Check nach dem Rückrundenstart: Welche Teams sich in Topform befinden

Erfurt - Die Wochen der Wahrheit und der direkten Duelle beginnen! Am Dienstagabend steigt in der Regionalliga Nordost (19 Uhr, live bei Sport im Osten) das Duell der beiden aktuell wohl stärksten Team:, Rot-Weiß Erfurt empfängt die VSG Altglienicke. TAG24 macht den Formcheck der Aufstiegsanwärter!

Regionalliga Nordost-Teams in Topform: Rot-Weiß Erfurt und die VSG Altglienicke

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Das gut gefüllte Steigerwaldstadion von Spitzenreiter Rot-Weiß Erfurt.
Mittlerweile ein gewohntes Bild: Das gut gefüllte Steigerwaldstadion von Spitzenreiter Rot-Weiß Erfurt.  © IMAGO / Bild13

Rot-Weiß Erfurt (Platz 1): Es wäre ein Novum in der Regionalliga Nordost, sollte Oberliga-Aufsteiger Erfurt auch am Saisonende Erster sein. Triebfeder für den Erfolg der Thüringer sind das seit zwei Jahren eingespielte Team um Trainer Fabian Gerber (43) und Schlüsselspieler wie Topscorer Artur Mergel (25) oder Kapitän Andrey Startsev (28).

Zudem reitet RWE auf einer nicht enden wollenden Euphoriewelle, die die Fans mit einem Zuschauerschnitt honorieren, der höher ist als in der Abstiegssaison 2017/18 aus der 3. Liga. Auch die Leichtigkeit nach den schlimmen Insolvenz-Jahren ist ein Faktor.

Und dann wären da Schlüsselmomente, die den Glauben an die eigene Stärke manifestieren wie der 4:3-Last-Minute-Sieg in Lichtenberg. Auch das 2:2 nach 0:2 im Steigerwaldstadion Anfang Dezember gegen Cottbus war wichtig.

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VSG Altglienicke (Platz 6): Die Südostberliner starteten bei der Rückkehr in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit einer Enttäuschung ins neue Jahr: Ein 1:1 gegen Schlusslicht Halberstadt schien sämtliche Aufstiegsträume zu begraben. Doch die Antwort wenige Tage später hatte sich gewaschen: Im Cottbuser Stadion der Freundschaft, diese Saison bis dato eine uneinnehmbare Festung, entführte das Team von Karsten Heine (67) drei Zähler.

Der Mann der Stunde bei der VSG heißt Kolja Oudenne (21), war früher in der Bayern-Jugend und der schwedischen Junioren-Nationalelf. Lange 50 Regionalliga-Spiele blieb der Wirbelwind torlos, ehe gegen Cottbus der Knoten doppelt platzte. Auch im jüngsten Freitagspiel bei Favoritenschreck Luckenwalde erzielte er das goldene Tor.

Neben der herausragenden Offensivabteilung um Tolcay Cigerci (28) scheint mittlerweile dank neuer Fünferkette auch die defensive Absicherung des bis dato konter-anfälligen Teams zu stimmen. Zudem gibt es hochkarätige Neuzugänge, die noch gar keine Rolle bisher spielten.

Außerdem haben Altglienicke wie Erfurt einschließlich der Dienstags-Partie noch zwei Nachholer in der Hinterhand.

In guter Form: der Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena und Lok Leipzig

Auf Augenhöhe: Carl Zeiss Jena mit Trainer René Klingbeil (41, l.) und den CFC mit Coach Christian Tiffert (41) trennen nur zwei Punkte.
Auf Augenhöhe: Carl Zeiss Jena mit Trainer René Klingbeil (41, l.) und den CFC mit Coach Christian Tiffert (41) trennen nur zwei Punkte.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Chemnitzer FC (Platz 2): Die Serie von zwölf Partien ohne Niederlage wurde vergangenen Mittwoch im Nachholspiel bei Viktoria Berlin (0:3) jäh gestoppt. Am Sonntag folgte ein souveräner 3:0-Sieg über Abstiegskandidat Germania Halberstadt.

Hier und da fällt den Chemnitzern der relativ schmale Kader auf die Füße, der zuletzt angesichts häufiger Sperren und vielen englischen Wochen noch dünner wurde als ohnehin schon.

FC Carl Zeiss Jena (Platz 4): Das Team vom neuen Cheftrainer René Klingbeil (41) stotterte mit einer 0:1-Pleite bei den Hertha Bubis und dem Last-Minute-Ausgleich bei Viktoria Berlin ins neue Jahr.

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Umso überzeugender waren die letzten drei Siege gegen TeBe Berlin (3:0), dem Greifswalder FC (1:0) und gegen den BFC Dynamo (2:0). Während das Team schon in der Vorrunde defensiv das beste der Liga war, konnte es sich auch offensiv merklich steigern.

Mittelstürmer Vasilios Dedidis (23) kam zuletzt auf fünf Scorerpunkte, Außenbahndribbler Maximilian Krauß (26) ist wieder in Normalfall. Gegen den BFC wären sogar mehr Tore möglich gewesen, die skurrile Schiedsrichter-Entscheidungen verhinderten.

Lok Leipzig (Platz 5): Zehn Punkte aus fünf Spielen lautet die Bilanz der Loksche in 2023. Das ist gut, aber nicht spitzenmäßig. Gegen Mitkonkurrent CFC war Ende Januar zum Beispiel nicht mehr als ein 2:2 drin, wenige Tage später fehlten beim 1:2 gegen Viktoria Berlin offenbar die Kräfte.

Zudem mangelt es an Souveränität: Dienstag vor einer Woche ließ man beim Stand von 4:1 Gegner Babelsberg nochmal auf zwei Tore herankommen.

In mäßiger Form: Energie Cottbus, der BFC Dynamo und Chemie Leipzig

Energie Cottbus um Leihgabe Jan Shcherbakovski (21, m.) tut sich in der Rückrunde unter schwierigen Bedingungen, wie hier am Sonntag im Meuselwitz (1:1), schwer.
Energie Cottbus um Leihgabe Jan Shcherbakovski (21, m.) tut sich in der Rückrunde unter schwierigen Bedingungen, wie hier am Sonntag im Meuselwitz (1:1), schwer.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Energie Cottbus (Platz 3): Die von vielen als Favorit gehandelten Lausitzer haben im neuen Jahr eine ziemliche Bruchlandung hingelegt - nur vier Punkte aus vier Spielen stehen vor dem Mittwochsspiel gegen Chemie Leipzig (19 Uhr, live bei Sport im Osten) auf dem Konto. Zu wenig für die Cottbuser Aufstiegsträume.

Zwar deutet insbesondere Dynamo-Leihspieler Jan Shcherbakovski (21) seine Extraklasse vielfach an, doch insgesamt präsentierte sich Energie offensiv als zu harmlos und defensiv zu nachlässig. Hinzu gesellt sich ein Stück weit Selbstgefälligkeit.

Dem zweiten Winterzugang Timmy Thiele (31), von Trainer Wollitz als bester Stürmer der Liga tituliert, fehlen bisher sichtbar Bindung und Fitness.

BFC Dynamo (Platz 7): Den Schützlingen von Heiner Backhaus (41) wurden am Sonntag in Jena die Grenzen aufgezeigt. Auch im Heimspiel der Vorwoche gegen den CFC langte es nicht zu einem eigenen Treffer.

Nachdem zum Rückrundenstart drei Siege gegen kleinere Kaliber holt wurden, ist der BFC wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Chemie Leipzig (Platz 8): Gleiches gilt für Chemie Leipzig, die seit dem 13. Spieltag in acht Partien nur acht Zähler holten.

Zugegeben: Vielleicht hatte Chemie bis zum November etwas überperformt. Und aufsteigen wollen die Chemiker ohnehin noch nicht.

Nicht in Form: der Berliner AK und der SV Babelsberg

Verabschiedet aus dem Aufstiegskampf haben sich derweil der Berliner AK (Platz 9) und Babelsberg 03 (Platz 10), die im neuen Jahr jeweils erst vier Punkte holten.

Beide Teams stecken seit November in einer Negativspirale.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Bild13

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