Dreiköpfige Familie tot, darunter ein Kind (†5): Unfall-Verursacher mit 315 km/h unterwegs

Piotrków Trybunalski (Polen) - Nach dem schweren Unfall auf der A1 in Polen, bei dem am 16. September eine dreiköpfige Familie, darunter ein fünfjähriger Junge, in ihrem Kia verbrannt ist, gibt es nun weitere erschütternde Details.

Für ein Gutachterteam besteht kein Zweifel daran, dass Sebastian M. (32) "zu hundert Prozent für den Zusammenstoß verantwortlich" ist.
Für ein Gutachterteam besteht kein Zweifel daran, dass Sebastian M. (32) "zu hundert Prozent für den Zusammenstoß verantwortlich" ist.  © Polizei Piotrków Trybunalski

Bisher gingen die Ermittler davon aus, dass der mutmaßliche Unfallverursacher, Sebastian M. (32), mit seinem BMW mit 253 km/h über die Autobahn raste.

Neuen Erkenntnissen zufolge soll er jedoch sogar mit 315 km/h unterwegs gewesen sein, als er mit voller Wucht das Auto der Familie rammte, das daraufhin gegen die Leitplanke knallte und Feuer fing, berichtet das polnische Nachrichtenportal Interia.

Für die Experten, die den Unfall rekonstruierten, ist der BMW-Fahrer für den tragischen Zusammenstoß ohne Zweifel verantwortlich.

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Sebastian M., der neben der polnischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, flüchtete nach dem dramatischen Vorfall außer Landes. Sein Handy wurde zunächst in Deutschland geortet. Geschnappt wurde er schließlich in Dubai.

Auf dem YouTube-Kanal "Bitwy drogowe" wurde ein Video der Experten von Crashlab geteilt. Das Team befasst sich mit der Analyse und Rekonstruktion von Verkehrsunfällen und äußerte sich zu dem Unglück, nachdem es die Unfallstelle sorgfältig untersucht hatte und die Spuren analysierte, die der BMW hinterließ.

Zudem werteten die Analysten Videoaufnahmen vom Ort des Geschehens aus. Dadurch war es möglich, den Unfall in einer genauen 3D-Abbildung zu rekonstruieren.

Bekannter Rechtsanwalt saß mit im BMW

Der BMW von Sebastian M. wurde bei dem Unfall zerstört.
Der BMW von Sebastian M. wurde bei dem Unfall zerstört.  © Polizei Piotrków Trybunalski

Auf diese Weise kamen die Spezialisten zu dem Ergebnis, dass Sebastian M. kurz vor dem Aufprall 315 km/h fuhr. Bei dieser Geschwindigkeit habe er keine Chance gehabt, zu bremsen, als der Kia - mit rund 130 km/h - vor ihm unterwegs war.

Laut den Gutachtern habe der Kia-Fahrer beim Wechsel auf die linke Spur keinen Fehler gemacht. Offenbar habe er sogar noch versucht, zu reagieren und wieder auf die rechte Spur zu wechseln, als er ein sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit näherndes Fahrzeug sah.

Neue Erkenntnisse gibt es auch zu einem der Mitfahrer, der im BMW saß. Dabei soll es sich um einen bekannten Rechtsanwalt aus Łódź handeln.

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Der Mann habe eine Spezialisierung, und zwar Rechtsbeistand für Personen, die Verkehrsunfälle verursacht haben, heißt es in einem weiteren Bericht von Interia. Seine Profile in den sozialen Medien wurden nach dem Unglück entfernt beziehungsweise sind derzeit nicht verfügbar.

Die Verantwortung, dass die Fahrzeuginsassen des BMWs erst zehn Tage nach dem Unfall verhört wurden, werde der Staatsanwaltschaft zugeschrieben.

Titelfoto: Polizei Piotrków Trybunalski (2)

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