Mit den USA, Brasilien und Mexiko liegen drei der am stärksten betroffenen Länder in der Region.

"Unsere Region und die Welt scheitern bei dem Versuch, das Coronavirus zu kontrollieren. In zu vielen Ländern passen die politischen Maßnahmen nicht zum Ernst der Lage", sagte Etienne. "Und zu viele von uns haben die Maßnahmen gelockert, von denen wir wissen, dass sie funktionieren, die uns gesund und die Kliniken am Laufen gehalten haben." Die Paho ist die Regionalorganisation der WHO in Nord- und Südamerika.

Update, 19. Januar, 22.12 Uhr: Das sind die neuen Corona-Regeln für Deutschland

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektions- und Todeszahlen bis Mitte Februar verlängert.

Weitere Neuerungen und Maßnahmen findet Ihr >> hier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert während der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen zu den weiteren Corona-Maßnahmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert während der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen zu den weiteren Corona-Maßnahmen.  © Hannibal Hanschke/REUTERS/Pool/dpa

Update, 19. Januar, 21.42 Uhr: Arbeitgeber müssen Homeoffice ermöglichen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen.

Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag beschlossen, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. Die Regelung soll bis 15. März gelten.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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