Coronavirus: Zahl der Neuinfektionen steigt bundesweit wieder an

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen nun vor allem Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geimpft sind.

In Sachsen wurde das 2G-Modell bereits eingeführt, ziehen auch bald andere Bundesländer nach?
In Sachsen wurde das 2G-Modell bereits eingeführt, ziehen auch bald andere Bundesländer nach?  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 442,1 (Vortag: 439,2).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie mehr als 6,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Coronavirus im Norden: Große Nachfrage nach Impfterminen
Coronavirus Coronavirus im Norden: Große Nachfrage nach Impfterminen

Insgesamt 102 568 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 5 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 264,2 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 5,2 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand 3. Dezember, 5 Uhr).

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Update, 3. Dezember, 8 Uhr: FDP-Vize Vogel verteidigt Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel hat die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt.

Zentrale Maßnahme sei es nun, sich aus der vierten Welle "rauszuboostern", sagte der Bundestagsabgeordnete. "Wir haben keinen allgemeinen Lockdown, es werden keine Geschäfte geschlossen, es gibt auch keine Ausgangssperren." Deshalb müsse es "Entschlossenheit an anderer Stelle geben, bei Kontaktbeschränkungen beispielsweise".

"Wenn der Staat aus guten gesundheitspolitischen Motiven und Notwendigkeiten Geschäfte erschwert oder einschränkt, ist es unsere Aufgabe als Solidargemeinschaft, da auch einzuspringen. Anders wäre es doch gar nicht fair."

Der FDP-Politiker ließ offen, ob er einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen wird.

Update, 3. Dezember, 4.15 Uhr: RKI registriert 74 352 Corona-Neuinfektionen - leichter Anstieg

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor nun wieder gestiegen.

RKI gab den Wert der Neuinfektionen am Freitagmorgen mit 442,1 an. Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74 352 Corona-Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.051.560 nachgewiesene Infektionen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 (Mittwoch: mit 5,61), die Zahl der Genesenen mit 5.023.200 an.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102 568.

Eine Intensivschwester betreut einen Patienten in einem der Behandlungszimmer der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.
Eine Intensivschwester betreut einen Patienten in einem der Behandlungszimmer der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. Dezember, 3.30 Uhr: Epidemiologe lobt Beschlüsse, findet aber Umsetzung schwierig

"Es ist fraglich, wie die Kontaktbeschränkungen von Ungeimpften durchgesetzt und kontrolliert werden können", so Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Auch beim Impfen sei nun viel zu tun.

"Mit den Beschlüssen werden wir noch etwa drei bis vier Wochen einen Anstieg in den Kliniken und auf den Intensivstationen haben", meinte Zeeb. Auch die Inzidenz werde noch einige Zeit steigen. "Die Welle wird nicht so schnell aufhören."

Es sei jedoch nicht abzusehen, wie sich die Menschen verhalten.

"Die Zahl der Impfungen muss auf rund 1,5 Millionen pro Tag hochgehen, um 30 Millionen zu erreichen", sagte Zeeb.

Update, 3. Dezember, 3.30 Uhr: Mittelstandsverband fordert 2G-Regel in Betrieben

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine 2G-Regel in Betrieben gefordert.

"Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel», sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger. "Es würde bedeuten, dass nur wer geimpft oder genesen ist, seinen Arbeitsplatz betreten darf."

In einem Brief an den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert der Mittelstandsverbund die Politik dazu auf, die Impfangebote massiv zu verstärken.

"Wir glauben, dass die Politik aktuell bereits vieles richtig macht. Allerdings werden unseres Erachtens noch nicht alle Möglichkeiten genutzt, um in naher Zukunft die wirtschaftlichen Gefahren für den deutschen Mittelstand und die gesamte Volkswirtschaft wirksam abzuwenden."

Update, 3. Dezember, 3 Uhr: Habeck fordert schnelle Umsetzung der Beschlüsse gegen Corona

"Die Corona-Situation in Deutschland ist dramatisch", sagte der künftige Vizekanzler Habeck.

"Die beschlossenen Maßnahmen müssen nun umgehend um- und durchgesetzt werden. Denn es gilt jetzt keine Zeit zu verlieren und die vierte Welle abzuflachen."

Der künftige Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck räumte ein, dass die Maßnahmen für viele Menschen berufsbedingte Einschnitte und finanzielle Einbußen bedeuteten. Er versprach aber, dass die Wirtschaftshilfen weiterfließen würden, um über den Corona-Winter zu kommen.

Habeck sprach sich erneut für eine allgemeine Impfpflicht aus, über die der Bundestag in den nächsten Wochen abstimmen soll.

Sie stelle zwar einen weitgehenden Eingriff in die Freiheit des Einzelnen dar. "Dennoch halte ich es für einen notwendigen Schritt, um Menschenleben zu retten und die Freiheit der Gesellschaft auf Dauer zu gewährleisten", sagte Habeck.

Robert Habeck (52), künftiger Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaschutzminister.
Robert Habeck (52), künftiger Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaschutzminister.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 3. Dezember, 2.15 Uhr: Gewerkschaft der Polizei fürchtet durch 2G mehr Aggressivität

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet durch die neuen Corona-Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte eine Zunahme der Aggressivität.

Sie sei ja bereits vorhanden, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow.

Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz vom Donnerstag würden Ungeimpfte von vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, sagte Malchow. "Die werden natürlich zusätzlich aggressiv sein. Und die, die nichts verstehen, sowieso."

Dass mit den von der Politik beschlossenen harten Kontrollen auch auf die Polizei mehr Arbeit zukomme, lasse sich nicht vermeiden, sagte Malchow. Die ohnehin hohe Arbeitsbelastung der Beamte könne in diesem Fall keine Rolle spielen.

Aufgrund der Gefährlichkeit des Virus und der Probleme dieser Pandemie sei es notwendig, Kontrollen zu machen, damit Menschenleben, mindestens aber die Gesundheit anderer geschützt würden.

Update, 3. Dezember, 2.10 Uhr: Städte- und Gemeindebund hält Corona-Beschlüsse für richtig

"Der Maßnahmenkatalog kommt spät, aber besser spät als gar nicht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Skeptisch zeigte sich Landsberg aber, bis Weihnachten wie von der Politik geplant 30 Millionen Impfungen vorzunehmen. "Viele Impfzentren sind geschlossen. Zwar gibt es mobile Impfstationen, aber wir hören immer wieder, dass die Impfstoffe bei der Verteilung noch nicht so vorhanden sind, wie von den Ärzten gewünscht."

Auch der Präsident des Deutschen Städtetags, Markus Lewe, forderte die Politik auf, die Impfungen zu beschleunigen. "In vielen Städten kommt derzeit jedoch nicht genügend Impfstoff an. Bund und Länder müssen dringend für genügend Impfstoff und das Impfpersonal sorgen und die Kosten dafür tragen."

Update, 3. Dezember, 1 Uhr: Ärztekammer-Präsident hält Beschlüsse für unzureichend

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Bekämpfung des Coronavirus als unzureichend kritisiert.

"Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig".

Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten - dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt.

Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt (61).
Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt (61).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 2. Dezember, 21.08 Uhr: Corona-Maßnahmen reichen laut Intensivmedizinern bei weitem nicht aus

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert.

"Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagte DGAI-Präsident Frank Wappler am Donnerstag. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen."

Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" forderten die Anästhesisten "strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown".

Schätzungen zufolge würden bis Weihnachten bis zu 6000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten.

Dabei fehlten bis zu 30 Prozent Schwestern und Pfleger, um alle Intensivbetten betreiben zu können. Würden sich die Prognosen bewahrheiten, müssten in den kommenden Wochen auch flächendeckend Operationssäle stillgelegt werden.

Update, 2. Dezember, 19.41 Uhr: Tschechien verkürzt Gültigkeit des Corona-Impfnachweises

Corona-Impfnachweise werden in Tschechien künftig nur noch neun Monate ab der vollständigen Immunisierung gültig sein.

Um den Status als Geimpfter zu behalten, soll ab dem Jahreswechsel eine Auffrischimpfung vor Ablauf der Frist erforderlich sein. Das kündigte der geschäftsführende Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag in Prag an.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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