HSV-Coach Walter nach Remis sauer: "Haben wir uns selbst zuzuschreiben"

Hamburg - Einen Punkt beim Tabellenführer geholt - klingt gar nicht mal so schlecht. Wirklich zufrieden war beim Hamburger SV nach dem 1:1 im Zweitliga-Topspiel gegen den SV Darmstadt 98 aber niemand.

HSV-Coach Tim Walter (47) war nach dem verpassten Sieg im Topspiel beim SV Darmstadt 98 ziemlich angefressen.
HSV-Coach Tim Walter (47) war nach dem verpassten Sieg im Topspiel beim SV Darmstadt 98 ziemlich angefressen.  © Stefan Puchner/dpa

"Wenn man so lange 1:0 führt, dann darf man kein Konter-Gegentor zum Ausgleich kassieren. Wir ärgern uns über das Ergebnis", brachte Sechser Jonas Meffert (28) die Gefühlswelt der Rothosen nach dem Abpfiff auf den Punkt.

Tatsächlich sah es nach dem frühen Führungstor durch Ransford-Yeboah Königsdörffer (21, 5. Minute) lange nach einem hart umkämpften Auswärtserfolg für die Hanseaten aus, doch dann glich Lilien-Joker Filip Stojilkovic (23) in der 81. Minute noch für die Hausherren aus.

Der Stürmer ließ Jonas David (22) in einem 50-Meter-Laufduell ziemlich alt aussehen, setzte sich robust durch und vollendete zum 1:1. "Das Gegentor haben wir uns selbst zuzuschreiben, das müssen wir einfach besser verteidigen", urteilte Coach Tim Walter (47) im "Sky"-Interview.

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Insgesamt wirkte der Übungsleiter nach dem verpassten Dreier ziemlich angefressen, wenngleich er anmerkte: "Das Unentschieden ist natürlich bitter, aber letztlich leistungsgerecht."

Dass der Treffer für den SVD, der über weite Strecken das aktivere Team war, keineswegs unverdient war, änderte nichts am Frust beim HSV. "Wir wollten auf einen Punkt verkürzen, das haben wir nicht geschafft. Das ärgert uns", bekräftigte Kapitän Sebastian Schonlau (28).

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Diese Szene sorgte letztlich für die Punkteteilung: Darmstadts Filip Stojilkovic (M.) trifft gegen HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (r.) zum 1:1.
Diese Szene sorgte letztlich für die Punkteteilung: Darmstadts Filip Stojilkovic (M.) trifft gegen HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (r.) zum 1:1.  © Thomas Frey/dpa

Durch das Remis haben die Hanseaten (45 Zähler) als Tabellenzweiter weiter vier Punkte Rückstand auf die Hessen an der Tabellenspitze (49). Verfolger Heidenheim (40) kann heute (13.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld nachziehen.

Keeper Daniel Heuer Fernandes (30) haderte aber nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit dem Auftritt der Hamburger: "Wir waren in vielen Aktionen zu unsauber. Dadurch war es sehr zerfahren, ein ständiges hin und her zwischen den Strafräumen."

Trainer Walter kritisierte insbesondere das Verhalten seiner Mannschaft in den Umschaltsituationen. "Unsere Kontermöglichkeiten haben wir einfach schlecht ausgespielt, das muss man sagen", fand der 47-Jährige klare Worte.

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Auch Torschütze Königsdörffer wurde deutlich: "Wir hätten gerne hier gewonnen, aber ich würde nicht sagen, dass das unser bestes Spiel war. Letztlich müssen wir den Punkt mitnehmen."

Nachdem der erste Ärger verflogen war, setzten die Beteiligten den Fokus aber bereits auf die nächste Aufgabe: Am kommenden Samstag (13 Uhr) gastiert der 1. FC Nürnberg mit Ex-HSV-Coach Dieter Hecking (58) im Volkspark.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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