St. Pauli gegen den HSV: Die Stadtderby-Teams im großen Vergleich

Hamburg - Das Stadtderby elektrisiert Hamburg: Am Freitagabend (18.30 Uhr) empfängt Tabellenführer FC St. Pauli den zweitplatzierten HSV. Es geht um so viel mehr als nur drei Punkte. TAG24 macht den großen Vergleich der beiden Mannschaften.

Tor

St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (27, r.) und HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (31, 4.v.l.) gehören zu den Besten ihrer Zunft in der 2. Bundesliga.
St.-Pauli-Keeper Nikola Vasilj (27, r.) und HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes (31, 4.v.l.) gehören zu den Besten ihrer Zunft in der 2. Bundesliga.  © Marcus Brandt/dpa

FCSP-Keeper Nikola Vasilj (27) ist der Rückhalt der mit Abstand besten Defensive der 2. Bundesliga - elf Gegentore in 14 Partien sprechen eine deutliche Sprache. Am heimischen Millerntor musste der Bosnier sogar erst viermal hinter sich greifen.

Bei den wenigen Großchancen, die seine Vorderleute für den Gegner zulassen, bewies der 27-Jährige zudem, dass er auch immer wieder bärenstarke Paraden auspacken kann.

Dasselbe gilt für sein Gegenüber Daniel Heuer Fernandes (31). Zwar kassierte der HSV-Torwart bereits 18 Gegentreffer, er blieb aber sogar einmal mehr ohne Gegentor als Vasilj.

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Abgesehen davon nimmt der Deutsch-Portugiese auch in der Spieleröffnung eine extrem wichtige Rolle ein, initiiert immer wieder Angriffe. Patzer, wie zuletzt beim knappen 2:1-Sieg gegen Eintracht Braunschweig, passieren "DHF" äußerst selten.

Ein Duell auf extrem hohen Niveau entscheidet der HSV-Schlussmann ganz knapp für sich - auch, weil er fußballerisch noch etwas besser ist als sein Kontrahent bei den Kiezkickern.

Abwehr

Die Abwehr um Hauke Wahl (29, r.) und Eric Smith (26) ist DAS Prunkstück der Kiezkicker in dieser Saison und elementarer Bestandteil der besten Zweitliga-Defensive.
Die Abwehr um Hauke Wahl (29, r.) und Eric Smith (26) ist DAS Prunkstück der Kiezkicker in dieser Saison und elementarer Bestandteil der besten Zweitliga-Defensive.  © Axel Heimken/dpa

Mit Blick auf die obigen Zahlen besteht kein Zweifel: Die Defensive ist in dieser Saison das absolute Prunkstück der Braun-Weißen. Kein anderes Team versteht es so gut, Kompaktheit zu schaffen und im Kollektiv zu verteidigen.

Die Dreierkette, bestehend aus Hauke Wahl (29), Karol Mets (30) und Eric Smith (26), wird im Spiel gegen den Ball durch die beiden Schienenspieler Philipp Treu (22) und Manolis Saliakas (27) verstärkt und zu einer Fünferkette, die es jedem Gegner extrem schwer macht, Tore zu erzielen.

Der HSV hingegen setzt unter Coach Tim Walter (48) auf eine Viererkette, in der den beiden Innenverteidigern - am Freitag dürften das Stephan Ambrosius (24) und Guilherme Ramos (26) sein - im Spielaufbau eine zentrale Rolle zukommt.

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Die Rothosen haben mit Miro Muheim (25) und Ignace Van der Brempt (21), der rechtzeitig fit sein dürfte, zudem zwei starke Außenverteidiger, das Fehlen von Kapitän Sebastian Schonlau (29) macht sich aber bemerkbar: Die Hanseaten sind nicht immer sattelfest.

Das Kräftemessen zwischen den beiden Defensiven kann daher nur an Spitzenreiter St. Pauli gehen. Die Kiezkicker sind unter Coach Fabian Hürzeler (30) einfach das Nonplusultra, wenn es darum geht, Gegentore zu verhindern.

Mittelfeld

HSV-Stratege Laszlo Benes (26, l.) spielt eine überragende Saison, das Mittelfeld von St. Pauli ist in seiner Gesamtheit aber noch ein bisschen besser aktuell.
HSV-Stratege Laszlo Benes (26, l.) spielt eine überragende Saison, das Mittelfeld von St. Pauli ist in seiner Gesamtheit aber noch ein bisschen besser aktuell.  © Uli Deck/dpa

Doch auch das Mittelfeld des FCSP ist wahrlich nicht von schlechten Eltern: Die beiden Schienenspieler Treu und Saliakas beackern ihre jeweilige Seite bis zum Umfallen, zudem gehört auch das Duo im Zentrum zum Besten, was die 2. Liga aktuell zu bieten hat.

Mit Kapitän Jackson Irvine (30) und Dauerläufer Marcel Hartel (27) ziehen zwei absolute Leistungsträger und Publikumslieblinge die Fäden im braun-weißen Mittelfeld. Die beiden sind nicht nur extrem laufstark, sondern auch torgefährlich. Zusammen sammelten sie bereits 18 Scorerpunkte.

Allerdings muss sich auch das Mittelfeld des HSV nicht verstecken, das am Freitag von Sechser Jonas Meffert (29) sowie den beiden Achtern Immanuel Pherai (22) und Laszlo Benes (26) gebildet werden dürfte.

Insbesondere Letzterer spielt eine herausragende Saison, in der er bereits siebenmal selbst traf und sechs Tore vorlegte. Meffert (ein Tor/ein Assist) und Pherai (ein Tor/zwei Assists) sind weniger effektiv.

Auch aufgrund der Torgefahr geht der Vergleich zwischen den beiden Mittelfeldern deshalb knapp an St. Pauli, wo die einzelnen Räder bis dato noch besser ineinandergriffen.

Sturm

Auch im Sturm verteilt sich die Torgefahr bei den Braun-Weißen auf mehrere Schultern, auch wenn Jojo Eggestein (25, M.) herausragt. Beim HSV bleibt fast alles an Robert Glatzel (29) hängen.
Auch im Sturm verteilt sich die Torgefahr bei den Braun-Weißen auf mehrere Schultern, auch wenn Jojo Eggestein (25, M.) herausragt. Beim HSV bleibt fast alles an Robert Glatzel (29) hängen.  © Marco Steinbrenner/DeFodi Images/dpa

Mit 27 Buden stellen die Kiezkicker die drittbeste Offensive der Liga. Großen Anteil daran hat Mittelstürmer Johannes Eggestein (25), der nicht nur extrem viel arbeitet, sondern auch schon sechsmal getroffen und einmal vorgelegt hat.

Der 25-Jährige dürfte am Freitag wieder von Oladapo Afolayan (26, vier Scorerpunkte) sowie Elias Saad (25, fünf Scorerpunkte) flankiert werden, die auch jederzeit für mächtig Gefahr sorgen können.

Zahlentechnisch kann aber kein St. Paulianer mit HSV-Knipser Robert Glatzel (29) mithalten: Der Mittelstürmer ist mit zehn Toren und fünf Assists der Topscorer der Liga und unverzichtbar für den Tabellenzweiten.

Flankiert wird er eigentlich von Jean-Luc Dompé (28, erst ein Tor) und Bakery Jatta (25, drei Tore), der Gambier fällt aufgrund einer Gelbsperre allerdings aus. Seine Vertreter Ransford Königsdörffer (22) und Levin Öztunali (27) haben beide noch kein einziges Tor erzielt.

So reicht es für die Rothosen nicht, den Sturmvergleich für sich zu entscheiden. Die Torgefahr der Kiezkicker verteilt sich im Angriff auf mehrere Schultern, während beim HSV nur Glatzel so richtig liefert.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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