Coronavirus: Über 40 bestätigte Corona-Fälle bei Paketzusteller DPD in Duisburg

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.
Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 184.924 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8645 Todesfälle und 168.445 Genesene (Stand 5. Juni, 18 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,87 Millionen. 108.334 Menschen sind bereits gestorben (Stand 5. Juni, 18 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,67 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 391.848 Todesfälle (Stand 5. Juni, 18 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 5. Juni, 20.15 Uhr: Uli Hoeneß nimmt während der Krise acht Kilo ab

Uli Hoeneß hat die Zeit während der Coronavirus-Pandemie für viel Sport und gemeinsame Arbeiten mit seiner Ehefrau Susanne genutzt. "Meine Frau und ich haben uns sehr diszipliniert gegeben. Ich habe acht Kilo abgenommen", berichtete der 68-Jährige am Freitagabend auf dem YouTube-Kanal des FC Bayern Basketball. "Wir haben unseren Garten auf Vordermann gebracht, es ist eine kleine Bundesgartenschau jetzt, wir haben unsere Terrasse neu gestrichen."

Der Ehrenpräsident des Clubs äußerte sich anlässlich des Starts des Meisterturniers der Basketball-Bundesliga am Samstag in München. "Wir haben eigentlich nicht so viel vermisst", berichtete er über die Hochphase der Kontaktbeschränkungen wegen der Pandemie. "Wir haben diese ewige Lamentiererei in unserem Land nicht ganz verstanden. Okay, wir haben ein schönes Haus mit einem großen Garten."

Seine Frau und er hätten die Enkel wochenlang nicht gesehen, aber versucht, "aus der schwierigen Situation" das Beste zu machen.

Uli Hoeneß, Vereinspräsident vom FC Bayern, beobachtet das Basketball-Spiel FC Bayern München gegen Alba Berlin im Audi Dome im November 2019.
Uli Hoeneß, Vereinspräsident vom FC Bayern, beobachtet das Basketball-Spiel FC Bayern München gegen Alba Berlin im Audi Dome im November 2019.  © Matthias Balk/dpa

Update, 5. Juni, 20.09 Uhr: Weitere Kontaktpersonen von Priester in MV mit Coronavirus infiziert

Ein mit dem Coronavirus infizierter katholischer Priester in Vorpommern hat weitere Menschen angesteckt. Bei sechs Tests von Kontaktpersonen ist bislang das Coronavirus nachgewiesen worden, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Freitagabend mitteilte. 120 Abstriche seien bisher untersucht worden.

Update, 5. Juni, 20.01 Uhr: Laut Behörden-Chef ist Pandemie in Spanien weitgehend unter Kontrolle

 Die aktuelle Corona-Ausbruchswelle ist im zeitweise besonders hart betroffenen Spanien der Behörde für Gesundheitliche Notfälle zufolge inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag den Chef der Behörde, Fernando Simón.

Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, sagte Simón. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise "so gut wie möglich" vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristen einreisen lassen will.

Anfang April zum Höhepunkt der Pandemiewelle in Spanien wurden mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Mit mehr als 27 000 Toten und rund 240 000 Infektionsfällen ist Spanien bisher eines der am schwersten betroffenen Länder und hatte besonders einschneidende Gegenmaßnahmen ergriffen. Inzwischen befindet sich das Land in einer Phase der Öffnung.

Eine Passagierin steht im Terminal 4 des Flughafens Adolfo Suarez Madrid-Barajas. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung, die eine kostenlose Stornierung von Urlaubsreisen ermöglicht.
Eine Passagierin steht im Terminal 4 des Flughafens Adolfo Suarez Madrid-Barajas. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung, die eine kostenlose Stornierung von Urlaubsreisen ermöglicht.  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 5. Juni, 19.38 Uhr: USA lockern geplante Beschränkungen für Passagierflüge aus China

Im Streit mit China um die Beschränkung von Passagierflügen haben nun auch die USA ein Zugeständnis gemacht. Chinesische Airlines dürften künftig pro Woche zwei Passagierflüge in die USA durchführen, erklärte das Verkehrsministerium in Washington am Freitag. Zuvor hatte am Donnerstag Peking seine Beschränkungen gelockert - nachdem die USA angekündigt hatten, ab Mitte Juni bis auf Weiteres keine chinesischen Passagierflüge mehr zuzulassen. China hatte die Beschränkungen infolge der Coronavirus-Pandemie erlassen.

Seit März waren US-Fluggesellschaften praktisch alle Passagierflüge nach China unmöglich, obwohl chinesische Airlines weiter in die USA fliegen konnten. Aus diesem Grund hatten die USA am Mittwoch ein Ende der chinesischen Passagierflüge angekündigt. Am Donnerstag verfügte Pekings Luftverkehrsbehörde dann, dass ausländische Airlines jetzt maximal zweimal pro Woche ein Ziel in China anfliegen könnten. Trotzdem gelten weiter Beschränkungen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern. So müssen Passagiere unter anderem vorher über drei Wochen in Folge einen negativen Corona-Test vorweisen.

Vor der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus hatte es pro Woche nach Angaben des US-Verkehrsministeriums noch mehr als 300 Flüge zwischen den beiden Staaten gegeben. Die Zahl nahm rapide ab, nachdem die US-Regierung wegen der Pandemie eine Einreisesperre gegen Chinesen verhängt hatte. Umgekehrt vergibt China auch keine Visa mehr. Doch werden die Flüge von heimkehrenden Chinesen genutzt.

Paletten mit Atemschutzmasken werden aus einem Flugzeug der New England Patriots auf dem Logan Airport in Boston entladen. Das Flugzeug der New England Patriots hat angesichts der Coronavirus-Krise mehr als eine Million Atemschutzmasken aus China Anfang April in die USA geflogen.
Paletten mit Atemschutzmasken werden aus einem Flugzeug der New England Patriots auf dem Logan Airport in Boston entladen. Das Flugzeug der New England Patriots hat angesichts der Coronavirus-Krise mehr als eine Million Atemschutzmasken aus China Anfang April in die USA geflogen.  © Jim Davis/Pool The Boston Globe/AP/dpa

Update, 5. Juni, 19.36 Uhr: Airbus im Mai ohne Flugzeug-Bestellung - aber auch keine Stornierung

Der Flugzeugbauer Airbus hat im Mai angesichts der Corona-Krise zwar keine neuen Bestellungen eingesammelt, aber auch keine Stornierungen kassiert. Seit dem Jahreswechsel summieren sich die Netto-Bestellungen damit weiterhin auf 299 Verkehrsflugzeuge, wie der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Freitagabend in Toulouse mitteilte. Unterdessen konnte das Unternehmen im Mai 24 Jets der Reihen A220, A320 und A350 ausliefern. Seit dem Jahreswechsel kam Airbus damit auf 160 Flugzeug-Auslieferungen. Der Hersteller hat seine Produktion wegen der Corona-Krise deutlich gedrosselt.

Update, 5. Juni, 19.01 Uhr: Luxuswagenhersteller Bentley will ein Viertel der Stellen abbauen

Der britische Luxuswagenhersteller Bentley will unter anderem wegen der Corona-Krise 1000 Stellen abbauen. Das teilte das zum Volkswagenkonzern gehörende Unternehmen am Freitag mit. Grund dafür sei eine "beträchtliche Senkung der Prognose der künftigen Umsätze", hieß es in der Mitteilung. Eine "sofortige Reduktion der Belegschaft" sei daher notwendig. Der Stellenabbau solle aber zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen. Dafür seien den 4200 Mitarbeitern finanzielle Angebote gemacht worden. Der Autobauer hofft darauf, das knapp ein Viertel davon freiwillig Gebrauch macht.

Zukünftige Entlassungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. Die Maßnahme sei Teil eines größeren Umbauprogramms. "Covid-19 ist nicht die Ursache für diese Maßnahme, aber ein Beschleuniger", sagte Bentley-Geschäftsführer Adrian Hallmark.

Beim Volkswagen (VW) Konzernabend im März 2019 wird im Vorfeld des Genfer Autosalons der Bentley Number 9 Edition präsentiert.
Beim Volkswagen (VW) Konzernabend im März 2019 wird im Vorfeld des Genfer Autosalons der Bentley Number 9 Edition präsentiert.  © Uli Deck/dpa

Update, 5. Juni, 18.55 Uhr: DFL will zum Saisonfinale für Corona-Warn-App werben

Die Deutsche Fußball Liga will nach Informationen des Portals "Sportbuzzer" an den letzten beiden Spieltagen der Bundesliga und der 2. Liga für die geplante Corona-Warn-App des Bundes werben. Anstelle des Logos der jeweiligen Spielklasse auf den Trikotärmeln solle es dann Ende Juni eine Werbefläche für die App geben. Auf der Schiedsrichter-Tafel solle anstatt des Bundesliga-Logos ein Hinweis auf die App zu sehen sein. Die DFL habe sich dazu auf Anfrage bisher nicht geäußert, hieß es in dem Bericht weiter.

Die Bundesregierung will mit einer sogenannten Tracing-App die Infektionsketten des Coronavirus besser erkennen und dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt. Die App soll noch im Juni veröffentlicht werden. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen die anderen Anwender darüber informiert werden, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Auf dem Bildschirm eines Apple iPhones SE ist der vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung herausgegebene Startschirm einer Corona Warn-App abgebildet. Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt.
Auf dem Bildschirm eines Apple iPhones SE ist der vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung herausgegebene Startschirm einer Corona Warn-App abgebildet. Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt.  © Stefan Jaitner/dpa

Update, 5. Juni, 18.21 Uhr: 43 Corona-Fälle bei Paketzusteller DPD in Duisburg bestätigt

Der Paketzusteller DPD hat nach vorsorglichen Reihentests in einem Sortierzentrum bei 43 Mitarbeitern Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Insgesamt waren rund 400 Mitarbeiter des Standorts Duisburg getestet worden, wie ein Sprecher von DPD am Freitag erklärte. Alle Infizierten stehen demnach unter häuslicher Quarantäne. Insgesamt arbeiten rund 1000 Menschen für den Standort in der Ruhrgebietsstadt. Mithilfe weiterer Tests solle die Entwicklung im Betrieb in Duisburg beobachtet werden. Laut Mitteilung läuft die Arbeit im Zentrum planmäßig weiter.

Ein DPD-Pakettransporter verlässt das Paketsortierzentrum von DPD. Der Zusteller hat rund 400 Beschäftigte seiner Duisburger Niederlassung vorsorglich auf das Coronavirus testen lassen.
Ein DPD-Pakettransporter verlässt das Paketsortierzentrum von DPD. Der Zusteller hat rund 400 Beschäftigte seiner Duisburger Niederlassung vorsorglich auf das Coronavirus testen lassen.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 5. Juni, 18.18 Uhr: Tausende Menschen bei Protestkundgebung in Malis Hauptstadt

Ungeachtet der aktuellen Corona-Krise haben am Freitag mehrere tausend Menschen in Malis Hauptstadt Bamako für eine Absetzung von Präsident Ibrahim Boubacar Keïta protestiert. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte eine politisch-religiöse Gruppierung um den einflussreichen Imam Mahmoud Dicko. Sie hält IBK - wie der Präsident im Lande nur kurz genannt wird - Führungsschwäche vor.

In Mali - sowie anderen Ländern der Sahelzone - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. In dem Land sind im Prinzip auch deutsche Soldaten als Teil der UN-Stabilisierungsmission Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali im Einsatz, wegen der Pandemie ruht EUTM Mali aber praktisch.

Update, 5. Juni, 18.10 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Großbritannien übersteigt 40.000

Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Großbritannien auf mehr als 40.000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48.000.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu langsam und falsch reagiert zu haben. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt, zudem herrschte ein Mangel an Testkapazitäten und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen offiziellen Zahlen zufolge zurückgegangen. Trotzdem hatten sich einige Experten kritisch zu den Anfang der Woche in Kraft getretenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England geäußert.

Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks sind nun wieder möglich, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt. Läden mit Verkaufsfläche im Freien durften wieder aufmachen. Auch der Schulbetrieb wurde in Teilen wieder aufgenommen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland bestimmen selbst über ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Doch auch dort wurden in dieser Woche Lockerungen eingeführt.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus bei den "Prime Ministers Questions" (Fragen an den Premierminister).
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus bei den "Prime Ministers Questions" (Fragen an den Premierminister).  © Pa Video/PA Wire/dpa +

Update, 5. Juni, 18.04 Uhr: Chilenische Airline Latam bringt staatliche Rettung ins Gespräch

Angesichts der Corona-Krise hat die größte Fluggesellschaft Lateinamerikas eine Rettung durch den Staat ins Gespräch gebracht. "Es erscheint uns angemessen, eine Unterstützung zu prüfen", sagte der Vorstandsvorsitzende der chilenischen Airline Latam, Roberto Alvo, am Freitag im Radiosender Cooperativa. Das Unternehmen hatte zuletzt Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt.

Latam benötige rund zwei Milliarden US-Dollar frisches Kapital, sagte Alvo. Rund die Hälfte wollen die Aktionäre nachschießen. "Latam braucht Hilfe, aber wir wollen nichts geschenkt bekommen", sagte der Unternehmenschef. Denkbar sei ein Kredit des chilenischen Staates oder ein direkter Einstieg als Aktionär.

Weltweit kämpfen Airlines wegen des Folgen der Pandemie ums Überleben. In Europa sollen etwa Air France-KLM und die Lufthansa mit Staatsgeld gerettet werden. Chile folgt allerdings einem sehr liberalen Wirtschaftsmodell, in dem staatliche Eingriffe eigentlich nicht vorgesehen sind.

Arbeiter am Flughafen Pudahuel in Chile entladen ein Flugzeug mit medizinischen Vorräten. Chile hat 118.292 Corona-Fälle bestätigt (Stand: 5. Juni, 18 Uhr).
Arbeiter am Flughafen Pudahuel in Chile entladen ein Flugzeug mit medizinischen Vorräten. Chile hat 118.292 Corona-Fälle bestätigt (Stand: 5. Juni, 18 Uhr).  © Francisco Castillo/Agencia Uno/dpa

Update, 5. Juni, 17.55 Uhr: George-Floyd-Großprotest in Oslo trotz Corona-Auflagen

Trotz des coronabedingten Verbots größerer Versammlungen haben in Norwegen Tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Zunächst versammelten sich am Freitag knapp 1000 überwiegend junge Teilnehmer vor der US-Botschaft in Oslo, ehe sie weiter vor das norwegische Parlament zogen, wo unzählige weitere Demonstranten warteten. Die Zeitung "Dagbladet" schrieb unter Berufung auf die Polizei von 12.000 bis 15.000 Teilnehmern. Die meisten von ihnen trugen wegen der Corona-Pandemie Mundschutz. Auch in Bergen und Kristiansand kamen am späten Freitagnachmittag Hunderte Demonstranten zusammen.

Hintergrund der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA. Angelehnt an dessen Worte "I can't breathe" (Ich kann nicht atmen), die er kurz vor dem Tod gesagt hatte, riefen die Demonstranten in Oslo immer wieder "We can't breathe". Die Polizei meldete, dass vor der Botschaft alles ruhig abgelaufen sei. "Wir danken allen Demonstranten und Teilnehmern für eine friedliche Demonstration", schrieb sie auf Twitter.

In Norwegen ist es im Zuge der Corona-Krise bislang untersagt, sich mit mehr als 50 Menschen an einem Ort zu versammeln. Ähnliches gilt für andere Teile Skandinaviens, trotzdem war es in dieser Woche unter anderem auch in Helsinki, Stockholm und Malmö zu George-Floyd-Protesten gekommen, bei denen die Versammlungsgrenzen ebenfalls deutlich überschritten wurden.

Weltweit kommt es zu Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA. In Frankfurt erschienen am 5. Juni rund 10.00 Menschen bei einer Black-Lives-Matter Demonstration.
Weltweit kommt es zu Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA. In Frankfurt erschienen am 5. Juni rund 10.00 Menschen bei einer Black-Lives-Matter Demonstration.  © Sebastian Kramer/dpa

Update, 5. Juni, 17.47 Uhr: Streitkräfte aus den USA und Polen beginnen gemeinsame Militärübung

Das US-Militär hat gemeinsam mit polnischen Truppen sein Manöver "Defender-Europe 20 Plus" auf dem Truppenübungsplatz Drawsko Pomorskie in Westpolen begonnen. Bis zum 19. Juni werden 6000 Soldaten aus beiden Ländern ihre militärische Zusammenarbeit üben, teilten Vertreter der amerikanischen und polnischen Streitkräfte am Freitag mit. Das US-Militär stellt 4000 Soldaten, die Polen 2000.

Das Manöver ist eine wegen der Corona-Epidemie modifizierte Variante von "Defender Europe 20", das als die größte Verlegeübung der US-Streitkräfte seit 25 Jahren angelegt war. Nach früheren Planungen sollten insgesamt 20.000 Soldaten über den Atlantik geschickt werden. Insgesamt waren 37.000 Teilnehmer vorgesehen. Die Bundeswehr hatte ihre aktive Beteiligung an den Übungen im März wegen der Corona-Krise eingestellt. Die USA verzichteten in dem Monat auf die Verlegung weiterer Soldaten.

Alle an der Übung teilnehmenden Soldaten und Zivilisten seien zuvor auf das Coronovirus getestet worden, sagte US-Brigadegeneral Brett Sylvia. Die Tests seien negativ gewesen. Auch während des Manövers solle regelmäßig getestet werden. "Wenn jemand erkrankt, können wir ihn behandeln und seine Kontakte zurückverfolgen."

"Defender Europe 20 plus" werde die Schnelligkeit und Fähigkeit der Truppen verbessern, in multinationaler Aufstellung entschieden gegen einen Gegner vorzugehen, sagte der polnische Oberst Kazimierz Dynski.

General Mark Milley, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, spricht während der Präsentation der US-Space Force Flagge im Oval Office mit US-Präsidenten Trump.
General Mark Milley, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, spricht während der Präsentation der US-Space Force Flagge im Oval Office mit US-Präsidenten Trump.  © Alex Brandon/AP/dpa

Update, 5. Juni, 17.38 Uhr: Schutzvisiere gelten nicht als Mund-Nasen-Bedeckung

Schutzvisiere sind kein Ersatz für Alltagsmasken - darauf hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium in Mainz hingewiesen. Diese Visiere "erfüllen nicht die durch die Corona-Bekämpfungsverordnung geregelte Maskenpflicht", sagte Ministeriumssprecherin Stefanie Schneider am Freitag. Es habe in dieser Frage Unklarheiten gegeben. Daher habe die Landesregierung die Corona-Bekämpfungsverordnung vom 20. Mai auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Studien konkretisiert.

Die Maskenpflicht gelte aber nicht für Mitarbeiter etwa im Einzelhandel, wenn anderweitige geeignete Schutzmaßnahmen getroffen würden oder solange sie keinen Kunden-Kontakt hätten. "Das bedeutet, dass beispielsweise Kassiererinnen und Kassierer oder Verkäuferinnen und Verkäufer, die durch eine Trennscheibe geschützt sind, von der Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, befreit sind."

Die Inhaberin einer spanischen Tapas Bar serviert ihren Gästen Speisen und trägt dabei ein Schutzvisier.
Die Inhaberin einer spanischen Tapas Bar serviert ihren Gästen Speisen und trägt dabei ein Schutzvisier.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. Juni, 17.25 Uhr: Damentennis-Turnier in Luxemburg erst wieder 2021

Das traditionsreiche Damentennis-Turnier in Luxemburg findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht statt. Die Veranstalter sagten das vom 19. bis 25. Oktober geplante Hallenturnier am Freitag für 2020 ab. Die angepassten Regeln der Damen-Profiorganisation WTA für Sicherheit und Hygiene machten es unmöglich, das Event mit reinem Gewissen und angepasst an die Erwartungen der Besucher auszurichten.

Die 25. Auflage soll nun im Herbst 2021 stattfinden. Zu den Siegerinnen in den vergangenen Jahren zählten auch die deutschen Spielerinnen Julia Görges und Carina Witthöft. Die Tennis-Tour bei Herren und Damen ist derzeit bis zum 31. Juli unterbrochen.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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