Offiziell! Julian Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück, DFB klopft bei Jürgen Klopp an

Frankfurt am Main - Der große Personalknall ist perfekt und offiziell: Julian Nagelsmann (38) tritt als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft zurück. Zudem sucht der DFB nun Gespräche mit Jürgen Klopp (59). Das bestätigte der Verband am Freitag selbst.

Julian Nagelsmann (38) ist als Trainer der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten.  © Federico Gambarini/dpa

Nagelsmann fällte die Entscheidung bereits vor dem Krisengespräch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag in Frankfurt am Main.

"Julian Nagelsmann hatte bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn nach dem enttäuschenden Verlauf der WM von seinen Aufgaben zu entbinden. Diesem Wunsch wurde nunmehr seitens der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates entsprochen", so der Verband am Freitag.

Er kam seiner Entlassung zuvor.

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Beim Krisengipfel hatten Nagelsmann und die Bosse um Sportdirektor Rudi Völler (66), Präsident Bernd Neuendorf (64), Vizepräsident Hans-Joachim Watzke (67) und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig (63) rund drei Stunden gesprochen.

Auch für Rettig wird es nicht weitergehen. "Darüber hinaus hat während der heutigen Sitzung der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig erklärt, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern wird. Hierüber hatte er den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft informiert", hieß es im Statement des Verbands.

Julian Nagelsmann selbst sagte zu seinem Aus: "Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient."

Noch kurz nach der Niederlage gegen Paraguay hatte der 38-Jährige öffentlich betont, dass er keiner sei, der weglaufen würde, sondern gern weiterhin Bundestrainer bleiben wolle. Daraus wird nun allerdings nichts.

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Julian Nagelsmann schoss sich mit fragwürdigen Entscheidungen und unglücklicher Kommunikation ins Aus

Der Bundestrainer geriet schon vor der WM aufgrund seiner personellen Entscheidungen und seiner öffentlichen Auftritte in den Fokus.  © Tom Weller/dpa

"Ein besonderer Dank gilt auch den Fans. Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen. Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt", richtete sich Julian Nagelsmann an seine größten Kritiker.

Mit dem Aus endet die knapp dreijährige Amtszeit Nagelsmanns beim DFB bereits wieder. Der Bayer übernahm die deutsche Nationalmannschaft am 22. September 2023, nachdem sich der Verband zuvor von Hansi Flick (61) getrennt hatte.

Eigentlich besaß Nagelsmann noch einen Vertrag bis Ende Juli 2028, also bis nach der nächsten EM.

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Sportdirektor Rudi Völler lobte die Entscheidung Nagelsmanns: "Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde, und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt."

Im Januar 2025 hatte der DFB das Arbeitspapier des nunmehr Ex-Bundestrainers verlängert. Unter seiner Leitung erreichte das Team bei der Heim-EM im Jahr 2024 das Viertelfinale, schied dort dramatisch gegen Spanien aus.

Jürgen Klopp soll der Nachfolger von Julian Nagelsmann werden

Jürgen Klopp (r.) soll der Nachfolger von Julian Nagelsmann werden.  © Eric Gay/AP/dpa

Doch mit zunehmender Zeit wurde die Kritik an ihm immer lauter. Zum einen soll der Trainer in der Vorbereitung auf die WM zu wenig Spiele gesehen und kaum Gegner beobachtet haben, zum anderen agierte er in der öffentlichen Kommunikation seiner Entscheidungen immer unglücklicher.

Das Hickhack auf der Torhüter-Position, auf der er Oliver Baumann (36) erst zur Nummer eins erklärt hatte, diesem aber kurz vor der WM das Vertrauen entzog und Manuel Neuer (40) zurückholte, ramponierte sein Standing in Deutschland noch mehr.

Das enttäuschende Abschneiden bei der WM, seine personellen Entscheidungen und auch der Entschluss, aus dem Nationalteam während des Turniers eine Familie zu machen und immer wieder die Angehörigen an freien Tagen zum Team zu lassen, sorgte für immer mehr Diskussionen.

Die Experten stürzten sich auf Nagelsmann und das Team, nun haben die Bosse im Verband Konsequenzen gezogen.

Heißester Kandidat auf die Nachfolge ist Jürgen Klopp (59). Dass jetzt Gespräche mit dem ehemaligen Erfolgscoach des BVB und des FC Liverpool geführt werden, bestätigte der DFB selbst. Klopp ist aktuell noch bei Red Bull angestellt, wo er als "Head of Global Soccer" agiert.

Erstmeldung um 7.27 Uhr, aktualisiert um 12.12 Uhr.

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