St. Pauli ärgert sich nach dem Stadtderby über sich selbst: "Sehr enttäuschend"

Hamburg - Einen Punkt geholt, aber zwei liegen gelassen: Die Stimmung beim FC St. Pauli war nach dem 2:2 im 110. Hamburger Stadtderby gegen den HSV ziemlich gedämpft.

St.-Pauli-Coach Fabian Hürzeler (30) war nach dem 2:2 im Stadtderby gegen den HSV "sehr enttäuscht" über die zwei liegen gelassenen Punkte.
St.-Pauli-Coach Fabian Hürzeler (30) war nach dem 2:2 im Stadtderby gegen den HSV "sehr enttäuscht" über die zwei liegen gelassenen Punkte.  © Christian Charisius/dpa

"Es ist sehr enttäuschend, nach einem so dominanten Spiel nur mit einem Punkt dazustehen", fasste Chefcoach Fabian Hürzeler (30) die braun-weiße Gefühlswelt nach dem Abpfiff am "Sky"-Mikrofon zusammen.

Tatsächlich waren die Kiezkicker vor allem in der ersten Halbzeit das klar bessere Team, zeigten den wenig schwungvollen Rothosen am heimischen Millerntor phasenweise die Grenzen auf.

"Wir haben eine unfassbare erste Hälfte gespielt, hätten vielleicht sogar höher führen können", resümierte Abwehrspieler Hauke Wahl (29) - letztlich machten die Hausherren aber "nur" zwei Treffer, die dennoch eine komfortable Führung zur Folge hatten.

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Erst traf Kapitän Jackson Irvine (30) in der 15. Minute nach einer einstudierten Eckballvariante sehenswert zum 1:0, zwölf Minuten später unterlief HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (31) ein mehr als kurioses Eigentor.

Insbesondere das erste Tor sorgte allerdings für Diskussionen, weil Jonas Meffert (29) von Karol Mets (30) zu Boden gedrückt worden war. "Wenn so etwas im Mittelfeld passiert, wird es niemals gepfiffen. Das ist keine klare Fehlentscheidung und deshalb verstehe ich die Aufregung nicht", urteilte allerdings Hürzeler.

Kiezkicker hätten das Spiel mit einem dritten Treffer entscheiden können

Die Kiezkicker mussten sich angesichts des verpassten Sieges vor allem ankreiden lassen, nicht das dritte Tor nachgelegt zu haben.
Die Kiezkicker mussten sich angesichts des verpassten Sieges vor allem ankreiden lassen, nicht das dritte Tor nachgelegt zu haben.  © Christian Charisius/dpa

So oder so, der Treffer zählte und es deutete alles auf einen Heimsieg der St. Paulianer hin. "Wir waren dominant und haben das Spiel kontrolliert", brachte es Irvine treffend auf den Punkt.

Im zweiten Abschnitt schlugen die Gäste jedoch aus dem Nichts zurück: Robert Glatzel (29) und Immanuel Pherai (22) glichen die Partie innerhalb von 166 Sekunden aus. "Die beiden Gegentore müssen wir analysieren. Wir hatten zu große Abstände zwischen den Ketten", kritisierte Johannes Eggestein (25).

Trainer Hürzeler sah es ähnlich: "Die Gegentore haben wir nicht gut wegverteidigt. Wir werden das aufarbeiten und unsere Schlüsse daraus ziehen", kündigte der in dieser Saison weiterhin ungeschlagene Übungsleiter an.

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Den Schnee machte der 30-Jährige übrigens nicht für die liegen gelassenen Punkte verantwortlich: "Das hat schon einen Unterschied gemacht, war aber nicht der Grund dafür, dass wir nur Unentschieden gespielt haben", befand der gebürtige US-Amerikaner.

Wahl fasste abschließend zusammen, was wohl alle Braun-Weißen an diesem Abend dachten: "Wir müssen uns ankreiden, dass wir das Spiel nicht schon früher entschieden haben" - so konnte der HSV schlussendlich noch zurückkommen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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