HSV ärgert sich nach Remis in Düsseldorf über sich selbst: "Das reicht nicht"

Hamburg - Wie geht man mit diesem Punkt um? Durch das 2:2 bei Fortuna Düsseldorf hat es der HSV versäumt, Druck auf den SV Darmstadt 98 (1:0 beim 1. FC Nürnberg) und den 1. FC Heidenheim (zu Gast beim 1. FC Kaiserslautern) aufzubauen, gleichzeitig aber die Rheinländer auf Distanz gehalten.

Enttäuschung auf beiden Seiten: Weder dem HSV noch Fortuna Düsseldorf brachte das 2:2 am Freitagabend wirklich etwas.
Enttäuschung auf beiden Seiten: Weder dem HSV noch Fortuna Düsseldorf brachte das 2:2 am Freitagabend wirklich etwas.  © Marius Becker/dpa

Mit nun 50 Punkten haben die Rothosen weiterhin sieben Zähler Vorsprung auf die Fortuna (43), die am heutigen Samstag allerdings vom FC St. Pauli (41, Heimspiel gegen Jahn Regensburg) überholt werden könnte. Darmstadt steht nun bei 55 Zählern, Heidenheim kann am Abend auf 53 springen.

"Wir sind enttäuscht, weil wir unbedingt gewinnen wollten", erklärte Stürmer Robert Glatzel (29) nach dem Schlusspfiff, und machte damit deutlich, dass bei den Hanseaten unterm Strich doch eher der Frust über die liegengelassenen Punkte überwog.

Dabei startete das Spitzenspiel in der Merkur-Spiel-Arena erstklassig für die Elf von Coach Tim Walter (47), die bereits in der fünften Minute durch einen Elfmeter-Nachschuss von Laszlo Benes (25) in Führung gingen.

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"Wir sind gut ins Spiel gekommen und gehen verdient in Führung", brachte es der Übungsleiter auf den Punkt - tatsächlich waren die Gäste in der Anfangsphase das aktivere, bessere Team.

Doch dann kam die 21. Minute: Javi Montero (24), überraschend für Jonas David (23) in der Startelf stand, verschätzte sich bei einer Ecke und Dawid Kownacki (26) köpfte zum 1:1 ein. "Wir hätten die Standardsituation besser verteidigen müssen", kritisierte Moritz Heyer (27).

HSV-Coach Tim Walter kritisiert Gegentore: "Darf nicht passieren"

HSV-Coach Tim Walter (47) übte nach den einfachen Gegentoren gegen Düsseldorf deutliche Kritik.
HSV-Coach Tim Walter (47) übte nach den einfachen Gegentoren gegen Düsseldorf deutliche Kritik.  © Marius Becker/dpa

Acht Minuten später kam es noch dicker: Wie schon beim 2:4 gegen den Karlsruher SC ließ sich die Hintermannschaft durch einen langen Ball und eine Kopfballverlängerung überrumpeln, Felix Klaus (30) war durch und brachte die Fortuna in Führung.

"Wir haben uns in der ersten Hälfte den Schneid abkaufen lassen. Wir führen 1:0, hatten gar keinen Druck und haben dem Gegner die Tore dann auf dem Silbertablett serviert", fand Sechser Jonas Meffert (28) deutliche Worte.

Trainer Walter sah es ähnlich: "Die Tore haben wir zu einfach abgeschenkt. So darf das nicht passieren, aber das ist momentan unser Stand", verdeutlichte der 47-Jährige, während Keeper Daniel Heuer Fernandes (30) ergänzte: "Wir müssen energischer sein."

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Energisch waren anschließend aber eher die Gastgeber, erst nach der Pause kam der HSV wieder besser rein, und durch ein von Sonny Kittel (30) erzwungenes Eigentor von Christoph Klarer (22) zum Ausgleich - durchaus bezeichnend, dass die beiden Hamburger Tore durch einen Elfmeter sowie ein Eigentor fielen.

Nach einer wilden Schlussphase, in der Düsseldorf noch zwei dicke Chancen auf den Sieg hatte und Montero seine zweite Gelb-Rote Karte sah, war nicht nur das 2:2 klar, sondern auch die Gewissheit, dass sich die Rothosen in den kommenden Wochen steigern müssen.

HSV-Sechser Jonas Meffert (28, r.) bemängelte nach dem Schlusspfiff, dass eine gute Halbzeit nicht ausreiche.
HSV-Sechser Jonas Meffert (28, r.) bemängelte nach dem Schlusspfiff, dass eine gute Halbzeit nicht ausreiche.  © Marius Becker/dpa

"Wir haben heute nur eine Hälfte ordentlich gespielt und das reicht nicht. Du musst zwei Hälften konzentriert spielen. Am Ende ist es ein Unentschieden, das beiden Teams nicht hilft", traf Meffert abschließend den Nagel auf den Kopf.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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