Coronavirus: Wolfgang Kubicki warnt vor langfristiger nationaler Gesundheitskrise

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch Monate in Atem halten. Abstand halten und Maske tragen dürften noch die geringeren Hürden bleiben. Denn fast im gesamten November und Dezember heißt es nun wieder: Lockdown!

Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!
Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!  © Christoph Soeder/dpa

Laut der Universität Johns Hopkins sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.052.494 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Rund 719.422 Menschen sollen inzwischen genesen sein. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bereits auf insgesamt 16.181 (Stand 29. November, 12 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 13,24 Millionen Infizierte und 266.074 Tote wurden bereits erfasst (Stand 29. November, 12 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 62,33 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.454.012 Todesfälle (Stand 29. November, 12 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 29. November, 15.35 Uhr: Eisenmann: Hotelübernachtungen zu Weihnachten erlauben

Baden-Württembergs Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann will über die Weihnachtstage Hotelübernachtungen für Familienbesuche auch in Baden-Württemberg ermöglichen. "Es gibt nicht wenige Familien, die kein Gästezimmer in ihrem Haus oder in ihrer Wohnung haben", sagte Eisenmann den Zeitungen "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" (Montag).

"Gerade für eine Familie mit zwei Kindern, die an Weihnachten Oma und Opa in deren kleiner Wohnung besucht, wäre es angenehmer und entspannter, wenn sie in einem Hotelbett statt auf dem Sofa oder mit dem Schlafsack auf dem Boden im Wohnzimmer schlafen dürften."

Die Landesregierung solle dringend erörtern, ob im Südwesten Hotelübernachtungen aus familiärem Anlass vom 23. bis zum 27. Dezember zugelassen werden könnten.

Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg und Spitzenkandidatin der CDU Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2021.
Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg und Spitzenkandidatin der CDU Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2021.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 29. November, 15.30 Uhr: Mehr als 1000 Schüler und Schülerinnen in Halle in Quarantäne

In Halle sind derzeit mehr als 1000 Schüler und Schülerinnen in Quarantäne. Insgesamt gebe es in der knapp 240.000 Einwohner großen Stadt mehr als 30.700 Kinder und Jugendliche in den Schulen, sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Sonntag. Das bedeute, dass fast 97 Prozent aller Schüler und Schülerinnen den Unterricht weiter besuchen könnten. "Das ist eine gute Zahl", so Wiegand. Die Entscheidung, die Schulen weiterhin geöffnet zu lassen, sei richtig gewesen.

Insgesamt wurden am Sonntag 25 Neuinfektionen in Halle gemeldet. Der Corona-Kennwert lag weiterhin im hohen Bereich von 84,82 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tagen. Zudem wurden am Sonntag zwei weitere Corona-Tote gemeldet. Am Samstag starben eine 80 Jahre alte Frau und am Sonntag ein 79 Jahre alter Mann in Zusammenhang mit dem Virus.

Mit großen Abständen zueinander stehen die Stände auf dem Wochenmarkt in Halle/Saale.
Mit großen Abständen zueinander stehen die Stände auf dem Wochenmarkt in Halle/Saale.  © dpa/zb/Hendrik Schmidt

Update, 29. November, 15.25 Uhr: Corona-Zahlen in Passau steigen weiter - Inzidenz von 538

Die Zahl der Corona-Infektionen in Passau ist weiter gestiegen. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit (LGL) einen Inzidenzwert von knapp 538 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Seit dem Wochenende gelten in der niederbayerischen Stadt strenge Ausgangsbeschränkungen. Diese hatte der Oberbürgermeister, Jürgen Dupper (SPD), am Freitag verkündet, nachdem der Inzidenzwert auf fast 440 Neuinfektionen gestiegen war.

Die Menschen in Passau dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnete Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen.

Die Beschränkungen sollen zunächst für eine Woche gelten, jedoch frühestens bei einem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Corona-Inzidenz von 300 wieder gelockert werden.

Nur wenige Menschen sind in der Fußgängerzone von Passau unterwegs.
Nur wenige Menschen sind in der Fußgängerzone von Passau unterwegs.  © dpa/Lino Mirgeler

Update, 29. November, 15.20 Uhr: Wien beginnt Corona-Massentests am 4. Dezember

Die freiwilligen Corona-Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ), am Sonntag. Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150.000 Tests durchführen können.

Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen.

Die Testung sämtlicher 200.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie der Betreuungskräfte in Kindergärten soll je nach Bundesland entweder im Zuge der allgemeinen Massentests oder separat am 5. und 6. Dezember stattfinden. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) appellierte in einem Brief an die Lehrer, teilzunehmen: "Sie bekommen nicht nur eine Momentaufnahme über Ihren Infektionsstand, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Schulbetrieb."

Medizinisches Personal führt einen Corona-Antigentest durch.
Medizinisches Personal führt einen Corona-Antigentest durch.  © dpa/APA/Georg Hochmuth

Update, 29. November, 14.40 Uhr: Trotz Smog und Corona: Halbmarathon in Neu Delhi

In Neu Delhi riecht es dieser Tage oft nach Rauch - die Luft ist so ungesund, dass Ärzte vom Sport im Freien abraten. Außerdem kommen in der indischen Millionenmetropole seit Wochen täglich rund 5000 bestätigte Corona-Neuinfektionen und 100 registrierte Tote dazu. Trotzdem gab es am Sonntag einen jährlichen großen Halbmarathon durch die Hauptstadt des Landes mit den zweitmeisten registrierten Corona-Fällen nach den USA.

Um die Corona-Gefahr zu reduzieren, habe es am Eingang des Geländes Thermometer und Geräte zur Messung des Sauerstoffgehalts im Blut gegeben, teilten die Veranstalter mit. Auch gab es Corona-Tests für die Profi-Athleten. Neben den Profis seien auch mehr als 13.000 Amateur-Läufer gerannt. Dieses Jahr liefen sie statt auf einer vorgegebenen Route coronabedingt einen selbst gewählten Weg. Sie luden davor eine App des Veranstalters herunter, die dann Strecke und Zeit gemessen hat.

Zurzeit sehen einige Forscher Hinweise, dass Luftverschmutzung Corona verschlimmern könnte. Coronaviren würden sich etwa an Feinstaubpartikel andocken und so in die Lungen gelangen, sagte Arvind Kumar vom Sir Ganga Ram Hospital kürzlich dem indischen Nachrichtenportal "Scroll".

Die Luft ist in Neu Delhi im Winter stets besonders schlecht. Zu den Abgasen der vielen Autos, der Industrie, dem Staub von Baustellen, Müllverbrennung und Feuerwerk bei Festen kommt hinzu, dass im Winter viele Bauern ihre Ernte-Reste auf den Feldern verbrennen.

Teilnehmer des Halbmarathons laufen vor dem "India Gate" Denkmal auf der Strecke.
Teilnehmer des Halbmarathons laufen vor dem "India Gate" Denkmal auf der Strecke.  © dpa/AP/Altaf Qadri

Update, 29. November, 14.35 Uhr: Gesundheitssenatorin: hohe Infektionszahlen führen zu Auslastung

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat vor einer Überlastung der Krankenhäuser in der Corona-Krise gewarnt. "Die anhaltend hohen Infektionszahlen führen zu einer zunehmenden Auslastung der Intensivbetten für immer mehr schwerstkranke Covid-19-Patient*innen", twitterte die SPD-Politikerin am Sonntag über den Account ihrer Behörde.

Zuvor war die Corona-Ampel zum ersten Mal seit der Einführung im Mai auch beim Kriterium Intensivbetten-Belegung auf Rot gesprungen. 25,3 Prozent der Betten auf Intensivstationen sind laut dem Corona-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Sonntag für Samstag mit Covid-19-Patienten belegt. Als Marke, ab der die Ampel auf Rot steht, wurden 25 Prozent festgelegt.

"Wir haben in Berlin vorsorglich frühzeitig die Kapazitäten gesteuert, sodass Schlimmeres bis jetzt verhindern werden kann", sagte Kalayci. In der Krankenhauslandschaft spitze sich die Lage auch zu, weil Personal coronabedingt ausfalle. Die Gesundheitssenatorin appellierte, den Mitarbeitenden in den Krankenhäusern Überlastung zu ersparen. "Deshalb ist es Gebot der Stunde, auf jeden Kontakt zu verzichten, der nicht zwingend erforderlich ist."

Kalayci forderte die Menschen auf, "am besten überall" eine Maske zu tragen und Abstand zu halten.

Dilek Kalayci, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.
Dilek Kalayci, Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.  © DPA/Annette Riedl

Update, 29. November, 14.30 Uhr: Geburtstagsparty in Offenbach mit 30 Gästen

Etwa 30 Menschen haben in Offenbach eine Geburtstagsparty gefeiert und dabei gegen die Corona-Verordnung verstoßen. Gäste aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet hätten in der Nacht zu Samstag "gefeiert, getanzt, Alkohol getrunken und keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen", teilte die Stadt Offenbach am Sonntag mit. Die Stadtpolizei sei wegen einer Ruhestörung in der Nachbarschaft gerufen worden.

Während der Kontrolle hätten einige Teilnehmer versucht zu fliehen, von den meisten seien jedoch die Personalien festgestellt worden. Sie erwartet laut Stadt jeweils ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgelder in bis zu vierstelliger Höhe. Die Räume des Veranstalters wurden versiegelt.

Update, 29. November, 13.40 Uhr: Zwei Corona-Fälle bei Heidenheim - Spiel gegen HSV findet statt

Das Zweitliga-Spiel 1. FC Heidenheim gegen den Hamburger SV ist am Sonntagnachmittag trotz zweier Corona-Fälle im Team der Gastgeber angepfiffen worden. Wie der FCH kurz vor Spielbeginn mitteilte, seien der Ersatztorwart Kevin Ibrahim und Abwehrspieler Jonas Föhrenbach am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden Fußballprofis befänden sich daher in häuslicher Quarantäne, ihnen gehe es gut.

Alle anderen Spieler sowie das gesamte Trainer- und Funktionsteam der Heidenheimer seien dagegen negativ getestet worden. Das sei auch bei einem weiteren Corona-Schnelltest am Sonntagmorgen so gewesen. Daher konnte das Heimspiel gegen den Aufstiegskandidaten HSV stattfinden.

Update, 29. November, 13.35 Uhr: Berlin überschreitet Corona-Warnwert für Belegung von Intensivbetten

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Samstag hervorgeht. Damit steht die Corona-Ampel in Berlin nun bei zwei Indikatoren auf Rot.

Die Corona-Ampel berücksichtigt insgesamt drei Indikatoren: die Reproduktionszahl (kurz R-Wert), die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Für jedes Kriterium wurden Grenzwerte definiert. Werden diese mindestens drei Mal in Folge überschritten, wechselt die entsprechende Ampelfarbe auf Gelb oder Rot.

Ein Zimmer auf der neu umgebauten Intensivstation der Charité Campus-Klinik für COVID-19-Patienten.
Ein Zimmer auf der neu umgebauten Intensivstation der Charité Campus-Klinik für COVID-19-Patienten.  © dpa/ZB/Britta Pedersen

Update, 29. November, 13.15 Uhr: Karliczek sieht bei Corona-Impfungen noch viel Aufklärungsbedarf

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in der Bevölkerung beim Thema Corona-Impfungen noch viel Aufklärungsbedarf. "Dazu gehört, immer wieder zu verdeutlichen, dass die Zulassungsbehörden keinerlei Abstriche an den Standards machen, die für die Zulassung eines Impfstoffes gelten", sagte Karliczek am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sie versicherte: "Die zugelassenen Impfstoffe werden daher wirksam und vor allem sicher sein."

Es sei erfreulich, dass sich rund die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen wollten. "Es wäre allerdings schön, wenn die Bereitschaft noch etwas steigen würde." Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung nötig, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen.

Karliczek bekräftigte aber, dass es keinen Impfzwang geben werde. "Es bleibt dabei: Die Impfung wird freiwillig sein."

Die Bevölkerung müsse von den Vorteilen einer Corona-Impfung überzeugt werden. "Je höher die Impfquote im Laufe der Zeit, desto eher ist es möglich, die vielen Einschränkungen aufzuheben und zu unserem normalen Leben zurückzukehren", sagte die Ministerin weiter. Die Impfung habe nicht nur einen Vorteil für jede Person selbst, die Impfung sei auch ein Dienst an der Gemeinschaft. "Ich bin zuversichtlich, dass dies immer mehr Menschen auch so sehen werden."

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 29. November, 13 Uhr: Kroatische Staatsbeamte missachten Corona-Regeln und randalieren

Zwei hohe Staatsbeamte haben in der ostkroatischen Stadt Vukovar gegen geltende Corona-Maßnahmen verstoßen und nach dem Einschreiten der Polizei randaliert. Wie das Internet-Portal jutarnji.hr am Samstagabend meldete, richtete sich der Behördeneinsatz in der Nacht zuvor gegen eine Kneipe, die entgegen der Corona-Auflagen spät nachts geöffnet war und Alkohol ausschenkte.

Wie das Portal berichtete, nahm die Polizei einen Staatssekretär aus dem Veteranenministerium sowie den Leiter eines Gedenkzentrums für Massakeropfer aus dem Krieg 1991 mit auf die Wache. Die beiden sollen sich den Amtshandlungen der Polizisten widersetzt haben.

Der Leiter des Gedenkzentrums soll sich gegen die vorläufige Festnahme körperlich gewehrt haben. Er wurde unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen abgeführt. Der Staatssekretär hatte sich im Lokal geweigert, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Er soll auf der Polizeiwache Inventar beschädigt haben. Beide Staatsbeamte wurden schließlich wegen Randalierens, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und auf freien Fuß gesetzt.

Die Polizei in Kroatien ermittelt gegen die beiden Staatsbeamten.
Die Polizei in Kroatien ermittelt gegen die beiden Staatsbeamten.  © 123RF/Goran Jakuš

Update, 29. November, 12.20 Uhr: RKI: Münster als erste Großstadt in NRW unter Infektionskennziffer 50

Ein erster orangefarbener Fleck auf der sonst roten NRW-Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI): Münster hat am Sonntag erstmals seit Ende Oktober mit 41,5 wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz unter dem Grenzwert von 50 ausgewiesen.

Den höchsten Wert erreichte am Sonntag laut RKI Solingen mit 261,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der NRW-weite Wert lag am Sonntag bei 146,0. In Münster fällt der gesunkene Wert mit einem gerichtlichen Streit um die Maskenpflicht für Lehrer zusammen.

Die Kennzahl 50 war im Oktober noch wichtig, da damals regionale Maßnahmen noch an diesen Wert gekoppelt waren. So mussten ab dieser Zahl Veranstaltungen verkleinert oder Sperrstunden für die Gastronomie verhängt werden. In der aktuellen Coronaschutz-Verordnung wird dazu kein Unterschied mehr gemacht, da durch den "Lockdown Light" Veranstaltungen praktisch komplett verboten und Restaurants - bis auf das Mitnahme-Geschäft - geschlossen sind.

Nur wenige Fahrräder fahren über den Prinzipalmarkt in Münster.
Nur wenige Fahrräder fahren über den Prinzipalmarkt in Münster.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Update, 29. November, 12.15 Uhr: NRW-Kabinett tagt mit Spahn in Düsseldorfer Stadion

Das nordrhein-westfälische Kabinett wird am Dienstag gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Düsseldorfer Fußballstadion "Merkur Spiel-Arena" tagen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatskanzlei am Sonntag. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte den Plan zuvor beim Deutschlandfunk angesprochen. Laut Staatskanzlei werden Laschet, Spahn und die Landesminister in einem der großen Konferenzräume innerhalb der Arena zusammen kommen.

Das Stadion soll laut Stadt bald auch als Impfzentrum dienen. Auch dafür sollen Räume in der Arena genutzt werden, so dass dort weiter Fußball gespielt werden kann. "Der Anforderungskatalog des Landes, der für das Impfzentrum bis zu 2400 Impfungen pro Tag vorsieht, wird mit diesem Standort besonders gut erfüllt", hatte die Leiterin des städtischen Corona-Krisenstabs, Helga Stulgies, am Freitag gesagt.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 29. November, 12.10 Uhr: Hildburghäuser Bürgermeister: "Corona-Regeln sind kein Spiel"

Der Hildburghäuser Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) hat appelliert, das Versammlungsverbot in der besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Region ernstzunehmen. "Sonst ist alles für die Katz", sagte Kummer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Aufrufe im Netz zu weiteren Corona-Protesten in der kommenden Woche. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Menschen es offenbar als Spiel ansehen, die Regeln zu brechen.

Im Südthüringer Corona-Brennpunkt Kreis Hildburghausen gilt seit Sonntag ein striktes Versammlungsverbot. Sämtliche Veranstaltungen und Versammlungen sind laut einer neuen Verordnung untersagt. Damit zieht der Landkreis auch die Lehren aus einem unangemeldeten Corona-Protest am vergangenen Mittwoch. Dabei waren mehrere Hundert Menschen teils ohne Maske und Mindestabstand singend durch die Straßen der Kreisstadt gezogen.

Nach den neuen Regeln können jetzt nur noch im Einzelfall und auf Antrag Versammlungen genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. Unangemeldete Zusammenkünfte sind nun verboten. Bereits seit vergangenem Mittwoch gilt für die rund 63.000 Einwohner der Region ein harter Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen; Kitas und Schulen wurden geschlossen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag im Kreis am Sonntag nach Angaben des Gesundheitsamtes bei 588 (Vortag: 595). Das Robert Koch-Institut weist für den Kreis Hildburghausen eine Inzidenz von rund 579 aus. Der Wert - der zwischenzeitlich sogar bei 630 lag - ist damit an diesem Wochenende erstmals seit längerem wieder gesunken. Dennoch leuchtete der Südthüringer Kreis an der bayerischen Landesgrenze auf der Corona-Deutschland-Karte des RKI am Sonntag neben der Stadt Passau pink.

"Landratsamt Hildburghausen" steht auf einer Tafel vor dem Gebäude.
"Landratsamt Hildburghausen" steht auf einer Tafel vor dem Gebäude.  © dpa/zb/Martin Schutt

Update, 29. November, 11.55 Uhr: Menschen in Passau halten sich an Ausgangsbeschränkungen

Die Menschen in Passau halten sich an die seit Samstag geltenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Laut Polizei sind in der Nacht zum Sonntag keine Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz festgestellt worden. Nachdem der Inzidenzwert am Freitag auf fast 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gestiegen war, hatte Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) strenge Maßnahmen verkündet.

Die Menschen in der niederbayerischen Stadt dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnete Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen.

Die Beschränkungen sollen zunächst für eine Woche gelten, jedoch frühestens bei einem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Corona-Inzidenz von 300 wieder gelockert werden.

Schilder weisen am Ludwigsplatz auf die bestehende Alkoholverbotszone und die Maskenpflicht in Passau hin.
Schilder weisen am Ludwigsplatz auf die bestehende Alkoholverbotszone und die Maskenpflicht in Passau hin.  © dpa/Lino Mirgeler

Update, 29. November, 11.50 Uhr: Tschechien lockert Corona-Maßnahmen zum Weihnachtsgeschäft

Tschechien lockert zum Weihnachtsgeschäft seine strengen Corona-Regeln. Von Donnerstag an dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants wieder öffnen. Das gab die Regierung nach einer Sondersitzung des Kabinetts am Sonntag bekannt. Es gelten strenge Hygieneregeln und eine Begrenzung der Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter.

Bislang sind nur lebensnotwendige Einkäufe erlaubt. Die Lockerungen waren ursprünglich bereits für Montag erwartet worden. Im Laufe der Woche werde mit einer "weiteren deutlichen Verbesserung der Situation" gerechnet, begründete Gesundheitsminister Jan Blatny die Verzögerung. Die Maskenpflicht selbst im Freien bleibt bestehen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas. Am Sonntag wurden 2667 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 518 649 bestätigte Infektionen und 8054 Todesfälle.

Mit dem Übergang von Stufe vier auf drei im Corona-Warnsystem Pes (tschechisch für Hund) ab Donnerstag sind weitere Erleichterungen verbunden. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Es dürfen sich bis zu 50 Personen im Freien und zehn in Innenräumen versammeln. An Gottesdiensten dürfen in der Adventszeit maximal 30 Gläubige teilnehmen. Museen und Galerien können mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben aber geschlossen.

Der Weihnachtsbaum im Zentrum der Stadt Olomouc leuchtet hell.
Der Weihnachtsbaum im Zentrum der Stadt Olomouc leuchtet hell.  © dpa/CTK/Ludìk Peøina

Update, 29. November, 11 Uhr: Verletzte nach Demo gegen Corona-Ausgangssperre in Lüttich

Hunderte Menschen haben im belgischen Lüttich trotz Versammlungsverbots gegen die nächtliche Corona-Ausgangssperre demonstriert. Bei Auseinandersetzungen seien vier Polizisten und drei Demonstranten verletzt worden, meldete das Internetportal L'Avenir.net am Sonntag. Die Polizei habe 17 Personen in Gewahrsam genommen. In Belgien sind wegen der Pandemie öffentliche Versammlungen von mehr als vier Personen verboten.

Ein eineinhalbstündiges Video der Demonstration zeigt vor allem junge Leute mit Maske und Abstand hinter einem Transparent, das "solidarische Gesundheitsmaßnahmen" gegen die Corona-Krise fordert. Gegen Ende ist zu sehen, wie Polizisten den Protestzug auf einer Brücke stoppen.

Update, 29. November, 10.55 Uhr: Zwei bulgarische Biathleten positiv auf Corona getestet

Zwei bulgarische Biathleten sind beim Weltcup-Auftakt in Kontiolahti positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Weltverband IBU am Sonntag mitteilte, ordnete die finnische Gesundheitsbehörde für die Betroffenen Quarantäne an. Zuvor war nach Angaben des russischen Verbandes nach den unter Quarantäne stehenden Anton Babikow und Jewgeni Garanitschew auch Damen-Trainer Michail Schaschilow positiv getestet worden. Auch er musste wie sein negativ getesteter Co-Trainer und Zimmerkollege Mykola Zagurskyy in die Isolation.

Positive Corona-Fälle gab es zuvor bereits bei Teammitgliedern aus Italien, Polen, Lettland und Frankreich. Die gesamte rumänische Mannschaft und - mit nur einer Ausnahme - das komplette Team aus Moldau musste in Quarantäne. Die Slowaken konnten wegen mehrerer Corona-Fälle gar nicht erst anreisen.

Der bereits vor mehreren Wochen positiv getestete Thüringer Philipp Horn ist nach einem "indifferenten" Befund trotz erteilter Starterlaubnis als Vorsichtsmaßnahme nach Hause geflogen.

Zwei Biathleten werfen während des Trainings bei der Biathlon-Weltmeisterschaft Schatten auf den Schnee.
Zwei Biathleten werfen während des Trainings bei der Biathlon-Weltmeisterschaft Schatten auf den Schnee.  © dpa/ZB/Ralf Hirschberger

Update, 29. November, 10.50 Uhr: Kardinal Marx mahnt zur Aufmerksamkeit in der Adventszeit

Mit Blick auf die Adventszeit in der Corona-Krise ruft Kardinal Reinhard Marx zu Wachsamkeit und Aufmerksamkeit füreinander auf. "Wir schauen auf die alten Menschen und auf alle, die allein leben", meint der Erzbischof von München und Freising in einem Hirtenwort zum ersten Advent. "Wir sehen, wie viele Menschen sich um ihre Zukunft sorgen. Wir erkennen, wie wir selbst und andere an Leib und Seele verletzt werden können."

Marx fordert Gläubige zu einem "Netzwerk des Gebets" auf. Dazu gehöre auch "Zeichen des Miteinanders zu geben – vielleicht durch einen Brief oder eine Mail, ein Telefonat, durch Kontakte über die sozialen Medien." Trotz der Pandemie gebe es auch dieses Jahr viele Möglichkeiten, christliches Brauchtum mit Leben zu füllen. "Advent und Weihnachten fallen nicht aus."

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising.
Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising.  © dpa/Matthias Balk

Update, 29. November, 10.45 Uhr: Sachsen bei Inzidenzwert bundesweit Schlusslicht

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Sachsen ist innerhalb eines Tages um fast 1400 angestiegen. Seit Beginn der Pandemie sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntag 53.804 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, 882 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Inzidenzwert) stieg landesweit auf 226,16. Das ist im Vergleich der Bundesländer der höchste Wert. Die Landkreise Görlitz und Bautzen verzeichneten nach eigenen Angaben jeweils einen Inzidenzwert von rund 400. Sie gehören damit bundesweit zu den Corona-Hotspots.

Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

Sachsen ist zu weiten Teilen dunkel-, teilweise schon tiefrot gefärbt.
Sachsen ist zu weiten Teilen dunkel-, teilweise schon tiefrot gefärbt.  © Screenshot/RKI

Update, 29. November, 10 Uhr: Geburtstagsparty in Schmalkalden aufgelöst

Die Polizei hat in Schmalkalden (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) eine Corona-Party mit 33 Gästen aufgelöst.

Die größtenteils Jugendlichen und Heranwachsenden hatten in der Nacht zum Samstag lautstark Geburtstag gefeiert, wie die Polizei am Sonntag berichtete. Daraufhin hatten sich mehrere Nachbarn beschwert. Alle Feiernden wurden nach Erhebung der Personalien des Platzes verwiesen. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Sanierte Fachwerkhäuser prägen das Bild der historischen Altstadt Schmalkaldens.
Sanierte Fachwerkhäuser prägen das Bild der historischen Altstadt Schmalkaldens.  © dpa/zb/Martin Schutt

Update, 29. November, 9.50 Uhr: Mehr als 150 Festnahmen bei Anti-Lockdown-Protesten in London

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London mehr als 150 Menschen festgenommen. Die Demonstranten seien unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln oder Angriffen auf Polizisten festgenommen worden, teilte die Polizei nach der Demonstration am Samstag mit.

Im aktuellen Teil-Lockdown sollen die Bürger in England ihr Zuhause nur aus triftigen Gründen wie Arbeit, Einkauf oder der Pflege Angehöriger verlassen. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Teilnehmer zogen - zumeist ohne Abstand und Masken - am Samstag durch die Londoner Innenstadt.

Auf ihren Plakaten stand etwa "Stop Controlling Us" ("Hört auf, uns zu kontrollieren") oder "No More Lockdowns" ("Keine Lockdowns mehr"). Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Die Polizei verhaftet einen Mann während einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen.
Die Polizei verhaftet einen Mann während einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen.  © dpa/PA Wire/Victoria Jones

Update, 29. November, 9.15 Uhr: Erste-Hilfe-Kurse auch in Corona-Krise gut nachgefragt

Trotz eingeschränkter Ausbildungsmöglichkeiten ist das Interesse an Erste-Hilfe-Kursen in Thüringen während der Corona-Pandemie weiterhin groß. Wurden in der Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr keine Lehrgänge angeboten, so ist derzeit die Teilnehmerzahl aufgrund der Hygieneauflagen begrenzt. Das ergab eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), den Johannitern und dem Malteser Hilfsdienst in Thüringen.

"Die Art und Durchführung unserer Kurse hat sich verändert - und auch der Aufwand ist wesentlich größer geworden", sagte Markus Mühr vom Malteser Hilfsdienst in Erfurt. Die Nachfrage sei aber weiterhin da. Allerdings könnten wegen der räumlichen Begrenzung jetzt nur noch maximal 13 Teilnehmer anstatt wie vorher bis zu 20 pro Kurs ausgebildet werden. Beim DRK und der Johanniter-Unfall-Hilfe mussten die Teilnehmerzahlen ebenfalls reduziert werden. Kurse in Schulen und Betrieben gibt es vorerst nicht mehr oder nur sehr reduziert.

Der Johanniter-Regionalverband Mittelthüringen verzeichnete von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund zehn Prozent weniger Kurse und etwa 20 Prozent weniger Teilnehmer. Eine ungebrochen hohe Nachfrage an den Kursen verzeichnet das DRK. Trotz erschwerter Bedingungen werde versucht, ein praxisnahes Training zu gewährleisten. "Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist Erste Hilfe weiterhin möglich", betonte DRK-Landesarzt Prof. Dr. Reinhard Fünfstück.

Allerdings gelten laut den Johannitern und Maltesern bei den Übungen Einschränkungen zum Schutz der Teilnehmer wie der Ausbilder. So werde beispielsweise die Wundversorgung nur an der eigenen Person geprobt und die Atemspende bei einer Reanimation nur am Phantom demonstriert, hieß es. Auch die stabile Seitenlage werde lediglich an der Übungspuppe und über virtuelle Medien vermittelt.

Betriebliche Ersthelfer üben mit der Reanimationpuppe "Little Anne" bei einem Erste-Hilfe-Lehrgang in einem Schulungszentrum des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Erfurt.
Betriebliche Ersthelfer üben mit der Reanimationpuppe "Little Anne" bei einem Erste-Hilfe-Lehrgang in einem Schulungszentrum des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Erfurt.  © dpa/zb/Martin Schutt

Update, 29. November, 9.10 Uhr: Kubicki warnt vor langfristiger nationaler Gesundheitskrise

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auch wirtschaftspolitische und sozialpsychologische Aspekte einzubeziehen. "Diese Erwägungen spielen derzeit keine Rolle", sagte der Bundestagsvizepräsident der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und offensichtlich werden andere Gesundheitsaspekte ebenfalls sehr unterbeleuchtet." Es sei fatal, wenn nicht die Expertise von Menschen herangezogen werde, die sich mit anderen Dingen beschäftigen als Infektionskrankheiten.

Kubicki wies darauf hin, dass in Frankreich die Zahl der Krebsscreenings um 86 bis 100 Prozent gesunken sei. In Deutschland würden deutlich weniger Herzinfarkte diagnostiziert als vor der Pandemie. "Hier bahnt sich eine langfristige Gesundheitskrise nationaler Tragweite an. Hinzu kommen die wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen Auswirkungen", warnte der FDP-Politiker.

Das große Problem sei, dass die Unterordnung aller Belange unter den Infektionsschutz jetzt ausdrücklich im Infektionsschutzgesetz verankert sei. "Die Koalition hat gemeinsam mit den Grünen diese Vernachlässigung anderer Schäden in Gesetzesform gegossen und damit bewusst in Kauf genommen."

Wolfgang Kubicki (FDP), Bundestagsvizepräsident.
Wolfgang Kubicki (FDP), Bundestagsvizepräsident.  © dpa/Christoph Soeder

Update, 29. November, 9.05 Uhr: Verstöße gegen Corona-Maßnahmen in Cloppenburg

In Cloppenburg mussten die Einsatzkräfte in der Nacht zu Sonntag wegen mehrerer Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen ausrücken. Ein 18-Jähriger habe dabei die Beamten beleidigt und versucht die Einsatzkräfte zu schlagen, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit.

Eine Gruppe aus fünf jungen Menschen hatte sich auf einem Schulgelände getroffen. Sie sollen alkoholisiert gewesen sein. Bei der Befragung der Gruppe verhielt sich der 18-Jährige aggressiv und ging auf die Beamten los. Er wurde in Gewahrsam genommen.

In der Nacht wurde zudem eine private Feier von sechs Personen aus mehr als zwei unterschiedlichen Haushalten in Cloppenburg aufgelöst. Dies lief laut Polizei friedlich ab.

Ein Polizeiauto steht an einem Einsatzort (Symbolbild).
Ein Polizeiauto steht an einem Einsatzort (Symbolbild).  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 29. November, 8.30 Uhr: Das Coronavirus in der Welt

Die Corona-Zahlen der zehn am stärksten betroffenen Länder.
Die Corona-Zahlen der zehn am stärksten betroffenen Länder.  © DPA

Update, 29. November, 8.10 Uhr: Forscher rät zu kreativem Umgang mit Weihnachten in der Pandemie

Der Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung, Klaus Lieb, empfiehlt, in Zeiten der Pandemie einen kreativen Umgang mit dem Weihnachtsfest. "Weihnachten ist ein wichtiges Familienevent, aber wenn dabei die Gefahr droht, sich und andere zu gefährden, sollte man es noch einmal in Frage stellen und das Treffen verlegen, wie Hochzeiten derzeit auch", sagte Lieb der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Die meisten Menschen antworteten auf die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist, "Gesundheit" - und nicht "das Weihnachtsfest".

Ein Treffen im ganz kleinen Kreise könne in diesem Corona-Winter ausreichen und es könne zugleich nach kreativen Geschenkideen und Möglichkeiten der Begegnung gesucht werden. Per Video zusammenkommen dasselbe kochen und dann gleichzeitig essen und trinken etwa könne auch in der Adventszeit Spaß machen.

Im Zentrum der Resilienzforschung steht die Frage, warum Stress manche Menschen krank macht, andere unter gleichen Bedingungen aber gesund bleiben. Das renommierte Forschungsinstitut will das Verständnis von Resilienz mit Langzeitstudien vertiefen und hat zahlreiche internationale Studien zum Lockdown ausgewertet.

Klaus Lieb, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (LIR).
Klaus Lieb, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung (LIR).  © dpa/Leibniz-Institut für Resilienzforschung/LiR

Update, 29. November, 7.55 Uhr: Wie fangen wir die Corona-Leugner wieder ein?

Verschwörungsmythen verteufeln Migration, Impfen oder 5G und leugnen Klimawandel, Mondlandung, Holocaust sowie neuerdings auch das Coronavirus. In den USA gab es bereits Fälle von Corona-Kranken, die noch auf dem Sterbebett sagten, das Virus sei nicht real.

Krude Theorien treiben inzwischen Keile zwischen Familien, Freundeskreise und Arbeitskollektive. Doch was kann und muss man tun, wenn plötzlich Verschwörungsideologen im eigenen, vertrauten Umfeld auftauchen und langsam Freundschaften zerfressen?

Lest hier das TAG24-Interview mit dem sächsischen Soziologen Benjamin Winkler (35).

Wer sind wirklich "besorgte Bürger" - die Corona-Demonstranten oder ihre Familien und Freunde, die deren Radikalisierung miterleben müssen?
Wer sind wirklich "besorgte Bürger" - die Corona-Demonstranten oder ihre Familien und Freunde, die deren Radikalisierung miterleben müssen?  © Bildmontage: imago images/Jochen Eckel, imago images/Reichwein

Update, 29. November, 7.50 Uhr: Stadtmission: Tagsüber fehlen Wärmestuben für Obdachlose

Die Berliner Stadtmission fordert in der Corona-Pandemie mehr Aufwärm-Möglichkeiten für Obdachlose am Tag. "Fast überall heißt es nur noch weg, weg, weg, raus, raus", sagte Sprecherin Barbara Breuer. Allein zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens greife das System der Kältehilfe mit Notübernachtungen. Am Tag gebe es für Obdachlose dagegen fast nur noch das Draußen. Berlin müsse im ersten Corona-Winter kreativer werden.

Wie viele andere soziale Träger habe die Stadtmission tagsüber Essensausgaben oder ihre Kleiderkammer wegen der Abstandsregeln von drinnen nach draußen verlegen müssen, berichtet Breuer. "Für die Alten und Kranken muss das die Hölle sein."

"Wir sind dabei, weitere Angebote für obdachlose Menschen zu schaffen, in denen sie sich auch tagsüber aufhalten können", sagte Stefan Strauß, Sprecher der Senatssozialverwaltung. Zurzeit liefen dazu Gespräche mit der Senatsfinanzverwaltung und den Bezirken.

Ein Frau im Rollstuhl spricht mit Mitarbeitern der Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof.
Ein Frau im Rollstuhl spricht mit Mitarbeitern der Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof.  © dpa/zb/Jens Kalaene

Update, 29. November, 7.45 Uhr: Rostocker Uni-Rektor: Hochschule braucht Anwesenheit der Studenten

Für Hochschule und Studium ist und bleibt nach Einschätzung des Rektors der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, die persönliche Anwesenheit von Studierenden unverzichtbar.

"Es heißt immer, dass alles Wissen im Netz verfügbar ist. Erarbeite es dir, dann wirst du das gleiche Wissen erlangen. Das stimmt definitiv nicht", sagte Schareck der Deutschen Presse-Agentur nach den Erfahrungen von neun Monaten Corona-Pandemie.

Bei der Entwicklung der Kompetenz zur Selbstorganisation, eine Grundvoraussetzung für Akademiker, sei der enge und persönliche Austausch mit Dozenten und Kommilitonen notwendig.

Der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck.
Der Rektor der Universität Rostock, Wolfgang Schareck.  © dpa/Danny Gohlke

Update, 29. November, 7.40 Uhr: Hamburger Kollektiv bringt obdachlose Menschen in Hotel unter

Ein Hamburger Bündnis gemeinnütziger Organisationen bringt obdachlose Menschen bis März in einem Hotel unter, um sie vor dem Coronavirus und der Winterkälte zu schützen. "Wir haben aus der ersten Corona-Welle im März diesen Jahres gelernt. Daher warten wir nicht mehr, bis sich Verantwortliche in Hamburg um den angemessenen Schutz für Obdachlose kümmern und handeln selbst", sagte Nikolas Migut, Initiator der Aktion "Hotels for Homeless" und Gründer des Vereins Strassenblues. Weitere Unterstützer sind CaFée mit Herz, GoBanyo, Hamburger Gabenzaun, Hanseatic Help, JesusCenter und Pfand gehört daneben.

Seit dem 9. November wohnen inzwischen 20 obdachlose Menschen in einem einfachen Hotel in der Nähe der Sternbrücke im Schanzenviertel. Sie sind in kleinen Einzelzimmern untergebracht, Ehrenamtliche kümmern sich auch um Essen, Hygieneartikel, Wäschegeld und eine persönliche Betreuung.

"Wir möchten den Menschen langfristig eine Perspektive geben, die sie zurück ins System und aus der Obdachlosigkeit führen soll", sagte Migut. Er wünscht sich, dass das Projekt Modellcharakter hat und in ähnlicher Form von der Stadt Hamburg übernommen wird. "Wir machen das jetzt einfach mal und zeigen, wie es gehen könnte."

Dafür hat der Verein Strassenblues aus eigenen Mitteln 50.000 Euro eingesetzt und inzwischen weitere 30.000 Euro Spenden gesammelt. Aber es gibt noch genug Obdachlose, die ebenfalls unterkommen möchten. Jeweils rund 4000 Euro werden benötigt, um einen obdachlose Menschen für fünf Monate vor Corona und Kälte zu schützen und in einem Hotel-Einzelzimmer unterzubringen.

Volker Mähl sitzt in einem Hotelzimmer in Hamburg-Altona. Mähl ist obdachlos und einer von zwanzig Menschen, für die die Initiative "Hotels for Homeless" ein Hotelzimmer für die Wintermonate organisiert hat.
Volker Mähl sitzt in einem Hotelzimmer in Hamburg-Altona. Mähl ist obdachlos und einer von zwanzig Menschen, für die die Initiative "Hotels for Homeless" ein Hotelzimmer für die Wintermonate organisiert hat.  © dpa/Daniel Reinhardt

Update, 29. November, 7.35 Uhr: Drei Länder fordern Steuerentlastungen für Unternehmen

Baden-Württemberg, Bayern und Hessen machen sich für steuerliche Entlastungen für Unternehmen stark. Bei der Wirtschaftsministerkonferenz an diesem Montag wollen sie vorschlagen, den sogenannten Verlustrücktrag zu erweitern. Damit ist gemeint, dass mit Verlusten eines Jahres die Steuerlast gesenkt werden kann, indem sie mit positiven Einkünften etwa des Vorjahres verrechnet wird. Die Höchstbetragsgrenzen hierfür wurden zuletzt schon einmal erhöht.

"Durch die Wirtschaftskrise in Folge der Pandemie sind viele gesunde Unternehmen unverschuldet in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, was besonders zulasten von wichtigen Zukunftsinvestitionen geht", sagte die baden-württembergische Ressortchefin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) der Mitteilung zufolge. "Wir müssen unsere Unternehmen in die Lage versetzen, wieder langfristige Perspektiven zu entwickeln und diese auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten finanzieren zu können."

Die Möglichkeiten der steuerlichen Verlustverrechnung wurden mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz von Ende Juni erweitert. Der steuerliche Verlustrücktrag wurde für die Jahre 2020 und 2021 auf fünf Millionen beziehungsweise zehn Millionen Euro (bei Zusammenveranlagung) angehoben. Zudem wurde ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen.

Dem Vorschlag der drei Länder zufolge soll die Obergrenze der Verlustverrechnung auf 50 Millionen Euro angehoben werden. Zudem solle der Rücktragzeitraum auf zwei Jahre - aktuell wären dies die Jahre 2019 und 2018 - ausgedehnt werden, hieß es weiter. Das empfehle auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in seinem aktuellen Jahresgutachten. In Anbetracht der gravierenden Haushaltsdefizite infolge der Corona-Pandemie verursache ein großzügigerer steuerlicher Verlustrücktrag zudem vergleichsweise geringe Steuerausfälle, so Ministerin Hoffmeister-Kraut weiter.

Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg.
Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg.  © DPA/Christoph Schmidt

Update, 29. November, 7.30 Uhr: Suche nach Fachkräften aus dem Ausland durch Corona beeinträchtigt

Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Fachleuten die Anwerbung ausländischer Fachkräfte erschwert. Probleme gab es unter anderem wegen zeitweiliger Einreisestopps und der Schließung von Botschaften, hieß es auf Anfrage unter anderem von der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF), der Industrie- und Handelskammer Südthüringen und von Pflegeanbietern.

"Komplett unterbrochen war die Anwerbung von Fachkräften aber nie, auch nicht im Inland", sagte der zuständige ThAFF-Teamleiter Andreas Knuhr. Viele Absprachen und Beratungen mit Partnern im Ausland seien online gelaufen.

In Thüringen sind neben Industrie- und Handwerksbetrieben vor allem Pflegeeinrichtungen auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen. Grund ist der Fachkräftemangel in vielen Branchen.

Eine Krankenschwester begleitet einen älteren Mann mit Rollator auf dem Weg zu seinem Zimmer.
Eine Krankenschwester begleitet einen älteren Mann mit Rollator auf dem Weg zu seinem Zimmer.  © dpa/Christian Charisius

Update, 29. November, 7.25 Uhr: Krankenkasse: Nach Corona-Schutz weniger andere Infektionskrankheiten

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben nach einer Analyse der AOK Nordost im Herbst andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Für die Kasse gilt das als Beleg, dass sich viele Menschen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an die Regeln im Teil-Lockdown halten. Auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts noch immer viel zu hoch liegen - bei Grippe oder Bronchitis zeigen sich in der Statistik Effekte, die für die Kasse nicht allein mit Zufällen zusammenhängen können.

So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte im Nordosten wegen Grippe krankgeschrieben, wie die Kasse am Sonntag mitteilte. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Dazu gibt es für die Region noch keine Zahlen.

Alltagsmasken, häufiges Hände waschen und Distanzgebote halten augenscheinlich aber auch andere Infektionskrankheiten häufiger in Schach als früher: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück.

Dieser Trend war in den ersten Wochen des Teil-Lockdowns in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern noch ausgeprägter als in der Hauptstadt. Eine mögliche Erklärung ist, dass in Berlin auch mit Kontaktbeschränkungen immer noch mehr Menschen aufeinandertreffen als in Flächenländern, zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr.

Insgesamt umfasst die AOK-Analyse mehr als 63.000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Rund jeder vierte Einwohner dieser Bundesländer ist nach AOK-Angaben bei ihr versichert. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

Im Gesundheitsamt füllt eine Mitarbeiterin eine Impfbescheinigung über die gerade erfolgte Grippeschutzimpfung aus.
Im Gesundheitsamt füllt eine Mitarbeiterin eine Impfbescheinigung über die gerade erfolgte Grippeschutzimpfung aus.  © DPA/ZB/Bernd Wüstneck

Update, 29. November, 7.20 Uhr: Lufthansa Cargo rechnet mit hohem Anteil bei Impfstoffverteilung

Die Lufthansa will bei der globalen Verteilung von Corona-Impfstoffen kräftig mitmischen. Aller Voraussicht nach würden größere Mengen in Mitteleuropa hergestellt, sagte der Chef der Frachttochter Lufthansa Cargo, Peter Gerber, der Deutschen Presse-Agentur. "Für diesen Fall ist klar, dass die Lufthansa Cargo eine wichtige Rolle spielt."

Weil bei den Impfstoffen bereits im Dezember mit ersten Zulassungen gerechnet wird, laufen bereits die Verhandlungen. Gerber rechnet mit einem Höhepunkt der Transportaufträge zwischen Mai und Oktober 2021. "Die Ausschreibungen laufen bereits. Auf diese haben wir uns natürlich gemeldet und ich gehe davon aus, dass es da in Kürze zu den ersten Abschlüssen kommen wird."

Eine Boeing 777 der Lufthansa Cargo rollt nach der Landung auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens an Frachtgut vorbei.
Eine Boeing 777 der Lufthansa Cargo rollt nach der Landung auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens an Frachtgut vorbei.  © DPA/Arne Dedert

Update, 29. November, 7.15 Uhr: In vielen Notunterkünften in Hessen wird es bereits "richtig eng"

In vielen Notunterkünften in Hessen wird es angesichts der zunehmend kalten Nächte nach Angaben eines Sprechers der Hessischen Diakonie bereits "richtig eng". "In der Regel haben die Einrichtungen noch Notplätze, sagte Stefan Gillich, Leiter der Abteilung Existenzsicherung, Armutspolitik, Gemeinwesendiakonie, der Deutschen Presse-Agentur. In den Einrichtungen der Diakonie Darmstadt etwa gelte: "Ab 17 Uhr wird keiner weggeschickt."

Hygienekonzepte und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie schränkten auch den Spielraum der kommunalen, kirchlichen und sonstigen Einrichtungen ein, die Notschlafstellen anbieten, sagte Gillich. Ein großes Problem sei, dass viele Menschen nicht in die Notunterkünfte gingen - teils aus Angst vor einer Corona-Infektion, teils, weil sie es nicht in einem Raum mit anderen aushielten. Teilweise gebe es Kommunen, die angesichts der Lage in den Notunterkünften für zusätzliche Unterbringung in Pensionen und Hotels sorgten.

"Eine Unterbringung im Vierbettzimmer geht unter Corona-Regeln gar nicht mehr", betonte Elfi Ilgmann-Weiß vom Frankfurter Verein für soziale Heimstätten zur Lage in der Notunterkunft im Ostpark. In der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor stehen wie schon in den beiden Vorjahren 150 Übernachtungsplätze zur Verfügung - unter Einhaltung von Mindestabständen und mit einem mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzept. Luftfilter und CO2-Ampeln wurden angeschafft. Notversorgung leisten die Mitarbeiter des Kältebus, der Nacht für Nacht im Stadtgebiet Obdachlose aufsucht, die unter freiem Himmel schlafen.

Elfie Ilgmann-Weiß, Sozialarbeiterin, legt einem Obdachlosen, der in einer Bushaltestelle schläft, eine Decke über.
Elfie Ilgmann-Weiß, Sozialarbeiterin, legt einem Obdachlosen, der in einer Bushaltestelle schläft, eine Decke über.  © dpa/Andreas Arnold

Update, 29. November, 7.10 Uhr: Polizei löst Party mit 25 Gästen in Saarbrücken auf

Die Polizei in Saarbrücken hat eine Party mit rund 25 Menschen aufgelöst und die Feiernden wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln angezeigt. Die Feier sei im Keller eines illegal betriebenen Wettbüros im Stadtteil Malstatt entdeckt worden, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit.

Die Gäste tranken Alkohol, rauchten zum Teil Shisha und spielten Karten. Als die Beamten am Samstagabend die Identität der Menschen aufnehmen wollten, habe eine zunehmend angeheizte Stimmung geherrscht. Daher riefen die Polizisten Verstärkung. Auf die Feiernden kommt nun ein Bußgeld zu.

Die Polizei war in Saarbrücken im Einsatz (Symbolbild).
Die Polizei war in Saarbrücken im Einsatz (Symbolbild).  © dpa/Harald Tittel

Update, 29. November, 7.05 Uhr: Bouffier verteidigt Lockerung: Menschen wollen sich Weihnachten sehen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verteidigt die Entscheidung von Bund und Ländern, trotz erhöhten Corona-Risikos der Bevölkerung zu Weihnachten und Silvester mehr Kontakte zu gestatten. Der Staat brauche für seine Maßnahmen ein gewisses Maß an Akzeptanz, sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe (Sonntag). "Viele Menschen wollen sich gerade um die Weihnachtszeit mal wieder sehen. Wenn wir darauf nicht eingehen, werden wir große Probleme bekommen."

Wenn an Weihnachten gelockert werde, dann aus guten Gründen. Aber das Risiko steige. "Wir bauen darauf, dass die Menschen sich trotz der Lockerungen vernünftig verhalten", sagte er. Auf die Frage, ob das Ziel zu erreichen sei, bis Weihnachten auf weniger als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu kommen, sagte er, dies werde nicht einfach. "Ich kann auch nicht ausschließen, dass wir das Ziel nicht erreichen."

Ablehnend reagierte Bouffier auf Forderungen aus der Bundespolitik, die Länder müssten sich stärker an den Folgekosten der Krise beteiligen. "Die Länder zahlen sehr viel - schon die ganze Zeit. Hessen allein hat zwölf Milliarden Euro bereitgestellt. Der Ruf, die Länder sollen mal was tun, ist sachlich völlig unbegründet. Und den Stil finde ich unsäglich." Als Beispiel nannte er, dass die Gewerbesteuerausfälle der Kommunen ersetzt werden, zur Hälfte vom Bund und den Ländern. "Das sind Milliarden!", sagte er.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hantiert mit seiner Mund-Nasen-Bedeckung.
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hantiert mit seiner Mund-Nasen-Bedeckung.  © dpa/Boris Roessler

Update, 29. November, 7 Uhr: Lambrecht: Entschädigungen bis zum Ende der Corona-Auflagen geboten

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Entschädigungszahlungen an die Wirtschaft für rechtlich geboten, bis die einschneidenden Corona-Auflagen aufgehoben werden. "Wir gehen alle davon aus, dass wir möglichst bald einen Impfstoff haben werden. Solange wir allerdings weitere so gravierende Einschränkungen erleben, solange muss es aus meiner Sicht auch Hilfen geben", sagte Lambrecht der "Welt am Sonntag". "Dies mildert die Schwere der Eingriffe ab und trägt dadurch auch zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bei."

Lambrecht räumte allerdings ein, dass auch die finanziellen Möglichkeiten des Bundes nicht grenzenlos seien. "Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die von Bund und Ländern gemeinsam zu stemmen ist", so die SPD-Politikerin. Lambrecht stellte sich damit an die Seite von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU), der ebenfalls eine finanzielle Beteiligung der Länder gefordert hatte.

Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.
Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.  © dpa/ZB/Britta Pedersen

Update, 29. November, 6.55 Uhr: Bundespräsident macht Mut: "Pandemie wird uns Zukunft nicht nehmen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bevölkerung zum Beginn der Adventszeit Mut zugesprochen. Obwohl wegen der Corona-Krise zunächst weiter Verzicht gefragt sei, könne Deutschland voller Zuversicht sein, schrieb das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Denn die Fortschritte der medizinischen Forschung gäben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag beherrsche. "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen", schrieb er.

Steinmeier lobte das Verhalten der Bevölkerung in der Krise seit dem Frühjahr. "Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Deutschen zeigen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, auch wenn die Zeiten rauer sind." Die vielfältige Unterstützung für diejenigen, die von der Krise besonders hart getroffen seien, bewiesen, dass die Demokratie der Krise nicht ohnmächtig gegenüberstehe, schrieb der Bundespräsident.

Aktuell sei aber aus Gründen des Infektionsschutzes Verzicht gefragt auf vieles, was die dunklen Tage normalerweise zum Leuchten bringe: "Der Besuch des Weihnachtsmarktes, das Beisammensein mit lieben Menschen, Weihnachtsfeiern im Verein, gemeinsames Singen... Der Verzicht auf all das fällt schwer - auch mir persönlich!"

Die Adventswochen seien in diesem Jahr stiller. "Aber auch wenn wir Abstand zueinander halten, können wir uns nahe sein", schrieb Steinmeier und appellierte: "Zeigen wir den Menschen um uns herum Aufmerksamkeit und Zuneigung, schenken wir Hoffnung und öfter mal ein freundliches Wort, greifen wir zum Telefon oder schreiben wir - ganz altmodisch - mal wieder einen Brief!"

Er wünsche allen Menschen hierzulande Zuversicht und Zusammenhalt. "Bleiben wir beieinander und geben wir acht aufeinander: jetzt in den Zeiten von Corona und auch in der Zeit danach!"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich einen Mund- Nasenschutz auf.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich einen Mund- Nasenschutz auf.  © dpa/ZB/Britta Pedersen

Update, 29. November, 6.50 Uhr: Kroatiens Regierungschef Plenkovic in Quarantäne

Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic ist wegen eines positiven Corona-Tests seiner Frau seit Samstag in Quarantäne. Ein erster Test des Ministerpräsidenten sei jedoch negativ ausgefallen, berichtete die Zeitung "Jutarnji List" unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung. Nach leichten Symptomen habe sich Ana Maslac-Plenkovic am Samstagvormittag testen lassen. Der Test sei positiv ausgefallen, ihrem Mann sei daraufhin automatisch eine zehntägige Quarantäne auferlegt worden.

Wegen steigender Zahlen infizierter Menschen sind in Kroatien in dieser Woche verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Unter anderem wurden Restaurants und Cafes geschlossen, dazu soll die Maskenpflicht künftig genauer kontrolliert werden. Zudem plant die Regierung für die Missachtung der Regeln drastische Strafen, von hohen Geldbußen bis hin zu Gefängnisstrafen.

In Kroatien wurden in den vergangenen 24 Stunden 3987 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert, teilte die Gesundheitsbehörden am Samstag mit. Aktuell seien im Land mit seinen knapp vier Millionen Einwohnern 25.357 Menschen infiziert. Mit 55 gemeldeten Toten stieg die Gesamtzahl auf nunmehr 1655.

Andrej Plenkovic, Premierminister von Kroatien.
Andrej Plenkovic, Premierminister von Kroatien.  © dpa/Reuters Pool via AP/Johanna Geron

Update, 29. November, 6.45 Uhr: 14.611 Fälle - Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekannt gab.

Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test.
Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test.  © DPA/Tom Weller

Update, 28. November, 20.59 Uhr: Auch Hotels im Nordosten an Weihnachten für Familienbesuch geöffnet

Nach mehreren anderen Bundesländern hat auch Mecklenburg-Vorpommern entschieden, dass Hotels über die Feiertage Übernachtungen für Familienbesuche anbieten dürfen.

Konkret dürften Hotels und Pensionen vom 23. Dezember bis 1. Januar für Gäste öffnen, die ihre Familie besuchen, drei Übernachtungen seien erlaubt, teilte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Samstagabend nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Wirtschaft, Kommunen und Verbänden mit.

Mecklenburg-Vorpommern öffnet neben Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Berlin über die Festtage die Hotels für Familienbesuche.
Mecklenburg-Vorpommern öffnet neben Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Berlin über die Festtage die Hotels für Familienbesuche.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. November, 19.20 Uhr: Positive Testergebnisse im Trainer- und Betreuerteam von Union Berlin

Vier Mitarbeiter aus dem Trainer- und Betreuerteam des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin sind in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wie der Verein am Samstag nach der Partie gegen Eintracht Frankfurt (3:3) mitteilte, konnten alle Betroffenen frühzeitig vom Team isoliert werden und befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Alle anderen Mitarbeiter und die Spieler der Lizenzspielerabteilung wurden negativ getestet und unterliegen keinen weiteren Einschränkungen, gab der Club bekannt.

Titelfoto: dpa/Christoph Soeder

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