Coronavirus: WHO hält Ende der Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Deutschland/Welt - Während der Immobilienverband baldige Öffnung für den Handel fordert, warnen Ärzte vor unkoordinierten Lockerungen. Wie es nach dem 7. März - solange dauert der Corona-Lockdown vorerst - weitergeht, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.455.569 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten (Stand: 2. März, 6.50 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,26 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 70.266 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 65,4 (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

Weltweit gibt es rund 114.417.054 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.537.563 Todesfälle (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

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Update, 2. März, 10.45 Uhr: Arbeitslosigkeit im Februar leicht gestiegen

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Februar wegen der Corona-Pandemie saisonuntypisch leicht gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2,904 Millionen Menschen ohne Job, 4000 mehr als im Januar und 509.000 mehr als im Februar 2020. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent.

In normalen Jahren sinkt die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Februar im Vergleich zum Januar leicht, weil erste negative Winter-Effekte um diese Zeit abklingen. "Einzelne Branchen spüren die Folgen des Lockdowns", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele am Dienstag in Nürnberg. In die Februar-Statistik flossen Daten ein, die bis zum 11. Februar erhoben wurden.

Die Kurzarbeit sichere weiter in großem Umfang Beschäftigung und verhindere Arbeitslosigkeit, sagte Scheele. Zwischen dem 1. und dem 24. Februar seien bei der Bundesagentur Kurzarbeitsanzeigen für 500.000 Personen eingegangen. Das Niveau sei seit November 2020 wieder erhöht, vor allem wegen der Schließungen im Einzelhandel und im Gastgewerbe.

Update, 2. März, 10.41 Uhr: WHO hält Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend in Genf. Bei klugem Handeln könnten jedoch "die Krankenhauseinweisungen, die Todesfälle und die Tragödie beendet werden, die mit dieser Pandemie einhergehen".

Der Fokus der WHO sei weiter darauf gerichtet, die Infektionen so gering wie möglich zu halten und so viele Menschen wie möglich zu impfen. Im Vergleich zu vor zehn Wochen sei die Situation viel besser, sagte Ryan mit Blick auf die Auslieferung erster Impfstoffe gegen das Virus. "Noch stehen wir aber vor einer großen Herausforderung", betonte er.

Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.
Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.  © Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dpa

Update, 2. März, 9.19 Uhr: Verschärfte Einreiseregeln für französisches Gebiet Moselle

Mit der Einstufung der französischen Grenzregion Moselle als sogenanntes Virusvariantengebiet seit Dienstag gelten strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Menschen aus dem Département müssen künftig bei der Einreise in das angrenzende Rheinland-Pfalz und Saarland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Dies gilt auch für Pendler.

Die Bundespolizei kontrolliert die verschärfte Testpflicht stichprobenartig im Grenzgebiet an die Region Moselle in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Grenzkontrollen auf der Grenzlinie wird es nicht geben.

Update, 2. März, 9.02 Uhr: Giffey plädiert für mehr Perspektiven für Kinder

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) plädiert im Rahmen weiterer Öffnungen für mehr Perspektiven von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise.

"Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche jetzt ganz vorne in der Debatte um weitere Öffnungsschritte stehen müssen", sagte Giffey am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Wenn man über Baumärkte, Flugschulen und Hundeschulen spreche, sollte man auch die Perspektive von Kindern in den Blick nehmen. "Es kann nicht sein, dass Hunde früher in die Schule gehen als Kinder und Jugendliche."

Kinder und Jugendliche dürften nicht allein als Schüler, sondern müssten in ihrer ganzen Persönlichkeit betrachtet werden, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".
Kinder und Jugendliche dürften nicht allein als Schüler, sondern müssten in ihrer ganzen Persönlichkeit betrachtet werden, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 2. März, 8.48 Uhr: Lockdown trifft Einzelhandel zu Jahresbeginn hart

Der Corona-Lockdown hat die Geschäfte vieler Einzelhändlern in Deutschland zu Beginn des Jahres 2021 belastet. Bereinigt um Preiserhöhungen (real) setzten die Unternehmen im Januar 4,5 Prozent und nominal 3,9 Prozent weniger um als im Dezember 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Zur Bekämpfung der Pandemie war das öffentliche Leben eingeschränkt worden. Abgesehen von Geschäften des täglichen Bedarfs sind Einzelhandelsgeschäfte seit dem 16. Dezember 2020 geschlossen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Umsatz real um 8,7 Prozent und nominal um 7,4 Prozent.

Sehr hart traf es erneut den Textilhandel, die Erlöse brachen real um 76,6 Prozent gegenüber Januar 2020 ein. Der Online- und Versandhandel profitierte dagegen von den Geschäftsschließungen und setzte 31,7 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Auch der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren machte bessere Geschäfte (plus 4,3 Prozent). Möbelhändler und Heimwerkermärkte verzeichneten einen deutlichen Umsatzrückgang (43,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat.

"Hier stirbt der Modehandel": Ein Geschäft in Köln weißt mit einem Plakat auf seine große Not hin.
"Hier stirbt der Modehandel": Ein Geschäft in Köln weißt mit einem Plakat auf seine große Not hin.  © Oliver Berg/dpa

Update, 2. März, 7.40 Uhr: Smudo und das "Luca"-System: "Konzerte sind der Endgegner"

Ein Hip Hopper als Pandemiebekämpfer: Smudo (52) von den Fantastischen Vier sieht das von ihm mitentwickelte System "Luca" als einen der Schlüssel, um das gesellschaftliche Leben wieder hochzufahren. "Ich bin davon überzeugt, dass 'Luca' uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie."

Der Musiker wirbt derzeit bei Behörden und Politikern um sein System der Kontaktnachverfolgung. Mit dem System einer App und verschlüsselten QR-Codes könnten etwa Besucher von Restaurants oder Kinos digital einchecken. Bei einer Corona-Infektion fänden die angeschlossenen Gesundheitsämter schneller entsprechende Kontaktpersonen.

"Luca" könnte langfristig auch bei Musikveranstaltungen zum Einsatz kommen. "Konzerte sind natürlich der Endgegner. Körper an Körper zu stehen und einem Künstler zuzujubeln, das wird bis nächstes Jahr bestimmt nicht funktionieren. Das ist meine persönliche Einschätzung", erklärte Smudo (52).
"Luca" könnte langfristig auch bei Musikveranstaltungen zum Einsatz kommen. "Konzerte sind natürlich der Endgegner. Körper an Körper zu stehen und einem Künstler zuzujubeln, das wird bis nächstes Jahr bestimmt nicht funktionieren. Das ist meine persönliche Einschätzung", erklärte Smudo (52).  © Axel Heimken/dpa

Update, 2. März, 7.24 Uhr: Ausgangssperre in Brasilien gefordert

Die Gesundheitsbeauftragten der brasilianischen Bundesstaaten fordern eine Ausgangssperre, um die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

"Der Nationale Rat der Gesundheitsbeauftragten (CONASS) spricht sich für die sofortige Verabschiedung von Maßnahmen aus, um den drohenden Zusammenbruch der öffentlichen und privaten Gesundheitssysteme zu vermeiden", hieß es in einem "Brief an die brasilianische Nation", den der CONASS am Montag auf seiner Webseite veröffentlichte. Zu den geforderten Maßnahmen gehören die Aussetzung des Präsenzunterrichts und eine landesweite Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr sowie an den Wochenenden.

Update, 2. März, 7.15 Uhr: Impfstoffe bald aus dem Drucker?

Impfstoffe aus einem Drucker? Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will mit solchen kleinen, mobilen Produktionsanlagen ab diesem Sommer Impfstoffe herstellen.

Nach einem Prototypen werden zurzeit zwei weiter entwickelte Geräte in einem Reinraum in Tübingen installiert, wie ein Sprecher mitteilte. Als Reinraum wird ein Raum bezeichnet, der eine extrem geringe Konzentration luftgetragener Teilchen aufweist. Mehr zu diesem Thema lest Ihr im TAG24-Artikel "Impfstoffe aus dem Drucker: Curevac will es bis Sommer möglich machen".

Erster Prototyp eines RNA-Druckers des Bio-Tech-Unternehmens Curevac in Tübingen. Hier sollen in Zukunft Impfstoffe gedruckt werden.
Erster Prototyp eines RNA-Druckers des Bio-Tech-Unternehmens Curevac in Tübingen. Hier sollen in Zukunft Impfstoffe gedruckt werden.  © Firmenbild/Curevac/dpa

Update, 2. März, 7.08 Uhr: SPD-Chef Walter-Borjans mit scharfer Kritik gegen Merkel, Spahn und Altmaier

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans (68) hat die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und der Unionsminister in der Corona-Krise scharf kritisiert.

"Wir haben eine Regierungschefin, die in der Koordinierung in dieser Krise einiges vermissen lässt", sagte Walter-Borjans der "Augsburger Allgemeinen" über den Koalitionspartner. Die derzeit besonders geforderten Verantwortungsträger in der Union würden "ihrer Aufgabe nicht gerecht". Er bezog sich damit besonders auf Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62) und Gesundheitsminister Jens Spahn (40, beide CDU). Bei beiden sei, "vorsichtig formuliert, eine Menge Luft nach oben."

Update, 2. März, 7.01 Uhr: Immobilienverband fordert baldige Öffnung für Handel

Die Immobilienwirtschaft fordert von Bund und Ländern in der Corona-Pandemie eine zeitnahe Öffnung des Handels.

"Die Abkehr von einer einseitigen Festlegung auf die Inzidenz von 35 ist mehr als überfällig", sagte der Präsident des Spitzenverbands Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA), Andreas Mattner, der Deutschen Presse-Agentur. Handel und Hotellerie hätten keinen Einfluss auf die Infektionsentwicklung. Blieben sie geschlossen, würden Firmen und Arbeitsplätze ohne Grund vernichtet.

Titelfoto: Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dpa

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