Coronavirus: RKI-Chef ist "bedrückt": Erst gab es Dank, dann Molotowcocktails

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch Monate in Atem halten. Abstand halten und Maske tragen dürften noch die geringeren Hürden bleiben. Denn fast im gesamten Dezember heißt es nun wieder: Lockdown!

Der Teil-Lockdown wurde bis Weihnachten verlängert. Nach wie vor heißt es: Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen.
Der Teil-Lockdown wurde bis Weihnachten verlängert. Nach wie vor heißt es: Restaurants, Theater und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen.  © Fabian Strauch/dpa

Laut der Johns Hopkins Universität sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.085.480 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Rund 749.219 Menschen sollen inzwischen genesen sein. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bereits auf insgesamt 16.897 (Stand 1. Dezember, 22.27 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 13,65 Millionen Infizierte und 269.667 Tote wurden bereits erfasst (Stand 1. Dezember, 22.27 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 63,62 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.475.851 Todesfälle (Stand 1. Dezember, 22.27 Uhr).

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Update, 1. Dezember, 22.20 Uhr: RKI-Chef Wieler "bedrückt": Erst Dank, dann Molotowcocktails

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) zu großer Solidarität, zunehmend aber auch zu bedenklichen Entwicklungen geführt.

Noch zu Ostern habe sein Institut von einem Hotel 150 kleine Osterlämmer für die Mitarbeiter geschenkt bekommen, vor einigen Wochen seien dann Molotowcocktails gegen ein RKI-Gebäude geworfen worden, sagte Präsident Lothar Wieler am Dienstagabend. "Das bedrückt mich sehr."

Das Institut mache ja die gleiche Arbeit wie zuvor. Prinzipiell sei er aber der Ansicht, dass die Gesellschaft Zusammenhalt und Stärke gezeigt habe, sagte Wieler auf eine Frage zu Veränderungen durch Corona. Nach dem Angriff auf das Gebäude Ende Oktober hatte der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

RKI-Chef Lothar Wieler hofft, dass die Corona-Krise auch positive Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen haben könnte.
RKI-Chef Lothar Wieler hofft, dass die Corona-Krise auch positive Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen haben könnte.  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Update, 1. Dezember, 21.55 Uhr: Spahn: Keine Garantie für Schnelltests in allen Heimen an Weihnachten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Hoffnung auf eine Verfügbarkeit von Corona-Schnelltests in allen Alten- und Pflegeheimen bis Weihnachten gedämpft.

"Kann ich versprechen, dass jedes Pflegeheim am 24.12. welche hat? Nein", sagte Spahn am Dienstag im WDR-Fernsehen. Er wolle da ehrlich sein. Es seien auch schon Tests verfügbar, aber eben noch nicht überall ausreichend, so Spahn.

Das werde sich aber Zug um Zug verbessern. Ein Schnelltest könne eine "zusätzliche Sicherheit" für einen Besuch bei Verwandten bedeuten. Die anderen Corona-Regeln seien damit aber nicht aufgehoben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, l.) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) trafen sich am Dienstag in Düsseldorf.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, l.) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) trafen sich am Dienstag in Düsseldorf.  © Federico Gambarini/dpa Pool/dpa

Update, 1. Dezember, 21.44 Uhr: Laschet: Gelockerte Corona-Regeln an Weihnachten nicht "ausreizen"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Bevölkerung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den angekündigten Corona-Lockerungen an Weihnachten aufgerufen.

"Vorsichtig sein, selbst wenn zehn erlaubt sind, muss man das nicht alles ausreizen", sagte er am Dienstag im WDR-Fernsehen in einem Doppelinterview mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Und Abstand halten, auch an diesen Festen."

Partys würden nicht geduldet, betonte der Regierungschef. "Auch nicht in Garagen oder was man alles an Umgehungen erfinden könnte." Auch Spahn appellierte an die Vernunft der Bürger. "In der engeren Familie Weihnachten feiern, das gehört dazu an diesem christlichen Tag", sagte er. Aber er kenne das ja aus dem Münsterland: Schnell seien es 40 oder 50 Leute bei solchen Festen gewesen. "Das geht dieses Jahr eben nicht.»

Update, 1. Dezember, 21.31 Uhr: England beendet landesweiten Lockdown und kehrt zu regionalen Regeln zurück

In England gelten von Mittwoch an wieder regional unterschiedliche Regelungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie.

Eine entsprechende Verordnung der Regierung wurde am Dienstagabend vom Parlament in London abgesegnet. Trotz heftigen Widerstands aus Teilen der konservativen Regierungspartei wurden die Maßnahmen mit großer Mehrheit angenommen - auch dank zahlreicher Enthaltungen.

Für weite Teile des Landes bedeutet das eine Lockerung der Regeln. Nicht lebensnotwendige Geschäfte waren seit Anfang November landesweit geschlossen. Auch Restaurants und Pubs durften nicht öffnen. Das wird nun teilweise zurückgenommen. Trotzdem gibt es vor allem in Premierminister Boris Johnsons Tory-Partei immer größeren Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.

Seit Anfang November herrschte in England ein landesweiter Lockdown, damit ist ab dem 2. Dezember wieder Schluss.
Seit Anfang November herrschte in England ein landesweiter Lockdown, damit ist ab dem 2. Dezember wieder Schluss.  © Alberto Pezzali/AP/dpa

Update, 1. Dezember, 20.47 Uhr: Kommende US-Finanzministerin warnt vor "sich selbst verstärkendem Abschwung"

Die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen hat angesichts der von der Corona-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise rasches Handeln angemahnt. Amerika stehe historischen Krisen gegenüber.

"Untätigkeit wird zu einem sich selbstverstärkenden Abschwung führen, der noch mehr Verwüstung anrichtet", sagte Yellen am Dienstag im Beisein des gewählten US-Präsidenten Joe Biden, der sein Wirtschafts- und Finanzteam vorstellte.

Yellen beklagte, dass die Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen die Schwächsten der Gesellschaft unverhältnismäßig hart getroffen hätten. "Verlorene Leben. Verlorene Jobs. Kleine Unternehmen, die ums Überleben kämpfen oder für immer geschlossen wurden. So viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Essen auf den Tisch zu bringen und Rechnungen und Miete zu bezahlen. Es ist eine amerikanische Tragödie."

Update, 1. Dezember, 20.20 Uhr: EU-Ratschef Michel: Kein "Plan B" Streit um Haushalt und Corona-Hilfen

Im Streit mit Polen und Ungarn über den blockierten EU-Haushalt und die Corona-Hilfen sieht EU-Ratschef Charles Michel keinen Plan B. Die einzige Möglichkeit sei, eine Lösung zu finden, sagte Michel am Dienstag in Brüssel.

Nur durch eine Einigung könne sichergestellt werden, dass in Europa die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, um die Corona-Krise zu überwinden, den Klimawandel zu bekämpfen und die Digitalisierung anzugehen.

Auf die Frage, ob er für eine Einigung mit Budapest und Warschau bereit wäre, noch einmal Änderungen am bestehenden Paket vorzunehmen, wollte Michel nicht antworten. Er werde nichts sagen, was die Verhandlungen erschwere. Ungarn und Polen hatten ihr Veto gegen das EU-Haushaltspaket im Umfang von rund 1,8 Billionen Euro eingelegt, weil sie mit einer neuen Rechtsstaatsklausel nicht einverstanden sind.

Charles Michel ist der Präsident des Europäischen Rates.
Charles Michel ist der Präsident des Europäischen Rates.  © Stephanie Lecocq/Pool EPA/AP/dpa

Update, 1. Dezember, 19.43 Uhr: Biden verspricht nach Corona-Krise eine "neue amerikanische Wirtschaft"

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat bekräftigt, die Wirtschaft des Landes reformieren zu wollen. "Wir können eine neue amerikanische Wirtschaft aufbauen, die für alle Amerikaner funktioniert, nicht nur für einige", sagte Biden am Dienstag bei der Vorstellung seines Wirtschafts- und Finanzteams.

Mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie verursachte Krise versprach Biden, dass er und sein Team die Wirtschaft wieder in Gang bringen und jeder von der erhofften Erholung profitieren werde.

Seine Regierung werde Jobs schaffen, Einkommen erhöhen, Medikamentenpreise senken, die Gleichheit zwischen den ethnischen Gruppen im Land fördern und die Mittelschicht, das "Rückgrat des Landes", stärken.

Update, 1. Dezember, 19.20 Uhr: Pariser Eiffelturm soll Mitte Dezember wieder öffnen

Der wegen der Corona-Pandemie geschlossene Eiffelturm soll Mitte Dezember wieder öffnen.

"Ich freue mich darauf, euch am 16. Dezember zwischen 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr wiederzusehen", hieß es auf dem offiziellen Twitteraccount des weltberühmten Pariser Wahrzeichens am Dienstag.

Der mehr als 130 Jahre alte Turm hatte bereits im Frühjahr wegen der Coronakrise mehrere Monate lang geschlossen. Mit Beginn der neuen Ausgangsbeschränkungen in Frankreich musste er Ende Oktober erneut seine Pforten dicht machen.

Die Betreibergesellschaft beklagte zuletzt, dass auch nach der Wiedereröffnung deutlich weniger Besucherinnen und Besucher kamen als normalerweise. Das liegt unter anderem daran, dass ein Großteil der internationalen Touristen fehlt. Einziger Vorteil: keine langen Warteschlangen am Eingang.

Der Eiffelturm in Paris hat bald seine zweite Corona-bedingte Schließung überstanden.
Der Eiffelturm in Paris hat bald seine zweite Corona-bedingte Schließung überstanden.  © Thibault Camus/AP/dpa

Update, 1. Dezember, 18.42 Uhr: Bundesregierung verlangt von EU mehr Spielraum für Corona-Hilfen

Deutschland setzt sich wegen der Corona-Hilfen bei der EU-Kommission für großzügigere Beihilferegeln ein.

Die EU-Regeln erlaubten als sogenannte Kleinbeihilfe staatliche Unterstützung von insgesamt bis zu einer Million Euro pro Betrieb ohne weitere Nachweise, heißt es in einem Schreiben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). "Die Bundesregierung setzt sich im Gespräch mit der Europäischen Kommission dafür ein, dass dieser Höchstbetrag aufgrund der Dauer der Krise deutlich erhöht wird."

Mehr Spielraum soll es demnach auch für darüber hinausgehende staatliche Hilfen geben. Für Hilfen zwischen einer und vier Millionen Euro gebe es derzeit bereits eine Regelung mit Brüssel. Für staatliche Hilfen von über vier Millionen Euro seien die Abstimmungen mit der Kommission noch im Gange, heißt es in dem Papier. Eine Genehmigung stehe noch aus. "Im Fall der Dezemberhilfe wird sich die Bundesregierung im Gespräch mit der Europäischen Kommission dafür einsetzen, dass für die großen Unternehmen eine entsprechende Ausgestaltung möglich wird."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz wirbt gemeinsam mit der Bundesregierung darum, dass die EU auch größere Corona-Hilfszahlungen zulässt.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz wirbt gemeinsam mit der Bundesregierung darum, dass die EU auch größere Corona-Hilfszahlungen zulässt.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 1. Dezember, 18.33 Uhr: Corona-Massentest im italienischen Aostatal geplant

Das Aostatal will als zweite Region in Italien einen Corona-Massentest starten.

Die kleine Alpenregion plant für eines der kommenden Wochenenden eine Reihenuntersuchung für rund 84.000 Menschen oder etwa zwei Drittel der Einwohner, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag berichtete.

Vor kurzem hatte bereits die Provinz Bozen-Südtirol einen Großteil der Bevölkerung mit Schnelltests kontrolliert. Die Behörden wollen auf diese Weise Infizierte finden, die nichts von ihrer Ansteckung ahnen. Sie tragen das Virus oft unbemerkt an viele andere weiter.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

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