Kein Verlangen mehr nach dem Partner? Mögliche Gründe und 5 Tipps

Kein Verlangen mehr nach dem Partner zu spüren, ist eine harte Erkenntnis. Denn beide Seiten können unter dieser sexuellen Unlust leiden. Dieses Problem kommt in vielen Partnerschaften vor, aber kaum jemand spricht darüber. Dieser Liebe-Ratgeber klärt Euch über mögliche Gründe auf und hat fünf Tipps für Euch, wie Ihr am besten damit umgehen könnt.

Wenn kein Verlangen mehr nach dem Partner spürbar ist

Mangelndes sexuelles Verlangen kann die Partnerschaft ernsthaft gefährden.
Mangelndes sexuelles Verlangen kann die Partnerschaft ernsthaft gefährden.  © 123RF/vgstudio

Guter Sex bedeutet eine gute Beziehung: Dieses Bild wird häufig vermittelt. Kein Wunder also, dass die Alarmglocken schrillen, wenn man kein Verlangen mehr nach dem Partner verspürt.

Natürlich ist körperliche Nähe und Intimität ein wesentlicher Bestandteil einer Liebesbeziehung. Dennoch gibt es keine Regel dafür, wie viel Sex in einer Partnerschaft herrschen muss, damit man sie als glücklich oder gesund betiteln darf.

In erster Linie kommt es darauf an, ob das Paar mit dem Sexleben zufrieden ist. Unbändige Lust wie am ersten Tag oder eine platonische Beziehung: Beides kann funktionieren.

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Aber: Sobald sich die ersten Zeichen von sexueller Unlust auf den Partner zeigen, sollte man sie hinterfragen, um diese Veränderung zu verstehen und sie möglicherweise wieder umzukehren.

Kein Verlangen mehr nach dem Partner? Diese Gründe können dahinterstecken

Die Gründe für sexuelle Unlust auf den Partner können vielfältig sein.
Die Gründe für sexuelle Unlust auf den Partner können vielfältig sein.  © 123RF/nd3000

Fehlende sexuelle Lust auf den Partner hat nicht immer etwas mit schwindender Liebe zu tun. Oft liegen die Gründe dafür in anderen, sehr vielfältigen Ursachen. Tatsächlich kommt es in vielen Partnerschaften vor, dass die Liebe nach wie vor groß ist, das Verlangen jedoch rapide sinkt. Umso verwirrender ist es, wenn man plötzlich keine Lust mehr hat, mit seinem Partner oder seiner Partnerin zu schlafen. Hilf- und Ratlosigkeit können dann zu Frustration führen. Diese wiederum kann ein Auslöser für ernsthafte Beziehungsprobleme werden.

Damit man sich selbst oder den lustlosen Partner besser versteht, sollte man die Gründe hinterfragen.

Möglicherweise findet man somit einen kausalen Zusammenhang und kann seine Gedanken und Gefühle besser (zu)ordnen.

All diese Faktoren können die sexuelle Lust nachhaltig hemmen und sind eine nähere Betrachtung wert:

  • Zu viel Stress
  • Hormonelle Verhütung
  • Schwangerschaft, Stillzeit oder Menopause
  • kürzliche Geburt eines Kindes
  • häufiger Streit
  • Beziehung wurde langweilig
  • neue Bekanntschaft
  • fehlende Zeit und Muße
  • zu wenig oder zu schlechter Schlaf
  • Schmerzen beim Sex
  • Entwicklung neuer sexueller Vorlieben
  • Ängste und Sorgen
  • Depressionen/depressive Verstimmungen
  • Ausbleiben des Höhepunktes
  • Kinderwunsch
  • Erektionsprobleme beim Mann

Jedoch liegt es in der menschlichen Natur, nicht ein Leben lang auf ein und denselben Menschen scharf zu sein. Mutter Natur sah etwas anderes für uns vor: den Erhalt der menschlichen Spezies. Das ist mit wechselnden Partnern deutlich leichter als in einer monogamen Partnerschaft.

Die Biologie meint es folglich nicht immer gut mit der dauerhaften Bindung zweier Menschen.

Libido: Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind tief in uns verankert.
Biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind tief in uns verankert.  © 123RF/yacobchuk

In mancherlei Hinsicht sind Menschen auch nur Tiere, die ihrem rudimentären Instinkt folgen. Fakt ist, dass sowohl Männer als auch Frauen ihrer Biologie nachkommen und Sexualität in erster Linie dem Fortpflanzungszweck dient.

Vieles, das Menschen in ihrem (partnerschaftlichen) Sexualleben empfinden, ist den Hormonen zu verdanken. Nach einer Trennung produzieren Männer sogar vermehrt Sperma, weshalb das sexuelle Verlangen kurzfristig ansteigt. Das männliche Sexualhormon Testosteron ist für dieses Verhalten verantwortlich. Das hat also nichts mit bewusstem Nachholbedarf oder Casanova-Verhalten zu tun, sondern ist tatsächlich biologisch begründet. Je mehr Frauen ein Mann begattet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Befruchtung und dient somit dem Erhalt der Spezies.

Frauen werden hingegen vermehrt vom sogenannten Kuschelhormon Oxytocin geleitet, was zum Bedürfnis von Streicheleinheiten und Schmusen führt. Oxytocin ist außerdem verantwortlich für eine starke emotionale Bindung. Auch ein Grund dafür, weshalb sich Frauen tendenziell schneller verlieben als Männer.

Man sieht also: Für viele Verhaltensweisen können wir Menschen nichts, sie liegen buchstäblich in unserer Natur. Wenn wir uns das vor Augen führen, können wir gewisse Haltungen und Reaktionen unserer Partner besser einordnen und verstehen sie seltener falsch.

5 Tipps, wenn kein Verlangen mehr nach dem Partner vorhanden ist

Man will die Leidenschaft vom Anfang nicht loslassen.
Man will die Leidenschaft vom Anfang nicht loslassen.  © 123rf/tverdohlib

Voller Wehmut erinnert man sich zuweilen an die prickelnde Leidenschaft vom Anfang zurück. Bedauerlicherweise ist es jedoch natürlich, dass die Häufigkeit des sexuellen Verlangens und Kontaktes innerhalb einer Beziehung mit der Zeit abnimmt. Stellt sich der Sex jedoch komplett ein und der Leidensdruck wächst, sollte man sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Um sich selbst zu reflektieren und herauszufinden, was für die eigene Unlust verantwortlich sein mag, können diese fünf Fragen an sich selbst helfen:

  • 1. Stört es mich, dass ich kein Verlangen mehr nach meinem Partner/meiner Partnerin habe, oder fühle ich mich damit wohl?
  • 2. Will ich gemeinsam mit ihm/ihr am gemeinsamen Sexleben arbeiten?
  • 3. Fühlt sich die Beziehung auch ohne Sex toll an?
  • 4. Habe ich generell keine Lust mehr auf Sex oder bezieht sich das ausschließlich auf Sex mit meinem Partner oder meine Partnerin?
  • 5. Sehne ich mich nach Abwechslung mit anderen Sexualpartnern bzw. Sexualpartnerinnen?

Nachdem man sich eingehend mit den eigenen Gedanken und Gefühlen auseinandergesetzt hat, sieht man die Situation oft klarer.

Nachfolgend erhaltet Ihr fünf Tipps, wie Ihr besser damit umgehen könnt, wenn kein Verlangen mehr nach dem Partner vorhanden ist.

Wichtig:

Im Folgenden wird auch das Thema Trennung thematisiert - die kann mitunter sinnvoll sein, auch wenn es schmerzt. Aber: Eine liebevoll geführte Partnerschaft ist sehr wertvoll. Mit diesem Tipp ist also nicht gemeint, dass man seine Beziehung nur wegen einer Sexflaute, die überwunden werden kann, einfach über Bord werfen sollte.

Wenn aber die Kluft zu groß, die Liebe erloschen und die Vorstellungen zu unterschiedlich sind, kann eine Trennung die Lösung sein.

1. Tipp: Herausfinden, was man will und braucht

Bevor man das offene Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin sucht, sollte man zunächst herausfinden, was man selbst wirklich will. Nur so kann die Kommunikation über ein so sensibles Thema zielführend sein.

Wäre es eine Option, eine Beziehung ohne partnerschaftlichen Sex weiterzuführen, oder will man an der Wiederbelebung des gemeinsamen Sexlebens arbeiten? Möglicherweise ist auch eine offene Beziehung eine Möglichkeit, die für beide Partner funktioniert. Oder ist eine Trennung das Beste für das Paar, damit es neue Lebens- und Liebeswege einschlagen kann?

2. Tipp: Das Gespräch suchen

Sobald die eigenen Wünsche und Ziele klar sind, ist es Zeit für ein Gespräch. Hierbei ist Ehrlichkeit enorm wichtig. Erklärt man seinem Partner/seiner Partnerin, weshalb man kein sexuelles Verlangen mehr verspürt, wird das erst mal Schmerz auslösen. Möchte man allerdings an der gemeinsamen (sexuellen) Zukunft arbeiten, ist das der Schlüssel zurück zum gemeinsamen Sexleben. Möglicherweise gibt es auch beim Partner oder der Partnerin Dinge, die ihn oder sie zu stören begannen und eine Barriere schufen.

Oft ist es tatsächlich so, dass die Sorge um die Sexflaute beidseitig ist, sie aus Scham oder Angst aber nie angesprochen wurde. Ein klärendes Gespräch kann den Druck nehmen und neue Wege aufzeigen.

3. Tipp: Gemeinsam eine Lösung finden

Wie schnell und unkompliziert man eine Lösung für die sexuelle Unlust findet, hängt davon ab, ob sie ein- oder beidseitig ist. Geht die Lustlosigkeit von beiden Partnern aus, ist es leichter. Denn hier kann man sich auf neue Sexualpraktiken oder die Realisierung sexueller Fantasien stützen. Ist das mangelnde Verlangen auf den Partner einseitig, kann es hingegen sehr schwierig werden.

Wichtig ist, dass beide Partner offen mit ihren Wünschen umgehen, sie gegenseitig akzeptieren und niemand zurückstecken muss. Nur so findet man eine Lösung, mit der beide glücklich werden können.

4. Tipp: Nicht unter Druck setzen (lassen)

Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, wie sich das (Sex-)Leben verändern kann: Man arbeitet gemeinsam an der partnerschaftlichen Sexualität, man wagt die ersten Schritte in eine offene Beziehung oder man geht getrennte Wege.

Egal, welche Entscheidung getroffen wird, man sollte sich niemals unter Druck setzen oder setzen lassen. Bleibt das Paar zusammen, sollte es sich für alle neuen Schritte ausreichend Zeit nehmen. Nur so kann man sich mit den bislang unbekannten Gegebenheiten auseinandersetzen und anfreunden.

Darüber hinaus sollte man immer im ehrlichen Austausch miteinander sein und stets Rücksicht auf die Gefühle und Bedürfnisse des anderen nehmen.

5. Tipp: Auf eigene Bedürfnisse eingehen

Aber nicht allein die Gefühle und Bedürfnisse des Partners oder der Partnerin sind wichtig, sondern ebenso die eigenen. Stellt man fest, dass diese Beziehung nicht mehr die ist, die einen glücklich macht, sollte man einen gesunden Egoismus entwickeln und auch eine Trennung in Betracht ziehen. Das tut erst mal weh, kann aber letztendlich das Beste für beide sein.

Denn sobald man sich selbst in einer Partnerschaft gefangen hält, wird sich diese Unzufriedenheit negativ auf die Beziehung auswirken. Das können anhaltende Streits, nervenaufreibendes Auseinanderleben oder auch Seitensprünge sein.

Beendet man eine Beziehung, weil das Verlangen nach dem Partner nicht mehr vorhanden ist, ist das in Ordnung und keinesfalls übertrieben oder oberflächlich. Wer Wert auf Sex legt, sollte sich niemals mit einer sexlosen Beziehung zufriedengeben müssen.

Fazit: Kein Verlangen mehr nach dem Partner - es kann (so) nicht weitergehen

Manche Paare finden nach sexueller Unlust wieder zueinander.
Manche Paare finden nach sexueller Unlust wieder zueinander.  © 123RF/nd3000

Spürt man kein Verlangen mehr nach dem Partner, kann das viele Gründe haben. Meistens liegt es jedoch am Beziehungsalltag und dem natürlichen Lauf der Dinge. Denn evolutionär betrachtet sollen Männer möglichst viele Frauen befruchten und die Damenwelt setzt sich zur Ruhe, sobald das Kind da ist oder die Wechseljahre beginnen. Hormone machen folglich nicht immer das, was wir uns gerne wünschen.

Um die Sexflaute zu durchbrechen, sollten wir uns und unsere Empfindungen hinterfragen - schonungslos und ehrlich. Denn viele sind nicht in einer sexlosen Beziehung gefangen, sondern haben viele Möglichkeiten, diesen Trott zu durchbrechen. Es gilt herauszufinden, ob man das zukünftig gemeinsam tut oder eine Trennung der Schlüssel zum erfüllteren (Sex-)Leben ist.

Denn jeder Mensch stuft Sex als unterschiedlich wichtig ein. Wo es dem einen zweimal im Monat reicht, braucht ein anderer es viermal die Woche - diese Quantität ist sehr individuell. Niemand sollte sich für seine Bedürfnisse schuldig fühlen oder rechtfertigen müssen. Wichtig ist, ob die Häufigkeit des sexuellen Verlangens ansatzweise harmoniert. Tut es das nicht, kann sich auf der einen Seite schmerzhafte Zurückweisung und auf der anderen Seite das Gefühl der Unzulänglichkeit bemerkbar machen.

Um wieder (zurück) zu einem erfüllten Sexleben zu gelangen, ist sowohl die offene Kommunikation mit unserem Partner oder unserer Partnerin wichtig als auch der unverblümte Dialog mit uns selbst.

Titelfoto: 123RF/vgstudio

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